{"id":502,"date":"2022-08-26T15:30:21","date_gmt":"2022-08-26T15:30:21","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=502","title":{"rendered":"Prinny presents NIS Classics Vol. 3: La Pucelle Ragnarok \/ Rhapsody: A Musical Adventure"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/85407.jpg\" alt=\"Bild 85407\" style=\"float: right;\">Man mag es angesichts der immensen Schadenszahlen und mittlerweile sogar Charakterlevel der <i>Disgaea<\/i>-Spiele nicht glauben, doch auch Nippon Ichi Software \u2013 oder kurz: NIS \u2013 hat mal klein angefangen. Und auch wenn die nunmehr dritte Ausgabe der <i>NIS Classics<\/i> nicht ganz zu den Anf\u00e4ngen zur\u00fcckgeht, stellen die zwei enthaltenen Spiele doch wichtige Meilensteine in der Geschichte des Entwicklungsstudios dar. Und ganz wie bei der vorherigen Sammlung (<a href=https:\/\/www.planetswitch.de\/test\/484-review-prinny-presents-nis-classics-vol-2-makai-kingdom-zhp-unlosing-ranger-vs-darkdeath-evilman.html>zum Test<\/a>) gehe ich die beiden Einzelteile von <B>Prinny presents NIS Classics Vol. 3: La Pucelle Ragnarok \/ Rhapsody: A Musical Adventure<\/b> einzeln durch, um euch zu zeigen, was die Altware auch heute noch spielenswert macht.<\/p>\n<p><b>Musikalisches Puppenspiel: Rhapsody \u2013 A Musical Adventure<\/b><br \/>\nDas erste Abenteuer entf\u00fchrt uns ins K\u00f6nigreich Marl, der Heimat der jungen Dame Cornet. Sie hat einen einfachen Traum: Sie m\u00f6chte einen Traumprinzen heiraten. Und wie es der Zufall so will, wird sie nicht nur von einem solchen w\u00e4hrend einer einfachen Sammelaufgabe gerettet, sondern erf\u00e4hrt auch noch, dass ebendieser Prinz zu einem Wettbewerb einl\u00e4dt, um eine zuk\u00fcnftige Braut zu suchen. Leider gibt es da einige Rivalinnen, die ebenfalls das Herz des K\u00f6nigssohns erobern m\u00f6chten \u2013 Cornet muss sich also m\u00e4chtig ins Zeug legen, wenn sie ihr Happy End erlangen m\u00f6chte. Die Geschichte gibt sich in vielen Punkten bewusst klischeehaft, wird jedoch in vielerlei Hinsicht aufgelockert. So sind die Dialoge wie f\u00fcr NIS \u00fcblich eher humorvoll aufgezogen worden, auch wenn f\u00fcr die Lokalisierung in diesem Fall Atlus verantwortlich war \u2013 besagter Publisher ver\u00f6ffentlichte das hier verbaute PS1-Original n\u00e4mlich damals in Nordamerika. Au\u00dferdem ist das Rollenspiel auch ein Musical. Soll hei\u00dfen: An bestimmten Punkten erwarten euch waschechte Gesangseinlagen, die entweder in japanischer oder englischer Vertonung aus euren Lautsprechern schallen und alles andere als schlecht klingen. Ein Abenteuer \u201eepischen\u201c Ausma\u00dfes d\u00fcrft ihr hier aber nicht erwarten, denn <i>Rhapsody<\/i> l\u00e4sst sich locker in unter zehn Stunden abschlie\u00dfen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/85401.jpg\" alt=\"Bild 85401\" style=\"float: left;\">Immerhin werdet ihr in dieser Zeit gut besch\u00e4ftigt. Cornets Herzensangelegenheit f\u00fchrt euch in alle Ecken von Marl, wo ihr notwendige Aufgaben zur Eroberung des Prinzen erf\u00fcllt. Ganz gem\u00e4\u00df der RPGs alter Schule m\u00fcsst ihr dazu in der Regel mit den richtigen Personen sprechen und so Hinweise f\u00fcr das weitere Vorgehen aufsp\u00fcren. Genauer gesagt schmei\u00dft euch <i>Rhapsody<\/i> nicht selten ins kalte Wasser und l\u00e4sst euch fr\u00f6hlich rumprobieren, was in seltenen F\u00e4llen frustrieren kann. Dass ich beispielsweise an einer Stelle das Ende eines Dungeons zweimal aufzusuchen hatte, wird nicht sonderlich deutlich vermittelt. Die zus\u00e4tzlichen Gruppenmitglieder sowie die dazugeh\u00f6rigen Nebenquests sind h\u00e4ufig sogar noch besser verborgen oder gar verpassbar. Cornet ist n\u00e4mlich in der Lage, beseelte Marionetten und Puppen aufzulesen und ihnen bei ihren jeweiligen Problemen zu helfen. Wie genau ihr das anstellt, wird euch praktisch nie verraten, bis ihr euch zuf\u00e4lligerweise ins richtige K\u00e4mmerlein verirrt. Allein dass hinter manchen Geschichten mehr steckt, als zun\u00e4chst ersichtlich ist, l\u00e4sst sich schnell \u00fcbersehen.<\/p>\n<p>Nun kann man dies noch als Old-School-Tugend verkaufen und sogar als spannendes Kontrastprogramm zum \u00fcblichen H\u00e4ndchenhalten in modernen Spielen empfinden. Die Gebiete, auf denen <I>Rhapsody<\/i> jedoch leider zweifelsfrei versagt, sind die Dungeons und K\u00e4mpfe. Ihr marschiert fast ausschlie\u00dflich durch die immergleichen H\u00f6hlen und Quadratr\u00e4ume, bringt massig austauschbare Korridore hinter euch und habt dann noch nicht einmal eine anst\u00e4ndige Karte parat, um angesichts der mangelnden Landschaftsmerkmale in verworreneren Abschnitten den \u00dcberblick zu behalten. Die dankenswerterweise vergleichsweise seltenen K\u00e4mpfe machen die Angelegenheit auch nicht spannender. Theoretisch spielen sie sich wie ein Taktik-RPG, ihr zieht eure bis zu vierk\u00f6pfige Truppe also rundenweise \u00fcber ein in Quadrate aufgeteiltes Spielfeld und nehmt die Gegner aufs Korn. Praktisch spielt die Positionierung so gut wie keine Rolle und bis auf ganz wenige Bosse sind die Gegner generell so schwach, dass die Autokampf-Option locker mit ihnen klarkommt. Das macht <i>Rhapsody<\/I> zwar zu einem entspannten Einsteiger-Rollenspiel, allerdings auch zu einer Geduldsprobe f\u00fcr erfahrenere Genrefans, die mehr als eine charmante Erz\u00e4hlung brauchen.<\/p>\n<p><b>Das Proto-Disgaea: La Pucelle Ragnarok<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/85405.jpg\" alt=\"Bild 85405\" style=\"float: right;\">In Europa war die Releasereihenfolge zwar anders, doch in Japan erschien das PS2-Original <i>La Pucelle: Tactics<\/i> damals noch vor dem ersten <I>Disgaea<\/i> \u2013 und es legte in gewissen Punkten den Grundstein f\u00fcr die wohl erfolgreichste Marke von Nippon Ichi. Das gilt nat\u00fcrlich auch f\u00fcr Szenario und Humor: Ihr erlebt die Geschichte der auszubildenden Nonne Priere, die als Teil des Ordens La Pucelle D\u00e4monen jagt. Ihr Ziel ist es, zur n\u00e4chsten Maid des Lichts aufzusteigen \u2013 ihr aufbrausendes Temperament und ihre mangelhafte Motivation bei der Erf\u00fcllung einfacher Auftr\u00e4ge macht dies jedoch nicht sonderlich einfach. Trotzdem m\u00fcssen die \u00fcberall im Lande auftauchenden dunklen Portale eben gel\u00e4utert werden und zusammen mit mal mehr, mal weniger schr\u00e4gen Gef\u00e4hrten geht ihr diese umfangreiche Mission an.<\/p>\n<p>Auch wenn es sich bei <i>La Pucelle Ragnarok<\/i> um ein Strategierollenspiel handelt, das <I>Disgaea<\/i> nicht un\u00e4hnlich sieht, spielen sich die beiden Titel doch merklich anders. So erkundet ihr die wenigen St\u00fctzpunkte des Spiels beispielsweise aus einer 2D-Ansicht und unterhaltet euch hier mit diversen Bewohnern oder t\u00e4tigt Eink\u00e4ufe. Auch die \u00dcbersichtskarten funktionieren anders als bei sp\u00e4teren Spielen \u00fcblich. So ist jedes Areal der Weltkarte in mehrere Sektoren unterteilt, die sich teils sogar verzweigen und so etwa zu fortschrittskritischen Schaltern oder optionalen Sch\u00e4tzen f\u00fchren. Selbst die K\u00e4mpfe laufen nur oberfl\u00e4chlich so ab, wie man es aus <I>Disgaea<\/i> kennt. So zieht ihr in eurer Runde all eure Einheiten, bevor die Gegner an der Reihe sind, und gebt Angriffskommando f\u00fcr die Truppen zuerst ein, bevor sie mit einem separaten Befehl gemeinsam ausgef\u00fchrt werden. So weit, so vertraut.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/85410.jpg\" alt=\"Bild 85410\" style=\"float: left;\">Spezialaktionen wie etwa besonders m\u00e4chtige Attacken werden hingegen umgehend ausgef\u00fchrt. Das hat auch Methode, denn was <i>La Pucelle<\/i> ebenfalls von den Genrekollegen aus eigenem Hause abhebt, sind die dunklen Portale auf dem Schlachtfeld. Die daraus str\u00f6mende Energie flie\u00dft quer \u00fcber das Schlachtfeld und kann gelenkt werden, indem ihr Einheiten darauf platziert und in die gew\u00fcnschte Richtung schauen l\u00e4sst. L\u00e4utert ihr nun das Portal, hat dies mehrere Effekte zur Folge: Ihr erhaltet Erfahrung f\u00fcr eure Ausr\u00fcstung, die ihr so in Ermangelung der aus <I>Disgaea<\/i> bekannten Item World hochstuft, und auf dem Energiestrom stehende Figuren werden von bestimmten Effekten erwischt. Schadhafte Str\u00f6me nehmen dabei Gegner \u2013 und auch wirklich nur Gegner \u2013 in die Mangel, heilende Fl\u00fcsse hingegen kurieren eure Gruppenmitglieder. Ferner d\u00fcrfen alle Verb\u00fcndeten, die auf einem gel\u00e4uterten Strom gestanden haben, erneut ziehen. Mit etwas Geschick und K\u00f6pfchen k\u00f6nnt ihr so also innerhalb einer einzigen Runde gewaltig viel Boden wettmachen. Die Taktiererei macht entsprechend enorm viel Laune, auch wenn das allgemeine Spieltempo gef\u00fchlt darunter leidet. Im Austausch daf\u00fcr sind n\u00e4mlich selbst die ersten paar Karten ziemlich gro\u00df.<\/p>\n<p>Wo ich vorhin schon die unterschiedlichen Erfahrungspunkte angeschnitten habe: <i>La Pucelle<\/I> auch bereits diverse M\u00f6glichkeiten zur Anpassung eurer Charaktere. So kann eure Ausr\u00fcstung nicht nur von den Grundwerten her verst\u00e4rkt werden, sie kann je nach Merkmalen die Attribute der Figuren dauerhaft st\u00e4rken, wodurch der Trupp auch neue F\u00e4higkeiten lernt. Das gilt auch f\u00fcr Monstereinheiten, die in diesem Fall direkt vom Schlachtfeld rekrutiert werden \u2013 ein paar L\u00e4uterungsrunden sowie eine geh\u00f6rige Tracht Pr\u00fcgel machen\u2019s m\u00f6glich. Das ist alles bei weitem nicht so tiefgr\u00fcndig und ineinander verzahnt wie bei sp\u00e4teren <i>Disgaea<\/i>-Spielen, macht jedoch auch bereits in dieser simpleren Form enorm Laune und motiviert ungemein.<\/p>\n<p><b>Die \u00fcbliche Technik: NIS Classics Volume 3<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/85409.jpg\" alt=\"Bild 85409\" style=\"float: right;\">In Sachen Optionen wurde bei beiden enthaltenen Spielen recht wenig erg\u00e4nzt. So d\u00fcrft ihr bei <i>Rhapsody<\/i> wahlweise einen Weichzeichner oder R\u00f6hren-TV-Filter aktivieren, das originale 4:3-Bildformat bleibt jedoch in jedem Fall erhalten. <i>La Pucelle Ragnarok<\/i> bietet hingegen gar keine Grafikeinstellungen und erstrahlt mit anst\u00e4ndig aufgel\u00f6sten Hintergrundgem\u00e4lden sowie leicht verwaschen wirkenden Sprites, die jedoch nicht an detailverliebten Animationen vermissen lassen. In Sachen inhaltlicher Boni ist die Lage wiederum umgekehrt: <i>Rhapsody<\/i> ist wirklich nur die PS1-Version des Rollenspiels, wie sie damals erschien, ganz ohne jegliche \u00c4nderungen und Erg\u00e4nzungen des (zugegebenerma\u00dfen dezent verbuggten) DS-Remakes. <i>La Pucelle Ragnarok<\/I> wiederum ist, wie der Name bereits zeigt, die erstmals f\u00fcr westliche Gefilde lokalisierte PSP-Version des Spiels, die mitsamt einiger Bonus-Charaktere sowie einer zus\u00e4tzlichen Geschichte nach Spielabschluss daherkommt. Irgendwie muss ja der Auftritt von Protagonistin Priere in <i>Disgaea<\/i> und Co. erkl\u00e4rt werden. Stoff gibt es also gerade bei dem Strategie-RPG dieses Duos zu gen\u00fcge.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man mag es angesichts der immensen Schadenszahlen und mittlerweile sogar Charakterlevel der Disgaea-Spiele nicht glauben, doch auch Nippon Ichi Software \u2013 oder kurz: NIS \u2013 hat mal klein angefangen. 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