{"id":501,"date":"2022-08-15T18:15:00","date_gmt":"2022-08-15T18:15:00","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=501","title":{"rendered":"Xenoblade Chronicles 3"},"content":{"rendered":"<p>An guten Rollenspielen mangelt es auf dem Spielemarkt nun beileibe nicht. Sei es in einer Open World, linear mit viel Story, oder auch beides vermischt. Letzteres trifft auf wohl auf den heutigen Testkandidaten am ehesten zu, denn die <i>Xenoblade<\/i>-Reihe vereint schon seit Wii-Zeiten gro\u00dfe, offene Areale und eine tiefgreifende Geschichte, die einen durch die Spielwelt f\u00fchrt. Der j\u00fcngste Ableger <b>Xenoblade Chronicles 3<\/b> ist da keine Ausnahme, wenngleich die Formel nochmal etwas \u201eausgedehnt\u201c wurde. Ausgedehnt trifft es aber auch in anderen Bereichen. Was das nun eigentlich zu bedeuten hat, wo die Vorg\u00e4nger doch schon recht umfangreich waren, das erz\u00e4hle ich euch im folgenden Test!<\/p>\n<p><b>Existenzielle Fragen<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/85372.jpg\" alt=\"Bild 85372\" style=\"float: right;\">Das wohl wichtigste Element in einem guten Rollenspiel ist ohne wenn und aber die Geschichte. Ist die Story langweilig, legen viele Spieler das Gamepad schon weg, noch bevor sie das zweite Kapitel erreicht haben, oder aber trotten halbwegs lustlos und gedankenleer durch die riesige Welt. Zugegeben, beim ersten Ableger erging es mir stellenweise noch so. Beim zweiten dann schon weniger, beim dritten aber so gut wie gar nicht mehr. Der Grund daf\u00fcr ist die wahnsinnig gut modellierte Geschichte rund um Noah, Mio und Freunde, sowie zwei Nationen, die sich seit Generationen dadurch definieren, sich gegenseitig abzuschlachten. Um eurer Spielerfahrung willen muss ich mich hier aber leider sehr allgemein halten, da man einfach jedes Element des Plots selbst erfahren und interpretieren sollte. Was ich aber hervorheben m\u00f6chte, ist die Reife die die Geschichte dem Spieler abverlangt. F\u00fcr eine USK-Freigabe ab 12 Jahren ist <i>Xenoblade Chronicles 3<\/i> erschreckend ernst unterwegs und scheut sich nicht davor, Themen wie Existenzfragen, Urteil \u00fcber Gut und B\u00f6se, Krieg, Tod, Diktatur, Mobbing und sogar Selbstmord anzusprechen.<\/p>\n<p>Wer sich dem also nicht gewachsen f\u00fchlt, und einfach nur ein kunterbuntes RPG mit Anime-Charakteren sucht, sollte sich besser anderswo umsehen. Das hei\u00dft nicht, dass <i>XBC3<\/i> nicht auch Freude bereiten kann. Wie man es von der Reihe kennt ist n\u00e4mlich auch wieder der typisch platte britische Humor mit von der Partie, der durch die talentierten Synchronsprecher teils abartig gut zur Geltung kommt. Und dann sind da noch die Nopon \u2013 kleine, pummelige Federwesen mit ihrer speziellen Art sich auszudr\u00fccken. Zwei davon begleiten einen durch das gesamte Spiel und sorgen so immer wieder f\u00fcr Erheiterung. Aber auch die zwischenmenschlichen Interaktionen, die sich stets verh\u00e4rtende Freundschaft der Protagonisten und die allgemeine Positivit\u00e4t der Truppe sorgte im Test immer wieder f\u00fcr ein L\u00e4cheln.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/85380.jpg\" alt=\"Bild 85380\" style=\"float: left;\">Dar\u00fcber hinaus wird man neben kurzweiligen Dialogen zum Gl\u00fcck vermehrt mit vertonten Gespr\u00e4chssequenzen und sogar voll animierten animehaften Filmen verk\u00f6stigt, die an Bombast teils nichts vermissen lassen &#8211; <i>Dragonball<\/i>&#8211; und <i>Gundam<\/i>-Fans werden sich hier wohlf\u00fchlen. An einer Stelle sorgte ein Mix aus Bosskampf und den gerade genannten erz\u00e4hlerischen Elementen daf\u00fcr, dass ich stolze zwei Stunden ohne richtiges Gameplay zubrachte. Ein Storyabschnitt in Spielfilml\u00e4nge, mitten in der Handlung, sowas habe ich definitiv zum ersten Mal erlebt. An Emotionen war alles dabei, Freudentr\u00e4nen, normale Tr\u00e4nen, Lacher und \u201eWoah\u201c-Momente. Ich denke das spricht f\u00fcr sich. Dabei hat man \u00fcbrigens stets die Wahl, alles automatisch ablaufen zu lassen oder nervige Passagen gar zu \u00fcberspringen. Auch Kenner der ersten beiden Ableger kommen auf ihre Kosten, da der Gipfel der Trilogie gewisserma\u00dfen die ersten beiden Geschichten zusammenf\u00fchrt und abschlie\u00dft. Aber ein Muss ist das Vorwissen keineswegs, da die Erz\u00e4hlung auch f\u00fcr sich stehend einen tollen Rahmen bildet. Hierzu liest man im Netz immer wieder gegens\u00e4tzliche Aussagen, und ja, es werden viele Elemente aus bisherigen Ablegern aufgegriffen, die bei Kenntnissen immer wieder f\u00fcr Aha-Momenten sorgen. Wer damit rein gar nichts anfangen kann, darf sich aber, wie gesagt, trotzdem auf eine inhaltlich eigenst\u00e4ndige und tiefgreifende Geschichte freuen.<\/p>\n<p><b>Im Zickzack durch die Welt<\/b><br \/>\nKommen wir nun zur zweiten gro\u00dfen S\u00e4ule von <i>XBC3<\/i>, die Spielwelt. Wieder einmal bewegen wir uns auf dem R\u00fccken lebloser Titanen, gigantischer Bewohner des Wolkenmeers, die im Laufe der Zeit versteinert sind und auf denen schon immer die Menschen, Flora und Fauna ihrer Existenz nachgingen. Hier wurde nochmal ordentlich an der Reichweite geschraubt, denn die Spielwelt umfasst zwar mal wieder mehrere Titanen, die begehbare Umgebung von <i>Xenoblade Chronicles 2<\/i> soll laut Aussagen von Monolith Soft aber stolze f\u00fcnf Mal in die des dritten Teils hineinpassen. Dementsprechend thematisch abwechselnd sind auch die gro\u00dfen voneinander durch kurze Ladezeiten getrennten Gebiete. Anfangs wirkt jedoch alles noch recht trist und das zieht sich die ersten paar Stunden auch so durch. Dort sieht man gr\u00f6\u00dftenteils nur felsige Klippen und vom Krieg gezeichnetes Land. Die eingangs erw\u00e4hnten Nationen, namentlich Keves und Agnus, m\u00fcssen n\u00e4mlich stets einander bek\u00e4mpfen, um am Leben bleiben zu k\u00f6nnen. Was es damit auf sich hat, erkl\u00e4rt das Spiel schonend in kleinen H\u00e4ppchen. In kleinen Schritten \u00f6ffnet sich dann auch die Welt und nach und nach wird man wieder mit atemberaubenden Panoramen und fast schon alienhaften Szenen verw\u00f6hnt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/85369.jpg\" alt=\"Bild 85369\" style=\"float: right;\">Hier kann man nat\u00fcrlich stets dem Hauptpfad Richtung Storyfortschritt folgen, oder aber einer von etlichen kurzweiligen Sidequests nachgehen, Heldengeschichten erleben um neue Klassen freizuspielen (dazu sp\u00e4ter mehr), oder auch einfach nur die Welt erkunden und K\u00e4mpfen. Quasi an jeder Ecke liegen n\u00e4mlich Materialien zum Einsammeln herum, Gegner verschiedenster Level und Gefahrenstufen lauern in einer recht hohen Dichte und teils kommt sogar so etwas wie ein <i>Souls<\/I>-Feeling auf. In regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden warten n\u00e4mlich besonders starke einzigartige Wesen auf die Helden, die sogar mehrmals gegen die Uhr bek\u00e4mpft werden k\u00f6nnen und mit besonders seltenen Items locken. Aber auch geheime Winkel und besondere Events wie Versorgungsabw\u00fcrfe oder Massenk\u00e4mpfe lockern das Spielgeschehen auf. Dadurch entsteht je nach Spielweise ein recht angenehmer Flow, der mich zumindest in den ersten 50 Stunden fast nie langweilte, was ich von den Vorg\u00e4ngern so nicht behaupten konnte.<\/p>\n<p><b>Kampfsystem Deluxe<\/b><br \/>\nHier muss ich beim Ursprung der Serie auf der Wii ansetzen. Als einer der letzten gro\u00dfen Kracher f\u00fcr die Plattform fand <i>Xenoblade Chronicles<\/i> damals schon sehr viele Fans, was letztlich daf\u00fcr sorgte, dass die Nintendo-Marke von Monolith Soft sich dorthin entwickelte, wo sie heute ist. Ich pers\u00f6nlich konnte jedoch mit dem Kampfsystem seinerzeit so \u00fcberhaupt gar nichts anfangen. Gruppenmitglieder die alleine angreifen, und man darf nur rumlaufen und immer dieselben Skills z\u00fcnden? Langweilig! So ignorierte ich die Reihe, bis ich dem Switch-Remaster dann nochmal eine Chance gab und mich dank vieler Quality-of-Life-Verbesserungen sofort in diese Art von Rollenspiel verliebte. Da ich nun mittlerweile mit allen Ablegern au\u00dfer <i>Xenoblade Chronicles X<\/i> reichlich Erfahrungen gemacht habe, kann ich guten Gewissens sagen, dass das Kampfsystem sich treu geblieben ist, sich aber auch extrem weiterentwickelt hat.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/85367.jpg\" alt=\"Bild 85367\" style=\"float: left;\">Hatte man im ersten Teil noch den Kniff mit den Monado-Kr\u00e4ften von Shulks G\u00f6tterschwert und im zweiten die Klingen-Begleiter, so hat man hier quasi alles kombiniert. In einer persistenten Gruppe von sechs Protagonisten (drei aus jeder Nation), sowie einem Helden nach Wahl, hat man stets genug Abwechslung, ohne sich dabei entscheiden zu m\u00fcssen, welchen liebgewonnenen Charakter man im Men\u00fc verkalken l\u00e4sst. Die Kerngruppe bleibt n\u00e4mlich immer dieselbe und entwickelt sich sehr gleichm\u00e4\u00dfig weiter. Besagte Helden sind dann aber austauschbar und stellen eher eine Art L\u00fcckenf\u00fcller dar, um Defizite in der Kerngruppe auszugleichen. Die Helden sind dabei fast immer an kurzweilige, aber ausreichend gut ausgeschm\u00fcckte Heldenmissionen gebunden und bringen dabei jedes Mal auch einzigartige Fertigkeiten sowie eine neue Heldenklasse mit. Insgesamt kommt man so im Laufe des Spiels, und wir reden hier von weit \u00fcber 50 Stunden selbst bei linearer Spielweise, auf \u00fcber 20 Klassen, die von jedem Charakter \u00fcber gewissen Mechaniken erlernt werden k\u00f6nnen. Zun\u00e4chst werden diese aber Lore-bedingt an gewisse Mitglieder der Kerngruppe \u201evererbt\u201c und der Rest der Truppe schaut sich die Klassenf\u00e4higkeiten dann quasi mit der Zeit ab. Auf diese Weise wird man dazu gedr\u00e4ngt herumzuexperimentieren, wodurch man auch hervorragend an die vielen Feinheiten des Kampfablaufs herangef\u00fchrt wird.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich hat man in <i>Xenoblade Chronicles 3<\/i> aber eine typische MMORPG-Aufteilung aus Damage Dealer, Tank und Heilern. Ich bin hier ganz gut mit einer 2-2-2-Formation gefahren, und habe dann je nach Situation mit dem siebten Helden entweder fehlenden Skills f\u00fcr Komboangriffe, Extraschaden oder mehr Heilung und Buffs mit eingef\u00fcgt. Auch \u00fcber die Ausr\u00fcstung, klassentypische (passive) Talente und geschmiedete Juwelen kann man mit allerlei Feintuning f\u00fcr optimale Kampfergebnisse sorgen. Hier stellt einem das Spiel nach und nach immer mehr Slots und M\u00f6glichkeiten zur Verf\u00fcgung und bindet die meisten Elemente an ihre Klassen statt an die Charaktere selbst. So kann man recht entspannt durchwechseln ohne immer wieder dieselben Dinge ausr\u00fcsten zu m\u00fcssen. Durch neue dazugewonnene Klassen, vererbte F\u00e4higkeiten, Talente oder was auch immer wird man jedoch immer wieder dazu gezwungen, neue Zuweisungen zu t\u00e4tigen, was teils in z\u00e4hes Micromanagement ausartet, aber eben auch die Tiefe bietet, die sich viele Rollenspiel-Enthusiasten w\u00fcnschen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/85346.jpg\" alt=\"Bild 85346\" style=\"float: right;\">Im Kampfgeschehen an sich l\u00e4uft dann aber alles wie gehabt ab. Grunds\u00e4tzlich greifen die Helden selbstst\u00e4ndig an, man selbst sorgt quasi \u201enur\u201c f\u00fcr eine taktisch sinnvolle Positionierung und l\u00f6st durch Skills bestimmte Effekte und Kombos aus. Hier greifen die einzigartigen F\u00e4higkeiten immer wieder sehr sch\u00f6n ineinander, es kann aber bei sieben Leuten plus Gegnern dann doch manchmal ganz sch\u00f6n wuselig auf dem Bildschirm werden. UI-Indikatoren und das generelle UI-Design helfen aber stets dabei den Durchblick zu behalten, auch wenn man vor lauter Effekten seine Spielfigur mal nicht erkennen kann. Man hat \u00fcbrigens auch stets die Wahl, in wessen Haut man schl\u00fcpft und wessen Klasse man mit wem spielen will. So viel Freiheit war f\u00fcr mich ebenfalls ein Novum. Ihr seid also weder bei der Erkundung, noch im Kampf an einen Charakter gebunden, sondern k\u00f6nnt mal eben selbst der Heiler werden, wenn es mit den Lebenspunkten mal etwas knapp wird und euch die an sich sehr schaue KI mal nicht effizient genug arbeitet. \u00dcber diverse Schalter kann man auch mitten im Kampf schnell die Taktik \u00e4ndern und so die Mitstreiter versammeln, frei k\u00e4mpfen lassen oder auf einen anvisierten Feind konzentrieren. Das sorgt daf\u00fcr, dass man systematisch an die stets wechselnden Konditionen herantreten kann und macht noch dazu extrem viel Spa\u00df.<\/p>\n<p>Das war es aber noch nicht, noch laaaange nicht. Im Laufe des Spiels werden n\u00e4mlich immer wieder neue Elemente wie Angriffsketten und &#8211; mal vage angedeutet &#8211; besondere Synergien zwischen den Helden mit eingewoben, was teils f\u00fcr \u00dcberforderung, andererseits aber auch immer wieder f\u00fcr neuen Schwung sorgte.<\/p>\n<p><b>Und sonst so?<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/85378.jpg\" alt=\"Bild 85378\" style=\"float: left;\">Um alles, was <i>XBC3<\/i> noch so bietet, zu erl\u00e4utern, fehlt hier sowohl der Platz, als auch mir die Ausdauer. Man kann sich aber auch wieder auf ausbaubare Beziehungen zu Siedlungen mitsamt altbekannter Harmoniediagramme freuen, auf ein extrem umfangreiches Glossar samt Trainingssimulationen, jede Menge Lore und, und, und. Dabei wird man stets von einem fantastischen Soundtrack begleitet, der ganz besonders in emotional schweren Momenten zu \u00fcberzeugen wei\u00df. Auch in Sachen Optik hat man die Latte wieder um einiges h\u00f6her gelegt. So sind Animationen der vielen Gegner und Charaktere nun glaubhafter, die Modelle detaillierter, die Spielwelt lebendiger, und vor allem die Aufl\u00f6sung stabiler. Gerade Teil 2 hat in manchen Situation und vor allem im Handheld-Modus mit arg verwaschenen Szenen zu k\u00e4mpfen. Dank modernem Post-Processing und schlauerem Upscaling h\u00e4lt sich das jedoch im j\u00fcngsten Ableger in Grenzen, f\u00e4llt aber dann und wann schon noch auf. Genauso verh\u00e4lt es sich im Grunde auch mit Rucklern in der Bildrate. In besonders aufreibenden Momenten oder stark detaillierten Gebieten kann die Aufl\u00f6sung manchmal schlichtweg nicht noch weiter gesenkt werden, und dann kommt es auch mal zu kurzen Schwankungen. In den allermeisten F\u00e4llen merkt man davon allerdings nichts und darf \u201efl\u00fcssige 30 FPS\u201c genie\u00dfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An guten Rollenspielen mangelt es auf dem Spielemarkt nun beileibe nicht. Sei es in einer Open World, linear mit viel Story, oder auch beides vermischt. 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