{"id":493,"date":"2022-07-12T16:30:00","date_gmt":"2022-07-12T16:30:00","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=493","title":{"rendered":"Heart Chain Kitty"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/85191.jpg\" alt=\"Bild 85191\" style=\"float: right;\">Ich bin zum Zeitpunkt dieses Tests 28 Jahre alt, und w\u00fcrde mich damit noch nicht als \u201ealt\u201c im klassischen Sinne bezeichnen. Ich habe allerdings noch die Flash-Games im damals noch jungen Internet erlebt, wovon viele Youngtimer heutzutage gar keinen Dunst mehr haben. Na, jedenfalls waren das alles kleine, meist sehr simple Spielchen, die man ohne Installation einfach im Browser gezockt hat. Dabei waren mitunter schon ganz sch\u00f6n skurrile Dinger, bei den man sich dachte: \u201eWas zum Geier hat der Typ geraucht?\u201c Es waren aber eben auch nur kleine Spielchen, meist Experimente der Entwickler um neue F\u00e4higkeiten zu erwerben oder um sich einfach mal kreativ auszusch\u00fctten. Bei <b>Heart Chain Kitty<\/b> sieht es da etwas anders aus, denn hier handelt es sich um ein vollwertiges Spiel, bei dem laut Presse-Kit sogar stolze 12 bis 25 Stunden versprochen werden. Vorweg: So weit habe ich es nicht geschafft, da mir der Stil des Spiels dann doch enorme Kopfschmerzen bereitet hat. Warum das so ist, und was der heutige Testkandidat mit einem amtlichen Drogenrausch gemeinsam hat, das erfahrt ihr im folgenden Kurztest.<\/p>\n<p><b>Eine Katze namens Kittey<\/b><br \/>\nKittey mag Kuchen, sogar so sehr, dass er direkt zu Spielbeginn davon tr\u00e4umt. Dieser Traum dient zugleich als kurzes Tutorial und vermittelt die recht eing\u00e4ngige Steuerung des 3D-Plattformers. Mehr als Laufen und Springen kann Kittey zu Beginn jedoch nicht. Daf\u00fcr steuert sich der Moppel trotz einer gewissen Tr\u00e4gheit recht gut. In einer Art kleinem Trainingsparcours lernen wir die Umgebung zu nutzen, W\u00e4nde zu erklimmen, und wie man die Minimap zu nutzen hat. Ziel des Spiels ist es zu erkunden und alle Collectibles einzusammeln, sowie im Zuge der Handlung Kitteys verschwundene Eltern zu retten. So weit, so gut, und das ist auch bis hierhin alles ganz schick.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/85193.jpg\" alt=\"Bild 85193\" style=\"float: left;\">Nicht schick hingegen ist die Grafik. Ich verurteile ja nicht direkt jedes Spiel f\u00fcr eine etwas wacklige Framerate, eine niedrige Aufl\u00f6sung oder einen schlechten Artstyle. Zum Beispiel mein aktuelles Privatprojekt <i>Xenoblade Chronicles Definitive Edition<\/i>: Hier hat man eine stabile Framerate, eine wundersch\u00f6ne Spielwelt, aber Pixelbrei vom Feinsten &#8211; zumindest im Handheld-Modus. Gewisse Dinge lassen sich also ausgleichen, was ich bei <i>Heart Chain Kitty<\/i> leider nicht guten Gewissens so gelten lassen kann. Das Positive vorweg: Das Abenteuer ist gepr\u00e4gt von recht weitl\u00e4ufigen Gebieten und l\u00e4uft daf\u00fcr echt ziemlich fl\u00fcssig, Ruckler konnte ich bisher keine feststellen.<\/p>\n<p>Dann ist da aber auch der besagte Pixelbrei, gepaart mit einem Artstyle der, sagen wir mal, besonderen Art. Man muss in Erinnerung halten, dass es sich hierbei um ein Hobbyprojekt eines \u00d6sterreichers handelt, also eine Einzelentwicklung. Doch Einzelpersonen wie der Chinese hinter FYQD Studio haben auch schon Titel wie <i>Bright Memory: Infinite<\/i> auf die Beine gestellt, welches sogar in K\u00fcrze auf die Switch kommt und dort zumindest anhand des aktuell verf\u00fcgbaren Bildmaterials immer noch eine extrem gute optische Figur macht.<\/p>\n<p><b>So sehen Albtr\u00e4ume aus &#8211; oder?<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/85192.jpg\" alt=\"Bild 85192\" style=\"float: right;\">Die Aufl\u00f6sung ist aber auch nur eine Sache. Das mit Abstand schlimmste ist f\u00fcr mich der bereits angedeutete Stil des Spiels. Alles wirkt einerseits halbwegs detailliert und realistisch, andererseits &#8211; vor allem die Charaktermodelle &#8211; wie aus Knetmasse. Die 3D-Modelle sind durchweg sehr plump in ihrer Erscheinung, was sich so auch \u00fcber die Spielwelt und die Dialoge sagen l\u00e4sst. Bei letzteren sammelte ich \u00fcbrigens in den ersten beiden Spielstunden schon mehrere sprachliche Fehler in den Texten auf, darunter auch Klassiker wie \u201eda\u00df\u201c. Auch sonst lesen sich die unspannenden Textboxen eher wie ein Lesebuch f\u00fcr Vorsch\u00fcler, als wie eine ansprechende Rahmenhandlung.<\/p>\n<p>All diese Sachen lassen irgendwie die Leidenschaft vermissen, mit der viele Devs heutzutage ihre Werke ausschm\u00fccken. Immerhin wei\u00df der Soundtrack halbwegs zu unterhalten, wobei auch dieser schnell durch st\u00e4ndige Wiederholungen auf die Nerven geht.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/85195.jpg\" alt=\"Bild 85195\" style=\"float: left;\">Doch ich schweife ab, genau, der Artstyle. So wie die Welten in <i>Heart Chain Kitty<\/i> stelle ich mir einen Trip auf synthetischen Drogen oder Pilzen vor. Alles wirkt wie ein Fiebertraum und geht auch nach der anf\u00e4nglichen Traumsequenz so weiter. Farben sind sehr dunkel gehalten und sorgen gepaart mit den sehr detailarmen Spielwelt f\u00fcr eine reichlich psychedelisch-depressive Grundstimmung. Manch einer w\u00fcrde gewisse Elemente des Spiels vielleicht sogar als \u201eNightmare Fuel\u201c (Stoff f\u00fcr Albtr\u00e4ume) bezeichnen. Ich kann dabei nicht mal einsch\u00e4tzen, ob das mangels Zeit oder Kunstfertigkeiten so kam, oder gar eine bewusste Designentscheidung war. Allein aufgrund dessen musste ich irgendwann aufh\u00f6ren, da dort f\u00fcr mich einfach nichts Genie\u00dfenswertes dran ist. Fassen wir also zusammen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich bin zum Zeitpunkt dieses Tests 28 Jahre alt, und w\u00fcrde mich damit noch nicht als \u201ealt\u201c im klassischen Sinne bezeichnen. Ich habe allerdings noch die Flash-Games im damals noch jungen Internet erlebt, wovon viele Youngtimer heutzutage gar keinen Dunst mehr haben. 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