{"id":482,"date":"2022-03-10T16:00:24","date_gmt":"2022-03-10T16:00:24","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=482","title":{"rendered":"The Cruel King and the Great Hero"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/85033.jpg\" alt=\"Bild 85033\" style=\"float: right;\">Wie ist das so, wenn man unter der Obhut eines Drachen aufw\u00e4chst? Und nicht nur irgendeines Drachens, sondern des Drachenk\u00f6nigs, der \u00fcber eine ganze Schar von Monstern herrscht? Und um die ganze Sache noch komplizierter zu machen: Was wenn ihr selbst die Tochter eines legend\u00e4ren Helden w\u00e4rt? Das ist die Lage, mit der sich <b>The Cruel King and the Great Hero<\/B> besch\u00e4ftigt \u2013 ein beschauliches kleines Rollenspiel aus dem Hause Nippon Ichi, genauer gesagt der Leitung hinter <i>The Liar Princess and the Blind Prince<\/i>. Dies macht sich allem voran im Grafikstil bemerkbar, inhaltlich erwartet euch jedoch ein komplett eigenst\u00e4ndiges Abenteuer. <i>The Cruel King and the Great Hero<\/I> spinnt ein eigenes, unterhaltsames Garn, das mich schon nach wenigen Minuten verzauberte. Der Sicherheit halber: Ich versuche zwar, Spoiler nach bestem Gewissen zu vermeiden, da das Spiel jedoch insgesamt zu der k\u00fcrzeren Sorte geh\u00f6rt und manche mit m\u00f6glichst wenig Vorwissen einsteigen m\u00f6chten, kann sich eventuell das ein oder andere Detail noch in den folgenden Text gemogelt haben. Tiefgreifende Details aus der fortlaufenden Handlung verrate ich aber selbstverst\u00e4ndlich nicht.<\/p>\n<p><b>Kleine Heldin auf gro\u00dfer Reise<\/b><br \/>\nYuu hei\u00dft das kleine M\u00e4dchen, das vom Drachenk\u00f6nig gro\u00dfgezogen wird. Durch Geschichten von Heldentaten ihres Vaters angetrieben m\u00f6chte auch Yuu zur gro\u00dfen Heldin werden \u2013 ein Vorhaben, das Papa Drache sogar unterst\u00fctzt. Und so darf sie sich eines Tages gewappnet mit einem Topf als Helm und einem Stock als Schwert aufmachen, um erstmals ganz allein bis zum Dorf der Monster im Zentrum der erkennbaren Welt zu reisen. Spielerisch verl\u00e4uft die Reise dabei eing\u00e4ngig und simpel: Die Weltkarte ist in mehrere gradlinige R\u00e4ume aufgeteilt, durch die ihr euch entweder langsamen Schrittes oder \u2013 wenn entweder die Gegend sicher oder Yuu bedeutend st\u00e4rker als die Gegner ist \u2013 fr\u00f6hlich laufend bewegt und hin und wieder Schatztruhen \u00f6ffnet oder kleine Seitenpfade erkundet. Gelegentlich m\u00f6chten zum Fortschritt auch kleinere Aufgaben erledigt werden, bevor ihr weiterziehen d\u00fcrft. Um etwa einen heftigen Wintersturm zu \u00fcberstehen, ben\u00f6tigt ihr zun\u00e4chst etwas, um euch warmzuhalten. Dank eines guten Questlogs und deutlicher Fortschrittsmarker auf der Weltkarte verlief ich mich auf meiner Reise jedoch praktisch nie. Trotzdem kann ich nicht leugnen, dass die Wanderung durch die Welt beizeiten schon mal etwas eint\u00f6nig wurde, weil man eben doch durch reichlich gleichartig aussehenden Korridore l\u00e4uft. Daher ist es auch nicht verkehrt, dass die Hauptgeschichte mit gut 10 bis 15 Stunden vergleichsweise kompakt f\u00fcr ein Rollenspiel ausf\u00e4llt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/85037.jpg\" alt=\"Bild 85037\" style=\"float: left;\">Damit ihr nicht ganz einschlaft, gibt es auf der Reise nat\u00fcrlich reichlich Feinde, die sich Yuu in den Weg stellen. Diese tauchen zuf\u00e4llig auf und werden in rundenbasierten K\u00e4mpfen in die Knie gezwungen. Yuu ist dabei \u00fcber weite Strecken mit einem Partner-Charakter wie dem kleinen Fuchskind Rocky unterwegs, Aktionen beider Akteure m\u00fcssen zu Beginn einer jeden Runde eingegeben werden. Danach bestimmt der Geschwindigkeitswert aller Teilnehmer, in welcher Reihenfolge angegriffen wird. Bestimmte Man\u00f6ver wie Yuus Sturmhieb erlauben es euch, schneller zum Zuge zu kommen, andere sind wiederum gegen Gruppen in gewissen Aufstellungen effektiv. Fl\u00e4chenangriffe mit unterschiedlichen Trefferzonen gibt es n\u00e4mlich auch. Und bei all dem muss bedacht werden, dass Yuu und ihre Begleiter nur \u00fcber begrenzte Ausdauer f\u00fcr Spezialangriffe verf\u00fcgen, die sich erst \u00fcber mehrere Runden hinweg wieder aufladen muss, bevor sie ihre m\u00e4chtigsten Angriffe erneut entfesseln d\u00fcrfen. Dadurch wurden mir die K\u00e4mpfe nie langweilig, auch wenn sich mit der Zeit nat\u00fcrlich ein gewisser Rhythmus einstellt. Doch sitzt der erst einmal, kommt pl\u00f6tzlich eine neue Feindgruppierung, f\u00fcr die man wieder umdenken muss. Lediglich die Bossgefechte zogen sich f\u00fcr meinen Geschmack teilweise etwas zu sehr, doch das ist ein verkraftbares Manko. Vom Schwierigkeitsgrad her bleibt <i>The Cruel King and the Great Hero<\/i> zudem eher einsteigerfreundlich.<\/p>\n<p><b>Helfen ist der Heldin Pflicht<\/b><br \/>\n\u00dcbrigens braucht ihr euch angesichts der \u00fcberschaubaren Spielzeit f\u00fcr die Geschichte nicht darum sorgen, dass wenig an dem Rollenspiel dran ist. Genretypisch gibt es mehrere Nebenquests, hier \u201eYuus gute Taten\u201c genannt, in denen ihr den freundlicher gesinnten Monstern der Welt aushelft. An einer Stelle fragt ein Weberp\u00e4rchen nach geeignetem Material, anderorts m\u00f6chte ein Gourmet mit seltenen K\u00f6stlichkeiten versorgt werden, wieder andere Aufgaben spannen einen ambitionierten Erfinder ein. Dabei handelt es sich im Prinzip \u201enur\u201c um die \u00fcblichen Sammelaufgaben, wie man sie von zig RPGs bereits kennt, doch sie geben euch weitere Einblicke in das Leben der Bev\u00f6lkerung \u2013 und das nicht nur im zentralen Dorf, sondern auch in anderen Ecken der Welt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/85034.jpg\" alt=\"Bild 85034\" style=\"float: right;\">Am meisten begeisterte mich bei <i>The Cruel King and the Great Hero<\/i> jedoch zweifelsohne die Atmosph\u00e4re. Das Rollenspiel wird wie ein spielbares M\u00e4rchen erz\u00e4hlt, komplett mit einer sanften Erz\u00e4hlstimme, die sich bei wichtigen Ereignissen zu Wort meldet. Besagte Zwischensequenzen erinnern ebenfalls an M\u00e4rchenb\u00fccher und erscheinen manchmal als vollst\u00e4ndig kolorierte Standbilder, manchmal aber auch als gr\u00f6bere Skizzen \u2013 in jedem Fall aber stets zur aktuellen Lage passend. Der gezeichnet wirkende Stil \u00fcbertr\u00e4gt sich nat\u00fcrlich auch in die eigentlichen Gameplay-Abschnitte, die mit massig Umgebungsdetails aufwarten und trotz ihrer leider abwechslungsarmen Varianten innerhalb eines Gebiets wundersch\u00f6n anzusehen sind. Ein Detail, in das ich mich sofort verliebt habe: Auch wenn Yuu allein durch die Welt ziehen soll, kann Papa Drache seine Sorge nicht ganz absch\u00fctteln und begleitet seine Ziehtochter im Hintergrund. F\u00fcr bestimmte Aktionen wie beispielsweise Yuus Feuerschwert-Attacke hilft der K\u00f6nig sogar aktiv aus, ohne dass die Kleine etwas merkt. Dabei ging mir regelrecht das Herz auf. Schade ist bei all der Lieblichkeit nat\u00fcrlich, dass sich das Spiel zwar stilistisch mitunter an ein j\u00fcngeres Publikum richtet, jedoch nur englische Texte zu gelegentlicher japanischer Sprachausgabe bietet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie ist das so, wenn man unter der Obhut eines Drachen aufw\u00e4chst? 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