{"id":462,"date":"2021-08-23T12:00:00","date_gmt":"2021-08-23T12:00:00","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=462","title":{"rendered":"art of rally"},"content":{"rendered":"<p>Nach <i>Absolute Drift<\/i> hat das kanadische Entwicklerstudio Funselektor k\u00fcrzlich ihr n\u00e4chstes k\u00fcnstlerisches Fahrspiel mit dem passendem Namen <b>art of rally<\/b> auch auf die ersten Konsolen gebracht, wovon die Switch nicht verschont blieb. Dieses mal wird eine Rallye-Simulation im Low-Poly-Look versprochen, mit einer Fahrphysik die nicht vollkommen realistisch aber auch nicht arcadelastig ist. Nachdem ich die vielversprechenden Gameplay-Ausschnitte von <i>art of rally<\/i> in Nintendos Indie World-Pr\u00e4sentationen sah, wollte ich es mir nicht nehmen lassen zu testen, wie sich diese Behauptungen auf der Switch halten.<\/p>\n<p><b>\u201eGentlemen, a short view back to the past\u201d<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/84583.jpg\" alt=\"Bild 84583\" style=\"float: left;\">Das Spiel beginnt mit einer riesigen Buddha-Statue, welche die Entstehungsgeschichte des Rallye-Sports erkl\u00e4rt. Dass die ber\u00fcchtigte \u201eGruppe B\u201d als das goldene Zeitalter gilt und wir uns in einer Parallelwelt befinden in der die Gruppe B nicht wegen ihrer Gef\u00e4hrlichkeit eingestampft, sondern stattdessen mit der Gruppe A und S auf ein neues Extrem gehoben wurde. Wir d\u00fcrfen diese ber\u00fcchtigten Jahre nun selbst erleben und uns nacheinander von 1967 bis 1996 durch die Fahrzeuggruppen schlagen. Um nicht direkt ins kalte Wasser geworfen zu werden, darf man sich in der freien Fahrt an die Fahrphysik antasten, bevor es an die Saisons geht. W\u00e4hrend man sich dabei an die verschiedenen Bodenbel\u00e4ge und Kurvenlayouts eingew\u00f6hnt, lassen sich nebenbei noch Collectibles wie Kassetten, Aussichtspunkte und Buchstaben einsammeln. Abseits der Stra\u00dfen befinden sich, wie man es aus echten Rallye-Videos kennt, Zuschauer, die gerne auch auf die Stra\u00dfe rennen um m\u00f6glichst nah am Auto zu sein. Ein kleines Detail, das definitiv zum Feeling beitr\u00e4gt. Kommen wir aber zum Eingemachten: Das Fahrverhalten und die Rallies.<\/p>\n<p><b>Eine Lernkurve, steiler als Beschleunigungskurven der Gruppe B<\/b><br \/>\nZun\u00e4chst einmal kann man getrost sagen, dass die Steuerung schon mal technisch gut funktioniert. Das Handling ist sch\u00f6n responsiv wie es sich geh\u00f6rt, sodass man nicht mit der Steuerung sondern mit dem Auto selbst zu k\u00e4mpfen hat.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/84589.jpg\" alt=\"Bild 84589\" style=\"float: right;\">Der ehemalige Formel 1-Pilot Mario Andretti sagte einst: \u201eWenn Sie glauben alles unter Kontrolle zu haben, dann fahren Sie noch nicht schnell genug.\u201c Im Kontext von <i>art of rally<\/i> hat man damit ein Dilemma, denn Kontrolle bedeutet hier alles. Das Fahrverhalten der Fahrzeuge ist eher von realistischer Natur, was bei dieser Art von Vehikeln selbstverst\u00e4ndlich viel Pr\u00e4zision verlangt. Wenn man einfach getrost voll in die Pedale tritt, findet man sich \u00f6fter neben der Strecke oder in einem Baum als auf dem Feldweg, da die Autos grunds\u00e4tzlich dazu neigen heftig zu \u00fcbersteuern, was auch als \u201eFishtailing\u201d bezeichnet wird. Auf der Switch hat man hier leider besonders schlechte Karten, da man mit nicht-analogen Schultertasten keine andere Wahl hat als Vollgas. Um dem ein wenig entgegenzuwirken gibt es einige Einstellungsm\u00f6glichkeiten. Diese sollte am besten jeder f\u00fcr seine Vorlieben anpassen. Nachdem ich selbst alle Einstellungen inklusive manuelle Gangschaltung \u00fcber mehrere Etappen hinweg durchprobiert habe, konnte ich bis zum Schluss kein perfektes Setup finden, welches mir erlaubt entweder durch Kurven zu kommen ohne dass die Stabilit\u00e4tskontrolle mich nach eingeleitetem Drift nach au\u00dfen zieht oder beim Kurvenausgang in die andere Richtung schie\u00dfen will. So zu fahren, wie es in den Trailern gezeigt wurde, habe ich kaum geschafft.<\/p>\n<p>Hinzu kommt, dass sich jedes Auto anders verh\u00e4lt. Hier w\u00e4re es bei der Fahrzeugwahl praktisch gewesen wenn es einen zus\u00e4tzlichen Hinweistext f\u00fcr den Fahrstil wie zum Beispiel \u201eGrip\u201d oder \u201eDrift\u201d g\u00e4be, auch wenn man dies wom\u00f6glich aus den vorhanden Eigenschaften wie die Antriebsart herauslesen k\u00f6nnte. Die Fahrzeugauswahl ist \u00fcbrigens recht \u00fcppig mit Klassikern des Sports ausgestattet, die trotz anderer Namen und dem Grafikstil eindeutig wiedererkennbar sind. Die verschiedenen Lackierungen und humorvollen Beschreibungstexte geben dem ganzen noch den letzten Schliff.<\/p>\n<p>Die Rallies selbst gestalten sich als Zeitrennen mit limitierten Neustarts. Reifen an Reifen-Action wird man wie es beim Rallye typisch ist hier nicht finden. Was eher st\u00f6rt, ist, auch wenn es f\u00fcr Rallye-Spiele normal ist, dass man erst am Ende einer Etappe erf\u00e4hrt, wie gut man in der Zeit steht, anstatt vorher zu wissen welche Zeit es zu schlagen gilt. CPU-Gegner, die als Geister mitfahren, sind nicht dabei und auch Checkpoints innerhalb der Strecke, die einem die aktuelle Platzierung anzeigen k\u00f6nnten, sind nicht vorhanden. Das hat f\u00fcr mich zugegebenerma\u00dfen einiges an Action herausgenommen. Mit dem einstellbaren Schwierigkeitsgrad bestimmt man also eher nur, wie sehr man ein Erfolgserlebnis braucht. F\u00fcr reines Zeitfahren gibt es die entsprechende Auswahl im Hauptmen\u00fc (dort auch mit Geistern). Das Fehlen von Checkpoints oder einem Zur\u00fcckspul-System, wie es inzwischen schon Standard im Genre ist, macht die Schwierigkeitskurve nochmal steiler, wie ich finde. Die Folge davon war, dass ich nicht das Limit des Autos auszureizen versuchte, sondern lieber sch\u00f6n sicher fuhr indem ich \u00f6fter als vermutlich n\u00f6tig bremste.<\/p>\n<p><b>\u201eart\u201d of rally<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/84590.jpg\" alt=\"Bild 84590\" style=\"float: left;\">Wer <i>art of rally<\/i> schon in Trailern und dem PC sah, wird sich bei der Switch-Version die Augen reiben. Diese wurde grafisch n\u00e4mlich extrem \u00fcbel mitgenommen und sieht ganz anders als auf anderen Plattformen aus. Selbst die niedrigsten Grafikeinstellungen am PC haben da deutlich mehr Detail zu bieten. Objekte wie B\u00e4ume und Schatten ploppen niedrig aufgel\u00f6st und sehr auff\u00e4llig ins Bild. Gras und Geb\u00fcsch existiert nicht und selbst Regentropfen wurden weggespart, geschweige denn Rauchspuren. Hinzu kommt leider auch, dass die Version von Ladezeiten geplagt ist, die so lang sind, dass man Texte mit Tips h\u00e4tte einf\u00fcgen k\u00f6nnen. Immerhin ist die Performance weitestgehend mit 30 Bildern pro Sekunde stabil. Dar\u00fcber hinaus kann ich auch den Foto-Modus anpreisen, der zwar keine extravaganten Filter beinhaltet aber daf\u00fcr einiges an Freiheit mit der Kamera erlaubt, womit der ein oder andere interessante Schnappschuss gelingt. Zuletzt muss ich noch ein paar Worte \u00fcber den Soundtrack verlieren. Zugegeben dachte ich zuerst dass die Synthwave-Musik sich hart mit dem l\u00e4ndlichen Setting bei\u00dft, aber die St\u00fccke knallen f\u00fcr sich schon so gut rein, dass es mir dann doch nichts mehr ausgemacht hat. Die Playlist speichere ich mir definitiv ab.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach Absolute Drift hat das kanadische Entwicklerstudio Funselektor k\u00fcrzlich ihr n\u00e4chstes k\u00fcnstlerisches Fahrspiel mit dem passendem Namen art of rally auch auf die ersten Konsolen gebracht, wovon die Switch nicht verschont blieb. Dieses mal wird eine Rallye-Simulation im Low-Poly-Look versprochen, mit einer Fahrphysik die nicht vollkommen realistisch aber auch nicht arcadelastig ist. 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