{"id":461,"date":"2021-08-03T10:00:25","date_gmt":"2021-08-03T10:00:25","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=461","title":{"rendered":"Spiritfarer"},"content":{"rendered":"<p>Was macht man eigentlich so, wenn man Menschen auf dem letzten Pfad ihres Lebens begleitet? Damit meine ich nicht das Schicksal von Personen, die im Sterben liegen, sondern die Seelen derjenigen, die j\u00fcngst verstorben sind. In <b>Spiritfarer<\/b> d\u00fcrft ihr euch genau an diesem Berufszweig der Zwischenwelt versuchen. Das Team von Thunder Lotus begeistert bereits seit vergangenem Jahr zahlreiche Spieler mit der faszinierenden Geschichte \u00fcber das Nachleben und nun wurde j\u00fcngst sogar eine Einzelhandelsausgabe auf Modul nachgeliefert. F\u00fcr mich war das Grund genug, selbst als Seelenf\u00e4hrmann ins Boot zu steigen und zu schauen, ob das Leben auf dem Meer der Toten auch etwas f\u00fcr mich ist.<\/p>\n<p><b>Mein erster Tag im neuen Job<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/84555.jpg\" alt=\"Bild 84555\" style=\"float: right;\">Wobei \u201eich\u201c direkt nat\u00fcrlich nicht die Hauptfigur bin. Das ist Stella, die mitsamt ihrer Katze Daffodil am Boote Charons erwacht. Der altgediente F\u00e4hrmann geht in seinen wohlverdienten Ruhestand und \u00fcberl\u00e4sst der jungen Dame nun das Ruder \u2013 dies aber leider nur im \u00fcbertragenen Sinne, tats\u00e4chlich muss sie sich zun\u00e4chst ein eigenes Schiff beschaffen, das sich gl\u00fccklicherweise mitsamt einer ersten verlorenen Seele auf einer nahen Insel findet. Ein wenig Aufr\u00e4umarbeit und einen Besuch beim \u00f6rtlichen Schiffsbauer sp\u00e4ter ist der Kahn auch wieder in Schuss, sodass die Reise hochoffiziell beginnen kann. Gwen, die zuvor erw\u00e4hnte verlorene Seele, stellt sich dabei als alte Freundin von Stella heraus und f\u00fchrt die frischgebackene Seelenf\u00e4hrfrau an ihren neuen Alltag heran \u2013 von der Navigation \u00fcber die Rohstoffbeschaffung bis hin zum Ausbau des Bootes sowie der Beziehungspflege mit anderen reisebed\u00fcrftigen Toten.<\/p>\n<p>Nach ein paar weiteren Einleitungsaufgaben seid ihr dabei im Prinzip vollkommen auf euch allein gestellt. In der Kapit\u00e4nskaj\u00fcte bestimmt ihr euer n\u00e4chstes Reiseziel, auf das der Kahn direkt zuschippert. Symbole und andere Markierungen weisen dabei auf m\u00f6gliche Ereignisse hin, die auch mal als Minigame enden: So k\u00f6nnt ihr beispielsweise auf einen Schwarm Quallen treffen und von diesen Gelee und als Geldmittel fungierende Glims gewinnen oder w\u00e4hrend eines Gewitters Blitze in Flaschen abf\u00fcllen. All dies erfordert von euch geschicktes H\u00fcpfen an Deck, wobei eure zuvor platzierten Bauten \u2013 dazu sp\u00e4ter mehr \u2013 als Plattformen dienen. Abseits davon gibt es nat\u00fcrlich noch eine Hand voll Besch\u00e4ftigungsm\u00f6glichkeiten, um die Reisezeit zum Ziel, die sich erst im Spielverlauf durch Upgrades und Schnellreisebushaltestellen verk\u00fcrzen l\u00e4sst, zumindest produktiv zu nutzen. Sei es der Anbau von Gem\u00fcse, das Flechten von Garn oder auch einfach eine entspannte Angelrunde am Heck: An Abwechslung mangelt es nicht. Wenn man von allem w\u00e4hrend der Reise ein wenig macht, kommt man zudem erstaunlich selten in die Bedr\u00e4ngnis, mal f\u00fcr die Hauptaufgabe notwendige Gegenst\u00e4nde zu vermissen. Vorausgesetzt nat\u00fcrlich, man ist auch bei den Erkundungen flei\u00dfig. Diverse Rohstoffe m\u00fcssen nicht selten erst auf unterschiedlichen Inseln abgebaut oder erworben werden und vielerorts kommt ihr erst weiter, wenn ihr entweder Stellas F\u00e4higkeiten an Schreinen erweitert oder euer Schiff aufger\u00fcstet habt. Allein der stetige Warenkreislauf, mitsamt erg\u00e4nzender aus Schiffswracks hebbarer Sch\u00e4tze und anderen Nettigkeiten, sorgt bereits f\u00fcr einen ungemein sogartigen Spielfluss, dem ich mich schnell nur schwer entziehen konnte.<\/p>\n<p><b>Das leitende Licht der Toten<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/84567.jpg\" alt=\"Bild 84567\" style=\"float: left;\">Aber Stella ist nicht hier, um die lokale Wirtschaft anzukurbeln, sondern soll verlorene Seelen eskortieren. Diese besonderen Geister, die vor der Rekrutierung immer klar durch eine schemenhafte Gestalt anstelle generischen Nebels \u00fcber ihren K\u00f6pfen auffallen, sind quer \u00fcber die Spielwelt verteilt und tragen jeweils ihr eigenes P\u00e4ckchen. Egal ob die freundliche Freundin Gwen, der lebenslustige Onkel Atul oder die engagierte Arbeiterin Astrid \u2013 jede rekrutierbare Figur hat eine eigene Questreihe, w\u00e4hrend derer ihr mehr \u00fcber die jeweiligen Personen, ihr Leben und ihre Leiden erfahrt. Ein guter Teil davon hat sogar direkt mit Stella selbst zu tun und offenbart auf diese Weise auch einiges \u00fcber die Protagonistin, die selbst kein f\u00fcr euch vernehmbares Wort zu sprechen scheint. Klar laufen die Auftr\u00e4ge selbst in der Regel auf einfache Lieferdienste oder M\u00e4rsche zu gewissen Punkten auf der Karte hinaus, doch die Geschichte verkn\u00fcpft alles derma\u00dfen gekonnt, dass ich die Strapazen gern auf mich genommen habe. Entsprechend schwer wiegt dann nat\u00fcrlich der unweigerlicher Abschied, wenn alles erledigt ist und die Seele zur Immerpforte und damit dem Ende der Reise begleitet werden m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Bis dahin d\u00fcrft ihr aber daf\u00fcr sorgen, dass sich eure Besatzung auch wohlf\u00fchlt. Dazu geh\u00f6rt zum einen das leibliche Wohl: Jeden Morgen will die Meute mit der Schiffsglocke geweckt werden, als weitere Stimmungsbooster dienen zudem diverse kochbare Gerichte und auch eine einfache herzliche Umarmung. Bei entsprechend guter Laune belohnen euch eure Geisterfreunde gelegentlich sogar mit kleinen Geschenken in Form von Materialien. Auf der anderen Seite will nat\u00fcrlich auch das Schiff entsprechend eingerichtet werden: Zun\u00e4chst kommen Neulinge in der Regel in einer Art G\u00e4stezimmer unter, sp\u00e4ter w\u00fcnschen sie sich eigene vier W\u00e4nde, die sich zudem noch mit vorgegebenen Zusatzm\u00f6beln aufr\u00fcsten lassen. Wenn ihr jetzt noch bedenkt, dass andere Einrichtungen wie eine Komb\u00fcse, Schmiede oder Gartenanlagen ebenfalls auf dem Kahn Platz finden m\u00fcssen, k\u00f6nnt ihr euch sicherlich vorstellen, welch puzzleartige Z\u00fcge das mit der Zeit annehmen kann \u2013 der Platz ist n\u00e4mlich je nach Aufr\u00fcstungsstufe des Schiffs beschr\u00e4nkt. Gl\u00fccklicherweise lassen sich bereits platzierte Einrichtungen jederzeit unkompliziert verschieben, was den Frust immens mindert. Und wenn es wirklich sein muss, k\u00f6nnen die Bauten notfalls auch komplett abgerissen werden.<\/p>\n<p><b>Spielbarer Zeichentrick<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/84564.jpg\" alt=\"Bild 84564\" style=\"float: right;\"><i>Spiritfarer<\/i> \u00fcberzeugt nicht nur auf spielerischer Ebene, sondern auch in der Technik. Die handgezeichnet wirkenden Charaktere und Umgebungen sind schlichtweg eine Augenweide, die Animationen ein Gedicht. Allein die vielen einzigartigen Umarmungsreaktionen der Geister sorgen f\u00fcr ein wohlig warmes Gef\u00fchl, aber auch die Tatsache, dass alle Aktionen mit Stellas Katze Daffodil im lokalen Koop-Modus funktionieren \u2013 mitsamt passender Animationen \u2013 wertet die Optik ungemein auf. Da ist es umso bedauernswerter, dass diverse Details auf dem kleinen Display der Switch bzw. Switch Lite nat\u00fcrlich schwer sichtbar werden. Ferner gibt es manche Ingame-Briefe, die sich aufgrund des extrem kleinen Fonts nur schwer lesen lassen. Daf\u00fcr l\u00e4uft die Seelenreise immerhin stabil und fl\u00fcssig. Und selbstverst\u00e4ndlich sei an dieser Stelle auch nicht die wundersch\u00f6ne musikalische Untermalung vergessen. Nicht selten begleiten euch beruhigende, atmosph\u00e4rische Kl\u00e4nge, welche die allgemeine Grundstimmung des Geistermeeres hervorragend unterstreichen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was macht man eigentlich so, wenn man Menschen auf dem letzten Pfad ihres Lebens begleitet? Damit meine ich nicht das Schicksal von Personen, die im Sterben liegen, sondern die Seelen derjenigen, die j\u00fcngst verstorben sind. In Spiritfarer d\u00fcrft ihr euch genau an diesem Berufszweig der Zwischenwelt versuchen. 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