{"id":450,"date":"2021-06-23T19:45:59","date_gmt":"2021-06-23T19:45:59","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=450","title":{"rendered":"SnowRunner"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/84369.jpg\" alt=\"Bild 84369\" style=\"float: right;\">Simulationen sind toll. Nach einem stressigen Arbeitstag gibt es doch nichts Sch\u00f6neres, als sich direkt in den n\u00e4chsten virtuellen Job zu st\u00fcrzen. Die seltsame Faszination von virtueller Arbeit ist dabei nicht zu untersch\u00e4tzen, so krude es auch klingen mag. Die Community w\u00e4chst n\u00e4mlich schon seit Jahren rasant an. W\u00e4hrend Platzhirsche wie der <i>Landwirtschaftssimulator<\/i> eher Wert auf Realismus legen, simuliert <b>SnowRunner<\/b> das, nun ja, Steckenbleiben im Schnee und Matsch. Was im echten Leben ein extrem leidiger Umstand w\u00e4re, macht in Spielform aber unter Umst\u00e4nden einen Heidenspa\u00df. Warum das so ist, und welche Voraussetzungen man mitbringen muss, dass erfahrt ihr im folgenden Test.<\/p>\n<p><b>\u00dcberschwemmtes Michigan<\/b><br \/>\nSoviel vorweg: Voraussetzungen braucht man keine. Es hilft aber, bestimmte Dinge \u00fcber Lastkraftwagen, deren Physik und Funktionsweise zu kennen. Das Wichtigste gibt einem das Spiel aber auch \u00fcber Tipps w\u00e4hrend der Fahrt mit auf den Weg. Die Schrift kann dabei teils ganz sch\u00f6n klein ausfallen. Dankenswerterweise bauten die Entwickler aber eine Art Lupenfunktion ein. Einmal auf die zu lesende Stelle getippt, erscheint dort f\u00fcr ein paar Sekunden der Bildschirminhalt in gezoomter Form. Im Dock schaut man als Blindschleiche jedoch in die R\u00f6hre, die Schrift l\u00e4sst sich n\u00e4mlich leider nicht vern\u00fcnftig skalieren.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/84363.jpg\" alt=\"Bild 84363\" style=\"float: left;\">Man startet als Frischling im beschaulichen Black River im Bundesstaat Michigan in den USA mit seinem ersten Wagen und f\u00e4hrt zun\u00e4chst kleinere Auftr\u00e4ge. Relativ flott wird aber klar, dass das Spiel gnadenlos ist wenn es um das Terrain geht. Alles abseits der befestigten Wege ist n\u00e4mlich potenziell das Ende der Route. W\u00e4hrend kleine Pf\u00fctzen und flache Fl\u00fcsse mit Kiesbett noch zu bew\u00e4ltigen sind, stellen die Gr\u00fcnfl\u00e4chen und Waldwege des \u00fcberschwemmten Gebietes ein viel gr\u00f6\u00dferes Problem dar. Oft f\u00fchrt aber kein Weg drum herum, wenn man seine kostbare Fracht f\u00fcr die zahlreichen Missionen von A nach B bringen muss. Grunds\u00e4tzlich muss man sich immer vorab dreimal \u00fcberlegen, ob man ein Terrain befahren will oder nicht und seine Route \u00fcber die detaillierte Weltkarte gewissenhaft mithilfe setzbarer Checkpoints planen.<\/p>\n<p><b>Fahr doch endlich!<\/b><br \/>\nFr\u00fcher oder sp\u00e4ter erwischt es einen dann aber doch mal. Man f\u00e4hrt mit einem LKW voll beladen mit Ziegeln zur \u00f6rtlichen Farm, deren Einfahrt aber derma\u00dfen aufgeweicht ist, dass die Reifen abrupt durchdrehen. Nun steht man da, mit einem Einsteigertruck ohne Spielereien die einem aus der Patsche helfen k\u00f6nnten, also ab zur\u00fcck in die Werkstatt. Steckt man fest, kann man n\u00e4mlich entweder versuchen sich mit einem anderen Vehikel aus der Patsche zu helfen oder von einem anderen Spieler helfen zu lassen, oder man l\u00e4sst sein Wrack kostenfrei bergen. N\u00e4chster Anlauf! Diesmal etwas abseits der triefenden Fahrspuren, wo das wenige verbliebene Gr\u00fcn dem Schlamm halbwegs Struktur verschafft. Ein paar Meter weiter steckt der Wagen jedoch schon wieder fest. Zum Gl\u00fcck hat der LKW-Gott die Seilwinde erschaffen. Enterpunkt gesucht, etwa ein Baum oder Lampenpfahl, und schon ziehen wir uns selbst aus der Misere.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/84367.jpg\" alt=\"Bild 84367\" style=\"float: right;\">So hangelt man sich quasi stets von einer misslichen Lage in die N\u00e4chste. Sp\u00e4ter bekommt man gl\u00fccklicherweise nicht nur spezialisiertere und leistungsf\u00e4higere Fahrzeuge, sondern schaltet mit erh\u00f6htem Ranglevel auch neue Optionen wie Gel\u00e4ndereifen mit dickem Profil oder gewisse Getriebefunktionen frei. Ganz besonders ein Allradantrieb ist unerl\u00e4sslich f\u00fcr erfolgreiche Kurierfahrten in der Wildnis. Drehen sich beim traditionellen Hinterradantrieb nur die Hinterreifen, hat man beim Allrad wieder potenziell vier Punkte die Haftung suchen. Noch besser wird es mit gesperrtem Differential, das daf\u00fcr sorgt, dass alle R\u00e4der gleich schnell drehen. So gr\u00e4bt der Lastwagen sich nicht unn\u00f6tig ein und schiebt gleichm\u00e4\u00dfig voran. Aber auch Aspekte wie autonome Seilwinden mit eigener Batterie, die Tauchtiefe und Schnorchel, sowie die Federung spielen sp\u00e4ter noch eine Rolle. Als w\u00e4re das noch nicht genug, kommen noch etliche verschiedene Fahrzeugklassen wie Offroad-, Scout- oder Heavy Duty-Trucks dazu, die wiederum eigene Anh\u00e4nger mit Sattel- oder normaler Anh\u00e4ngerkupplung aufnehmen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das Gameplay an sich ist durch das komplexe und verworrene Terrain sowie die Vielfalt an Hilfsmitteln schon extrem komplex und schwer zu meistern. Dann gibt es aber auch noch ganz andere Herausforderungen \u00fcber normale Lieferungen hinaus. So muss man beispielsweise mal hier einen versunkenen Truck aus dem Sumpf bergen, meterlange Holzst\u00e4mme schlammige H\u00fcgel hochhieven, einen riesigen Bohrer f\u00fcr \u00d6lbohrungen transportieren, oder mit dem Bordkran verlorengegangene Pakete bergen. Langweilig wird es in <i>SnowRunner<\/i> nie, so viel steht mal fest. Noch viel faszinierender ist der Umstand, dass diese Art von Spiel einen einzigartigen Mix aus Entspannung und Existenz\u00e4ngsten erzeugt. Zieht man 100 Tonnen G\u00fcter hinter sich her, und sieht rechts von sich nichts als Steilhang und das Auto kippt auch nur einen Mikrometer zur Seite, kann einem als Fahrer schon mal ein \u00e4ngstliches Quieken rauskriechen. F\u00e4hrt man hingegen vertraute Routen mit hochspezialisierten Offroad-Trucks, kommt man schon fast in einen meditativen Zustand.<\/p>\n<p><b>Inhalt ohne Ende<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/84366.jpg\" alt=\"Bild 84366\" style=\"float: left;\">Versteht mich nicht falsch, das Gameplay mag komplex sein, ja. Die Abl\u00e4ufe werden aber freilich irgendwann dr\u00f6ger und Missionen etwas repetitiv. Hier schaffte man jedoch Abhilfe, indem einfach derma\u00dfen viel Content ver\u00f6ffentlicht wurde (und noch wird), dass es schon fast be\u00e4ngstigend ist. Mal so als Beispiel: In der ersten Region Michigan mit ihren vier Unterkarten mit etlichen Quadratkilometern verbrachte ich f\u00fcr die reine Komplettierung des ersten Teilgebietes locker 20 Spielstunden. Das mal vier gerechnet und ich w\u00e4re vermutlich mit Michigan durch. Dar\u00fcber hinaus bietet das Basisspiel noch eine Region in Alaska, die durch Schnee und Eis ganz neue Gefahren mit sich bringt, sowie eine russische Karte mit \u00fcppigen W\u00e4ldern, wurzligen Pfaden und schwindelerregenden Bergwegen. Das alles besch\u00e4ftigt je nach F\u00e4higkeiten der Spieler locker an die 100 Stunden oder dar\u00fcber hinaus.<\/p>\n<p>Dann gibt es da allerdings noch die Jahresp\u00e4sse. Das erste Jahr an Erweiterungen ist bereits durch und bringt neben neuen Vehikeln auch wieder zus\u00e4tzliche Karten mit. Im Year 2-Pass geht das Ganze noch weiter. Die Erweiterung habe ich zwar noch nicht getestet, allerdings ist die Option f\u00fcr hunderte Stunden Besch\u00e4ftigung f\u00fcr Enthusiasten sicher ziemlich anregend.<\/p>\n<p><b>Die Technik<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/84368.jpg\" alt=\"Bild 84368\" style=\"float: right;\">Wie immer ist die Switch-Version nat\u00fcrlich die Schw\u00e4chste im Kader. Wer wie ich schon <i>SnowRunner<\/i> auf dem PC gespielt hat, oder j\u00fcngst im GamePass auf der Xbox Series X, der muss sich schon echt zusammenrei\u00dfen beim Wechsel auf die Switch. Die einst so detaillierte und pr\u00e4chtige Optik geht g\u00e4nzlich fl\u00f6ten. Schuld daran sind die \u00fcblichen Verd\u00e4chtigen wie eine stark reduzierte Aufl\u00f6sung, bei der aber immerhin fast immer Bildraten um die 30 FPS drin sind. Auch gelegentliche Abst\u00fcrze kommen vor, fallen aber nicht allzu schwer ins Gewicht. Die Grundstimmung der Gebiete kommt nach wie vor gut r\u00fcber, man muss sich aber halt erstmal an die neue Optik gew\u00f6hnen. Die wohl wichtigsten Elemente, die Physik und Schlamm-Mechanik, wurden aber 1:1 transportiert und funktionieren unterwegs genauso gut wie am heimischen Highend-Ger\u00e4t. Etwas st\u00f6render sind da die sporadisch auftretenden Soundbugs. Mal verschwinden Motoren- oder Umgebungsger\u00e4usche g\u00e4nzlich, aber nie in Kombination, was f\u00fcr unwirkliche Klangkulissen sorgt. Einen Ladebildschirm sp\u00e4ter sind die Bugs aber auch wieder weg. Auch werden manche Motorenger\u00e4usche im Stand in ganz merkw\u00fcrdigen Schleifen abgespielt, wohingegen diese w\u00e4hrend der Fahrt wieder vollkommen originalgetreu klingen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Simulationen sind toll. Nach einem stressigen Arbeitstag gibt es doch nichts Sch\u00f6neres, als sich direkt in den n\u00e4chsten virtuellen Job zu st\u00fcrzen. 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