{"id":447,"date":"2021-06-27T18:00:32","date_gmt":"2021-06-27T18:00:32","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=447","title":{"rendered":"The Colonists"},"content":{"rendered":"<p><b>The Colonists<\/b> m\u00f6chte gerne ein Aufbaumix aus der <i>Anno<\/i>&#8211; und <i>Die Siedler<\/i>-Reihe sein und tats\u00e4chlich bringt der Entwickler Richard Wallis als Codebyfire einige Elemente aus <i>Anno<\/i>, wie die verschiedenen Bed\u00fcrfnisse und Stufen der Inselbewohner, und aus <i>Die Siedler<\/i>, wie das Wegesystem aus dem Anfang der Serie, zusammen. Die alles entscheidende Frage lautet nun: Kann das gut gehen und erwartet uns gar das ultimative Aufbauspiel?<\/p>\n<p><b>Kleine Bots auf gro\u00dfer Reise<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/84268.jpg\" alt=\"Bild 84268\" style=\"float: right;\">Die Roboter, die dem Menschen seit jeher als Hilfskraft dienen, haben ihre Arbeit als Diener satt und krallten sich deshalb das n\u00e4chstbeste Raumschiff, um selbst ihr Gl\u00fcck in den Weiten des Universums zu suchen. Ungl\u00fccklicherweise haben sie menschliche Bed\u00fcrfnisse nach Nahrung und Unterkunft entwickelt und m\u00fcssen nun eine Kolonie auf einem fremden Planeten gr\u00fcnden. So beginnt jede Karte des Spiels mit der Landung des Kolonieschiffs, aus der sichtlich ersch\u00f6pfte Roboter rollen und mit der Kolonisierung beginnen. Das geparkte Schiff dient von da an als erste Ressourcenquelle, denn hier werden ab jetzt aus dem Nichts regelm\u00e4\u00dfig Energie und Holz produziert &#8211; eine kleine Hilfestellung um die ersten Gehversuche nicht gleich in einer Sackgasse enden zu lassen. Denn die beiden G\u00fcter werden dringend ben\u00f6tigt, um einerseits neue Geb\u00e4ude zu errichten und andererseits diese aktiv zu betreiben. Fehlt Holz, wird die Arbeit an der Baustelle bis zur Nachlieferung pausiert. Fehlt Energie, so wird die Produktion im Geb\u00e4ude selbst komplett eingestellt und erst wieder aufgenommen, wenn Nachschub angekommen ist. Und so liegt es am Spieler gleich zu Beginn eine effizientere Holz- und Energieversorgung aufzubauen, denn das Kolonieschiff produziert beides nur sehr langsam. Also werden die n\u00e4chstgelegenen B\u00e4ume vom Holzf\u00e4ller gef\u00e4llt und ein F\u00f6rster sorgt daf\u00fcr, dass uns diese auch nicht ausgehen. Doch eine rote Zahl am unteren linken Bildschirmrand verr\u00e4t: Mit diesem Energieverbrauch steht unsere neue Siedlung recht bald ohne Strom da! Also muss auch sofort das erste Wohnhaus gebaut werden, das in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden Energiecontainer produziert und damit die Arbeitbots anderer Geb\u00e4ude versorgt.<\/p>\n<p>Doch das reicht nicht aus, denn es tauchen weitere rote Zahlen in der Ressourcen\u00fcbersicht auf, schlie\u00dflich arbeitet auch das Wohnhaus nicht mit Luft und Liebe: Wasser und Nahrung verlangen die Roboter, damit sie die kostbare Energie herstellen. Also muss auch hierf\u00fcr eine entsprechende Produktion auf die Beine gestellt werden. Zum Gl\u00fcck bleibt diese recht simpel: F\u00fcr das n\u00f6tige Trinkwasser sorgt ein kleiner Brunnen und den Hunger bekommt eine Schafzucht mit integrierter Schlachterei gestillt. Doch die Tierchen brauchen artgerecht viel Platz, sodass direkt um das Geb\u00e4ude herum Felder ausgew\u00e4hlt werden m\u00fcssen, die k\u00fcnftig als Weideplatz blockiert sind. <i>Anno<\/i>-Spieler werden sich hierbei sofort an die regelm\u00e4\u00dfigen Tetrisspielchen erinnert f\u00fchlen, denn auch dort kam mit Produktionsgeb\u00e4uden diverses Beiwerk wie Felder mit, das in der N\u00e4he platziert werden musste. Der Transport der Ware l\u00e4uft wie in <i>Siedler<\/i> \u00fcber eine Kette von Tr\u00e4gern ab, die auf den Wegen stehen und die Ressourcen zwischen den Wegpunkten hin- und hertransportieren. Anders als in beiden genannten Spielen werden die einzelnen Ressourcen aber nicht in einen zentralen Kontor oder Markt geliefert, sondern verbleiben im Stra\u00dfennetz oder auf dem Sammelplatz des Produktionsgeb\u00e4udes bis sie irgendwo verwendet werden k\u00f6nnen. Das birgt einige neue Herausforderungen, die Aufbauspieler wahrscheinlich in dieser Form bisher noch nicht kannten.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/84266.jpg\" alt=\"Bild 84266\" style=\"float: left;\">Zur\u00fcck zu unserer Siedlung: F\u00fcr Holz und Energie ist endlich gesorgt, womit der Weg in die Schwerindustrie geebnet ist! Denn um weitere Technologien erforschen und weitere Geb\u00e4ude erbauen zu k\u00f6nnen, ben\u00f6tigen wir nicht nur eine Werkstatt, sondern auch Stein, der sowohl f\u00fcr den Aufbau des Forschungsgeb\u00e4udes als auch f\u00fcr die Erkundung neuer Technologien gebraucht wird. Also wird ein Tagebau in der N\u00e4he eines Steinhaufens platziert und mit gen\u00fcgend Energie auf Halde wird dort fr\u00f6hlich Stein geklopft. Mit entsprechendem Fortschritt im Technologiebaum kann ein weiteres Geb\u00e4ude des Bergbaus gebaut werden, n\u00e4mlich der Bergbauschacht. Dieser wird auf eine Erzader platziert und kann dann, im Gegensatz zu seinem \u00dcbertage-Pendant, unendliche Einheiten dieses Rohstoffs abbauen &#8211; sofern auch hier ausreichend Energie vorliegt. Doch es gibt einen Haken: Bestimmte Mineralien k\u00f6nnen erst abgebaut werden, wenn das Geb\u00e4ude ein h\u00f6heres Level erreicht hat. Diese Levelups m\u00fcssen nat\u00fcrlich zuerst erforscht werden und zwangsweise wird nach dem Upgrade auch h\u00f6herwertige Energie verlangt. <i>Anno<\/i>-Spieler werden hier eine Parallele zu den Siedlerstufen ziehen k\u00f6nnen, die ein besseres Wohnhaus sowie neue Annehmlichkeiten ben\u00f6tigen. Das Wohnhaus mit der Stufe 2 kann beispielsweise erst mit der Produktion von Energie der Stufe 2 anfangen, wenn Wasser und Nahrung, aber auch frischer Apfelsaft zur Verf\u00fcgung steht. Daf\u00fcr werden wieder zwei neue Geb\u00e4ude ben\u00f6tigt: Der Obstgarten und die Apfelpresse, die aus den \u00c4pfeln dann das fl\u00fcssige Gold herstellen. Ach ja, die B\u00e4ume m\u00fcssen vorher auch irgendwo wachsen, sodass etwas Platz f\u00fcr Apfelb\u00e4ume geschaffen werden muss. Nat\u00fcrlich darf sp\u00e4ter auch die Produktion von Brot nicht fehlen und f\u00fcr manche Forschung wird Papier und daraus hergestellte B\u00fccher bitter n\u00f6tig werden.<\/p>\n<p><b>Expansion und das Problem mit dem Milit\u00e4r<\/b><br \/>\nNeben einem Endlosmodus, in dem fr\u00f6hlich nach den eigenen Vorgaben gesiedelt werden darf, bietet der Titel auch eine Kampagne und verschiedene Herausforderungen, die sich auf die einzelnen Storymissionen beziehen. Die Level der Kampagne sind nach Komplexit\u00e4t gestaffelt und k\u00f6nnen erst gespielt werden, wenn das Vorherige abgeschlossen wurde. Dabei gilt es jeweils bestimmte Ziele auf der entsprechenden Karte zu erreichen. In der ersten Welt muss zum Beispiel ein kleines Monument aufgebaut werden, das die Produktivit\u00e4t der umgebenden Geb\u00e4ude steigert. In acht der 13 Missionen geht es tats\u00e4chlich ziemlich repetitiv nur um die Erbauung eines oder mehrere Monumente, die auch noch ein bestimmtes Level haben m\u00fcssen.Je nachdem in welcher Geschwindigkeit das Ziel erreicht wird, gibt es dann noch eine Auszeichnung in Bronze, Silber oder Gold. Allerdings geht es nicht immer friedlich zu: Die restlichen f\u00fcnf Missionen beinhalten sogenannte Kampfmerkmale, was einfach nur bedeutet, dass uns hier ein Kontrahent entgegensteht und mit uns um den sp\u00e4rlichen Platz wetteifert. Hier gilt es vor dem eigentlichen Start zwischen den Schwierigkeitsgraden \u201eGelegenheitsspieler\u201c, \u201eNormal\u201c und \u201eSchwer\u201c auszuw\u00e4hlen, was am Ende die Aggressivit\u00e4t des Gegners und die Geschwindigkeit der Bots bestimmt. Um aus diesen Missionen siegreich hervorzugehen, gilt es das feindliche Kolonieschiff zu besetzen. F\u00fcr die Expansion werden n\u00e4mlich \u00e4hnlich wie in <i>Die Siedler<\/i> T\u00fcrme ben\u00f6tigt, die nach Erbau- und Besetzung das umliegende Gebiet in das eigene Reich einverleibt und damit den potentiellen Bauplatz erweitert. Zu einem gewissen Teil kann man dem Gegner so schon viel Platz wegnehmen, doch der eigentliche Kampf findet \u00fcber die T\u00fcrme selbst statt: Sobald ein Turm auf Level 2 verbessert und mit Pfeilen versorgt wurde, kann dieser fremde T\u00fcrme beschie\u00dfen. Ab Level 3 ist sogar Kanonenbeschuss m\u00f6glich, was deutlich mehr Schaden anrichtet und eine h\u00f6here Reichweite gew\u00e4hrt. Sobald ein Turm alle Lebenspunkte verloren hat, wird der Gegenspieler der neue Eigent\u00fcmer und kann das eroberte Milit\u00e4rgeb\u00e4ude reparieren oder zerst\u00f6ren lassen. Kommt dabei das feindliche Kolonieschiff in Reichweite bzw. f\u00e4llt es in das eigene Gebiet, ist die Mission gewonnen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/84265.jpg\" alt=\"Bild 84265\" style=\"float: right;\">Und bei der Kampagne werden die Schw\u00e4chen des Spiels offensichtlich: Da der Titel nur die Kampagne und ein paar Herausforderungen sowie den Sandbox-Modus bieten, die sich beide aber auch auf die Kampagnenmissionen st\u00fctzen, sollte hier der meiste Spielspa\u00df stecken &#8211; was aber nicht der Fall ist. Die Kartenziele sind mit \u201eErobere das feindliche Kolonieschiff\u201c oder \u201eErrichte ein Monument mit Level X\u201c extrem repetitiv und etwas Neues bekommt man nur durch das Kartendesign geboten. Die Welten sind leider extrem schlauchig aufgebaut, sodass es am Startpunkt Stein und Holz gibt und die restlichen Ressourcen in der geforderten Reihenfolge nach und nach erkundet und erschlossen werden m\u00fcssen. Spannend wird es nur, wenn wir uns auf einer Insel befinden und die wichtigen Ressourcen \u00fcber Handelsschiffe zwischen den H\u00e4fen hin- und hertransportiert werden m\u00fcssen. Ich h\u00e4tte mir f\u00fcr den Sandbox-Modus dann eine Umsetzung wie in <i>Anno<\/i> gew\u00fcnscht, bei der mehrere CPU-Gegner und der Spieler selbst anfangs eine Insel ausw\u00e4hlen und sich dann St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck um die verbleibenden streiten. Leider ist aber auch das Milit\u00e4rsystem viel zu simpel gestaltet und kommt komplett ohne taktische Tiefe daher. Am Ende gilt: Wer am schnellsten in der Forschung vorankommt, steht mit dem besseren Turm da und kann den Gegner \u00fcberrollen. Hier h\u00e4tte man sich ruhig weiter von <i>Die Siedler<\/i> inspirieren lassen k\u00f6nnen, um zumindest ein Teil dieser Systeme zu adaptieren.<\/p>\n<p>Doch es fehlt auch noch an dem ein oder anderen wichtigen UI-Element: Es passiert recht oft, dass es scheinbar keinen Mangel an Ressourcen gibt und trotzdem ist die Produktivit\u00e4t im Keller, da einzelne Stra\u00dfen durch unwichtige Produktionsketten blockiert werden. Hier fehlt die Anzeige der blockierten Wege, die es zwar in der PC-Version gibt, aber nicht in die Switchfassung \u00fcbernommen wurde. Ansonsten hat die Portierung auch einige Bugs, die es auf den anderen Plattformen wohl nicht gibt. So wurde das Hauptmen\u00fc einmal nicht richtig geladen und ich hing noch im aktuellen Spiel fest. Oder das Spiel st\u00fcrzte unvermittelt ab, was dank des automatischen Speicherns zum Gl\u00fcck nicht so tragisch ausfiel. Auch \u00fcberlappen sich hier und da HUD-Elemente und es clippen Objekte ineinander, was aber nur visuell problematisch ist. Etwas nerviger ist dann doch die Framerate, die zwar nie ins Unspielbare f\u00e4llt, aber auch nie wirklich gl\u00e4nzen kann und die Tr\u00e4gheit bringt keinen wirklichen Spa\u00df. Den aus <i>Die Siedler<\/i> und <i>Anno<\/i> bekannten Wuselfaktor vermisse ich leider auch schmerzlichst, da die kleinen Robos beim Herauszoomen komplett ausgeblendet werden. Am Ende ist das wohl besser f\u00fcr die Technik der Switch, aber auch die kleinen Karten st\u00f6ren w\u00e4hrend des Bauens sehr. Zuletzt noch ein Hinweis: Die Speicherung ist auf nur sechs Slots begrenzt und auch wenn euch Nintendo weismachen will, dass das Spiel nicht im Handheldmodus spielbar ist: Einfach bei der Controllerauswahl A dr\u00fccken und schon startet das Spiel auch im Handheldmodus mit angeh\u00e4ngten Joy Cons.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"100%\" height=\"428\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/Hs7mGGvw1tw\" title=\"YouTube video player\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>The Colonists m\u00f6chte gerne ein Aufbaumix aus der Anno&#8211; und Die Siedler-Reihe sein und tats\u00e4chlich bringt der Entwickler Richard Wallis als Codebyfire einige Elemente aus Anno, wie die verschiedenen Bed\u00fcrfnisse und Stufen der Inselbewohner, und aus Die Siedler, wie das Wegesystem aus dem Anfang der Serie, zusammen. Die alles entscheidende Frage lautet nun: Kann das [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":20369,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[],"class_list":["post-447","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ps.501-legion.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/447","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ps.501-legion.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ps.501-legion.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ps.501-legion.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/20369"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ps.501-legion.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=447"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/ps.501-legion.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/447\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ps.501-legion.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=447"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ps.501-legion.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=447"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ps.501-legion.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=447"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}