{"id":438,"date":"2021-03-23T16:00:00","date_gmt":"2021-03-23T16:00:00","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=438","title":{"rendered":"Monster Hunter Rise"},"content":{"rendered":"<p>Fr\u00fcher war alles besser. Das w\u00fcrden sicher einige <i>Monster Hunter<\/i>-Vetereranen genau so unterschreiben ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. Der schiere Umfang, die Vielfalt der Monster, Umgebungen, Waffen und R\u00fcstungsdesigns, sowie das nostalgische Gef\u00fchl eines <i>Monster Hunter Generations Ultimate<\/i> sind bis heute ungeschlagen. Dennoch machte Capcom mit <i>Monster Hunter World<\/i> und der gro\u00dfen <i>Iceborne<\/i>-Erweiterung einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunft. Geschmeidigeres und ausgefeiltes Waffenhandling, zusammenh\u00e4ngende Jagdgr\u00fcnde ohne nervige Ladezeiten, sowie tonnenweise Quality of Life-Features wie das Nachjoinen in bereits laufende Quests, oder das Eliminieren der umst\u00e4ndlichen Item-Suche durch Hinzuf\u00fcgen eines Ringmen\u00fcs. Dennoch hatte <i>World<\/i> so seine Schw\u00e4chen, etwa der zun\u00e4chst noch recht magere Umfang, oder der scheue Umgang mit ausgefallenen Waffen-Designs. Nun steht die n\u00e4chste Iteration der immer beliebter werdenden Reihe vor der T\u00fcr und lasst euch gesagt sein: Der (tempor\u00e4re) Umzug auf die Nintendo Switch f\u00fchlt sich keineswegs wie ein Downgrade an! Warum das so ist, und wie <b>Monster Hunter Rise<\/b> das Beste aus der alten und neuen Welt vereint, das erfahrt ihr im folgenden Test.<\/p>\n<p><b>Willkommen in Kamura!<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/83531.jpg\" alt=\"Bild 83531\" style=\"float: right;\">Wie aus anderen Ablegern gewohnt, spielt auch hier die Geschichte nur eine untergeordnete Rolle. Dennoch ist sie vorhanden, wenn auch schon gr\u00f6\u00dftenteils durch Trailer und Livestreams bekannt. Eine sonderbare Krankheit breitet sich im \u00d6kosystem der Monster aus und l\u00e4sst diese wie besessen in Horden auf die Tore von Kamura einfallen. Der Ursprung des ganzen ist kein geringeres, als das Flagship-Monster Magnamalo. Dieser Bestie letztlich Einhalt zu gebieten bildet die Rahmenhandlung des Spiels. Ihr merkt schon, in Sachen Storytelling beschr\u00e4nkt sich Capcom leider weiterhin auf eine dezente Lore die mehr Fragen als Antworten parat hat.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr konzentrierte man sich umso mehr auf das, was die Serie letztlich ausmacht: Geniale Monster und astreines Gameplay. Der Fakt, dass Capcom es mit jeder Generation schafft, das schon seit Tag 1 geniale Gameplay immer wieder zu verfeinern und frisch aufzubereiten, l\u00e4sst mich jedes Mal wieder staunen. Nervige Aspekte wie die zu exzessiv genutzte Klammerklaue aus <i>World<\/i> wurden entfernt und glaubhafter ins das Gameplay eingewoben. Teile die man wiederholt angreift werden nun ohne den Einsatz der Klaue verwundbarer, und das damalige \u201eMounten\u201c wurde in eine Art Reitmechanik umgewandelt. Vorab: Jaaaa, man darf die Viecher noch gegen W\u00e4nde rennen lassen! F\u00fchrt man nun Spezialangriffe oder Luftattacken aus, z\u00e4hlt der gemachte Schaden als sogenannter \u201eMount Damage\u201c. Attackiert man das Monster oft genug auf diese Weise, wird die Beute reitbar und der J\u00e4ger springt auf den R\u00fccken. Zwar hat es keine richtige neue Waffenart in <i>Rise<\/i> geschafft, daf\u00fcr darf man aber nun mit den tempor\u00e4r gez\u00e4hmten Monster angreifen, was durchaus recht witzig sein kann, sich dennoch aber nicht allzu kraftvoll anf\u00fchlt. So endet man oft in derselben Routine: Aufsteigen, so oft es geht gegen Hindernisse ballern und schlie\u00dflich die Benommenheit f\u00fcr massig Schaden ausnutzen. In der Demo f\u00fchlt sich das erzwungene Reiten noch ziemlich hinderlich an, mit der Zeit lernt man jedoch das Mounten effektiv zu seinem Vorteil zu nutzen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/83527.jpg\" alt=\"Bild 83527\" style=\"float: left;\">Eine weitere Neuerung ist nat\u00fcrlich das Dorf Kamura. Dieses Mal ist das gesamte Thema sehr asiatisch angehaucht. Das passte schon im leider nie bei uns erschienenen <i>Monster Hunter Portable 3rd<\/i> exquisit zur Reihe. Dementsprechend verspr\u00fcht auch Kamura mit seiner traditionellen Bauweise, den asiatischen Gew\u00e4ndern und der Pinselkunst wieder jede Menge Charme. War das Dorf damals noch rein als Schauplatz der Geschichte von Belang, darf man sich nun erstmals auch zusammen mit bis zu drei anderen J\u00e4gern frei im Dorf bewegen. Ladezeiten gibt es hier quasi keine, wohl aber kurze \u00dcberg\u00e4nge, die jedoch leicht zu verkraften sind.<\/p>\n<p>Ebenfalls neu sind die sogenannten Palamutes. Palicos, also Begleiter-Katzen, kannte man ja schon aus bisherigen Ablegern. Nun legt man den Hunde- oder Katzenmenschen-Zwist ein und f\u00fcr allemal beiseite, indem man nun auch Jagdhunde hinzuf\u00fcgt. Diese greifen nicht nur an, sondern sind auch reitbar und sorgen f\u00fcr ein schnelles Vorankommen in der Spielwelt. Was sich damals noch sperrig anf\u00fchlte und nur durch Schnellreisen abgemildert wurde, f\u00fchlt sich nun spa\u00dfiger denn je an. Nicht nur ist der Palamute sehr schnell, sondern l\u00e4dt die Umgebung auch ungemein zum Erkunden ein. Quasi jedes Tierchen in der Wildnis kann aufgelesen und zur Jagd benutzt werden. Seien es spitze Fallenk\u00e4fer, explodierende Kr\u00f6ten oder der st\u00e4rkende Nektar von kleinen Paradiesv\u00f6geln. Die neue Seilk\u00e4fer-Mechanik setzt dem Ganzen noch die Krone auf. Nicht selten ist man \u00fcber luftige H\u00f6hen schneller als zu Fu\u00df per Palamute. Das liegt unter anderem an clever versteckten Abk\u00fcrzungen die den J\u00e4ger quer \u00fcber die Map katapultieren, aber auch daran, dass man sich ansatzweise wie Spider-Man an F\u00e4den durch die Luft ziehen kann. Letztere Seilk\u00e4fer werten nicht nur die Fortbewegung enorm auf, sondern auch das Kampfsystem. So kann man die kleinen Helfer etwa dazu nutzen R\u00fcckschl\u00e4ge auszugleichen, oder schnell auszuweichen. Aber auch vielseitige und wechselbare Spezialattacken werden durch die Seilk\u00e4fer m\u00f6glich. Es ist schwer das alles zu erkl\u00e4ren, man muss es einfach selbst mal probiert haben. Zwar braucht man eine Weile um den Dreh rauszubekommen, doch f\u00fchlt man sich mit jeder Mission wieder ein St\u00fcck agiler und, naja, eben wie Spider-Man.<\/p>\n<p><b>Das Beste aus altem und neuem Monster Hunter<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/83529.jpg\" alt=\"Bild 83529\" style=\"float: right;\">So toll <i>Generations Ultimate<\/i> auf der Switch mit seinem schieren Umfang und den Jagdstilen auch war, es erschien schlichtweg zur falschen Zeit, n\u00e4mlich im Schatten von <i>Monster Hunter World<\/i>. Dennoch habe ich versucht beide Ableger zu suchten und kann daher recht gut vermitteln, was die alten Spiele gut machten, und was mit <i>World<\/i> vermissen lie\u00df, aber auch besser machte. Stellt euch alle Aspekte aus bisherigen Ablegern vor die interessant oder praktisch waren und schmei\u00dft diese in einen Topf. Heraus kommt dann <i>Monster Hunter Rise<\/i>. Das wohl Nervigste waren damals die einzelnen Zonen innerhalb eines Jagdgebiets. Diese wurde schon in <i>World<\/i> durch zusammenh\u00e4ngende Welten ersetzt und feiern auch hier wieder ihr Comeback. Obwohl es zeitexklusiv auf der Switch erscheint, haben Capcom es tats\u00e4chlich geschafft die Ladezeiten noch geringer zu halten, als noch in <i>World<\/i> auf meiner PS4 Pro mit eingebauter SSD. Als w\u00e4re das nicht schon Leistung genug, wurden auch die Monster nochmal etwas glaubhafter gestaltet. So merkt man diesen nun noch besser an, wenn sie kurz vorm abknicken sind. Lediglich die Aufl\u00f6sung und Komplexit\u00e4t der Umgebung musste geh\u00f6rig beschnitten werden, was letztlich der Switch-Hardware zuzurechnen ist. Trotz der Abstriche wirkt das Geschehen aber nie wirklich verwaschen, sei es im Couch-Betrieb, oder im Dock auf einem modernen 4K-Fernseher. Wer <i>Generations Ultimate<\/i> bereits gespielt hat darf in etwa dieselbe grafische Pracht erwarten, nur halt mit wesentlich modernerem Aufbau. Ebenfalls erstaunlich: Egal wie viel auf dem Bildschirm auch los war, bis auf ein Szenario mit Wasser und Schlammeffekten sank die Bildrate nie wirklich unter 30 FPS. Ihr k\u00f6nnt also sicher sein, hier ein vorbildlich optimiertes St\u00fcck Software zu bekommen. Auch Abst\u00fcrze traten nie wirklich auf.<\/p>\n<p>Doch <i>World<\/i> brachte noch so viel mehr als nur zusammenh\u00e4ngende Gebiete. Erstmals war es m\u00f6glich laufenden Quests beizutreten, und aus der Quest heraus Hilfe anzufordern. Auch das findet ihr in <i>Rise<\/i> wieder. So gut das System auch war, hat man es sich nicht nehmen lassen, die Suche nach Jagdgef\u00e4hrten nochmals zu erleichtern. So k\u00f6nnt ihr nun nach jeder Jagd Spieler, deren Leistungen euch gefallen, positiv bewerten. Tut der Mitspieler dasselbe, landet dieser auf der Liste f\u00fcr \u201eGegenseitige Likes\u201c. So findet man Spielkameraden schneller wieder, kann schauen ob diese online spielen, und so bequem wieder zusammen spielen. Auch lassen sich nun Interessengruppen bilden in den sich J\u00e4ger versammeln k\u00f6nnen, die gewisse Pr\u00e4ferenzen wie Jagdziele, Spielzeiten oder sonst was teilen. Auf einen Schlag kann man sich dann aktive Lobbys dieser Gruppierung anzeigen lassen und findet so ziemlich schnell Gleichgesinnte.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/83528.jpg\" alt=\"Bild 83528\" style=\"float: left;\">Damit ist es noch nicht getan. Auch s\u00e4mtliche Quality of Life-Features aus dem Multiplattform-Vorg\u00e4nger wurden in <i>Rise<\/i> integriert und stellenweise sogar nochmal verfeinert. Ein Beispiel: Urspr\u00fcnglich musste man zur Einnahme eines Heiltranks noch stehen bleiben, war so sehr verwundbar, wurde dann aber auf einen Schlag geheilt. In <i>World<\/i> durfte man sich dann schon bewegen, wurde aber w\u00e4hrend der Trinkanimation \u00fcber Zeit aufgepeppt. Nun gab es eine Fusion aus beidem: W\u00e4hrend ihr beim Rennen Krautsaft trinkt, heilt ihr einen Teil sofort und einen Teil \u00fcber Zeit. All solche Kleinigkeiten merkt man an jeder Ecke, was sich einfach nur gut anf\u00fchlt. Jede einzelne \u00dcberarbeitung hier aufzuz\u00e4hlen, w\u00fcrde jedoch den Rahmen sprengen. Freilich ist aber auch wieder das umfassend einstellbare Ringmen\u00fc dabei.<\/p>\n<p><b>(Nicht so) Banale Randale<\/b><br \/>\nBevor ich hier zu viel Alt versus Neu vergleiche, abschlie\u00dfend noch ein paar Worte \u00fcber die neue Quest-Art \u201eRandale\u201c. Hier greift man erneut das Konzept der Belagerungen auf, wie man sie schon von Lao-Shan Lung, Zorah Magdaros und Konsorten kennt. Nur wartet dieses mal kein gigantischer Dino auf die J\u00e4ger, sondern eine ganze Horde ungez\u00e4hmter Bestien. Diese fallen in Wellen in die Burg ein und werden teils sogar von enorm z\u00e4hen Apex-Vertretern angef\u00fchrt. Was ihr hier erwarten d\u00fcrft, ist quasi <i>Monster Hunter<\/i>-Tower Defense. Selbst ich war im Vorfeld skeptisch, ob das nicht alles zu wild ist, wurde jedoch eines Besseren belehrt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/83530.jpg\" alt=\"Bild 83530\" style=\"float: right;\">Es kann sehr chaotisch werden, ja, doch f\u00fchlt sich das Spektakel auch mindestens genauso episch an. In der Vorbereitungsphase stellt ihr an strategisch wichtigen Punkten eine Auswahl an Belagerungswaffen wie Ballisten oder Kanonen auf. Mit diesen wehrt ihr dann zun\u00e4chst die kleineren Monster ab und scheucht diese zur\u00fcck. Wird es mal brenzlich, darf per Gong aber auch zu den Waffen gerufen werden. Die dadurch enorm motivierten J\u00e4ger teilen so nochmal deutlich mehr Schaden als auf regul\u00e4ren Quests aus. W\u00e4hrend der Randale versp\u00fcrt man nicht selten ein gelungenes Hin und Her aus \u00dcbermacht und \u00dcberw\u00e4ltigung, eben das was gutes Tower Defense so ausmacht. Eine wahrlich gelungene Neuerung, wenngleich diese auf Dauer auch sehr eint\u00f6nig werden k\u00f6nnte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fr\u00fcher war alles besser. Das w\u00fcrden sicher einige Monster Hunter-Vetereranen genau so unterschreiben ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. Der schiere Umfang, die Vielfalt der Monster, Umgebungen, Waffen und R\u00fcstungsdesigns, sowie das nostalgische Gef\u00fchl eines Monster Hunter Generations Ultimate sind bis heute ungeschlagen. 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