{"id":436,"date":"2021-03-19T12:00:53","date_gmt":"2021-03-19T12:00:53","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=436","title":{"rendered":"Harvest Moon: Eine Welt"},"content":{"rendered":"<p>Kein billig anmutender Mobile-Umbau wie <i>Licht der Hoffnung<\/i>, sondern ein neues 3D-Spiel mit \u2013 erstmals f\u00fcr Natsumes <i>Harvest Moon<\/i>-Eigenproduktionen \u2013 komplett neuen Charakteren m\u00f6chte <b>Harvest Moon: Eine Welt<\/b> sein. Allein die Pr\u00e4misse verspricht zudem, das althergebrachte Konzept der Reihe auf den Kopf zu stellen: Die eine Welt, von welcher der Titel spricht, kommt n\u00e4mlich ganz ohne Feldfr\u00fcchte wie Mais oder Tomaten daher! Dies behauptet zumindest der Werbetext. Warum das Farm-Abenteuer der interessanten Ausgangssituation so \u00fcberhaupt nicht gerecht wird und unterm Strich auch nicht viel mehr als solide Standardkost mit diversen ungeschliffenen Kanten bietet, verrate ich euch in diesem Test.<\/p>\n<p><b>Fakten aus Fabeln<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/84120.jpg\" alt=\"Bild 84120\" style=\"float: right;\">Das mit den fehlenden Feldfr\u00fcchten legt sich n\u00e4mlich ziemlich schnell. Zu Beginn eures virtuellen Lebens sto\u00dft ihr zusammen mit dem schrulligen Doc Jr. auf einen Erntegeist, der euch \u00fcber die aktuelle Lage aufkl\u00e4rt: Die Ernteg\u00f6ttin ist verschwunden und ihr sollt die \u00fcbrigen Elementar-Erntegeister ausfindig machen, um so das Leben in die Welt zur\u00fcckzubringen und das Land wieder fruchtbar zu machen. So verschenkt man eine interessante Ausgangslage! Diese wirkt ohnehin wenig durchdacht, da einerseits sehr wohl gewisse Nahrungsmittel wie \u00c4pfel und Kartoffeln existieren, andererseits viele Bewohner in Aufgaben kurioserweise Erzeugnisse erfragen, die es eigentlich gem\u00e4\u00df der Pr\u00e4misse nur noch Stoff von Legenden seien. Man sollte also nicht zu sehr dr\u00fcber nachdenken, wenn man noch einigerma\u00dfen Freude an der insgesamt recht simplen Geschichte haben m\u00f6chte.<\/p>\n<p>\u00dcberhaupt gibt sich <I>Harvest Moon: Eine Welt<\/i> gerade zu Spielstart erstaunlich storylastig. Bevor ihr gro\u00dfartig dem lieblichen Landleben nachgehen k\u00f6nnt, wollen erst einmal diverse Ortschaften sowie die damit verbundenen Gesch\u00e4fte nach und nach freigeschaltet werden. Gelegentliche Br\u00fcckenbauauftr\u00e4ge halten euch tempor\u00e4r davon ab, zu schnell in zu kurzer Zeit voranzuschreiten, theoretisch k\u00f6nnt ihr jedoch bereits innerhalb weniger Ingame-Jahreszeiten reichlich bewerkstelligen. Jedes Eckchen der Welt kommt dabei mit eigenen Problemen daher, die ihr im Rahmen einfacher Lieferauftr\u00e4ge beheben m\u00fcsst. So will Viehz\u00fcchter Benni etwa seine kr\u00e4nkelnden K\u00fche behandeln, wof\u00fcr die leicht absch\u00fcssig lebende Tier\u00e4rztin Mais empfiehlt \u2013 der nat\u00fcrlich erst einmal beschafft werden muss. Das tropische Strandparadies Halo Halo leidet wiederum unter einem extremen Fischr\u00fcckgang, der die lokale Wirtschaft nachhaltig sch\u00e4digt. Die f\u00fcr die Restauration notwendigen Materialien d\u00fcrft nat\u00fcrlich ihr zusammenklauben. Da die Aufgaben stets mit einem Zielmarker auf der Karte versehen sind, kommt man zumindest gut voran. So wirklich erf\u00fcllend sind die in der Regel eher einfachen Missionen allerdings nicht gerade.<\/p>\n<p><b>Bew\u00e4hrtes Landleben<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/84127.jpg\" alt=\"Bild 84127\" style=\"float: left;\">Doch Moment, bei <i>Harvest Moon<\/i> wird schlie\u00dflich immer noch Landwirtschaft betrieben! Die geht Natsume-gem\u00e4\u00df eing\u00e4ngig von der Hand: Alle Aktionen wie das Pfl\u00fcgen der Felder und Gie\u00dfen von Pflanzen werden simpel und einfach mit der kontextsensitiven A-Taste ohne gro\u00dfes Inventargefummel erledigt und wo ihr etwas anbauen k\u00f6nnt, ist vom Spiel fest vorgegeben. Die <i>Eine Welt<\/i> bietet jedoch nicht nur einen Hof. Dank einer Erfindung des eingangs erw\u00e4hnten Doc Jr. l\u00e4sst sich die Farm n\u00e4mlich komprimieren und an einen anderen Ort verlegen. Wollt ihr beispielsweise lieber vom Wiesenland in die W\u00fcste, um dort besondere Rosen anzubauen, k\u00f6nnt ihr sprichw\u00f6rtlich die Koffer packen und geschwind umziehen. Theoretisch ist dies eigentlich sogar nicht einmal notwendig, da jede Stadt sowie euer eigener Hof einen Schnellreisepunkt darstellt und ihr somit selbst abseits eurer Quartiere Felder pflegen k\u00f6nnt. Praktisch bleibt zumindest der nette Touch, dass man sich an seinem Lieblingsort niederlassen kann.<\/p>\n<p>Die kleinen Innovationen der neueren <i>Harvest Moon<\/i>-Spiele wie Pflanzenmutationen sind nat\u00fcrlich auch wieder hier am Start, werden dank der in der Regel extrem spezifischen Lieferauftr\u00e4ge beizeiten jedoch dezent frustrierend. Wenn etwa explizit drei Wassermelonen gefragt sind, der Zufall jedoch andere Varianten aus den Samenp\u00e4ckchen beschert, \u00e4rgert dies. Da hilft erst recht nicht, dass ihr zu Beginn das Saatgut nicht in Shops kaufen k\u00f6nnt, sondern auf t\u00e4glich neu erscheinende Erntegeister angewiesen seid. Immerhin k\u00f6nnt ihr euch die Fundorte der Racker \u00fcber das Kartenmen\u00fc einblenden lassen, das zeitaufwendige Abklappern der Stationen bleibt jedoch bestehen. Die Tierzucht l\u00e4uft da schon bedeutend eing\u00e4ngiger: Habt ihr erst einmal einige Nutztiere in der Scheune versammelt, pflegt ihr sie mit B\u00fcrste, Schere und was eure Schafe, K\u00fche oder gar Dromedare sonst noch brauchen, damit sie bei bester Gesundheit bleiben.<\/p>\n<p><b>Die liebe Familie (und andere Aufgaben)<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/84126.jpg\" alt=\"Bild 84126\" style=\"float: right;\">Ebenfalls seriengem\u00e4\u00df finden sich in der einen Welt auch potenzielle Lebenspartner \u2013 je zwei pro Stadt. Die wollen nat\u00fcrlich zun\u00e4chst umworben werden. Anders als in bisherigen Spielen erleichtert euch <i>Harvest Moon: Eine Welt<\/i> dies mit einem stetigen Fluss an erf\u00fcllbaren Aufgaben. Der so erzielte stetige Freundschaftsfortschritt schaltet die \u00fcblichen netten Ereignisszenen frei, in denen ihr eure m\u00f6glichen Liebschaften n\u00e4her kennenlernt. Leider wirken die Aufgaben dadurch, dass ihr bei Erf\u00fcllung stets dieselben Dialoge abspult, beinahe noch eint\u00f6niger, als die ohnehin schon austauschbar wirkenden nummerierten Quests von <i>Das verlorene Tal<\/I> und <i>Dorf des Himmelsbaums<\/i> f\u00fcr den 3DS. So gibt einem das Feature h\u00f6chstens einen kleinen Denkansatz f\u00fcr Leute, die nicht intuitiv (oder mit Hilfe eines Guides) auf die richtigen Geschenke kommen. Ebenfalls erm\u00fcdend: Nicht nur Charaktere mit Rang und Namen versorgen euch mit Auftr\u00e4gen, auch ein paar namenlose Bewohner melden sich \u00fcber euren Briefkasten. Wenn man erst einmal alle St\u00e4dte freigeschaltet hat, kommt ein fast schon erschlagender Katalog an Missionen zustande, die unterm Strich leider auch nicht wirklich erf\u00fcllend sind \u2013 allein weil gerade die Belohnungen von wiederholbaren Anfragen alles andere als wertvoll ausfallen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kein billig anmutender Mobile-Umbau wie Licht der Hoffnung, sondern ein neues 3D-Spiel mit \u2013 erstmals f\u00fcr Natsumes Harvest Moon-Eigenproduktionen \u2013 komplett neuen Charakteren m\u00f6chte Harvest Moon: Eine Welt sein. 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