{"id":429,"date":"2020-12-29T18:00:26","date_gmt":"2020-12-29T18:00:26","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=429","title":{"rendered":"Seven Knights: Time Wanderer"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/83819.jpg\" alt=\"Bild 83819\" style=\"float: right;\">Das Schicksal kann merkw\u00fcrdige Wege einschlagen. Manchmal muss man sich seinen Erfolg hart erarbeiten. In anderen F\u00e4llen gelangt man durch scheinbaren Zufall an eine besondere Gabe, deren Tragweite nicht von Beginn an ersichtlich ist. Und hin und wieder kommt eine heutzutage f\u00fcr Smartphone-Titel bekannte Spieleschmiede auf die Idee, ein Spinoff f\u00fcr dedizierte Spielkonsolen zusammenzuzimmern. So geschehen mit Netmarble und deren Mobile-Hit <i>Seven Knights<\/i> (von dem ich, offen gestanden, vorher nie geh\u00f6rt habe). Mit <b>Seven Knights: Time Wanderer<\/b> pr\u00e4sentiert das Team eine Geschichte, die sich parallel zu den Ereignissen der Hauptkampagne abspielt und die Herkunft eines der titelgebenden Ritter erl\u00e4utern soll \u2013 und das dankenswerterweise ohne einschr\u00e4nkende Energie-Mechaniken oder Charakter-Lottos, \u00fcber die einem Geld aus der Tasche gezogen wird. Nur wird leider sehr schnell klar, dass <i>Time Wanderer<\/i> sich trotz merklich anderem Aufbau immer noch sehr stark nach einem Billig-RPG anf\u00fchlt und au\u00dfer Mittelma\u00df nichts zu bieten hat.<\/p>\n<p><b>Verlorene Zeit<\/b><br \/>\nDie im Untertitel erw\u00e4hnte Zeitwandlerin h\u00f6rt auf den Namen Vanessa Windringer und ist eigentlich ein magiebegabtes, kleines Kind aus gutem Hause \u2013 bis sie eines Tages \u00fcber ein magisches Artefakt stolpert, das sie au\u00dferhalb von Raum und Zeit transportiert und zudem in den K\u00f6rper einer erwachsenen Frau steckt. Die schnell als Sandy bezeichnete verzauberte Sanduhr hat auch gleich einen Auftrag f\u00fcr unsere unscheinbare Protagonistin: Sie soll nach verstreuten Zeitfragmenten suchen, die ihre Tr\u00e4ger in den Wahnsinn treiben und das Raum- und Zeitgef\u00fcge komplett aus der Bahn werfen k\u00f6nnen. Dabei trifft sie in diversen kleinen Szenarios auf bekannte Charaktere des Hauptspiels, von denen sich sogar 15 als Begleiter anschlie\u00dfen. Und diese Hilfe wird sie definitiv brauchen, denn es gibt nicht nur lokale Probleme, die gel\u00f6st werden wollen. Im Hintergrund agiert n\u00e4mlich auch der schurkische Dellons, der als einer der Sieben Ritter f\u00fcr Unruhe im Land sorgt. Leider dauert es ziemlich lang, bis sich tats\u00e4chlich langsam Zusammenh\u00e4nge in der Geschichte zeigen \u2013 bis dahin wandert Vanessa gef\u00fchlt ziellos durch die Weltgeschichte und stolpert von einem Abenteuer ins n\u00e4chste. Da man hierbei auch laufend neue Figuren kennenlernt, ist es nicht einfach, sich in die Gemeinschaft einzuf\u00fchlen. Erfahrung mit dem Hauptspiel mag hier vielleicht hilfreich sein, doch unterm Strich konnte mich die flache Erz\u00e4hlung leider nicht packen und die teils fehlerbehafteten deutschen Texten zur japanischen Sprachausgabe helfen \u00fcberhaupt nicht.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/83823.jpg\" alt=\"Bild 83823\" style=\"float: left;\">Gleiches gilt f\u00fcr das Gameplay, welches dezent an die Strukturen von Smartphone-Spielen erinnert, jedoch tats\u00e4chlich nicht das Muster des Originals \u00fcbernimmt. Ihr bewegt Vanessa auf festen Bahnen durch die jeweiligen Areale und klappert dabei markante Punkte ab. Das k\u00f6nnen Sonderfelder mit Schatztruhen, Landschaftsmerkmalen oder auch Personen sein, in so ziemlich jedem Fall seht ihr die betreffenden Punkte jedoch erst, wenn ihr auch in der N\u00e4he seid. Dies trifft ebenso auf die Gegner zu, welche sich im normalfall erst ein Feld voraus ank\u00fcndigen \u2013 reagiert ihr schnell, k\u00f6nnt ihr zumindest noch schnell \u00fcber das Men\u00fc euren Spielstand manuell sichern. Autosaves gibt es n\u00e4mlich nur bei der R\u00fcckkehr zur Basis, wof\u00fcr wiederum die gut verteilten Teleportfelder notwendig sind. Auch wenn eure Bewegungsfreiheit eingeschr\u00e4nkt ist, bedeutet dies jedoch nicht, dass der Durchmarsch linear bleibt. Es gibt reichlich Abzweigungen, versteckte Boni und Nebenquests, um euch auch Abseits der gut sichtbaren Zielmarkierung zu besch\u00e4ftigen. Sogar gelegentliche Puzzles warten auch euch, obgleich diese nie wirklich kompliziert werden. Trotzdem bleibt die Erkundungstour weitestgehend schmucklos und dient mehr als Mittel zum Zweck, anstatt euch durch bildsch\u00f6ne Umgebungen zu faszinieren.<\/p>\n<p><b>Zeitiger Streich<\/b><br \/>\nIm Kampf zeigt <i>Time Wanderer<\/i> dann seine richtig merkw\u00fcrdigen Eigenheiten. Eure Gruppe besteht n\u00e4mlich aus bis zu f\u00fcnf aktiven Einheiten, ob diese jedoch auch alle zum Zuge kommen, bestimmt mehr oder minder ihr selbst. Es ziehen n\u00e4mlich abwechselnd eure eigene und die gegnerische Truppe, wobei pro Zug nur ein Charakter tats\u00e4chlich agieren darf. Um f\u00fcr etwas Spannung zu sorgen, habt ihr zudem nicht ewig Zeit, eure Z\u00fcge zu \u00fcberdenken: Am linken Bildrand l\u00e4uft n\u00e4mlich ein Marker von unten nach oben, der euch euer Zeitlimit bis zur Durchf\u00fchrung eurer Aktion zeigt. Ist nichts eingegeben, verschenkt euer Trupp die Runde. Klingt merkw\u00fcrdig und sorgt gerade zu Beginn f\u00fcr ein ziemlich z\u00e4hes Spieltempo, doch mit der Zeit entwickelt man sowas wie einen Rhythmus f\u00fcr das Kampfgeschehen. Da jede Figur zudem \u00fcber jeweils zwei aktive Attacken und einen gelegentlich einsetzbaren Special Move verf\u00fcgt und zuvor genutzte Attacken erst nach einer kurzen Aufladezeit wieder nutzbar werden, sind Wunschman\u00f6ver immerhin schnell ausgew\u00e4hlt. Auf der anderen Seite seht ihr so schnell die immer selben Angriffsanimationen, die trotz ihrer teils eindrucksvollen \u2013 und leider auch gelegentlich frameratedr\u00fcckenden \u2013 Sequenzen irgendwann alt werden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/83822.jpg\" alt=\"Bild 83822\" style=\"float: right;\">F\u00fchlt sich der eigene Trupp zu schwach an, gibt es gl\u00fccklicherweise mehrere M\u00f6glichkeiten, ihn aufzuwerten. So k\u00f6nnt ihr etwa ganz klassisch neue Aur\u00fcstung erwerben oder auf unterschiedliche Art passive Werteboni erzielen. So lassen sich auf der Karte aufgelesene und in Quests verdiente magische Essenzen dazu benutzen, team\u00fcbergreifende St\u00e4rkungen freizulegen, w\u00e4hrend auf \u00e4hnliche Art eingesteckte Arkana-Karten f\u00fcr einheitenspezifische Boni sorgen. F\u00fcr letzteres klickt ihr euch durch kleine Nebengeschichten von f\u00fcnf eurer Begleiter, die im Spielverlauf freigeschaltet werden und sich leider auch eher oberfl\u00e4chlich anf\u00fchlen. Daran \u00e4ndern auch die gelegentlichen Dialogwahlm\u00f6glichkeiten nichts, die ohnehin nur dazu dienen, eure Ausbeute an wertest\u00e4rkenden Mitteln zu bestimmen. Trotzdem ist es schade, dass diese Extra-Episoden nur ein Drittel eurer Truppe einbeziehen und der Rest sich entweder mit kurzen Nebenauftritten oder der Beteiligung an der Haupthandlung zufriedengeben muss.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Schicksal kann merkw\u00fcrdige Wege einschlagen. Manchmal muss man sich seinen Erfolg hart erarbeiten. In anderen F\u00e4llen gelangt man durch scheinbaren Zufall an eine besondere Gabe, deren Tragweite nicht von Beginn an ersichtlich ist. Und hin und wieder kommt eine heutzutage f\u00fcr Smartphone-Titel bekannte Spieleschmiede auf die Idee, ein Spinoff f\u00fcr dedizierte Spielkonsolen zusammenzuzimmern. 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