{"id":421,"date":"2020-11-18T15:00:23","date_gmt":"2020-11-18T15:00:23","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=421","title":{"rendered":"Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/83722.jpg\" alt=\"Bild 83722\" style=\"float: left;\">Dass angesichts des gro\u00dfen Erfolgs von <i>Hyrule Warriors<\/i> sowie zweier erweiterter Portierungen irgendwann ein zweites Spiel folgen w\u00fcrde, war absehbar. Dass dieses jedoch auch die Funktion einer Vorgeschichte f\u00fcr <i>The Legend of Zelda: Breath of the Wild<\/i> erf\u00fcllen soll, d\u00fcrfte wohl niemand auf dem Schirm gehabt haben. Doch unsinnig ist die Idee nicht, lassen sich doch die aussichtslosen Schlachten gegen die Heerscharen von Monstern unter dem Banner der drohenden Verheerung Ganon perfekt im <I>Warriors<\/i>-Stil umsetzen. Nicht zuletzt machten die wenigen Einblicke ins alte Hyrule, die man bei <I>Breath of the Wild<\/i>, ohne jeden Zweifel neugierig auf mehr. Ob <b>Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung<\/b> sowohl Fans des effektvollen Schlachtenschlagens als auch Kundschaftler des Open-World-Hyrules zufriedenstellen kann, verrate ich euch im folgenden Test!<\/p>\n<p><b>Der Anfang vom Ende<\/b><br \/>\nDie Ausgangslage kennt jeder <i>Breath of the Wild<\/i>-Spieler: Eine formslose, finstere Kraft namens Verheerung Ganon soll einer Prophezeiung zufolge Hyrule heimsuchen und die Monsterv\u00f6lker des Landes werden bereits entsprechend unruhig und aggressiv. F\u00fcr K\u00f6nig Rhoam ist die Lage klar: Es m\u00fcssen angemessene Vorbereitungen getroffen werden! Dazu ben\u00f6tigt es die Macht der Titanen Hyrules sowie geeignete Piloten, die ihr in der Rolle von Prinzessin Zelda, Leibwache Impa sowie dem jungen Ritter Link ausfindig macht. Ein paar neue Details finden sich dennoch, denn noch bevor die Ereignisse ins Rollen geraten, betitt ein mysteri\u00f6ser, eif\u00f6rmiger W\u00e4chter-Roboter die Bildfl\u00e4che, der augenscheinlich die Zukunft kennt und Zeldas Trupp zu warnen versucht. In der Hoffnung, das zum Fall verdammte K\u00f6nigreich zu retten, zieht das Team also los. Die Story f\u00e4llt dabei <I>Warriors<\/i>-typisch weder sonderlich umfangreich noch wirklich tiefgr\u00fcndig aus. Vielmehr sieht man eigentlich recht wenig aus der Welt vor dem Untergang Hyrules, weil sich die Handlung ma\u00dfgeblich auf den Konflikt mit der anrollenden Verheerung Ganon konzentriert. Selbst die Anzahl tragender Charaktere bleibt das ganze Spiel hinweg \u00fcberschaubar. Trotzdem wissen gewisse Momente zweifelsohne zu ber\u00fchren \u2013 gerade den kleinen W\u00e4chter habe ich in Windeseile ins Herz geschlossen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/83723.jpg\" alt=\"Bild 83723\" style=\"float: right;\">Von der offenen Spielwelt von <I>Breath of the Wild<\/i> bleibt logischerweise \u2013 und gl\u00fccklicherweise, wenn man sich <i>Dynasty Warriors 9<\/i> anschaut \u2013 hier nicht viel \u00fcbrig. Stattdessen hangelt man sich schlichtweg von Mission zu Mission in regul\u00e4re, in sich geschlossene Level, die entweder \u00fcber eine Karte von Hyrule oder ein Auswahl-Men\u00fc ausgew\u00e4hlt werden. Besagte Karte wird dabei im Spielverlauf \u00fcbrigens ziemlich un\u00fcbersichtlicht: Nicht nur gro\u00dfe Schl\u00fcsselschlachten finden sich hier, sondern auch die zahlreichen Nebenmissionen sowie jede einzelne als Lieferquest getarnte Upgrade-M\u00f6glichkeit oder Shop-Erweiterung wird mit einem Marker auf der Landkarte aufgezeigt. Da jeder abgeschlossene Handlungsabschnitt und zus\u00e4tzlicher Charakter gerne mal vier oder mehr solcher Punkte erg\u00e4nzt, k\u00f6nnt ihr euch sicherlich ausmalen, wie zugesch\u00fcttet das Bild im Endgame wirkt. Immerhin gibt es f\u00fcr jede Kategorie \u2013 also Gesch\u00e4fte, Nebenauftr\u00e4ge, Lieferungen und Story-Level \u2013 jeweils eine eigene \u00fcbersichtliche Liste, durch die beispielsweise das gezielte Heraussuchen bestimmter K\u00e4mpfer-Aufwertungen bedeutend erleichtert wird. Besser noch: Wollt ihr eine bestimmte Sammelaufgabe erf\u00fcllen, k\u00f6nnt ihr sie auf eine freischaltbare Merkliste setzen und euch so auf der Karte anzeigen lassen, welche Missionen die ben\u00f6tigten Materialien beherbergen. Praktisch, wo es doch manch Gegenst\u00e4nde nur in ganz wenigen Schlachten gibt.<\/p>\n<p><b>Eine Karte f\u00fcr alle F\u00e4lle<\/b><br \/>\nEinmal auf dem Schlachtfeld angekommen, l\u00e4uft alles wieder so ab, wie man es von den <I>Warriors<\/i>-Spielen kennt. Jede Mission folgt dabei einem bestimmten Ablauf und ihr sollt weitestgehend linear eure jeweiligen Auftragsziele erf\u00fcllen. Das kann das Erobern bestimmter St\u00fctzpunkte oder Ausschalten gewisser Gener\u00e4le sein, aber auch die Eskorte von Verb\u00fcndeten oder Halten von Schl\u00fcsselpositionen stehen auf dem Programm. Gerade die Story-Level bieten dabei einiges an Abwechslung und halten euch mit stetig \u00e4ndernden Bedingungen auf Trab. Auff\u00e4llig ist hierbei jedoch, dass anders als bei beispielsweise <i>Fire Emblem Warriors<\/i> oder gar dem ersten <i>Hyrule Warriors<\/i> nur selten ein eigenes Hauptquartier zu vetreidigen ist \u2013 stattdessen steht und f\u00e4llt euer Auftrag mit dem \u00dcberleben eures aktiven Spielercharakters. Dadurch wird <i>Zeit der Verheerung<\/i> auf der von mir gespielten normalen Schwierigkeitsstufe vergleichsweise einfach. Im letzten Teil des Abenteuers zieht der H\u00e4rtegrad allerdings erwartungsgem\u00e4\u00df noch einmal ein wenig an, auch wenn dank fair gesetzter Checkpoints nur die wenigsten Gefechte wirklich frustrierend ausfallen. Letzteres ist besonders dankenswert, da die Level gerade in der zweiten H\u00e4lfte des Spiels gerne mal 20 bis 30 Minuten in Anspruch nehmen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/83724.jpg\" alt=\"Bild 83724\" style=\"float: left;\">Wer den kleinen Kampfkick f\u00fcr zwischendurch sucht oder unterwegs eine schnelle Runde einlegen m\u00f6chte, ist bei den Nebenmissionen am besten aufgehoben. Die ersetzen im Prinzip den Abenteuer-Modus des ersten <i>Hyrule Warriors<\/i> und bieten kompaktere Karten mit einfacher strukturierten Zielen. So gibt es f\u00fcr jeden spielbaren Charakter etwa Trainings-Missionen, die neue Upgrade-Optionen freischalten, oder ihr vertieft eure Kenntnisse im Umgang mit Element-Eigenschaften und den F\u00e4higkeiten des Shiekah-Steins. Jeder K\u00e4mpfer kann n\u00e4mlich auf die vier aus <i>Breath of the Wild<\/i> bekannten Gebrauchsmodule zur\u00fcckgreifen und so Eisbl\u00f6cke erschaffen, Waffen und Bl\u00f6cke per Magnetkraft umherschleudern, Bomben verwenden oder Feinde kurzzeitig in Stase halten. Gegnerische Gener\u00e4le und Bosse reagieren dabei unter bestimmten Bedingungen sogar allergisch auf die Modulkr\u00e4fte und lassen sich durch einen geschickten Konter mit der passenden F\u00e4higkeit kurzzeitig gefahrlos maltr\u00e4tieren.<\/p>\n<p><b>Timing ist alles<\/b><br \/>\nOhnehin f\u00fchlen sich die direkten Konfrontationen mit den einzig wirklich gef\u00e4hrlichen Gegnern auf den Schlachtfeldern insgesamt taktischer an. Ganz wie im ersten <i>Hyrule Warriors<\/i> verf\u00fcgt jeder anpeilbare Gegner mit Namen \u00fcber dem Kopf \u00fcber eine Schwachpunkt-Anzeige, die entweder durch Konter, den richtigen Elementar-Angriff oder den aus <i>Breath of the Wild<\/i> bekannten Attackenhagel leeren l\u00e4sst. Da viele Kommandanten sich bereits nach einer einzigen Leerung vom Bild fegen lassen und die gelegentlichen Gro\u00dfgegner oder andere Bosse zumindest m\u00e4chtig Schaden einstecken, entlohnt <i>Zeit der Verheerung<\/i> eine taktische, geduldige Spielweise, bei der ihr die Angriffsmuster der Feinde durchschaut, statt blindlings mit euren Waffen herumzufuchteln \u2013 auch wenn dies angesichts der schieren Gegnermassen nat\u00fcrlich \u00f6fters einfacher gesagt als getan ist.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/83726.jpg\" alt=\"Bild 83726\" style=\"float: right;\">Zudem hilft es nat\u00fcrlich enorm, die Eigenheiten eurer K\u00e4mpfer selbst intus zu haben. Die spielbaren Figuren steuern sich n\u00e4mlich allesamt merklich anders, was nicht zuletzt an ihren unterschiedlichen Waffenarten und den jeweils auf ZR zugewiesenen pers\u00f6nlichen Aktionen zu verschulden ist. So schwingt Link standardm\u00e4\u00dfig flott ein Einhandschwert, kann dieses aber auch gegen eine reichweitenst\u00e4rkere Lanze oder ein st\u00e4rkeres, jedoch ebenso dezent langsameres Gro\u00dfschwer austauschen. Mit der ZR-Taste packt er wiederum seinen Bogen f\u00fcr einen kurzen Pfeilhagel aus. Zora-Reckin Mipha auf der anderen Seite deckt ihre Feinde mit schnellen Dreizack-Stichen ein, beschw\u00f6rt Fluten herauf und kann mit ZR zu platzierten Wasserfont\u00e4nen springen, um von dort aus zuzuschlagen. F\u00fcr Abwechslung ist bei der Man\u00f6verliste auf jeden Fall gesorgt und mir pers\u00f6nlich missfielen nur die wenigsten Setups \u2013 beispielsweise das von Zelda, an das ich mich aufgrund der recht kurzen Kombo-Rotation nie so recht gew\u00f6hnen konnte.<\/p>\n<p><b>Ziellos durch Hyrule<\/b><br \/>\nUm auf dem Schlachtfeld jederzeit die volle Kontrolle zu behalten, d\u00fcrft ihr nat\u00fcrlich wieder einmal bis zu vier Charaktere \u00fcber das Feld scheuchen \u2013 jeweils einen aktiven K\u00e4mpfer sowie ein bis drei Begleiter. Leider stellen sich eure Kameraden gef\u00fchlt noch schrecklicher an, als sie es bereits im ersten <i>Hyrule Warriors<\/i> taten. Nicht selten sind mir Situationen untergekommen, in denen ich meine Mitstreiter an einen bestimmten Punkt beorderte, sie sich aber nur im Schneckentempo r\u00fcberbewegten und schlussendlich nicht zum rechten Zeitpunkt dort auftauchten, wo ich sie ben\u00f6tigte. Anders als bei <i>Fire Emblem Warriors<\/i> zuvor greifen sie auch abermals nicht aktiv ins Gefecht ein, k\u00f6nnen umgekehrt aber auch nicht das Zeitliche segnen, wenn sie nicht eurer direkten Kontrolle unterstehen. Selbst wenn ihre Energieleiste auf das letzte Viertelherz geleert ist, geben sich nicht klein bei. Dadurch verliert man zumindest kein Gefecht aufgrund von ungl\u00fccklichen Positionierungen und kann seine Gef\u00e4hrten notfalls auch als Quasi-Extraleben zweckentfremden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/83725.jpg\" alt=\"Bild 83725\" style=\"float: left;\">Stichwort \u201eNett gemeint, aber eher m\u00e4\u00dfig umgesetzt\u201c: Auch die insgesamt eher selten auftretenden Titanen-Schlachten sind mir eher als Entt\u00e4uschung im Ged\u00e4chtnis geblieben. Prinzipiell ist es ungemein cool, sich ans Steuer der Riesen zu klemmen und Tausende von Fu\u00dfsoldaten ohne gro\u00dfen Aufwand von der Landkarte zu putzen. Praktisch steuern sich die Titanen jedoch eher beh\u00e4big und wirklich anspruchsvoll sind die kurzen Sequenzen auch nicht. Hat man den anf\u00e4nglichen Wow-Effekt erst einmal verdaut, verkommen die Abschnitte zur reinen Routine. Schade eigentlich.<\/p>\n<p><b>Sch\u00f6nheit hat ihren Preis<\/b><br \/>\nIn technischer Hinsicht ist <i>Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung<\/i> leider ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite ist es bildh\u00fcbsch und f\u00e4ngt den Stil von <i>Breath of the Wild<\/i> gekonnt ein. Sei es das Design der Areale allgemein, das bei Kennern wohlige Erinnerungen weckt, oder schlichtweg die Struktur der Men\u00fcs \u2013 alles erinnert unweigerlich an das Open-World-Abenteuer von Nintendo. Leider kann dabei sowohl im Handheld-Modus als auch am TV-Bildschirm die Performance nicht so ganz mithalten. <i>Zeit der Verheerung<\/i> neigt nur zu gerne zu Rucklern und gerade sp\u00e4tere Abschnitte mit besonders vielen Bildeffekten und Gegnern auf dem Schirm werden zur reinsten Stotterpartie. Wer sich in den lokalen Koop-Modus mit einem zweiten Spieler wagt, muss sich sogar auf noch heftigere Bildrateneinbr\u00fcche einstellen. Immerhin: Sowohl im Solo-Modus als auch erstaunlicherweise bei kooperativen Partien sind immer reichlich Feinde zum Wegfegen sichtbar und anders als bei <i>Hyrule Warriors: Definitive Edition<\/i> zuvor muss sich Spieler 2 auch nicht bei jeder Mission neu einklinken. Wer also \u00fcber die Ruckler hinwegsehen kann, bekommt hier eines der wohl angenehmsten Koop-Erlebnisse der j\u00fcngeren <i>Warriors<\/i>-Geschichte serviert.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/83727.jpg\" alt=\"Bild 83727\" style=\"float: right;\">In musikalischer Hinsicht ist <i>Zeit der Verheerung<\/i> \u00fcbrigens auch mehr <i>Breath of the Wild<\/I> als <I>Warriors<\/i>. Typische Rock-Remixes bekannter Melodien sucht man vergebens, stattdessen erwarten euch atmosph\u00e4risch passende Melodien, die in besagtem Switch-Launchtitel nicht mal fehl am Platz w\u00e4ren. Mir pers\u00f6nlich blieben leider nur die wenigsten St\u00fccke wirklich im Ohr, allem voran das Weltkarten-Thema mit seinem markenten Intro, qualitativ sind die Kompositionen aber ohne jeden Zweifel hochwertig. Sprachausgabe gibt es nicht zuletzt auch und diese \u2013 ganz wie beim <i>The Legend of Zelda<\/i>-Gegenst\u00fcck \u2013 unter anderem auf Deutsch. Schade ist allerdings, dass nur die Zwischensequenzen voll vertont sind und das Schlachtengeschnatter an sich lediglich mit Textboxen am unteren linken Bildrand abgespeist werden. Und weil im Zuge der teils sehr hektischen Action nur selten Zeit f\u00fcr einen Blick ins Bildeck bleibt, sind mir viele der Dialoge unsch\u00f6nerweise entgangen \u2013 immer wieder \u00e4rgerlich, beileibe aber kein neues Problem bei <i>Warriors<\/i>-Spielen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dass angesichts des gro\u00dfen Erfolgs von Hyrule Warriors sowie zweier erweiterter Portierungen irgendwann ein zweites Spiel folgen w\u00fcrde, war absehbar. Dass dieses jedoch auch die Funktion einer Vorgeschichte f\u00fcr The Legend of Zelda: Breath of the Wild erf\u00fcllen soll, d\u00fcrfte wohl niemand auf dem Schirm gehabt haben. 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