{"id":418,"date":"2020-11-09T19:00:00","date_gmt":"2020-11-09T19:00:00","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=418","title":{"rendered":"Sakuna: Of Rice and Ruin"},"content":{"rendered":"<p>Wenn man an <i>Harvest Moon<\/I> oder <i>Story of Seasons<\/i> denkt, kommt einem sofort ein entspanntes Bild in den Kopf: Ruhiges Farmleben, das Aufbauen eines neuen Bauernhofs mit diversen Erzeugnissen, Tieren und nat\u00fcrlich darf ein wenig Romanze auch nicht fehlen. Ein vollkommen anderen Bild bekommt man, wenn man an Spiele wie <i>Odin Sphere<\/i> oder <I>Muramasa: The Demon Blade<\/I> denkt, die f\u00fcr ihre rasante Sidescrolling-Action bekannt sind. Und wie w\u00fcrde es wohl aussehen, wenn diese Spiele miteinander verbunden werden? Dann kommt sowas wie <B>Sakuna: Of Rice and Ruin<\/B> heraus, der von Marvelous entwickelte Hybrid dieser besagter Titel, was damit schon ein wenig an <i>Rune Factory<\/I> erinnert. Aber eines m\u00f6chte ich euch hier gleich vorweg nehmen: Es spielt sich grunds\u00e4tzlich anders, als diese Spielereihe. Aber eins nach dem anderen.<\/p>\n<p><B>Im Himmel ist die H\u00f6lle los<\/B><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/82407.jpg\" alt=\"Bild 82407\" style=\"float: right;\">Das Spiel beginnt im Himmelsreich, in dem es sich die titelgebende Heldin und G\u00f6ttin der Ernte Sakuna gerade bei einem Bankett richtig gut gehen l\u00e4sst. In einem Moment betrunkenen Frohsinns genehmigt sie sich einen kleinen Spaziergang vor die Pforte des Himmelsreiches und trifft dort auf eine Gruppe Menschen, die sich auf unerkl\u00e4rliche Art und Weise hierhin verirrt hat und von einem Banditen angegriffen wird. Nachdem sie diesen allerdings kurzerhand von der Br\u00fccke sendet (mit einem Drop-Kick, wohlgemerkt) erw\u00e4hnt sie hierbei das gerade stattfindende Bankett, was die verirrten und ersch\u00f6pften Menschen dazu bringt, sogleich der kleinen Gottheit durch die Pforte in die Stadt der G\u00f6tter zu folgen \u2013 ungefragt, versteht sich. Noch immer angeschwippst versucht Sakuna vergebens die menschliche Gruppe aufzuhalten, nur um dabei aus Versehen die Opfergabenkammer der gro\u00dfen Gottheit, Lady Kamuhitsuki, anzuz\u00fcnden und damit alles verbrennen zu lassen.<\/p>\n<p>Erz\u00fcrnt \u00fcber das Verhalten von Sakuna werden sie und die ebenfalls verantwortlichen Menschen auf die D\u00e4moneninsel verbannt \u2013 die einzige Insel, die bisher noch nicht zum Reich der gro\u00dfen Gottheit geh\u00f6rt \u2013 und bekommen den Auftrag, sie von den finsteren Schergen zu befreien. Um dies zu erreichen m\u00fcssen Mensch und Gott lernen, zusammen zu arbeiten. Obwohl dies nun nach einem relativ ernsten Unterfangen klingt, ist die Geschichte alles andere als ernst aufgebaut \u2013 sowohl die f\u00fcnfk\u00f6pfige Gruppe Menschen, als auch Sakuna selbst haben alle ihre Eigenheiten und schaffen es auf unterschiedliche Art und Weise, die Story ein wenig aufzulockern. Auch sehr gut gelungen ist der Entwicklung der Charaktere \u00fcber Zeit. Gerade bei unserer Heldin ist dies schnell erkennbar, denn ich pers\u00f6nlich konnte sie anfangs nicht leiden, aber inzwischen sind sie und auch die anderen Bewohner der Insel mir regelrecht ans Herz gewachsen. Erwartet allerdings keine allzu tiefgr\u00fcndige Geschichte, Dreh- und Angelpunkt des Spiels sind eher die Interaktionen zwischen den Charakteren sowie das Gameplay an sich. Man sollte jedoch \u00fcber ausreichende Englischkenntnisse verf\u00fcgen, \u00fcber eine deutsche Lokalisation verf\u00fcgt das Spiel n\u00e4mlich nicht. Aber genug der langen Rede, jetzt wird in die H\u00e4nde gespuckt!<\/p>\n<p><B>Aller Anfang ist schwer<\/B><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/82405.jpg\" alt=\"Bild 82405\" style=\"float: left;\">Ohne feste Nahrungsquelle hat man es schwer und man m\u00f6chte nat\u00fcrlich auch m\u00f6glichst etwas haben, das lange h\u00e4lt. Da einer der Menschen, Tauemon, allerdings zuf\u00e4lligerweise Reissamen dabei hat, entschlie\u00dfen sie sich diesen in einem Feld anzupflanzen.Gl\u00fccklicherweise hat ihre Niederlassung, das fr\u00fchere Haus von Sakunas Mutter, alles vor Ort, um die besten M\u00f6glichkeiten f\u00fcr dieses Vorhaben zu schaffen. So ist bereits ein geeignetes Feld vor Ort, es gibt eine Quelle mit flie\u00dfendem Wasser und das Werkzeug ist auch da \u2013 was k\u00f6nnte denn schief gehen? Nun, Sakuna hat nat\u00fcrlich keine Ahnung, wie man selbst Reis pflanzt, geschweige denn von allen anderen Bedingungen f\u00fcr eine ordentliche Ernte. Tauemon hingegen ist sich sehr bewusst, was getan werden muss, hat allerdings die metaphorischen zwei linken H\u00e4nde und ist eigentlich f\u00fcr nichts handwerkliches zu gebrauchen. Selbst ist die G\u00f6ttin daher und muss Sakunas, also der Spieler, selbst Hand anlegen.<\/p>\n<p>Insgesamt bestehen die Aufgaben dabei aus der Bodenauflockerung, dem Pflanzen, Ernten, zum Trocknen aufh\u00e4ngen, Dreschen, Enth\u00fclsen, Sortieren und anschlie\u00dfenden Keimlingen z\u00fcchten. Jeder Schritt ist anf\u00e4nglich ziemlich zeitaufwendig und ben\u00f6tigt zudem ein wenig Geschick \u2013 gerade beim Pflanzen kam es mir immer etwas komisch vor, dass ich gef\u00fchlt das Hinterteil unserer kleinen Protagonistin gesteuert habe. Mit der Zeit schaltet man allerdings immer mehr F\u00e4higkeiten frei, die einem beim Arbeiten helfen. So ist es sp\u00e4ter zum Beispiel m\u00f6glich drei Reispflanzen gleichzeitig auf das Feld zu bringen (bei bis zu 500 Samen). Das braucht dann zwar immernoch recht viel Zeit, es hat aber auch keiner behauptet, dass Reis anbauen ein leichtes Unterfangen sei. Jeder Schritt kann dabei auch in die H\u00e4nde von Tauemon gelegt werden, wie vorher beschrieben wird das Endergebnis dadurch allerdings schlechter. Und das m\u00f6chte man nicht, denn nicht nur wird der Reis nat\u00fcrlich in der Zukunft als Nahrungsquelle benutzt (zu deren genauen Nutzen ich sp\u00e4ter komme), sondern als G\u00f6ttin der Ernte ist die St\u00e4rke Sakunas auch abh\u00e4ngig davon, wie gut der Reis geworden ist. Jeder Arbeitsschritt beeinflusst dabei das Ergebnis auf andere Art, um bei der Ernte im Abschluss die Statuswerte der Protagonistin zu steigern. Und nicht nur das: Auf diese Art lernt sie zudem weitere F\u00e4higkeiten, die zum Erkunden der Insel und Besiegen der D\u00e4monen \u00e4u\u00dferst hilfreich sind.<\/p>\n<p><B>Wie ein Wirbelwind<\/B><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/83700.jpg\" alt=\"Bild 83700\" style=\"float: right;\">Und damit kommen wir auch gleich zum etwas anderen Teil des Spiels: Das Erkunden der D\u00e4moneninsel. Im Gegensatz zu der Umgebung rund um das Haus von Sakunas Mutter, die in drei Dimensionen begangen werden kann, handelt es sich bei allen anderen Levels um Sidescrolling-Abschnitte. Und das Hauptaugenmerk hier liegt im Kampf gegen diverse Bestien und nat\u00fcrlich die vorher beschriebenen D\u00e4monen. Sakuna ist allerdings alles andere als unbewaffnet \u2013 wenn sie f\u00fcr den Kampf auch eher zu umfunktionierten Gartenutensilien greift. F\u00fcr den Kampf kann sie zwei leichte Waffen und gleichzeitig eine schwere Waffe ausr\u00fcsten. Unabh\u00e4ngig von der Art der eigentlichen Bewaffnung (leichte sind unter anderem Sicheln oder kleine H\u00e4mmer, w\u00e4hrend schwere Waffen Harken oder \u00e4hnliches sind) ver\u00e4ndert sich der Umgang mit diesen allerdings nicht. Jede Waffenart hat eine Standard-Kombo, wobei zwischen leichten und schweren Attacken frei hin und her gewechselt werden kann. Zudem k\u00f6nnen anderen Angriffsarten durch das Bet\u00e4tigen der Richtungstasten ausgel\u00f6st werden.<\/p>\n<p>Wesentlich interessanter wird es allerdings durch das Verwenden ihrer g\u00f6ttlichen B\u00e4nder, mit denen Sakuna in der Lage ist sich an Gegner heran oder um sie herum zu ziehen. Sobald der Stand von ihnen gebrochen ist, kann man Feinde zudem an sich heranziehen, um diese auch nach dem Wegschleudern noch weiter zu traktieren. Noch wichtiger werden allerdings die F\u00e4higkeiten. Hierbei gibt es normale Waffenf\u00e4higkeiten sowie solche f\u00fcr die B\u00e4nder. Beide verbrauchen SP bei der Verwendung, allerdings regenerieren sich diese Punkte nach kurzer Zeit automatisch. Mit den Waffenfertigkeiten lassen sich zumeist gute Kombos ausf\u00fchren oder aber Gegner auch einfach noch weiter wegschleudern. Gerade das Schleudern erweist sich manchmal als sehr wichtig, denn trifft man mit einem Gegner einen anderen, erleiden beide dabei eine gro\u00dfe Menge Schaden. Die F\u00e4higkeiten der B\u00e4nder hingegen erweisen sich meist n\u00fctzlich zum bestimmten Platzieren oder auch zum Debuffen von Feinden. Insgesamt l\u00e4sst sich das Kampfsystem als leicht zu erlernen, schwer zu meistern beschreiben. Anf\u00e4nglich wird man noch einige Probleme damit haben, gute Kombinationen zu finden und mit der Zeit und sobald man F\u00e4higkeiten bekommen hat, die einem gefallen, fliegen die Gegner nur so \u00fcber den Bildschirm.<\/p>\n<p><B>Micromanagement leicht gemacht<\/B><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/83699.jpg\" alt=\"Bild 83699\" style=\"float: left;\">Das Fortschreiten der Story wird ausschlie\u00dflich durch das Erkunden der Insel und somit durch den Kampf erreicht. M\u00f6chte man weiterkommen muss man n\u00e4mlich den eigenen Erkundungs-Level steigern, und das passiert durch das Erf\u00fcllen von Aufgaben in den unterschiedlichen Arealen. Das Anbauen des Reises ist lediglich f\u00fcr das Steigern von Sakunas F\u00e4higkeiten, wodurch es insgesamt eine gute Balance schafft. Gleichzeitig ist es so auch m\u00f6glich, einfach ein wenig Farmarbeit mehr zu betreiben, um am Ende st\u00e4rker gegen zu harte Gegner anzutreten. Mit der Zeit schaltet man auch immer mehr M\u00f6glichkeiten frei, um an Ressourcen zu kommen um so zum Beispiel die eigene Ausr\u00fcstung zu verbessern (neben den Waffen kann man zudem einen Hut, eine Maske und ein Gewand anlegen, die unterschiedliche F\u00e4higkeiten ausl\u00f6sen). Nachdem sich ein Hund zum Beispiel an die Einwohner angeb\u00e4ndelt hat, kann man einen der Menschen w\u00e4hrend der eigenen Erkundungszeit ebenfalls an unterschiedliche Orte schicken, damit sie dort eigenst\u00e4ndig nach Gegenst\u00e4nden suchen. Wo wir gerade bei Zeit sind: Wie es sich f\u00fcr ein Spiel mit Landwirtschaft geh\u00f6rt, vergeht nat\u00fcrlich auch hier die Zeit. Aufgeteilt ist es in die vier Jahreszeiten, wobei jede einzelne lediglich drei Tage umfasst. Das klingt nach wenig, allerdings reicht das auch vollkommen aus, um in einem guten Tempo voranzukommen.<\/p>\n<p>Ein weitere gro\u00dfer Aspekt f\u00fcr die St\u00e4rkung um Kampf ist das Essen. Jeden Abend hat man die M\u00f6glichkeit ein Men\u00fc auszuw\u00e4hlen und jedes Essen l\u00f6st andere Eigenschaften aus \u2013 jedoch ausschlie\u00dflich f\u00fcr den n\u00e4chsten Tag und auch nur so lange, bis Sakuna wieder hungrig wird. Da hierunter allerdings unter anderem automatische Lebensregeneration ist (die nicht unwichtig ist), sollte stehts eine Mahlzeit eingenommen werden, bevor man D\u00e4monen jagt. Und apropos Abend: Hat man vor, in der Nacht auf Erkundungstour zu gehen, sollte man sich erst recht st\u00e4rken, denn alle Gegner bekommen des nachts einen ordentlichen Boost, sodass mit ihnen nicht mehr zu spa\u00dfen ist.<\/p>\n<p><B> So. Viele. FARBEN<\/B><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/83703.jpg\" alt=\"Bild 83703\" style=\"float: right;\"><i>Sakuna: Of Rice and Ruin<\/I> ist ein sehr sch\u00f6nes Spiel. Die Cel-Shading-Grafik passt unfassbar gut zum gesamten Setting und l\u00e4sst das Spiel wahrlich gl\u00e4nzen. Nicht zuletzt wei\u00dft es eine unglaubliche Farbpalette auf, die sich gerade in den fr\u00fchen Abendstunden richtig zeigen. Es f\u00e4llt allerdings auf, dass die Bildrate bei zu viel Reis auf dem Bildschirm einknickt \u2013 interessanter Weise ausschlie\u00dflich bei zu viel Reis. Dies ist in keinen anderen Moment passiert. Die Sidescrolling-Areale sind alle auch wundersch\u00f6n gestaltet und man kann die Detailverliebtheit richtig sp\u00fcren. Der Soundtrack ist recht vielf\u00e4ltig und abwechslungsreich gestaltet, sticht allerdings in den meisten Momenten nicht allzu sehr heraus.<\/p>\n<p>Nur ein kleiner Aspekt, aber ich m\u00f6chte es unbedingt anmerken: Mit der Zeit siedeln sich nicht nur Hunde, sondern auch Katzen, Enten und hin und wieder Kappas im Gebiet der eigenen Behausung an. Sowohl die Hunde, als auch die Katzen k\u00f6nnen gestreichelt und getragen werden. Ich glaube ich habe in kaum einen Spiel eine derma\u00dfen s\u00fc\u00dfe Animation gesehen, wie wenn die Tiere getragen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn man an Harvest Moon oder Story of Seasons denkt, kommt einem sofort ein entspanntes Bild in den Kopf: Ruhiges Farmleben, das Aufbauen eines neuen Bauernhofs mit diversen Erzeugnissen, Tieren und nat\u00fcrlich darf ein wenig Romanze auch nicht fehlen. 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