{"id":412,"date":"2020-09-05T19:52:00","date_gmt":"2020-09-05T19:52:00","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=412","title":{"rendered":"Dandara: Trials of Fear Edition"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/77928.jpg\" alt=\"Bild 77928\" style=\"float: right;\">Wer sagt eigentlich, dass 2D-Jump-\u2019n\u2019-Runs immer nach den Regeln der realen Schwerkraft spielen m\u00fcssen? Einer der unz\u00e4hligen Vorz\u00fcge der Videospiele ist doch schlie\u00dflich, dass die Grenzen des Machbaren lediglich in den K\u00f6pfen der Entwickler und Entwicklerinnen vorhanden ist. Wieso gibt es also so wenig Spiele die das menschliche Denken auf die Probe stellen? Das dachten sich wohl auch die Kreativen hinter dem Studionamen Long Hat House. Deren Sch\u00f6pfung ist zwar schon ein ganzes Weilchen erh\u00e4ltlich, erhielt aber \u201ej\u00fcngst\u201c noch ein kostenloses Update spendiert, das in Sachen Umfang nochmal eine Schippe drauflegt. Das Gesamtwerk nennt sich dann <b>Dandara: Trials of Fear Edition<\/b> und soll unser heutiges Testsubjekt sein. Was sich hinter dem Update &#8211; oder eher Upgrade? &#8211; versteckt, und ob sich das zugrundeliegende Spiel \u00fcberhaupt lohnt, das erfahrt im folgenden Kurztest, also rasch die Augen nochmal anfeuchten und ab daf\u00fcr!<\/p>\n<p><b>Salz ist wichtig, aber zu viel oder zu wenig Salz ist auch nicht gut<\/b><br \/>\nNniS neniek neseleg tkerrok hcua tbigre ztas reseid, hcsnuwkc\u00fclg nehcilzreh. Kein Wort verstanden? Nichts wof\u00fcr man sich sch\u00e4men m\u00fcsste! Zwar ergibt der obige Satz r\u00fcckw\u00e4rts gelesen etwas mehr Sinn (oder nicht?!), doch \u00e4hnlich kryptisch geht es auch in der Handlung von <i>Dandara<\/i> zu. Man schl\u00fcpft in die Haut der namensgebenden Heldin, die ohne viel Kontext mehr oder minder aus dem \u201eNichts\u201c erschaffen wird. Kaum die Augen ge\u00f6ffnet, muss sie sich auch schon der harten Realit\u00e4t stellen. In der sogenannten \u201eSalzwelt\u201c ist nicht kein Stein mehr so positioniert wie er es vorher war. Irgendetwas ist dort geschehen und sollte schleunigst untersucht und gerade gebogen werden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/77923.jpg\" alt=\"Bild 77923\" style=\"float: left;\">Gl\u00fccklicherweise kommt unsere Heldin mit Kugelfrisur mit einigen Talenten daher, oder anderes betrachtet scheinen die physikalischen Gesetze in der Salzwelt etwas anders zu sein. Dandara kann n\u00e4mlich an s\u00e4mtlichen Oberfl\u00e4chen an denen noch Salz \u00fcbrig ist Halt suchen, egal ob diese dabei vertikal, schr\u00e4g oder gar kopf\u00fcber positioniert sind. Innerhalb ihrer doch eher begrenzten Sprungreichweite springt man also wie ein Flummi im Zickzack durch die zerst\u00f6rte Welt und versucht aufzukl\u00e4ren, was zum Henker eigentlich vor sich ging. Mehr als Brotkrumen bekommt man dabei aber leider nicht serviert. Hier und da bekommt man mal ein paar philosophische Einlagen spendiert, oder ein paar NPC stellen sich vor, doch den roten Faden suchte ich im Test vergeblich.<\/p>\n<p>Auch die Natur der Spielwelt tr\u00e4gt ihr \u00dcbriges zur Verwirrung bei. Da die Salzwelt nun mal so ist wie sie ist, steht nicht nur Dandara \u00f6fter mal auf dem Kopf, sondern dreht das Spiel selbst auch hier und da die Ansicht des Ganzen. Warum erschlie\u00dft sich nur bedingt, denn man es hat es ohnehin schon schwer genug sich zu orientieren. Dreht sich der aktuelle Raum dann noch um 90 Grad, hilft letztlich nur noch eine Neuorientierung via Minimap. Diese ist immerhin aber sehr detailliert, intuitiv bedienbar und allgemein die einzige M\u00f6glichkeit, sich zurechtzufinden.<\/p>\n<p><b>Von Backtracking und Todesfallen<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/77922.jpg\" alt=\"Bild 77922\" style=\"float: right;\">Die Salzwelt kommt mit einem Ausma\u00df daher, das man sich stellenweise als Spieler schon fast \u00fcberw\u00e4ltigt f\u00fchlen kann. Schreitet man durch einen Raum mit drei Ausg\u00e4ngen und hat sich endlich f\u00fcr einen Weg entschieden, wartet auch schon der n\u00e4chste Raum mit vier Ausg\u00e4ngen. Trotzdem ergibt nach ausreichender Erkundung das gro\u00dfe Ganze immer wieder Sinn und sorgt nicht selten f\u00fcr diese einzigartigen \u201eAhhh!\u201c-Momente. Wie es sich f\u00fcr das Metroidvania-Subgenre geh\u00f6rt, st\u00f6\u00dft man standesgem\u00e4\u00df unterwegs auch auf allerlei Objekte und Hindernisse, die erst nach dem Erwerb der entsprechenden Item oder F\u00e4higkeiten Sinn ergeben oder passiert werden d\u00fcrfen. Ein gewisses Ma\u00df an Backtracking ist also auch hier vorhanden. Zwar bewegt man sich recht flott durch die Welt, doch w\u00e4re ein Schnellreisesystem zwischen den wenigen Checkpoint-Zeltlagern ein wahrer Segen &#8211; vor allem aufgrund der vielen (wenn auch kurzen) Ladezeiten zwischen den R\u00e4umen.<\/p>\n<p>Immerhin wird man aber mit allerlei Gesundheits- und Ausdauerupgrades, sowie allerlei anderen Kuriosit\u00e4ten bei Laune gehalten. All das hilft dann aber auch nicht, wenn man vor lauter Erkundungswut in ein unerforschtes Gebiet rennt, in dem man noch nicht sein sollte, nur um dann j\u00e4mmerlich wie ein aufgescheuchtes Rehlein in den Tod zu h\u00fcpfen. Hier kommen dann \u00fcbrigens auch Mechaniken zum Einsatz, die man vor allem aus <i>Souls<\/i>-Spielen kennt. Tritt man ab, schwebt die Seele n\u00e4mlich mitsamt aller gesammelten Erfahrung noch eine zeitlang am Todesort herum. Stellt man sich geschickt an, darf man dies jedoch wieder einsammeln und kann ohne Verluste weitermachen. Segnet man auf dem Weg dorthin allerdings erneut das Zeitliche, wars das mit den \u00fcberlebenswichtigen Punkten.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/77925.jpg\" alt=\"Bild 77925\" style=\"float: left;\">Diese darf man n\u00e4mlich an den doch recht sp\u00e4rlich ges\u00e4ten Speicherorten in Upgrades f\u00fcr Dandaras F\u00e4higkeiten investieren. So kommt man beispielsweise an mehr Leben oder Ausdauer f\u00fcr Spezialf\u00e4higkeiten. Verteidigen darf sich unsere Heldin \u00fcbrigens auch. Allerdings muss man den Standardangriff aus einigen gef\u00e4cherten Projektilen stets f\u00fcr einen kleinen Moment aufladen und auch das Zielen will gelernt sein. Im Gegensatz zur allgemeinen Bewegung geht die \u201eZiellinie\u201c n\u00e4mlich beim Aufladen des Projektilangriffs fl\u00f6ten.<\/p>\n<p><b>Ein zweischneidiges Schwert<\/b><br \/>\nIhr merkt schon, das Spiel klingt an und f\u00fcr sich extrem gekonnt und aufregend. Dennoch sind es die etlichen kleinen Makel, die es mir extrem schwer machten, das Spiel zu m\u00f6gen oder l\u00e4nger am St\u00fcck zu spielen. Spieler mit hoher Schmerztoleranz oder dem gewissen Qu\u00e4ntchen <i>Dark Souls<\/i>-Expertise d\u00fcrften hier sehr zufrieden in den Abspann reiten. Ist man jedoch was Plattformer angeht weniger talentiert, ist Frust quasi vorprogrammiert. Hier offenbaren sich dann gewisse Stellschrauben, die das Spiel f\u00fcr mehr Spielertypen zug\u00e4nglich, und damit auch spa\u00dfiger gemacht h\u00e4tten. Zum Beispiel eine Option f\u00fcr mehr Checkpoints, oder einfach nur ein einstellbarer Schwierigkeit, in dem man nicht mit zwei Angriffen zermatscht wird, w\u00fcrden das Ruder komplett herumrei\u00dfen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/77927.jpg\" alt=\"Bild 77927\" style=\"float: right;\">Dann wiederum gibt es die harten, aber fairen Bossgegner, die noch dazu bombastisch stimmungsvoll inszeniert sind, das fein integrierte HD-Rumble und den grandios stimmungsvollen Soundtrack. Alles Aspekte die Lust auf mehr machen, dennoch reichte es zumindest f\u00fcr mich pers\u00f6nlich nicht, den hohen Zeitaufwand und den Frust f\u00fcr das Bew\u00e4ltigen des hohen Schwierigkeitsgrades zu rechtfertigen. Ziehen wir also ein Fazit!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer sagt eigentlich, dass 2D-Jump-\u2019n\u2019-Runs immer nach den Regeln der realen Schwerkraft spielen m\u00fcssen? 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