{"id":409,"date":"2020-07-26T23:55:19","date_gmt":"2020-07-26T23:55:19","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=409","title":{"rendered":"Paper Mario: The Origami King"},"content":{"rendered":"<p>Auch wenn die letzten beiden Spiele eher f\u00fcr gemischte Gef\u00fchle als Freudenspr\u00fcnge gesorgt haben, behalten viele <i>Paper Mario<\/i>-Fans dennoch ein F\u00fcnkchen Hoffnung in ihrem Herzen. Die Hoffnung, dass mit dem n\u00e4chsten Titel vielleicht endlich wieder auf die Formel zur\u00fcckgegriffen wird, die aus dem N64-Deb\u00fcttitel und dessen GameCube-Nachfolger gefeierte Rollenspielerlebnisse machten. <b>Paper Mario: The Origami King<\/b> erf\u00fcllt diesen Wunsch auf jeden Fall nicht. Wieder einmal versucht Intelligent Systems den Papierklempner neu zu erfinden und bietet nur ansatzweise spielerische Elemente, die man aus den Urspr\u00fcngen der Reihe kennt. Dass das nicht unbedingt schlecht sein muss, bewies <i>Super Paper Mario<\/i> schon damals auf der Wii. Das neue Switch-Abenteuer jedoch? Dies erweist sich abermals als gemischtes Erlebnis, welches trotz unbestreitbarer Qualit\u00e4ten einen schalen Nachgeschmack hinterl\u00e4sst.<\/p>\n<p><b>Ein Knick im K\u00f6nigreich<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/83389.jpg\" alt=\"Bild 83389\" style=\"float: right;\">Der Handlungsrahmen ist <i>Super Mario<\/i>-typisch schnell erkl\u00e4rt: Origami-Figur und K\u00f6nig Olly faltet die Toads des Pilzk\u00f6nigreichs sowie die Schergen von Bowser zusammen und erobert im Handumdrehen das Schloss von Prinzessin Peach. Nun in komische Luftschlangen gewickelt, muss Mario gemeinsam mit seiner neuen Begleiterin \u2013 einer freundlich gesinnten Origami-Dame namens Olivia \u2013 losziehen, um die farbenfrohen B\u00e4nder aufzul\u00f6sen und sich so Zutritt zum Schloss zu verschaffen. Das ist nat\u00fcrlich einfacher gesagt als getan, sind doch die jeweils anderen Enden der Luftschlangen an entlegenen Winkeln des K\u00f6nigreichs versteckt und selbstverst\u00e4ndlich von Schurken bewacht. Aber Mario hat auch schon so einige Abenteuer hinter sich, von daher nimmt er diese um die 30 Stunden umfassende Reise liebend gern auf sich. Trotz der eher simplen Pr\u00e4misse verf\u00fcgt die Handlung durchaus \u00fcber interessante Wendungen und erz\u00e4hlerische Highlights, die mich w\u00e4hrend meiner Spielzeit gut bei Laune hielten. Dazu tragen auch die Charaktere bei, auch wenn Olivia \u2013 Marios einzige konstante Begleitung und dementsprechend die pr\u00e4senteste Figur mit Sprechrolle \u2013 mir mit ihrer kindlichen Freude \u00fcber den Abenteuerausflug erst ans Herz zu wachsen begann, nachdem sie nicht alle Nase lang den Spielfluss mit irgendwelchen Tutorials unterbrach. Entsprechend z\u00e4h spielen sich dann auch \u00fcbrigens die ersten paar Stunden.<\/p>\n<p>Statt einer klassischen Kapitelstruktur oder kurioser Oberwelt im Stile der Plattformer erwartet euch hier \u00fcbrigens eine komplett zusammenh\u00e4ngende Welt, die ihr in ziemlich linearer Manier auf den Kopf stellt. Ziele werden euch in der Regel klar vorgegeben und auf dem Weg zu einer Luftschlange stolpert ihr h\u00e4ufig sogar direkt \u00fcber (zun\u00e4chst nat\u00fcrlich versperrte) Pfade zum jeweils n\u00e4chsten Areal. Auf diese Weise steht man zumindest nie wirklich ratlos da. Viel mehr als den Weg nach vorne gibt es hier jedoch nicht. So sind zwar in allen Gebieten diverse Sammelobjekte verstreut \u2013 seien es mit aufgesammeltem Konfetti zu verstopfende L\u00f6cher oder Hunderte von Toads \u2013 doch handfeste Sidequests k\u00f6nnt ihr lange suchen. Zumal empfand ich pers\u00f6nlich speziell die Toad-Suche schnell als erm\u00fcdend und nervt\u00f6tend, da bereits das erste recht \u00fcberschaubare Areal auf dem Weg zur ersten Luftschlange \u00fcber 30 von ihnen auf engen Raum quetscht. Da kann man sich keine f\u00fcnf Meter bewegen, ohne einen versteckten Pilzkopf aufzulesen, seine ein, zwei Textboxen zu lesen und dann weiter zum n\u00e4chsten zu marschieren. Die Toad-Dichte l\u00e4sst sp\u00e4ter zum Gl\u00fcck wieder etwas nach, unn\u00f6tig bremsend wirkt die Sammelei trotzdem. Und komplett optional ist sie leider ebenfalls nicht, da manche der menschen\u00e4hnlichen Pilze \u00fcber wichtige Gegenst\u00e4nde verf\u00fcgen und sie alle als Notfall-Helfer in den K\u00e4mpfen einspringen k\u00f6nnen, sofern ihr sie geb\u00fchrend entlohnt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/83388.jpg\" alt=\"Bild 83388\" style=\"float: left;\">Immerhin habt ihr auf eurem Marsch durch die farbenfrohen Gegenden des Pilzk\u00f6nigreichs auch reichlich zu tun. Nicht selten wird euer Vorankommen n\u00e4mlich mit kleineren R\u00e4tsel und Aufgaben aufgelockert, die zwar selten richtig fordern, daf\u00fcr trotzdem unterhaltsam zu l\u00f6sen sind. Mal wollen <I>Super Mario<\/i>-typische Sprungpassagen \u00fcberwunden werden, an einer anderen Stelle steht eine Kette von Tauschhandeln an. Mario hat sich dank Olivia zudem Origami-Faltarme angeeignet, kann diese praktischen Greifer aber leider nur an vorgegebenen Stellen nutzen. Gleiches gilt f\u00fcr sp\u00e4ter aufgelesene Origami-Kr\u00e4fte, die zudem \u2013 anders als die per Bewegungssteuerung oder mit dem Analogstick bedienbaren Arme \u2013 lediglich in kurzen Zwischensequenzen zum Einsatz kommen. Ebenfalls bemerkenswert: Gr\u00f6\u00dfere Feinde, sogenannte Pappmachos, werden im direkten Echtzeitkampf aufs Korn genommen \u2013 ihr m\u00fcsst lediglich direkt auf die Schwachstelle zulaufen und sie dann mit dem Hammer maltr\u00e4tieren. Sogar diverse Minibosse wollen so geschlagen werden. Eine willkommene Abwechslung, bei der man sich unweigerlich fragt, warum nicht mehr Gefechte so laufen.<\/p>\n<p><b>Arena-Drehwurm<\/b><br \/>\nDenn <i>The Origami King<\/i> will ja auch seine Wurzeln als rundenbasiertes Rollenspiel nicht vergessen. Die umherstreifenden Klein-Gegner \u2013 hier im stilechten Origami-Look \u2013 lassen sich in vielen F\u00e4llen bei Bedarf nat\u00fcrlich auch umgehen, um ein paar Intermezzos kommt ihr jedoch nicht herum. Dann d\u00fcrft ihr euch am unkonventionellen Kampfsystem versuchen. Die abseits von Bossen stets mindestens in Vierergruppen auftretenden Gegner stellen sich dann kreisum um Mario herum und ihr m\u00fcsst sie in der ersten Phase durch Drehen und Verschieben der Bodenplatten aufreihen \u2013 Linien f\u00fcr Sprungkombos, Kastenformationen f\u00fcr Hammerschl\u00e4ge. Gelingt euch dies, k\u00f6nnt ihr die Teams nicht nur komplett mit einem Kommando attackieren, sondern erhaltet auch noch einen St\u00e4rkebonus. Gerade zu Beginn haben die Fights dadurch eher Puzzle-Charakter, da ihr die frechen Faltfeinde bei erfolgreich gel\u00f6stem Schieber\u00e4tsel mit einem Schlag ausschalten k\u00f6nnt. Sp\u00e4tere Konfrontationen erfordern eventuell etwas zus\u00e4tzlichen Aufwand, der kann jedoch h\u00e4ufig schlichtweg durch aktuelle Ausr\u00fcstung wettgemacht werden. Stellenweise mischen \u00fcbrigens auch diverse von der Story vorgegebene Partner-Charaktere im Kampf mit, diese unterstehen jedoch nicht eurem Kommando. Eine schwache Umsetzung einer beliebten Spielmechanik aus den ersten <i>Paper Mario<\/i>-Teilen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/83384.jpg\" alt=\"Bild 83384\" style=\"float: right;\">Lediglich auf dem Papier ein \u00c4rgernis: Sprung- und Hammer-Upgrades verf\u00fcgen \u00fcber eine begrenzte Haltbarkeit und m\u00fcssen bei h\u00e4ufiger Benutzung regelm\u00e4\u00dfig ausgewechselt werden. Da ihr pro Kategorie jedoch drei Slots zur Verf\u00fcgung habt und die Ausr\u00fcstungs-Items im Vergleich zur extrem spendablen M\u00fcnzaussch\u00fcttung spottbillig sind, wiegt die Zerbrechlichkeit nicht schwer. Andere Upgrade-M\u00f6glichkeiten gibt es \u00fcbrigens nur in Form von regelm\u00e4\u00dfig im Handlungsverlauf einkassierbaren und teils auch versteckten Herzpunkte-Containern, die auch Marios St\u00e4rke erh\u00f6hen. Erfahrungspunkte sind leider Mangelware, weswegen die normalen K\u00e4mpfe teils ziemlich \u00fcberfl\u00fcssig wirken. \u00c4hnlich witzlos wirken die aus den Vorg\u00e4ngerspielen \u00fcbernommenen Erstschl\u00e4ge: Sofern ihr nicht stark genug seid, um den Kampf so komplett umgehen zu k\u00f6nnen, f\u00fcgt ihr mit einem aus der Oberwelt eingeleiteten Initiativangriff lediglich einem von mindestens vier Gegnern Schaden zu. Da das ganze Kampfsystem sich jedoch um Gruppen-Konfrontationen dreht, bringt einem dies herzlich wenig.<\/p>\n<p>Alles andere als witz- und sinnlos sind wiederum die Bosse, von denen <i>The Origami King<\/i> mehr als reichlich bietet. Hier wird die gesamte Kampfmechanik praktisch auf den Kopf gestellt: Der Obermotz steht in der Spielfeldmitte und Mario muss ihn irgendwie erreichen. Zu diesem Zweck l\u00e4uft er automatisch \u00fcber die Ringfelder wie auf einem Spielbrett, wobei Pfeile die Marschrichtung angeben. Dabei kann er St\u00e4rke-Booster, Tipps oder Schatzkisten auflesen, die Reise endet jedoch sobald Mario auf einem Aktionsfeld landet \u2013 sei es eines f\u00fcr normale Attacken oder eines, das m\u00e4chtigere Spezialman\u00f6ver erlaubt. Entsprechend gilt es, am Anfang einer jeden Runde die Ringe so auszurichten, dass man direkt auf die jeweiligen Schwachpunkte der Bosse einwirken kann. Das ist nat\u00fcrlich im Angesicht des Zeitlimits f\u00fcr die Ringbewegung einfacher gesagt als getan, machte mir jedoch enorm Laune. Trotz Marios eingeschr\u00e4nkten Aktionsspielraums, da er immer noch nur springen, h\u00e4mmern und auf Spezialfeldern Origami-Moves nutzen kann, kommen hier dank der trickreichen Bossman\u00f6ver interessante Knobeleien zustande, die gekonnt die Spannung aufrecht erhalten.<\/p>\n<p><b>Eine Traumwelt aus Pappe und Kreppapier<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/83390.jpg\" alt=\"Bild 83390\" style=\"float: left;\">Doch egal, wie unkonventionell die spielerische Komponente von <i>Paper Mario<\/i> ausfallen mag, zumindest ein Element bleibt in der Reihe konstant: Die erstklassige Umsetzung des Grafikstils. <i>The Origami King<\/i> bietet schlichtweg atemberaubend gestaltete Umgebungen, die wie tats\u00e4chlich aus Papier, Pappe und Pappmach\u00e9 gebastelte Schaupl\u00e4tze wirken. Speziell die dank K\u00f6nig Ollys Treiben \u00fcberall auftretenden L\u00f6cher in der Gegend, welche Drahtgestelle preisgeben, st\u00fctzen diese Illusion ungemein. Erstklassige Animationen f\u00fcr Freund und Feind hauchen dem Abenteuer ebenfalls gekonnt Leben ein. Auch die musikalische Komponente \u00fcberzeugt auf ganzer Linie und weist beispielsweise f\u00fcr jedes Gebiet eine eigene Kampfmusik vor \u2013 so wird zumindest euren Ohren bei den regul\u00e4ren Konfrontationen nicht langweilig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch wenn die letzten beiden Spiele eher f\u00fcr gemischte Gef\u00fchle als Freudenspr\u00fcnge gesorgt haben, behalten viele Paper Mario-Fans dennoch ein F\u00fcnkchen Hoffnung in ihrem Herzen. Die Hoffnung, dass mit dem n\u00e4chsten Titel vielleicht endlich wieder auf die Formel zur\u00fcckgegriffen wird, die aus dem N64-Deb\u00fcttitel und dessen GameCube-Nachfolger gefeierte Rollenspielerlebnisse machten. 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