{"id":405,"date":"2020-06-27T18:00:00","date_gmt":"2020-06-27T18:00:00","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=405","title":{"rendered":"The Outer Worlds"},"content":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend auf anderen Plattformen wie in jedem Jahr die sommerliche Spieleflaute beklagt wird, kann die Nintendo Switch zum vierten Mal in Folge nur m\u00fcde lachen. Dank 2Ks Blockbuster <i>Borderlands<\/i>, <i>XCOM<\/i> und <i>Bioshock<\/i> sowie Monolith Softs <i>Xenoblade<\/i> sind wir schon angenehm durch den Mai gekommen und mit <b>The Outer Worlds<\/b>, seines Zeichens geistiger Nachfolger von <i>Fallout: New Vegas<\/i> (schlie\u00dflich auch von Obsidian Entertainment entwickelt), folgte Anfang des Monats der n\u00e4chste gro\u00dfe Release. Ich kl\u00e4re in diesem Review, warum dieser Titel vielleicht doch nicht der gro\u00dfe Bringer auf dem Hybriden ist, aber auf anderen Plattformen definitiv ein Blick wert ist und weshalb Bethesda trotzdem mit der <i>Fallout<\/i>-Hauptreihe ein weiteres Zuhause auf der Switch finden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p><b>Humor mit dem Holzhammer<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/83316.jpg\" alt=\"Bild 83316\" style=\"float: right;\">Was w\u00e4re, wenn der Anschlag auf einen amerikanischen Pr\u00e4sidenten des 20. Jahrhunderts fehlgeschlagen w\u00e4re und deswegen Gro\u00dfkonzerne die Macht \u00fcbernommen h\u00e4tten? Dann w\u00e4re wohl die Welt und gar die ganze Galaxie so wie im Sternensystem Halcyon: Jeder Planet ist einer anderen Firma versprochen, die ihre ganz eigenen Interessen vertritt aber zusammen mit der Konkurrenz um den gr\u00f6\u00dften Profit wetteifert. In diesem Universum befindet sich mein namenloser Held im tiefen Kryoschlaf, denn die Erde hat die kl\u00fcgsten K\u00f6pfe als neue Kolonie in die Weiten des Alls entsandt. Bl\u00f6derweise gab es einen Unfall und so taut mich ein wirrer Professor auf, der in mir den perfekten Handlanger f\u00fcr die Befreiung der gesamten Kolonie auserkoren hat. Ohne gro\u00dfe Erkl\u00e4rungen schickt er mich auf den Planeten Terra 2, auf dem ich von einem Schmuggler abgeholt werden soll. Bl\u00f6derweise funktioniert meine Fluchtkapsel zu gut und findet ihr Ziel auf den Meter genau. Sprich, sobald ich die Kapsel \u00f6ffne und endlich festen Boden unter mir sp\u00fcre, stehe ich auf der zermatschten Leiche des Raumschiffcaptains, der mich eigentlich von hier herunter geleiten soll (ja, dieses Niveau an Gags wird bis zum Ende durchgezogen). Der Wissenschaftler, der sich als Phines Welles zu Erkennen gibt, navigiert mich \u00fcber Funk durch das Gestr\u00fcpp bis ich endlich auf besagtes Vehikel sto\u00dfe, das mich mobil machen soll. Die lokale Autorit\u00e4t findet den Falschparker allerdings gar nicht lustig und so sichert bereits eine Patrouille des \u00f6rtlichen Sicherheitsdienstes die Umgebung ab. So richtig gr\u00fcndlich waren sie dabei wohl nicht, denn wenig sp\u00e4ter werden sie von wilden Banditen weggepustet &#8211; eventuell haben meine aufmunternden Worte die Angst der Beamten vor der zahlenm\u00e4\u00dfigen \u00dcberlegenheit der Gegner einer kopflosen Euphorie und selbstm\u00f6rderischen Heldentum weichen lassen. Gl\u00fccklicherweise kann ich als Elite der Menschheit (so sagt es zumindest der Prolog) neben einer beeindruckenden Rhetorik und einem mannigfaltigen Wortschatz auch auf grandiose Schie\u00dfk\u00fcnste mit der zuvor geborgten Pistole zur\u00fcckgreifen und die bereits geschw\u00e4chten Feinde auseinandernehmen.<\/p>\n<p>Kaum ist der Weg zur Unreliable frei, besteige ich das Monstrum und der Bordcomputer erkennt mich ohne gro\u00dfe Widerworte und Zutun als neuen Captain an. Bl\u00f6derweise fehlt dem Schiff ein Spannungswandler, den es im nahegelegenen Edgewater aufzusp\u00fcren gilt. In der Stadt angekommen berichtet mir der Firmenbesitzer der \u00f6rtlichen Fischfabrik von einer Gelegenheit besagtes Teil zu ergattern. Einige der hiesigen Mitarbeiter sind desertiert und nutzen jetzt den Strom des nahegelegenen Kraftwerks, der eigentlich f\u00fcr die Stadt bestimmt ist. So m\u00fcssen die Energiekosten der Stadt aktuell mit einem Generator gedeckt werden, der einen solchen Converter beinhaltet. Also nichts wie hin zu den Deserteuren, die nat\u00fcrlich g\u00e4nzlich andere Interessen vertreten und am liebsten die ganze Stadt aus den F\u00e4ngen der Corporation befreien wollen. Auf meiner Reise begleitet mich nun auch k\u00fcnftig die Mechanikerin Parvati Holcomb, die aber zwischen indoktrinierten Gehorsam zur Firma und Freiheitsbestreben hadert und sich noch nicht so recht f\u00fcr eine Seite entscheiden kann. Wie in <i>Fallout 3<\/i> liegt nun das Schicksal einer ganzen Stadt in meiner Hand, wobei dieses Mal keine Atompilze zu den Ausgangsm\u00f6glichkeiten z\u00e4hlen.<\/p>\n<p><b>Entscheidungen \u00fcber Entscheidungen<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/83307.jpg\" alt=\"Bild 83307\" style=\"float: left;\">Mit der Entscheidung selbst habe ich aber auch noch etwas Zeit, denn beide Parteien schicken mich erstmal in besagtes Kraftwerk, das inzwischen von wild gewordenen Wachrobotern bev\u00f6lkert wird. In diesem Dungeon werden sich viele <i>Fallout<\/i>-Spieler sofort heimisch f\u00fchlen, denn \u00fcberall gibt es Gegner mit Loot, hackbare Computer und verschlossene Schr\u00e4nke und Tresore, die nur darauf warten geknackt zu werden. Zusammen mit meiner neuen Partnerin schie\u00dfe ich mich durch den Dungeon, entdecke das ein oder andere kleine Geheimnis und stehe schlie\u00dflich vor der gro\u00dfen Entscheidung, an wen ich die Gesamtkapazit\u00e4t der Einrichtung hinleiten soll: Zur Stadt oder zum provisorischen Fl\u00fcchtlingscamp. Kurz vor knapp redet mir meine Begleiterin nochmal ins Gewissen und die endg\u00fcltige Entscheidung wird getroffen. Resultierend daraus erhalte ich auf beiden Wegen meinen Converter, bin aber mit beiden Parteien am Ende besser oder schlechter gestellt. Wom\u00f6glich habe ich w\u00e4hrend meiner Zeit auf dem fremden Planeten auch noch weitere Mitstreiter rekrutieren und zahlreiche Nebenquests abschlie\u00dfen k\u00f6nnen. Egal was ich auf Terra 2 anstelle, das n\u00e4chste Ziel wird immer das Schwesterschiff des verungl\u00fcckten Kolonietransporters Hope sein: Die Groundbreaker.<\/p>\n<p>Genau nach diesem Prinzip wiederholen sich die Reisen auf die anderen (abgesehen vom letzten) Planeten des Sternensystems: Vor Ort hat ein Questgeber ein Problem und ben\u00f6tigt zur L\u00f6sung die Hilfe des Spielers. W\u00e4hrend des Storyverlaufs gibt es oft Kontakt zur anderen Partei und Entscheidungen m\u00fcssen getroffen werden um sich mit der einen Fraktion besser zu stellen und sich bei der anderen den Ruf zu vermiesen. Gl\u00fccklicherweise haben die Entwickler aber auch meist zufriedenstellende Mittelwege erm\u00f6glicht, sodass man am Ende nicht immer einen Beteiligten komplett entt\u00e4uschen muss. Aber auch v\u00f6llig andere Wege entpuppen sich: So kann man auf Terra 2 den Fabrikleiter noch vor dem Gespr\u00e4ch pulverisieren, Parvati als Begleiterin absto\u00dfen und dennoch auf die richtige F\u00e4hrte gelangen, da der Questgeber gl\u00fccklicherweise bei seinem Ableben eine Schl\u00fcsselkarte zu einem Hinterzimmer fallen l\u00e4sst, in dem ein Terminal \u00fcber die Misere der Stadt und den verf\u00fcgbaren Konverter berichtet. Wer mag, kann auch zuerst bei den Deserteuren vorbeischauen und dort die Quest beginnen oder aber er legt beide Lager in Asche und bekommt dann das technische Ger\u00e4t hinterhergeworfen. Das funktioniert bei so gut wie jeder Storymission, bei kleineren Sidequests wird allerdings der Strang beendet, sobald relevante Charaktere sterben, und die Aufgabe in der Kategorie \u201eVerbockt\u201c abgelegt, damit sich der Spieler auf ewig sch\u00e4mt.<\/p>\n<p><b>Ach ja, da war noch die Technik\u2026<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/83319.jpg\" alt=\"Bild 83319\" style=\"float: right;\">So gut und verzweigt auch die Story auch sein mag, ein paar Worte muss ich dann doch noch \u00fcber das Gameplay und die Technik verlieren. Und besonders beim letzten Punkt gl\u00e4nzt die Switch-Version leider ganz und gar nicht: Die Grafik wirkt extrem verwaschen, unscharf und geradezu h\u00e4sslich. Nach den ersten Minuten im Spiel hatte ich meine Probleme, die Motivation zum Weiterspielen aufrecht zu halten und mit dem Vergleichsvideo zur PC-Version, das ich euch unter dem Testbericht nochmal verlinkt habe, merkt man den gigantischen Unterschied zwischen den beiden Plattformumsetzungen. Unter besagtem Video verk\u00fcndete ein Kommentarschreiber auch bereits, dass das Spiel unspielbar ist und an dieser Stelle muss ich dann doch entschieden widersprechen. Das Gameplay ist, abseits vom Aussehen, eins zu eins gleich und macht ordentlich Spa\u00df. Die Performance ist besonders anfangs durchgehend fl\u00fcssig (sp\u00e4ter wird es bei actionreichen Szenen schon etwas schwieriger) und es kommt nur selten zu Situationen, in denen mal Texturen und Objekte nachgeladen werden m\u00fcssen, allerdings sehen diese eben auch nicht gerade ansehnlich aus. Was aber auch auff\u00e4llt: Die einzelnen Welten und Dungeons sind wirklich klein, zumindest im Vergleich zu den <i>Fallout<\/i>-Titeln. Das ist wohl der Entwicklung geschuldet, da Obsidian w\u00e4hrend der Entwicklung in die Microsoft Studios eingegliedert wurde und zuvor nur wenige Mitarbeiter am Spiel arbeiteten. Sp\u00e4ter offenbarte man in Interviews, dass das Geld knapp wurde und so ein z\u00fcgiger Release her musste. Dementsprechend h\u00e4lt sich auch der allgemeine Umfang des Spiels im Rahmen, auch wenn die ausgearbeiteten Questwege offenbaren, dass wohl erst in eine andere Richtung mit gr\u00f6\u00dferen Welten und mehr Inhalt geplant wurde. Auch die Musik h\u00e4lt sich leider sehr in Grenzen der M\u00f6glichkeiten und ist nach der Spielsession auch wieder schnell vergessen. Aber immerhin: Nervig ist sie nicht und deswegen dudelt sie lieber im Hintergrund vor sich hin.<\/p>\n<p>Anders \u00e4u\u00dfert sich die Sprachausgabe, die bei den zahlreichen NPCs und Dialogen sowohl umfangreich als auch qualitativ hochwertig ist. So macht es viel Laune, der englischen Vertonung zu lauschen. Leider wird die Freude hin und wieder durch Rechtschreib- und Grammatikfehler getr\u00fcbt, die im Dialogsystem angezeigt werden. Ein wenig nervig kann auch die Limitierung der Speicherpl\u00e4tze sein, denn es darf nur auf zehn Slots gespeichert werden. Und auch die Ladezeiten schlagen aufs Gem\u00fct, denn einmal nicht aufgepasst und gestorben, einen Save geladen oder ein neues Gebiet betreten und es hei\u00dft Pause! Durchschnittlich eine halbe Minute l\u00e4dt die Switch vor sich hin und die immergleichen Ladebildchen tauchen auf dem Bildschirm auf w\u00e4hrend sich ein Ladeicon freudig dreht und hin und wieder kleine Tipps eingeblendet werden. Sind die Ladezeiten aber geschafft, kann meist ein gr\u00f6\u00dferes Gebiet erkundet werden und es gibt meist einiges zu looten, sogar innerhalb von St\u00e4dten &#8211; die NPCs sind sehr unachtsam wenn es um ihre Habseligkeiten geht. Falls doch mal die Schusswaffe gezogen werden muss erm\u00f6glicht ein Zeitlupen-Modus den einfacheren Umgang mit dem Gamepad und damit die Shootermechanik. Gut ist sie leider nicht, denn oft wird es dann doch recht hektisch und lange h\u00e4lt die verlangsamte Zeit auch nicht an. Doch wer mag kann noch eine Zielhilfe und Bewegungssteuerung dazugeschaltet werden, was bei Shootern auf der Switch hoffentlich irgendwann Standard wird. Auch sonst l\u00e4sst sich viel in den Einstellungen konfigurieren, vor allem was das UI betrifft. Alle Anzeigen k\u00f6nnen ein- und ausgeschaltet werden und auch die Schriftgr\u00f6\u00dfe l\u00e4sst sich ver\u00e4ndern, was unterwegs ein Segen ist. Auf barrierefreies Gaming kann man sich allerdings nicht freuen, Features wie einstellbare Farben f\u00fcr Farbenblinde gibt es leider nicht.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"100%\" height=\"428\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/So9kZxw9_aI\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend auf anderen Plattformen wie in jedem Jahr die sommerliche Spieleflaute beklagt wird, kann die Nintendo Switch zum vierten Mal in Folge nur m\u00fcde lachen. 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