{"id":402,"date":"2020-06-16T19:30:00","date_gmt":"2020-06-16T19:30:00","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=402","title":{"rendered":"Pok\u00e9mon Mystery Dungeon: Retterteam DX"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/83241.jpg\" alt=\"Bild 83241\" style=\"float: right;\">Wir schreiben das Jahr 2020. Das Wort \u201eCorona\u201c ist in aller Munde und Verz\u00f6gerungen, in welchen Industrien auch immer, geh\u00f6ren fast schon zur Normalit\u00e4t. Frei nach diesem Motto, werfen wir doch mal einen kritischen Blick auf das immerhin schon Anfang M\u00e4rz erschienene <b>Pok\u00e9mon Mystery Dungeon: Retterteam DX<\/b>. W\u00e4hrend die Hauptserie mit <i>Schwert<\/i> und <i>Schild<\/i> reichlich Umsatz, aber auch massive Kritik einfuhr, ist ein Blick \u00fcber den Tellerrand vielleicht gar nicht so \u00fcbel. Und um einen Nostalgischen handelt es sich noch zus\u00e4tzlich, <i>Retterteam DX<\/i> versteht sich n\u00e4mlich als Neuauflage der Serienerstlinge \u2013 keine Geringeren als <i>Pok\u00e9mon Mystery Dungeon: Team Rot<\/i> (Game Boy Advance) und <i>Pok\u00e9mon Mystery Dungeon: Team Blau<\/i> (Nintendo DS). Aber kann die Frischzellenkur mit den Originalen mithalten? Das erfahrt ihr im folgenden Test.<\/p>\n<p><b>Anderen helfen um sich selbst zu helfen<\/b><br \/>\nFreilich wird nicht jeder etwas mit dem doch eher eigensinnigen Spinoff anfangen k\u00f6nnen, daher hier zun\u00e4chst eine kleine Einleitung. In den <i>Mystery Dungeon<\/i>-Spielen wandelt man ausnahmsweise mal nicht als Mensch auf der Erde, sondern schl\u00fcpft die Haut einen waschechten Taschenmonsters. Entgegen der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung schl\u00fcpfen diese n\u00e4mlich nicht etwa aus rot-wei\u00dfen Pok\u00e9b\u00e4llen, sondern k\u00f6nnen durchaus auch eigenst\u00e4ndig in der Natur leben. Das Pok\u00e9mon-Leben geht dabei keinesfalls unzivilisiert vonstatten. Die Tierchen haben sich, ganz wie auch wir, in Gruppen zusammengefunden, ein \u00d6rtchen gegr\u00fcndet und sogar Behausungen hochgezogen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/83240.jpg\" alt=\"Bild 83240\" style=\"float: left;\">Nach einem serien\u00fcblichen Eignungstest, den man m\u00f6glichst intuitiv beantworten, aber nat\u00fcrlich auch manipulieren kann, bekommt man ein zur eigenen Gesinnung passendes Monster empfohlen. In meinem Fall h\u00e4tte es zwar ein Machollo seien sollen, dennoch entschied ich mal Hydropi auf Beutezug zu gehen. Auch einen Partner darf man w\u00e4hlen, der einem \u2013 wie mein Kumpel Bisasam \u2013 fortan mit Rat und Tat zur Seite stehen soll. Mit diesem Gespann ist es die Aufgabe des Spielers, Hilfegesuche von anderen Wesen anzunehmen und aufzuf\u00fchren. Dabei verschl\u00e4gt es einen in einen von etlichen thematisch unterschiedlichen Dungeons, doch mehr dazu sp\u00e4ter. Generell scheint sich in dem verschlafenen Pok\u00e9mon-Dorf so ziemlich alles um die Rettung von in Not geratenen zu drehen.<\/p>\n<p><b>Rundenbasiert, aber anders<\/b><br \/>\nSo viel zum Drumherum, doch was wirklich z\u00e4hlt ist gutes Gameplay, nicht wahr? Besagte Verliese werden allesamt aus der Draufsicht gespielt, was f\u00fcr einen recht guten \u00dcberblick sorgt. Eine Minimap hilft zudem bei der Orientierung und zeigt sogar dieses Mal standardm\u00e4\u00dfig Questziele und Items auf den Ebenen an. Ziel einer jeden Ebene ist es, die n\u00e4chste Treppe nach oben oder nach unten ausfindig zu machen, um weiter voranzuschreiten. Hat man die Ebene eines Auftrags erreicht, etwa um ein verletzten Pok\u00e9mon aufzup\u00e4ppeln oder ein Item auszuliefern, so wird man auch entsprechend vom Spiel benachrichtigt. Generell ist die Kernsubstanz der Originale zwar erhalten geblieben, doch hat man an vielen Ecken und Kanten geschliffen um alles etwas zug\u00e4nglicher zu gestalten. So kommt man nun beispielsweise entspannter vom einen Ende des Dorfs zum anderen, kann mehr Auftr\u00e4ge gleichzeitig annehmen oder aber leichter neue Gef\u00e4hrten auflesen. Das f\u00fchlt sich im Gro\u00dfen und Ganzen ziemlich gelungen an, auch wenn beispielsweise die begehbaren Heimst\u00e4tten neuer Rettungsteam-Kumpanen dem L\u00f6schknopf zum Opfer geworden sind.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/83244.jpg\" alt=\"Bild 83244\" style=\"float: right;\">Dummerweise f\u00fchlt sich \u00fcbrigens gerade die Fortbewegung in den Dungeons weniger geschmeidig an als damals. Bis dato bin ich mir nicht sicher ob das nur meine pers\u00f6nliche Fehlwahrnehmung ist, oder ob das Gameplay einfach nur schlecht gealtert ist. Um taktisch sinnvoll und vor allem halbwegs geschwind durch die Areale zu sauen, bedarf es n\u00e4mlich schon einer nicht unerheblichen Eingew\u00f6hnungsphase. Auch der Beleiter-KI Herr zu werden ist nicht ganz ohne. Zwar gibt es dazu einige ausw\u00e4hlbaren Strategien a la \u201eMir nach!\u201c oder \u201eJeder f\u00fcr sich!\u201c, doch hat auch jeder Modus so seine T\u00fccken. Um zu vermeiden, dass das Team s\u00e4mtlich schlafende Hunde weckt oder jedem Item unerbittlich hinterherrennt, muss man n\u00e4mlich erstmal mit den T\u00fccken der Begleiter umzugehen lernen.<\/p>\n<p>Ach ja, \u00fcbrigens bewegt man sich stets auf einer Art Schachbrett durch die engen und zufallsgenerierten G\u00e4nge der Dungeons. In jedem einzelnen trifft man zudem auf eine bestimmte Auswahl an Taschenmonstern, die sich mit etwas Gl\u00fcck sogar dem eigenen Team anschlie\u00dfen wollen. Der Rest geht nach guter alter Pok\u00e9mon-Tradition vonstatten. Die Wesen greifen gem\u00e4\u00df ihrer Statuswerte an, Feuer ist stark gegen Pflanze, und so weiter. Dennoch f\u00fchlt sich das Gekabbel mitunter doch sehr anders an, da man immer wieder neuen Situationen ausgesetzt wird, die sich teilweise nur durch ganz bestimmte Sonderitems oder Spezialf\u00e4higkeiten reibungslos l\u00f6sen lassen. F\u00fcr alle anderen F\u00e4lle sollte man immer genug Belebersamen dabeihaben.<\/p>\n<p><b>Kein Meister vom Himmel gefallen<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/83242.jpg\" alt=\"Bild 83242\" style=\"float: left;\">Der Schwierigkeitsgrad zieht dabei ziemlich schnell an, wird aber nie wirklich unfair. Erf\u00e4hrt man beim ersten Mal noch eine vernichtende Niederlage, kommt man beim zweiten Mal schon wieder besser trainiert und bis auf die Z\u00e4hne bewaffnet an und siehe da, Fortschritt! Wer im Dungeon draufgeht, verliert \u00fcbrigens nicht nur seine W\u00fcrde, sondern auch s\u00e4mtliche Items und die gesamte Reisekasse. Wer m\u00f6chte, kann sich aber auch selbst retten lassen. Was damals noch per Passwort gel\u00f6st werden musste, kann man nun auch bequem per Internet erledigen. Wer jedoch wie ich keine Freunde mit diesem Spiel hat, kann auch schon mal bis zu sieben Tage warten bis man weiterspielen darf. S\u00e4mtlicher Spielinhalt wird n\u00e4mlich erstmal geblockt, bis man gerettet wurde oder sich dazu entscheidet den Verlust s\u00e4mtlicher G\u00fcter hinzunehmen.<\/p>\n<p>Story-technisch macht der Titel eigentlich nichts verkehrt. Die herzerw\u00e4rmende Geschichte von Freundschaft und Tugenden wie Mut und Bescheidenheit wurde 1:1 \u00fcbernommen, wei\u00df hier und da mit \u00fcberraschenden Elementen zu begeistert, und entwickelt in einem recht ertr\u00e4glichen Tempo. Zwar gibt es Phasen in denen man einige Ingame-Tage mit Standardrettungen \u00fcberbr\u00fccken muss, doch gibt dies auch Raum, um sich mit anderen Elementen des Spiels, wie dem Training und Attacken-Links auseinanderzusetzen. Wirklich neu ist aber neben den ganzen \u201eQuality of Life\u201c-\u00c4nderungen zudem noch die Optik. Hier entschied man sich f\u00fcr einen verspielten Pastell-\u00d6lgem\u00e4lde-M\u00e4rchenbuch-Look (oder so?), der jedenfalls verdammt knuffig und stimmig aussieht, aber wohl auch nicht jedermanns Geschmack treffen d\u00fcrfte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir schreiben das Jahr 2020. Das Wort \u201eCorona\u201c ist in aller Munde und Verz\u00f6gerungen, in welchen Industrien auch immer, geh\u00f6ren fast schon zur Normalit\u00e4t. Frei nach diesem Motto, werfen wir doch mal einen kritischen Blick auf das immerhin schon Anfang M\u00e4rz erschienene Pok\u00e9mon Mystery Dungeon: Retterteam DX. 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