{"id":401,"date":"2020-06-15T18:00:12","date_gmt":"2020-06-15T18:00:12","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=401","title":{"rendered":"Edna bricht aus: Anniversary Edition"},"content":{"rendered":"<p>Ist es wirklich schon \u00fcber zehn Jahre her, dass <i>Edna bricht aus<\/i> die deutsche Adventure-Szene eroberte? Kinder, wie die Zeit vergeht! Etwa um das zehnj\u00e4hrige Jubil\u00e4um herum bekam der moderne Klassiker dann auf dem PC auch eine l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llige Neuauflage spendiert, die allem voran den zwar charmanten, aber unterm Strich doch seines \u00fcberschaubaren Budgets verschuldeten simplen Cartoon-Stil \u00fcberarbeitete. Mit <b>Edna &#038; Harvey: The Breakout \u2013 Anniversary Edition<\/b>, wie es im eShop zum Verkauf steht, im deutschen Home-Men\u00fc und Titelbildschirm jedoch als <i>Edna bricht aus: Anniversary Edition<\/i> gelistet wird, landet der Titel nun auch auf der Switch. Und auch wenn genretypisch die Steuerung nicht ganz das Gelbe vom Ei ist, wei\u00df das grundlegende Knobel-Abenteuer auch \u00fcber zehn Jahre sp\u00e4ter noch genau so zu \u00fcberzeugen wie am ersten Tag.<\/p>\n<p><b>Ein irrer Fluchtplan<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/83230.jpg\" alt=\"Bild 83230\" style=\"float: right;\">Die Ausgangslage ist schnell erkl\u00e4rt: Hauptfigur Edna Konrad befindet sich in einer Irrenanstalt und wird dort nat\u00fcrlich v\u00f6llig zu Unrecht festgehalten. Schlie\u00dflich ist sie bei bester geistiger Gesundheit, was ihr sprechender Stoffhase Harvey auch bezeugen kann. Doch die Flucht ist selbstredend alles andere als einfach, vor allem weil der vom fiesen Psychiater Dr. Marcel geleitete Komplex nicht nur \u00fcber diverses Wachpersonal verf\u00fcgt, sondern auch nach au\u00dfen hin gut abgeriegelt ist. Zudem kann sich Edna nur geringf\u00fcgig an ihre Vergangenheit erinnern und m\u00f6chte dieser auch noch auf den Grund gehen. Ein mehr als ausreichender Anlass daf\u00fcr, den Komplex geh\u00f6rig auf den Kopf zu stellen und sich nebenbei vielleicht auch mit diversen merkw\u00fcrdigen Gestalten in den Hallen und R\u00e4umen anzufreunden.<\/p>\n<p>Edna verf\u00fcgt im Prinzip \u00fcber das \u00fcbliche Aktionsrepertoire einer Adventure-Hauptfigur. Mit dem linken Analogstick wird sie durch die Gegend gescheucht, w\u00e4hrend der rechte in der N\u00e4he gelegene Hotspots abf\u00e4hrt \u2013 der n\u00e4chstbeste wird dabei standardm\u00e4\u00dfig direkt markiert. Mit gedr\u00fccktgehaltener A-Taste lassen sich die in einem Rad angeordneten Aktionen anzeigen und per Y-Taste eine Standard-Interaktion ausf\u00fchren. Das Inventar wird wiederum mit den Schultertasten bedient. Das geht tats\u00e4chlich nach etwas Eingew\u00f6hnung locker von der Hand. Frustrierend kann es jedoch werden, wenn Edna sich zur Durchf\u00fchrung einer Aktion etwas vom Objekt wegbewegt und der Hotspot folglich ausgeblendet wird. Dann muss man n\u00e4mlich erst wieder r\u00fcberlaufen, bis man den n\u00e4chsten Befehl ausprobieren darf. Alternativ kann man nat\u00fcrlich auch die bl\u00f6derweise nirgendwo dokumentierte, vollst\u00e4ndige Hotspot-Anzeige mit einem Klick auf den rechten Stick aktivieren, nur kleistert einen diese je nach Bildschirm regelrecht das Display zu. Und Stichwort \u201enirgendwo dokumentiert\u201c: Dass man mit der ZR-Taste schneller rennen kann, habe ich auch erst durch Zufall auf halbem Weg durchs Spiel herausgefunden. Eine Kurzanleitung h\u00e4tte hier wirklich geholfen. Eine Touch-Steuerung gibt es hier \u00fcbrigens kurioserweise nicht.<\/p>\n<p><b>Der gem\u00fctliche Plausch mit dem Inventar<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/83228.jpg\" alt=\"Bild 83228\" style=\"float: left;\">Doch zur\u00fcck zum Abenteuer, denn allein die Gummizelle, in der man beginnt, schl\u00e4gt bereits gut den Ton an. Weil Ednas Denkweise alles andere als bodenst\u00e4ndig ist, kann sie beispielsweise problemlos mit so ziemlich jedem Objekt reden \u2013 und auch Antworten erhalten. Wirklich bedeutend f\u00fcr den Spielfortschritt ist diese F\u00e4higkeit nie, doch die Massen an Kalauern und lockeren Unterhaltungen fallen umso h\u00e4ufiger urkomisch aus. So tauft sie ihr frisch eingesacktes Stuhlbein Stuhlfried, nur um kurz darauf nach einer gewissen anderen Aktion dessen \u201eTod\u201c zu bedauern. Selbst bestimmte Objekt-Kombinationen m\u00fcssen nicht immer mit der Standard-Phrase \u201eDas klappt so nicht\u201c abserviert werden. Edna kann beispielsweise sehr wohl auf so ziemlich allem mit dem Kugelschreiber herumkritzeln oder die Situation mit einem aufgelesenen Comic-Heft abgleichen. Der halbe Spa\u00df von <i>Edna bricht aus<\/i> ist zweifelsfrei das ausgiebige Erkunden der im Prinzip recht \u00fcberschaubaren Umgebungen und Auffinden der zahlreichen versteckten Witze \u2013 auch wenn die Protagonistin selbst sich nichts sehnlicher von einem Flaschengeist w\u00fcnschen w\u00fcrde, als dass der Spieler genau dies unterl\u00e4sst.<\/p>\n<p>Eine gute Beobachtungsgabe macht sich aber auch bei den R\u00e4tseln bezahlt. Die meisten von ihnen sind im Prinzip mit etwas Hirnschmalz locker l\u00f6sbar, sofern man nicht gerade irgendwo einen wichtigen Gegenstand \u00fcbersehen hat \u2013 aufgrund der normalerweise etwas eingeschr\u00e4nkten Hotspot-Anzeige kann dies in ganz wenigen F\u00e4llen leider durchaus vorkommen. In der Regel spielt <i>Edna bricht aus<\/i> dennoch fair und l\u00e4sst sich selbst ohne Hilfe von au\u00dferhalb in einem angenehmen Tempo knacken. Speziell im Mittelteil bekommt ihr es auch genretypisch mit mehreren Aufgaben zu tun, die ihr parallel bearbeiten k\u00f6nnt. Ideal f\u00fcr den Fall, dass ihr bei einer R\u00e4tselkette gerade auf dem Schlauch steht und lieber an etwas anderem arbeiten m\u00f6chtet, um die Birne freizukriegen. Ein tats\u00e4chliches Hilfesystem wie in anderen modernen Genrekollegen gibt es hier jedoch nicht \u2013 ihr m\u00fcsst euch wirklich auf eure eigenen F\u00e4higkeiten verlassen. Immerhin kommen Neulinge so auf rund acht bis zehn Stunden Knobelspa\u00df.<\/p>\n<p><b>Alles neu macht die Jubil\u00e4umsausgabe<\/B><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/83235.jpg\" alt=\"Bild 83235\" style=\"float: right;\">Wie eingangs schon angedeutet, ist die gr\u00f6\u00dfte \u2013 und eigentlich auch einzige \u2013 Neuerung der <i>Anniversary Edition<\/I> die optische \u00dcberarbeitung. Der Grafikstil wurde an den Nachfolger <i>Harveys neue Augen<\/i> angeglichen und mit deutlich detaillierteren Umgebungen und Figuren aufgewertet. Edna zum Beispiel wirkt in der neuen Version nun nicht mehr dauergrimmig, sondern so gelassen, wie es ihre Stimme auch anklingen l\u00e4sst. Wer mag, kann die alte Optik jedoch auch jederzeit wieder einschalten. Leider merkt man vermutlich gerade wegen der jederzeit aktivierbaren alten Grafikversion, dass diverse Animationen wie Ednas Schlag mit dem Polo-Schl\u00e4ger eher simpel oder hakelig wirken. In der neuen Optik lassen sich zudem die insgesamt schon eher klein gehaltenen Untertitel nicht immer einwandfrei lesen &#8211; daf\u00fcr heben sie sich nicht deutlich genug vom Hintergrund ab. Auch wurde die Sprachausgabe nicht neu eingespielt, was man leider der teilweise etwas wackeligen, hallend-klingenden Audioqualit\u00e4t anmerkt. Nicht zuletzt vermisse ich pers\u00f6nlich den Audiokommentar von Sch\u00f6pfer Jan M\u00fcller-Michaelis alias \u201ePoki\u201c, welcher in der vorherigen Special Edition f\u00fcr den PC dabei war. Man kann eben leider nicht alles haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ist es wirklich schon \u00fcber zehn Jahre her, dass Edna bricht aus die deutsche Adventure-Szene eroberte? Kinder, wie die Zeit vergeht! 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