{"id":397,"date":"2020-05-10T12:00:41","date_gmt":"2020-05-10T12:00:41","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=397","title":{"rendered":"Trials of Mana"},"content":{"rendered":"<p>Inmitten namhafter Remakes mit gigantischen Budgets wagt sich die \u00fcberarbeitete Neuauflage eines einst Japan-exklusiven Rollenspiel-Meisterwerks, dessen Fangemeinde zwar bedeutend kleiner, jedoch nicht minder treu ist \u2013 dass es dabei gnadenlos von Gef\u00e4hrten <i>Resident Evil 3<\/i> und <i>Final Fantasy VII Remake<\/i> \u00fcberschattet wird, versteht sich von selbst. Doch zumindest auf der Switch hat <b>Trials of Mana<\/b> die komplette Aufmerksamkeit f\u00fcr sich allein, wenn der Spielerschaft mal der Sinn nach etwas actionreicherem als dem gem\u00fctlichen Inselurlaub mit <i>Animal Crossing<\/I> steht. Und anders als beim vielgescholtenen <I>Secret of Mana<\/i>-Remake f\u00fcr PS4 und Vita gab sich das Team von Square Enix dieses Mal sogar redlich mehr M\u00fche bei der Neugestaltung des RPGs. Schade nur, dass man dem Titel leider noch an allen Ecken und Enden anmerkt, dass er auf Sparflamme produziert wurde.<\/p>\n<p><b>Das gro\u00dfe Rennen um das Mana-Schwert<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/83169.jpg\" alt=\"Bild 83169\" style=\"float: left;\">Wie so viele Ableger der <i>Mana<\/i>-Reihe dreht sich <i>Trials of Mana<\/i> um den im Sterben liegenden Manabaum. Um das Schlimmste zu verhindern, machen sich vier Feen auf, um nach einem neuen Kandidaten f\u00fcr das legend\u00e4re Mana-Schwert zu suchen. Ungl\u00fccklicherweise versagt bei dreien von ihnen auf halbem Wege die Kraft, w\u00e4hrend die letzte notgedrungen in einer zuf\u00e4lligen Bekanntschaft unterkommt. Welche das ist, bestimmt ihr direkt zum Spielstart: Ihr d\u00fcrft n\u00e4mlich aus sechs Charakteren eine Hauptperson und zwei Begleiter ausw\u00e4hlen, deren Geschichte ihr genauer verfolgt. Jede Figur verf\u00fcgt dabei \u00fcber einen einzigartigen Prolog: Die Lanzentr\u00e4gerin Resi muss in ihrem Kapitel beispielsweise miterleben, wie das K\u00f6nigreich ihrer Eltern f\u00e4llt und ihr Bruder entf\u00fchrt wird, w\u00e4hrend die talentlose Magierin Angela aufgrund ihrer Defizite von ihrer Mutter gejagt wird und nun nach einer M\u00f6glichkeit sucht, ihre Macht zu beweisen. Nur die Vorgeschichte eures Hauptcharakters m\u00fcsst ihr verpflichtend durchspielen, die beiden anderen gibt es wahlweise als kurze R\u00fcckblenden \u2013 anders als beim SNES-Original d\u00fcrft ihr beim ersten Aufeinandertreffen der Gef\u00e4hrten jedoch auch die anderen Prologe in voller L\u00e4nge erleben, ohne einen neuen Spielstand anfangen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Doch wie auch immer das Trio zusammenfindet, letzten Endes m\u00fcndet alles in die selbe grobe Rahmengeschichte: Ihr m\u00fcsst das Mana-Schwert ausfindig machen und dazu ben\u00f6tigt es die Kraft der acht Elementargeister, welche \u00fcber die auf der ganzen Welt verstreuten Mana-Steine wachen. Technisch gesehen gibt es diverse Unterschiede beim Handlungsverlauf, die sich durch eure Charakterwahl bemerkbar machen. Ma\u00dfgeblich beschr\u00e4nken sich diese jedoch auf Dialogdetails, der grobe Spielverlauf bleibt weitestgehend identisch. Lediglich ein kompakter Abschnitt im Mittelteil sowie ein Dungeon-Duo kurz vor Schluss und der finale Endboss unterscheidet sich je nachdem, wer der Hauptgegner eures gew\u00e4hlten Erst-Protagonisten ist. Das ist ein wenig entt\u00e4uschend, zumal vollmundig von unterschiedlichen Handlungsstr\u00e4ngen geredet wird. Unterm Strich ist die Story jedoch ohnehin insgesamt eher flach und dient vielmehr dazu, euch insgesamt mit unterhaltsamen Dialogen und festen Zielen bei Laune zu halten. Die vielgescholtene Sprachausgabe d\u00fcrfte dabei jedoch eher weniger helfen, denn auch wenn die Texte an sich recht ordentlich lokalisiert wurden, wirkt die Sprachausgabe beinahe durch die Bank weg entweder h\u00f6lzern oder wie schlechtes Theater, was wiederum diverse Szenen gerne mal ruiniert. Und das scheint nicht mal eine Eigenart der englischen Vertonung zu sein: Zwar kann ich mangels Sprachkenntnisse nichts aus erster Hand best\u00e4tigen, aber selbst die ebenfalls enthaltene japanische Tonspur soll insgesamt eher d\u00fcrftig r\u00fcberkommen.<\/p>\n<p><b>Auf Tuchf\u00fchlung mit der possierlichen Monsterschar<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/83155.jpg\" alt=\"Bild 83155\" style=\"float: right;\">Wo <i>Trials of Mana<\/i> hingegen eindeutig aufbl\u00fcht, ist der allgemeine Spielverlauf \u2013 oder genauer gesagt, das Kampfsystem. Statt prozentualer Aufladewerte f\u00fcr normale Attacken oder automatischen Intervall-Man\u00f6vern verl\u00e4sst sich dieses Remake voll und ganz auf klassische Action-Schnetzeleien, bei denen mit der A-Taste normale Attacken verkettet werden und sich per X-Taste starke Abschlussschl\u00e4ge oder Aufladeangriffe entfesseln lassen. Klassenspezifische Special Moves werden unkompliziert in einem \u00fcber die linke Schultertaste aufrufbaren Schnellmen\u00fc untergebracht, w\u00e4hrend \u00fcber das mit dem Steuerkreuz aufrufbaren Ringmen\u00fc Items und Zauber auflistet \u2013 alternativ lassen sich auch daf\u00fcr Shortcuts anlegen, die mit der R-Taste aktiviert werden. Auf diese Weise kommt ein erquickend schneller Kampffluss zustande, an dem ich durch das ganze Spiel hindurch meine helle Freude hatte. Dass dabei der vom SNES-Original bekannte Koop-Modus auf der Strecke blieb, ist zwar bedauernswert, aber meiner Ansicht nach verkraftbar. Damit man angesichts des Effektfeuerwerks und der unter bestimmten Bedingung aus Gegnern herausgeschlagenen Spezialattacken-Energie nicht den \u00dcberblick verliert, werden fl\u00e4chendeckende Angriffe zudem immer mit deutlichen Markierungen angek\u00fcndigt. Nichts kommt in den kompakt eingegrenzten Gefechtsringen aus heiterem Himmel, jede Konfrontation f\u00fchlt sich fair an. Da ihr allerdings pro Kampf auch nur auf bis zu neun Gegenst\u00e4nde einer Kategorie \u2013 darunter lebenswichtige Heilungsobjekte \u2013 beschr\u00e4nkt seid, muss man gerade bei den kniffligeren Bossfights durchaus aufmerksam bleiben.<\/p>\n<p>Euer Team k\u00f6nnt ihr dabei in zweierlei Hinsicht auf die stetig h\u00e4rter werdenden Konfrontationen vorbereiten. Einerseits gibt es mit jedem Levelaufstieg eurer K\u00e4mpfer Talentpunkte, die sich in f\u00fcnf Ausrichtungen wie St\u00e4rke, Geist und Ausdauer investieren lassen. Haben diese eine bestimmte Zahl erreicht, erhaltet ihr entweder Bonuspunkte auf bestimmte Charakterwerte oder gar Zauber und ausr\u00fcstbare passive F\u00e4higkeiten. Wie diese jedoch genau aussehen, bestimmt euer zweiter Anpassungspunkt: Die Charakterklasse. Zweimal im Laufe der Hauptgeschichte und ein zus\u00e4tzliches Mal im neuen Epilog-Szenario des Remakes d\u00fcrft ihr eure Figuren auf eine h\u00f6here Klassenstufe bef\u00f6rdern und dabei zwischen einer Licht- und einer Schattenvariante entscheiden. Trotz der Bezeichnung ist die angedeutete Gesinnungszuweisung nur kosmetischer Natur, ihr k\u00f6nnt also wirklich frei entscheiden, welches beim Wechsel angedeutete Skill-Set euch besser gef\u00e4llt. Und sollte euch eure Wahl am Ende doch nicht gefallen, k\u00f6nnt ihr gegen Ende des Spiels eure Klasse wieder auf Stufe 1 zur\u00fccksetzen und etwas anderes ausprobieren. Lediglich die Tatsache, dass f\u00fcr den Aufstieg auf Stufe 3 gewisse aus im Kampf aufgelesenen Saatk\u00f6rnern zuf\u00e4llig erhaltene Objekte ben\u00f6tigt werden, d\u00e4mpft ein wenig die Experimentierfreude. Dennoch ermuntern die vielf\u00e4ltigen Ausrichtungen sowie die Tatsache, dass jeder Charakter \u00fcber komplett andere Charakterklassen verf\u00fcgt, trotz der relativ geringen Story-Unterschiede zu erneuten Spieldurchm\u00e4rschen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/83158.jpg\" alt=\"Bild 83158\" style=\"float: left;\">Angesichts des spa\u00dfigen Kampfsystems vergisst man beizeiten schon mal, dass die zu durchwandernden Umgebungen und Dungeons im Prinzip nicht viel mehr als h\u00fcbsche Hintergr\u00fcnde bieten. Gro\u00dfartige R\u00e4tsel sind in vielen Teilen der Welt Mangelware und selbst die paar vorhandenen lassen sich ohne gro\u00dfe Hirnakrobatik oder m\u00e4chtigen Aufwand l\u00f6sen. Auch l\u00e4sst euch <i>Trials of Mana<\/i> technisch gesehen viele Areale frei durchstreifen, gerade wenn ihr im sp\u00e4teren Spielverlauf diverse Transportm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Oberwelt-Wanderungen freischaltet, Nebenaufgaben gibt es im Prinzip jedoch keine. Lediglich in allen Gebieten verstreute Schatztruhen mit mal mehr, mal weniger n\u00fctzlichen Inhalten, sowie der neu im Remake hinzugef\u00fcgte Kaktusfratz, der euch alle f\u00fcnf Sichtungen mit einer kleinen Nettigkeit belohnt, laden zum genauen Auskundschaften der Gegenden ein. Damit ihr euch nicht verlauft, weist euch zudem ein jederzeit sichtbarer Marker genau auf den aktuellen Zielpunkt hin. Das ist vor allem in den wenigen Unterbrechungen in St\u00e4dten praktisch, bei denen ihr \u2013 aus gerne mal v\u00f6llig willk\u00fcrlichen und alles andere als sinnvollen Gr\u00fcnden \u2013 bestimmte D\u00f6rfler anschwatzen m\u00fcsst, bevor ihr wieder eures Weges ziehen d\u00fcrft. Auf diese Weise bleibt das Abenteuer immerhin sch\u00f6n straff designt und ist mit seinen rund 18 bis 20 Stunden f\u00fcr die Hauptgeschichte sogar recht kompakt.<\/p>\n<p><b>Neue Herausforderungen in alten Welten<\/b><br \/>\nAber Square Enix w\u00e4re ja nicht Square Enix, wenn es f\u00fcr das Remake nicht noch ein paar Zusatzinhalte g\u00e4be! Den kleinen gr\u00fcnen Kaktus auf Wanderschaft habe ich ja bereits angesprochen, auf das vorher erw\u00e4hnte Epilog-Szenario m\u00f6chte ich jedoch noch einmal genauer eingehen. Nach dem Sieg \u00fcber den letzten Endboss wird n\u00e4mlich eine kleine Extra-Geschichte freigeschaltet, die eine Reihe zus\u00e4tzlicher Bossk\u00e4mpfe sowie einen neuen Dungeon umfasst. Der Inhalt der Story ist dabei, nicht un\u00e4hnlich dem Hauptspiel, eher weniger interessant, die neuen Gro\u00dfgegner hingegen \u00fcberzeugen schon eher. Ohne zu viel vorwegzunehmen sei nur gesagt, dass euch ein paar spannende Konfrontationen erwarten. Der Bonus-Dungeon wiederum ist stilistisch und atmosph\u00e4risch sch\u00f6n aufgezogen, zieht sich jedoch auch aufgrund seiner enormen L\u00e4nge wie Kaugummi. Von den rund drei Stunden der Zusatz-Story nimmt der kampflastige Kerkerausflug entsprechend den L\u00f6wenanteil ein.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/83163.jpg\" alt=\"Bild 83163\" style=\"float: right;\">Zu guter Letzt sei nat\u00fcrlich noch die grafische \u00dcberarbeitung des SNES-Klassikers erw\u00e4hnt. Die farbenfrohen Umgebungen k\u00f6nnen sich ohne jeden Zweifel sehen lassen und auch die Monsterdesigns verspr\u00fchen selbst in ihrer neuen 3D-Inkarnation den guten alten Charme, den man von der <i>Mana<\/i>-Reihe kennt. Dass die Switch-Version dabei im von mir ma\u00dfgeblich gespielten Handheldmodus in effektreicheren Situationen mal ins Ruckeln ger\u00e4t, ist dabei im Prinzip noch verkraftbar. Die Ladezeiten bei Gebiets\u00fcberg\u00e4ngen waren mir jedoch einen Tick zu lang und auch das f\u00fcr die Unreal Engine \u00fcbliche Texturennachladen, bei dem manche Objekte f\u00fcr einen kurzen Moment zun\u00e4chst komplett verwaschen dargestellt werden, zeigt sich hier und da. Nicht zuletzt wirken die Zwischensequenzen teilweise ziemlich statisch. Dennoch ist das, was Square Enix hier geliefert hat, im Vergleich zum 2018er Remake von <i>Secret of Mana<\/i> bereits ein gewaltiger Schritt nach vorn. Au\u00dferdem muss man neidlos anerkennen, dass der Soundtrack des Spiels \u2013 sowohl in der neuen Version als auch der ebenfalls auf dem Modul befindlichen SNES-Originalfassung \u2013 gro\u00dfartig geworden ist und unweigerlich zum Mitsummen anregt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Inmitten namhafter Remakes mit gigantischen Budgets wagt sich die \u00fcberarbeitete Neuauflage eines einst Japan-exklusiven Rollenspiel-Meisterwerks, dessen Fangemeinde zwar bedeutend kleiner, jedoch nicht minder treu ist \u2013 dass es dabei gnadenlos von Gef\u00e4hrten Resident Evil 3 und Final Fantasy VII Remake \u00fcberschattet wird, versteht sich von selbst. 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