{"id":387,"date":"2020-02-28T07:45:19","date_gmt":"2020-02-28T07:45:19","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=387","title":{"rendered":"Metro 2033 Redux"},"content":{"rendered":"<p>Immer wieder, wenn ich \u00fcber meine bisher intensivsten Videospielerlebnisse nachdenke, sei es privat oder im Rahmen einer Kolumne f\u00fcr unser Magazin, kommt mir in Sachen Atmosph\u00e4re und Authentizit\u00e4t jedes Mal die <i>Metro<\/i>-Reihe von 4A Games in den Sinn. Schon beim Ur-Release damals auf dem PC genoss ich den Ausflug durch die radioaktive und monsterverseuchte Moskauer U-Bahn. Die dann f\u00fcr Besitzer und Besitzerinnen der Erstversion kostenlos nachgereichte <i>Redux<\/i>-Version, die Verbesserungen der geh\u00f6rig aufgebohrten 4A Engine mitbrachte, machte das Spielerlebnis nur noch eindrucksvoller. Nun hat es sich ein weiteres Entwicklerteam zum Ziel gesetzt, ein grafisch imposantes Spiel auf mobile Hardware zu bringen. Diese \u201eimpossible ports\u201c sind schon seit Erscheinen der Nintendo Switch in aller Munde, fanden doch schon Titel wie der Reboot von <i>Doom<\/i> oder zwei Ableger der <i>Wolfenstein<\/i>-Reihe halbwegs gelungen ihren Weg auf das Spieletablet aus Japan. Dass Bethesda es kann, wissen nun einige, und auch CD Projekt Red hat mit <i>The Witcher 3<\/i> (<a href=https:\/\/www.planetswitch.de\/test\/383-review-the-witcher-3-wild-hunt-complete-edition.html>zum Test<\/a>) das Unm\u00f6gliche m\u00f6glich gemacht. Doch schaffen es auch 4A Games mit <b>Metro 2033 Redux<\/b>? Ein kleiner Hinweis bevor es losgeht: Wer das Spiel bereits kennt, und sich nur \u00fcber die Einschr\u00e4nkungen und Umsetzung der Switch-Portierung informieren m\u00f6chte, darf gern direkt zum Abschnitt \u201eDas Gameplay und die Technik\u201c springen.<\/p>\n<p><b>Willkommen in der H\u00f6lle auf Erden<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/82988.jpg\" alt=\"Bild 82988\" style=\"float: right;\">Alles beginnt 20 Jahre nach einem fiktiven dritten Weltkrieg, bei dem das auch real diskutierte Thema der totalen atomaren Zerst\u00f6rung der Erde bitterernste Realit\u00e4t geworden ist. Die vermutlich letzten \u00dcberlebenden der Menschheit konnten gerade so in der umfangreichen Moskauer U-Bahn Zuflucht suchen. Zum einen ist nahezu die gesamte Oberfl\u00e4che lebensgef\u00e4hrlich radioaktiv verstrahlt, und zum anderen haben es sich dort neue Lebewesen, die unter anderem aus mutierten uns bekannten Tieren entstanden sind, gem\u00fctlich gemacht. Man selbst als Spieler schl\u00fcpft in die Haut des jungen Mannes Artjom, der schon nahezu sein gesamtes Leben ohne Sonnenlicht verbracht hat. Gerade an Haltestellen und Knotenpunkten konnten sich die \u00dcberbleibsel der Bev\u00f6lkerung notgedrungen einrichten und sich gegen Gefahren von Oben verteidigen. Die Messestation, Artjoms Heimat, wird jedoch zerst\u00f6rt und er bekommt den Auftrag, eine wichtige Nachricht zur unterirdischen Hauptstadt zu bringen \u2013 und der Ritt durch die H\u00f6lle beginnt.<\/p>\n<p>Erstes Thema w\u00e4re das allgemeine Design und die unvergleichliche Atmosph\u00e4re des Spiels. Schon in den ersten Spielminuten bekommt man eindrucksvoll vermittelt, dass die Metro kein sch\u00f6nes Zuhause ist und lebensbedrohlicher nicht sein k\u00f6nnte. An jeder Ecke lauern Mutanten und der unsichtbare Tod in Form von Strahlung, aber auch neue Naturph\u00e4nomene sind durch den Abwurf der Bomben entstanden. Sowohl die Optik, als auch die Soundkulisse sind derma\u00dfen stimmig, dass man hier nicht umhinkommt, die Spielwelt von <i>Metro 2033<\/i> mit dem Paradebeispiel Rapture aus <i>Bioshock<\/i> zu vergleichen. Manche Bereiche der U-Bahn sind geflutet und k\u00f6nnen nur mit kleinen Booten befahren werden, manche sind monsterversucht oder verstrahlt, und nur wenige Eckchen sind ernsthaft befestigt und belebt. Doch eines haben alle Zonen gemeinsam: Es ist verdammt dunkel und stinkt. Was auf einem guten Monitor noch ordentlich Eindruck machte, entpuppt sich auf dem g\u00fcnstigen LCD-Screen der Switch jedoch nicht selten als Nachteil. Da man viel durch die Dunkelheit wandert, und nahezu s\u00e4mtliche Feindkontakte auch gewaltfrei durch Schleichen bew\u00e4ltigen kann, ist es mitunter sehr schwierig, sich zu orientieren. Den schlechten Kontrast und Schwarzwert der Switch kann man aber zum Gl\u00fcck recht fr\u00fch im Spiel durch den Fund eines Nachtsichtger\u00e4ts ausgleichen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/82990.jpg\" alt=\"Bild 82990\" style=\"float: left;\">Zus\u00e4tzlich zur Atmosph\u00e4re und den Umweltgefahren gesellen sich dann auch noch andere Abgr\u00fcnde der Menschheit. So hat sich die \u00fcbrige Bev\u00f6lkerung in verschiedene Gruppen aufgeteilt, etwa Faschisten, Kommunisten, und andere kleinere Gruppierungen. Als w\u00e4re es nicht hart genug ohnehin schon zu \u00fcberleben, schlachten sich die letzten Menschen aus idealistischen Gr\u00fcnden auch noch gegenseitig ab. All diese Umst\u00e4nde greifen ziemlich gut ineinander und werden stets glaubhaft durch die Umgebungen und den Ablauf der Geschichte reflektiert. Dabei schafft es 4A Games sogar, einen angenehmen Wechsel aus Action, Horror und Sightseeing darzubieten. Moment mal, Sightseeing in der H\u00f6lle? Damit sind vor allem die bereits erw\u00e4hnten Bastionen der U-Bahn-Siedler gemeint. <i>Metro 2033<\/i> war damals wie heute eins der wenigen Spiele, die es schafften, dass ich jede Ecke absuche und mir jedes NPC-Gespr\u00e4ch und jeden Zettel mit seitenweise Text durchlese, auch beim dritten Durchlauf. Wer sich mit der Lore auseinandersetzt und halbwegs empf\u00e4nglich dystopische Visionen ist, wird hier definitiv mitgerissen werden.<\/p>\n<p><b>Das Gameplay und die Technik<\/b><br \/>\nBevor meine Ausf\u00fchrung zum Spiel als solches noch ausartet, werde ich lieber noch ein paar Takte zum Spielablauf und den technischen Besonderheiten los. Wie bereits angeschnitten, bekommt man es hier im Groben zwar mit einem Ego-Shooter zu tun, kann aber auch nahezu immer den gewaltfreien Weg beschreiten. Hinzu kommt, dass man gute und schlechte Taten vollbringen kann, was letztlich sogar ausschlaggebend daf\u00fcr ist, ob man das gute oder das schlechte Ende zu Gesicht bekommt. An diesem Konzept hat sich nichts ge\u00e4ndert und es funktioniert nach wie vor tadellos. Auch wie das Gameplay auf die Switch transportiert wurde kann sich durchaus sehen lassen. Schon vom ersten Spielstart an sind Dinge wie die Empfindlichkeit der Analog-Sticks ziemlich gut eingestellt. Wer m\u00f6chte, darf aber in den Optionen auch noch in Sachen Empfindlichkeit nachjustieren. Das gilt auch f\u00fcr die neue Bewegungssteuerung, die in Kombination mit dem ohnehin recht intuitiven Gameplay das Gesamtbild perfekt abrundet. S\u00e4mtliche Aktionen, sei es das Ausw\u00e4hlen eines Werkzeugs oder einer Waffe, sind kinderleicht erreichbar und schnell erledigt. Schon nach der ersten Stunde sollte man recht entspannt im Umgang mit Artjom und seinem improvisierten Arsenal aus Ladeger\u00e4t und Luftpumpengewehr sein.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/82989.jpg\" alt=\"Bild 82989\" style=\"float: right;\">Der letzte, und wohl auch f\u00fcr viele der interessanteste Punkt, d\u00fcrfte wohl die Performance sein. In Sachen Sound habe ich ja bereits erw\u00e4hnt, dasss die Klangkulisse, vor allem in Hinblick auf die russische Mundart toll umgesetzt sind. Auch in Sachen Kompression und Qualit\u00e4t geht hier alles in Ordnung. Lediglich ein leicht bemerkbares Knistern oder \u00dcbersteuern konnte ich nicht ignorieren, wirklich st\u00f6rend war es dann aber auch nicht. Die gr\u00f6\u00dfte Faszination l\u00f6ste die Portierung bei mir aber in puncto Grafik aus. Sieht man mal vom matschigen Schwarz des LCD-Bildschirms ab, bekommt man es hier wohl mit einem der optisch eindrucksvollsten mobilen Umsetzungen \u00fcberhaupt zu tun, und da ist sich die Presse mehr als einig. Schon in 720p im Handheld-Modus macht das Gesehene Eindruck, doch vor allem auf meinem 4K-Fernseher mit OLED-Technik machte der Ausflug durch die finsteren Sch\u00e4chte enorm Spa\u00df. Dort fiel es mir sogar stellenweise echt schwer zu begreifen, dass ich hier eine optisch kastrierte Version auf der Switch spiele. L\u00e4sst man einen Au\u00dfenstehenden urteilen, w\u00e4re ein Tipp auf die PS4- oder Xbox One-Version gar nicht mal so abwegig. Klar, hier und da wurde an der Texturqualit\u00e4t und den Animationen, aber vor allem der Aufl\u00f6sung nach unten justiert, doch wirklich gravierend wie beim Switcher f\u00e4llt das hier so gut wie nie ins Auge. Lediglich in den Abschnitten an der Oberfl\u00e4che macht sich stellenweise die dynamische Aufl\u00f6sung bemerkbar, schafft es aber nicht die eindrucksvolle Umgebung zu verschandeln. Als w\u00e4re das alles nicht schon umwerfend genug, gesellt sich die vorbildliche Framerate noch dazu. Klar sollte sein, dass hier aus Leistungsgr\u00fcnden, vor allem auch um die optische Pracht zu gew\u00e4hrleisten, keine 60FPS drin waren. Doch daf\u00fcr schafft es <i>Metro 2033<\/i> als eines der wenigen \u201egro\u00dfen\u201c Spiele, die 30FPS in sagen wir mal 99 Prozent der F\u00e4lle perfekt zu halten. Allein daf\u00fcr sollte es eine Eins mit Sternchen geben, oder nicht?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immer wieder, wenn ich \u00fcber meine bisher intensivsten Videospielerlebnisse nachdenke, sei es privat oder im Rahmen einer Kolumne f\u00fcr unser Magazin, kommt mir in Sachen Atmosph\u00e4re und Authentizit\u00e4t jedes Mal die Metro-Reihe von 4A Games in den Sinn. 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