{"id":384,"date":"2020-02-06T17:10:00","date_gmt":"2020-02-06T17:10:00","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=384","title":{"rendered":"The Witcher 3: Wild Hunt &#8211; Complete Edition"},"content":{"rendered":"<p>Immer wenn man denkt, es kommt nichts mehr, dann kommt doch irgendwo noch ein Witcher her. Selbst auf den Konsolen und mitunter sogar Highend-PCs gilt unser heutiger Testkandidat noch immer als sehr leistungshungriger und aufwendiger Titel und wird trotz seines Alters noch oft als Referenz in Benchmarks herangezogen. Die Rede ist nat\u00fcrlich <i>The Witcher 3: Wild Hunt<\/i>. Doch nicht nur aufgrund des Leistungsbedarfs hat CD Projekt Red mit dem Rollenspiel Rekorde aufgestellt, denn auch der Rest geh\u00f6rt ohne Frage zur Genre-Referenz. Besonders lobende Worte fand die Presse jedoch vor allem wegen der grandiosen Erweiterungen, oder speziell <i>Blood and Wine<\/i>. Diese allein bietet schon mehr Umfang als so manches Spiel an sich und entf\u00fchrt die Spieler und Spielerinnen in das malerische Toussaint. Kombiniert man das Hauptspiel und die beiden gro\u00dfen Erweiterungen, sowie s\u00e4mtliche kostenlosen Inhalte die nach dem Ur-Release erschienen, erh\u00e4lt man die <b>The Witcher 3: Wild Hunt \u2013 Complete Edition<\/b>. Und diesen Schinken von einem Spiel hat das Entwicklerstudio Saber Interactive doch tats\u00e4chlich auf ein Spieletablet mit Mobile-Chipset portiert. Das kuriose daran: Selbst Sch\u00f6pferstudio CDPR hielt es zun\u00e4chst f\u00fcr unm\u00f6glich. Noch kurioser: Es funktioniert sogar gr\u00f6\u00dftenteils ziemlich gut. Warum das so ist, und welche Einbu\u00dfen man in Kauf nehmen muss, das erfahrt ihr im folgenden Test \u2013 den ihr unbedingt lesen solltet\u2026 Axii!<\/p>\n<p><b>Von der Badewanne in die Wildnis<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/82366.jpg\" alt=\"Bild 82366\" style=\"float: right;\">Alles startet ganz gem\u00e4chlich in der verschlafenen Hexer-Burg Kaer Morhen. Dort durchlebt ihr sogleich eine R\u00fcckblende aus der Vergangenheit von Geralt von Rivien, die zugleich das (optionale) Tutorial darstellt. Allein schon hier finden einige markante Szenen statt, etwa die ber\u00fchmte Szene, in der der Hexer entspannt ein Bad nimmt, die Ruhe jedoch durch eine gewisse h\u00fcbsche Zauberin unsanft unterbrochen wird. Sp\u00e4testens mit der k\u00fcrzlich erschienenen <i>Witcher<\/i>-Serie von Netflix sollte man sich dank Henry Cavill ungef\u00e4hr vorstellen k\u00f6nnen wie die Szene ablief. Wie dem auch sei: Hier wird man bestens mit dem an sich recht eing\u00e4ngigen Gameplay vertraut gemacht, aber simultan auch direkt in die wichtigsten Elemente der Hauptgeschichte eingebunden.<\/p>\n<p>Nach der R\u00fcckblende findet man sich an einer Raststelle zusammen mit Hexer-Mentor Vesemir wieder, allerdings einige Zeit sp\u00e4ter. Z\u00f6gling Ciri aus der Einleitung ist verschwunden und muss dringend von euch ausfindig gemacht werden. Das stellt im Grunde grob den Anfang der Handlung dar. Diese motiviert von Anfang bis Ende, mutiert aber nicht selten zum Beiwerk. Grund daf\u00fcr sind die rollenspieltypisch unz\u00e4hligen Nebenquests. Mal hier jemandem helfen, mal dort etwas ausfindig machen, an praktisch jeder Ecke wartet f\u00fcr einen Hexer Arbeit. Dabei sind nat\u00fcrlich generische Fetch-Quest und solches \u201eGequest\u201c mit von der Partie, jedoch auch viele mehrteilige Aufgaben die sogar so etwas wie kleine Geschichten erz\u00e4hlen, oder aber einfach nur ein paar Lore-L\u00fccken oder nur die Reisekasse auff\u00fcllen. Langweilig wird einem dabei quasi nie.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/82948.jpg\" alt=\"Bild 82948\" style=\"float: left;\">Schaut man noch weiter \u00fcber den Tellerrand, gesellt sich dazu noch eine ziemlich weitl\u00e4ufige Open World mit den \u00fcblichen Erkundungszielen, sowie das legend\u00e4re Kartenspiel Gwent (dt. \u201eGwint\u201c), welches aufgrund seiner Beliebtheit sogar schon eine eigene Auskopplung, und neuerdings sogar eine eigene Geschichte bekommen hat (<i>Thronebreaker<\/i>). Ihr seht schon, hier ist nicht nur der Name gro\u00df, sondern auch der Inhalt. Allein mit der Hauptgeschichte samt Nebenquests kann man sich locker \u00fcber 100 Spielstunden aufhalsen. Rechnet man die Add-Ons <i>Hearts of Stone<\/i> und das bereits erw\u00e4hnte <i>Blood and Wine<\/i> noch dazu, kann man diese Zahl auch locker nochmal mit dem Faktor 1,5 multiplizieren.<\/p>\n<p><b>Dynamisches Gameplay trotz tr\u00e4ger Eingabe-Reaktion<\/b><br \/>\nIm direkten Vergleich mit den Versionen auf dem PC und der PS4 ist mir zun\u00e4chst aufgefallen, dass Eingaben etwas verz\u00f6gert, oder auch mal gar nicht umgesetzt werden. Das mag jetzt vielleicht \u00fcbel klingen, ger\u00e4t aber nach der Einspielphase zum Gl\u00fcck in den Hintergrund, doch es bedarf halt trotzdem einer Eingew\u00f6hnung. Die kleinen Latenzen im Kampf sind schnell adaptiert, und das grandios dynamische Gameplay geht rasch in Fleisch und Blut \u00fcber. Nerviger ist es da schon, mit Dingen und Personen in der Umgebung zu interagieren. Will man etwa, dass sich Geralt auf sein treues Pferd Pl\u00f6tze setzt, muss man sich schon hier und da mal neu positionieren um tats\u00e4chlich aufzusteigen. Das war schon in den \u201egro\u00dfen\u201c Versionen nicht unbedingt optimal, und f\u00e4llt daher in der Portierung noch mal eine ganze Ecke negativer auf.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/82367.jpg\" alt=\"Bild 82367\" style=\"float: right;\">Um nicht g\u00e4nzlich \u00fcber die Unterschiede zwischen den Versionen zu sprechen, nach der groben Handlung noch ein paar Worte zum Kern-Gameplay an sich. Wie jeder Hexer tr\u00e4gt auch Geralt stets zwei Schwerter bei sich, ein normales aus geh\u00e4rtetem Stahl, sowie eines aus Silber f\u00fcr Monster. Je nach Situation muss man sich f\u00fcr das richtige Messerchen entscheiden (oder vom System entscheiden lassen) und dann praktisch \u201enur\u201c in bester <i>Dark Souls<\/i>-Manier draufkloppen und ausweichen. Da wir es hier aber mit einem zumindest etwas in Magie begabtem Hexer zu tun haben, stehen uns zudem sogenannte Zeichen zur Verf\u00fcgung. Diese kann man, genug Energie vorausgesetzt, immer wieder im Kampf z\u00fcnden und sich so Vorteile verschaffen. Das Portfolio reicht vom Feuerzauber Igni \u00fcber die Schockwelle Aard bis hin zum Jedi-Gedankentrick, nur dass der sich hier Axii nennt.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus levelt die Spielfigur nat\u00fcrlich im Laufe des Abenteuers auch immer weiter auf, was Zugriff auf neue oder verst\u00e4rkte Eigenschaften und F\u00e4higkeiten zul\u00e4sst. Giftige Tr\u00e4nke k\u00f6nnen gebraut werden um tempor\u00e4re Buffs zu erhalten, doch Obacht! Versenkt man zu viele (f\u00fcr normale Menschen ohnehin t\u00f6dliche) Getr\u00e4nke in der Magengrube des Hexers, kann auch dieser schnell mal die Hufen hochrei\u00dfen. Das waren wohlgemerkt nur einige der Aspekte zur Charakterentwicklung. <i>The Witcher 3<\/i> bietet vor allem in Sachen Gameplay und Micromanagement noch so viel mehr, doch alles hier zu thematisieren w\u00fcrden nicht nur die \u00dcberraschung nehmen, sondern auch den Rahmen sprengen.<\/p>\n<p><b>Die Technik (und deren Schattenseiten)<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/82368.jpg\" alt=\"Bild 82368\" style=\"float: left;\">Eine gro\u00dfe Spielwelt braucht viel Speicherplatz. Doch auch die komplett vertonten Dialoge wollen untergebracht werden \u2013 \u00fcbrigens sowohl im Englischen als auch im Deutschen (H\u00f6rt, h\u00f6rt!) sehr gut gelungen! Das alles klingt bei den aktuellen Switch-Verh\u00e4ltnissen eigentlich ohne lang nachzudenken nach einem Fall f\u00fcr einen immensen Zusatzdownload. Falsch! CD Projekt Red hat hier mal wieder der Community einen Riesengefallen getan, und das komplette Werk zusammen mit Bandai Namco auf ein kostspieliges 32-Gigabyte-Modul gestopft. Die Damen und Herren aus Polen geh\u00f6rt nicht ohne Grund zu den beliebtesten in der Branche.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich kommt das auch mit einigen qualitativen Einbu\u00dfen um die Ecke, die jedoch aufgrund der (vergleichsweise) geringen 3D-Leistung der Nintendo Switch ohnehin n\u00f6tig gewesen w\u00e4ren. Texturen wurden ordentlich zermatscht, Tonspuren in der Bitrate reduziert, und doch wirkt am Ende noch alles stimmig. Wer \u2013 wie ich &#8211; <i>The Witcher 3<\/i> in WQHD-Aufl\u00f6sung (2560&#215;1440 Pixel) und mit \u00fcber 60 Bildern pro Sekunde gewohnt ist, muss allerdings beim ersten Anblick der Grafik doch erstmal kr\u00e4ftig w\u00fcrgen. Nach kurzer Akklimatisierungszeit gew\u00f6hnt man sich jedoch daran und kann auch unterwegs perfekt in die Welt des Hexers eintauchen. Zwar werden 30 FPS anvisiert, jedoch schafft es das Spiel bis dato nicht immer, diese auch zu halten. So ein paar Ruckler lassen sich jedoch in den meisten F\u00e4llen noch ertragen und behindern nicht unbedingt ein reibungsloses Gameplay.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/82369.jpg\" alt=\"Bild 82369\" style=\"float: right;\">Etwas an der Immersion in die Spielwelt nagt jedoch die sehr geringe Aufl\u00f6sung. Diese skaliert je nach Gebiet dynamisch und sinkt mitunter auf unter 50 Prozent von 720p. Dementsprechend matschig kann das Geschehen auch mal wirken. An dieser Stelle muss man sich jedoch mal vor Augen f\u00fchren, wie immens dieses Spiel im Vergleich zu einem <i>Skyrim<\/i> aufgebaut ist, und wie schwach der Tegra-Chip der Switch im Vergleich zu einer PS4 oder Xbox One, oder selbst zu einem aktuellen iPhone ist. F\u00fcr dieses knappe Leistungsbudget l\u00e4uft der Port beachtlich gut, da gab es schon ganz andere Port-Desaster. Und es wird noch besser, denn Saber Interactive arbeitet seit einer ganzen Weile an einem gro\u00dfen Patch f\u00fcr die Switch-Version, der sowohl die Optik, als auch die Performance verbessern soll. Trotz der langen Testzeit hat es der Patch jedoch noch nicht auf die Switch geschafft. Jede Erh\u00f6hung der Aufl\u00f6sung und jeder beseitigte Stotterer d\u00fcrfte jedoch eine willkommene Erg\u00e4nzung sein.<\/p>\n<p>Weniger stark bemerkt man hingegen das Downsampling in Sachen Dialoge und Soundtrack. Die Qualit\u00e4t ist im direkten Vergleich zwar etwas geringer, aus den Lautsprechern des Spieletablets macht es jedoch am Ende keinen gro\u00dfen Unterschied aus. Nach wie vor macht es enorm Spa\u00df, den ausschweifenden Dialogen zu lauschen, eigene Entscheidungen zu treffen und deren Auswirkungen auf das \u00d6kosystem der Spielwelt zu beobachten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immer wenn man denkt, es kommt nichts mehr, dann kommt doch irgendwo noch ein Witcher her. Selbst auf den Konsolen und mitunter sogar Highend-PCs gilt unser heutiger Testkandidat noch immer als sehr leistungshungriger und aufwendiger Titel und wird trotz seines Alters noch oft als Referenz in Benchmarks herangezogen. 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