{"id":382,"date":"2020-02-13T14:00:10","date_gmt":"2020-02-13T14:00:10","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=382","title":{"rendered":"Snack World: Die Schatzjagd &#8211; Gold"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/82932.jpg\" alt=\"Bild 82932\" style=\"float: left;\">Immer wieder gibt es Spiele, die irgendwie unter den Tisch fallen und praktisch in Vergessenheit geraten. Das ist umso merkw\u00fcrdiger, wenn die leitenden Kr\u00e4fte eigentlich einen Megahit mit massig Merchandise und multimedialer Triebkraft geplant hatten. Doch auch die Spieleschmiede Level-5 konnte nach dem \u2013 ma\u00dfgeblich auf Japan beschr\u00e4nkten \u2013 Riesenerfolg <i>Yo-Kai Watch<\/i> nicht so recht mit <i>Snack World<\/i>, der n\u00e4chsten Cross-Media-Marke, punkten. Entsprechend \u00fcberraschend war die Ank\u00fcndigung, dass Nintendo und Level-5 die Switch-Umsetzung des 3DS-Titels aus dem Jahre 2017 tats\u00e4chlich f\u00fcr den hiesigen Markt lokalisieren. Zwar g\u00e4nzlich ohne Spielzeug-Unterst\u00fctzung und TV-Serie im R\u00fccken, daf\u00fcr aber mit einer gewaltigen Schippe Humor, Charme und fetter Beute. Ob dieses Rezept aber auch mundet, kl\u00e4re ich im folgenden Test von <b>Snack World: Die Schatzjagd \u2013 Gold<\/b>.<\/p>\n<p><b>Auf Beutezug im Land der Leckereien<\/b><br \/>\nNach der kompakten Charaktererstellung beginnt eure Reise mit dem Abenteurer-Klischee schlechthin: Dem Ged\u00e4chtnisschwund. Ihr wacht lediglich mit eurem Namen im Kopf und einfachen Kleidern am Leib im Gasthaus des K\u00f6nigreichs Croquetta auf und werdet vom hiesigen Regenten direkt mit einer Abenteurer-Lizenz ausgestattet. Statt jedoch die gro\u00dfe Suche nach eurer Vergangenheit zu beginnen, d\u00fcrft ihr stattdessen den Laufburschen f\u00fcr Prinzessin Melonia spielen, die stets aktuellen Trends hinterherjagt und entsprechend unbedingt die angesagtesten Hautcremes oder andere seltene Dinge haben muss. Blo\u00df gut, dass es f\u00fcr alles praktischerweise irgendwo auch ein geeignetes Monster gibt, das man daf\u00fcr vertrimmen kann! Keine Bange: Im Laufe der Handlung wird es sp\u00e4testens mit dem gro\u00dfen Auftritt des b\u00f6sen Sultans Balsamico auch etwas ernster, insgesamt versteht sich <i>Snack World<\/I> jedoch mehr als leichtherziges Erlebnis, bei dem weniger tiefgreifende Wendungen als allgemeiner Abenteuerspa\u00df auf dem Programm stehen. Ferner bekommt ihr es \u00fcber die insgesamt leider recht kurzen Kapiteln des Spiels \u2013 die jeweils drei Quests pro Spielabschnitt sind vergleichsweise schnell abgehakt \u2013 auch mit diversen Nebenmissionen zu tun, bei denen die normale Bev\u00f6lkerung des K\u00f6nigreichs und sogar einige Monster im Rampenlicht stehen. Diese Zusatzaufgaben haben zwar eher Sketch-Charakter, wissen unterm Strich jedoch trotzdem zu unterhalten. Es gibt insgesamt also reichlich f\u00fcr angehende Schatzj\u00e4ger zu tun!<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/82938.jpg\" alt=\"Bild 82938\" style=\"float: right;\">Vorausgesetzt nat\u00fcrlich, man kommt mit dem Abenteuer-Rhythmus klar. Eine gro\u00dfe, zusammenh\u00e4ngende Welt gibt es bei <i>Snack World<\/i> n\u00e4mlich nicht. In der Regel werdet ihr bei den Quests direkt in ein \u00fcberschaubares Teilgebiet oder einen prozedural generierten Dungeon mit mehreren Ebenen geschickt. Dann gilt es, entweder die gew\u00fcnschten Monster auszuschalten, Questobjekte einzustecken oder einfach bis zum Boss zu gelangen und diesen zu filetieren. Wirklich abwechslungsreich sind die Aufgaben eher weniger, humoristische Wachmacher wie eine Aufgabe, bei der man verirrte Yetis mit m\u00e4chtigen Schl\u00e4gen wieder nach Hause katapultiert \u2013 inklusive passender Sound- und Flugeffekte \u2013 machen sich leider rar. Das ist vor allem deswegen schade, weil <I>Snack World<\/I> eindeutig auf das mehrfache Beackern der Aufgaben setzt. Schlie\u00dflich kommt man nur so an die von Monstern oder aus Truhen erbeuteten Materialien oder gar vollst\u00e4ndigen Waffen heran, die man zum Aufmotzen seiner Ausr\u00fcstung ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p>Immerhin ist das Kampfgeschehen schnell erlernt und beherrscht: Bis zu sechs Waffenhand-Objekte \u2013 Schwerter, Schilde, Speere und so weiter \u2013 k\u00f6nnt ihr gleichzeitig auf eine Mission mitnehmen, dazu noch je ein Heiltrank und ein Unterst\u00fctzungs-Spray. Eure Bewaffnung k\u00f6nnt ihr dann entweder umst\u00e4ndlich manuell mit einem Druck auf die rechte Steuerkreuztaste und Herumsuchen im Auswahlmen\u00fc herauspicken oder simpel und einfach mit der ZR-Taste durchschalten. Bei letzterer Methode praktisch: Solltet ihr ein Werkzeug haben, das gegen den aktiv in die Mangel genommenen Gegner sehr effektiv ist, schaltet die Schultertaste automatisch zur entsprechenden Waffe. Aber auch allgemein ist ein h\u00e4ufiger fliegender Wechsel der Ausr\u00fcstung ratsam. Jede Waffe verf\u00fcgt n\u00e4mlich nur \u00fcber eine begrenzte Haltbarkeit, die sich relativ langsam wieder aufl\u00e4dt. Im \u201ezerbrochenen\u201c Zustand lassen sich die sogenannten Jaras nur noch beh\u00e4big schwingen und verwehren euch zudem die Nutzung der zwei Spezialman\u00f6ver pro Item. Durch die st\u00e4ndige Waffenjongliererei werden die K\u00e4mpfe zumindest selten absolut einschl\u00e4fernd, dennoch fehlt es den insgesamt eher simplen Intermezzos \u00fcber weite Strecken des Spiels an Tiefgang.<\/p>\n<p><b>Mit der Lizenz zum Multiplayer<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/82933.jpg\" alt=\"Bild 82933\" style=\"float: left;\">Der darf eher im Endgame beziehungsweise im Multiplayer erwartet werden. Wenn dann n\u00e4mlich die Bosse aus ihrem vollen Repertoire sch\u00f6pfen, sind flinke Finger und viel Ausdauer gefragt. Allein ist das nicht immer einfach zu bewerkstelligen, weswegen es gl\u00fccklicherweise zwei Arten der Gruppenbildung gibt. Auf der einen Seite rekrutiert ihr im Spielverlauf entweder \u00fcber Quests oder durch Zufall in freier Wildbahn diverse Monster und andere NPC-Gef\u00e4hrten, die ihr als sogenannte Snacks zu eurer Gruppe hinzuf\u00fcgen k\u00f6nnt. Variante Nummer 2 l\u00e4sst euch menschliche Mitspieler an Bord holen, die entweder per lokalem Drahtlosspiel oder online in eure Stadt geholt werden. Dann setzt ihr euch nach bester <i>Monster Hunter<\/i>-Manier (oder nach Vorbild <i>Phantasy Star<\/i>, f\u00fcr die alten Hasen) f\u00fcr Quests zusammen, bereitet euch in der als Shop-Hub dienenden Stadt vor und geht die Missionen kooperativ an. Dummerweise steht das gemeinsame Spiel mit echten Spielern jedoch nur f\u00fcr die explizit als Nebenaufgaben bezeichneten Zusatzquests zur Verf\u00fcgung \u2013 die Story und kleinen NPC-Randhandlungen m\u00fcssen allein mit Snacks angegangen werden. Doch selbst unter diesen Auflagen ist es nicht immer sinnvoll, sich direkt in den Multiplayer zu st\u00fcrzen, denn sogar diverse Queststufen sind erst dann verf\u00fcgbar, wenn alle Mitspieler auch den entsprechenden Einzelspieler-Rang erreicht haben. Wollt ihr also kooperativ zocken, sollten alle Teilnehmer idealerweise auf der selben Fortschrittsebene sein. Nur wird dann das ganze Unterfangen aufgrund der st\u00e4ndigen Solo-Unterbrechungen irgendwie witzlos.<\/p>\n<p>Das Ausr\u00fcstungssystem, wegen dem man die ganze Beutespirale \u00fcberhaupt mitmachen m\u00f6chte, wirkt leider auch alles andere als prickelnd. Zun\u00e4chst einmal ist <i>Snack World<\/i> gerade zu Beginn eher geizig, wenn es um Geldmittel oder schmiedbare Ausr\u00fcstung geht. Erst auf halber Strecke durch den Story-Modus ist ein einigerma\u00dfen guter Fluss an Ressourcen gew\u00e4hrt, dass man sich auch mal der Zusammenstellung von Outfits und dem Verbessern von Jaras hingeben kann. Nur gew\u00f6hnt man sich leider eher schlecht an irgendwelche Waffen, wenn man st\u00e4ndig aufgrund der zahlreichen Monstergattungen unterschiedliche auf Quests mitnimmt. Das Spiel bietet sogar eine Funktion daf\u00fcr an, automatisch ein optimales Set aus dem Inventar zusammenzustellen. Statt also gro\u00df an seinen Waffen zu feilen, f\u00fcr die man ohnehin im Regelfall Duplikate zur Aufr\u00fcstung ben\u00f6tigt, l\u00e4uft man haupts\u00e4chlich eher mit einem st\u00e4ndig wechselnden, vielf\u00e4ltigen Arsenal umher. Auch das Craften und Aufmotzen der R\u00fcstungen ist eher langwierig. Jede von ihnen erfordert n\u00e4mlich gewisse seltene Kernkomponenten, die sowohl zur erstmaligen Erstellung als auch der Aufr\u00fcstung notwendig sind. Die Wertesch\u00fcbe beim Upgrade sind jedoch \u00fcber weite Strecken derma\u00dfen gering, dass man mit dem Kauf oder Bau einer neuen R\u00fcstung schlichtweg besser f\u00e4hrt. Immerhin wird, anders als bei den Waffen, kein R\u00fcstungsteil wirklich obsolet, denn sie lassen sich auch als rein dekorative Zierteile einstellen. Besser noch: Ist eure Zierr\u00fcstung an die t\u00e4glich wechselnden Modetrends ausgerichtet, winken bei euren Dungeon-Touren h\u00f6here Chancen auf seltene Gegenst\u00e4nde.<\/p>\n<p><b>Ohrst\u00f6psel, bitte\u2026<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/82934.jpg\" alt=\"Bild 82934\" style=\"float: right;\">Dass <i>Snack World: Die Schatzjagd<\/i> urspr\u00fcnglich auf dem 3DS daheim war, merkt man dem Titel in einigen Bereichen gar nicht an. So fallen die Charaktere \u00e4u\u00dferst detailliert aus und erinnern zum Teil beinahe an Knetmodelle, w\u00e4hrend beispielsweise das K\u00f6nigreich Croquette nicht mit vielerlei Dekoration geizt \u2013 wenn auch im von mir ausschlie\u00dflich gespielten Handheld-Modus leider zu Lasten der Framerate. Wenn es jedoch um die kompakten Questareale oder zum Teil ziemlich kantigen Objekte geht, wird doch deutlich, dass dieses Rollenspiel von einem bedeutend schw\u00e4cheren System stammt. Immerhin gl\u00e4nzt der Soundtrack daf\u00fcr mit peppigen Melodien, die euch den Abenteurer-Alltag vers\u00fc\u00dfen. Vorausgesetzt nat\u00fcrlich, ihr bekommt ihn auch zu h\u00f6ren, denn gerade in den K\u00e4mpfen sorgen die sich stetig wiederholenden Phrasen von Freund und ganz besonders Feind daf\u00fcr, dass alle anderen T\u00f6ne sang- und klanglos untergehen. Die Spr\u00fcche der Marke \u201eBissss dann, ihr Ssss\u00e4cke!\u201c von einer Giftschlange oder \u201eH\u00e4nde weg von meinem Schinken!\u201c vom Ritter-Schwein m\u00f6gen zudem im Einzelfall noch ganz witzig sein, wenn ihr jedoch eine ganze Horde besagter Monster in schneller Abfolge erlegt, werden sie schlichtweg nervt\u00f6tend. Vollst\u00e4ndige deutsche Sprachausgabe f\u00fcr die Story-Dialoge oder gar das Anweisungs-Geschnatter im linken oberen Bildrand gibt es \u00fcbrigens keine, stattdessen bekommt ihr auch hier nur kurze \u2013 und teilweise leider auch nicht ganz so kurze \u2013 Phrasen immer wieder aufs Neue serviert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immer wieder gibt es Spiele, die irgendwie unter den Tisch fallen und praktisch in Vergessenheit geraten. Das ist umso merkw\u00fcrdiger, wenn die leitenden Kr\u00e4fte eigentlich einen Megahit mit massig Merchandise und multimedialer Triebkraft geplant hatten. 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