{"id":366,"date":"2019-10-15T10:30:58","date_gmt":"2019-10-15T10:30:58","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=366","title":{"rendered":"Daemon X Machina"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/79768.jpg\" alt=\"Bild 79768\" style=\"float: right;\">Mech-Spiele sind eine Nische, die heutzutage nicht mehr allzu h\u00e4ufig anzutreffen ist. Nach der vor einiger Zeit ver\u00f6ffentlichten Demo-Version von <b>Daemon X Machina<\/B> war aber zumindest meine Neugier geweckt, weshalb ich mir einen Blick auf die Vollversion nicht nehmen lie\u00df. Mit der Demo wollten die Entwickler vor allem Feedback zur Performance, Grafik und den Missionsdesigns aufnehmen und in das Endprodukt einflie\u00dfen lassen. Einiges davon wurde umgesetzt, anderes scheinbar aber kaum bis gar nicht. <i>Daemon X Machina<\/i> wurde von Nintendo ver\u00f6ffentlicht und beworben, ist letztlich jedoch im Medienrummel ziemlich untergegangen. Ob die Mech-Ballerei aus dem Hause Marvelous trotzdem empfehlenswert ist, oder sich dahinter gar eine Spiele-Perle versteckt, das erfahrt ihr im Folgenden Test.<\/p>\n<p><b>Auf die Arsenals, fertig, los!<\/b><br \/>\nDie bemannten Kampfroboter sind hier weder ferngesteuert noch autark unterwegs. Stattdessen machen es sich ausgebildete K\u00e4mpfer und K\u00e4mpferinnen namens Outer in den \u201eArsenals\u201c genannten Mech-Anz\u00fcgen bequem. Diese sind S\u00f6ldner, die fast immer einer speziellen S\u00f6ldnergruppe unterstehen, welche wiederum ihre Auftr\u00e4ge aus einem Zusammenschluss verschiedener Institutionen zur Wahrung der Menschheit beziehen. Letztere wird n\u00e4mlich ganz <i>Terminator<\/i>-m\u00e4\u00dfig von einer hochentwickelten, k\u00fcnstlichen Schwarmintelligenz bedroht, die sich selbstst\u00e4ndig gemacht hat und s\u00e4mtlichen Menschen feindlich gesinnt ist. Besonders originell ist der Plot schon mal nicht, wenngleich ein gewisses Potenzial gegeben ist. Auch die vielen S\u00f6ldner und deren Vertonungen und Designs sind durchaus sehr gut gelungen und durch die Bank weg glaubhaft. Doch leider hat Marvelous es nicht geschafft die Geschichte besonders spannend aufzuziehen. Auch eine Charakterentwicklung l\u00e4sst sich kaum bis gar nicht feststellen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/79767.jpg\" alt=\"Bild 79767\" style=\"float: left;\">Dementsprechend \u00f6de wird das Spiel nach der anf\u00e4nglichen Euphorie. Mission f\u00fcr Mission bewirft das Spiel den Spieler mit immer wieder anderen Pers\u00f6nlichkeiten, die dann mal kurz mitk\u00e4mpfen oder sp\u00e4ter als Unterst\u00fctzung rekrutiert werden k\u00f6nnen. Das war es dann aber auch schon. Aufgebaut ist der Titel hier ganz \u00e4hnlich zu Spielen wie die der <i>Monster Hunter<\/i>-Serie von Capcom. Man spielt sich ausschlie\u00dflich durch diverse Missionsr\u00e4nge, lootet Gegner und passt seine Ausr\u00fcstung immer wieder in einem Hub den nachfolgenden Situationen an. Dreh- und Angelpunkt ist hier ein gro\u00dfer Hangar, der langweiliger wirklich nicht h\u00e4tte ausfallen k\u00f6nnen. Das Highlight ist im Prinzip schon der Arsenal, der m\u00e4chtig auf einem Podest pr\u00e4sentiert wird. NPCs sind zwar hier und da am Herumwanders, wirklich zum Plausch aufgelegt sind diese aber nicht. Auch ein Maskottchen in Form eines Hundes schwirrt umher, kann in Zeiten des beliebten Twitter-Accounts @CanYouPetTheDog aber nicht (!) gestreichelt werden \u2013 Chance verpasst\u2026<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus findet sich noch ein Terminal, von dem aus man neue Mission startet und seine Ausr\u00fcstung anpasst. Im Laufe des Spiels schaltet man immerhin andere, nennen wir es mal \u201eGaragen\u201c, frei. Eine davon ist beispielsweise ein Labor, in dem man seinen S\u00f6ldner ver\u00e4ndern darf. Dahinter versteckt sich letztlich ein Skilltree, nur dass man Perks mit Ingame-W\u00e4hrung kaufen muss. Diese sind Baum-artig aufgebaut und lassen Spezialisierungen sowohl des Outers (der Mensch im Mech), als auch des Arsenals (des Mechs selbst) zu. Leider sind die Effekte mehrfach eher marginal und wirken sich kaum sp\u00fcrbar aufs Geschehen aus. Apropos kaum sp\u00fcrbar: Auch in der sogenannten \u201eEisdiele\u201c trifft das zu. Hier k\u00f6nnen sich Auftragsk\u00e4mpfer vor den Missionen mit einem leckeren Eis st\u00e4rken. Aus verschiedenen Gef\u00e4\u00dfen (Waffel, Becher) und Eissorten kann man sich so verschiedene tempor\u00e4re Statusboni kaufen. Hier geht allerdings nur um \u201eBoni\u201c wie \u201e1% mehr Schaden\u201c oder \u00c4hnliches, was wohl kaum nennenswert ist und schon gar nicht im Verh\u00e4ltnis zum Preis steht. Keine Ahnung, ob das im Endgame noch mehr Auswirkungen hat, doch das d\u00fcrften wohl ohnehin die wenigsten Spieler erreichen.<\/p>\n<p><b>Ausgestorbene St\u00e4dte, g\u00e4hnende Leere: Willkommen in der Apokalypse!<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/79766.jpg\" alt=\"Bild 79766\" style=\"float: right;\">Der Endgegner taucht n\u00e4mlich schon in den ersten f\u00fcnf Stunden auf: die ber\u00fchmt ber\u00fcchtigte Monotonie. Erstmal wird das Spiel mit etlichen Fachbegriffen um sich und bildet ein Konstrukt eines an sich vielleicht ganz interessanten Spiele-Universums, bei dem Nicht-Fans allerdings recht schnell abschalten \u2013 zumindest erging es mir im Test so. Dementsprechend belanglos kommen einem die Dialoge in den Briefings vor jeder Story-Mission auch vor. Diese spielen sich \u00fcbrigens fast immer in verw\u00fcsteten Stadtgebieten ab, die nicht wirklich was f\u00fcrs Auge bieten, obwohl der Artstyle des Spiels durchaus seinen Charme hat. Mehr als eine leblose Arena ist das allerdings nicht. Ein Problem, mit dem auch die ebenfalls postapokalyptisch angehauchte Reihe <i>God Eater<\/i> zu k\u00e4mpfen hat.<\/p>\n<p>Die einzige Rettung w\u00e4re nun ein unvergleichliches Gameplay-Erlebnis, das einen die Umgebung glatt vergessen l\u00e4sst. Nun, eing\u00e4ngig ist die Grundsteuerung durchaus, bietet allerdings auch einige Feinheiten die nur wenig erkl\u00e4rt werden und daher unter Umst\u00e4nden Stolpersteine darstellen k\u00f6nnten. Zum Beispiel die Femto-Mechanik: Femto ist eine Energieform die man in gewissen Gebieten verst\u00e4rkt mit dem Arsenal aufnehmen kann, oder langsam \u00fcber Zeit regeneriert. Hiermit kann der Mech-Anzug auf verschiedene Weise zeitweilig gest\u00e4rkt werden, etwa f\u00fcr mehr Wucht im Nahkampf oder mehr Abwehr. Die Modi durchzuschalten ist denkbar einfach, doch welcher von den Modi tut nun was? Das muss man sich aus den Men\u00fcs leider selbst herauslesen, denn im HUD selbst sieht man nur kryptische Symbole. Auch ist es etwas nervig, dass der Arsenal stets dazu neigt herunterzufallen, weshalb man immer wieder \u201espringen\u201c oder in Richtung Himmel boosten muss. Ein reiner Flugmodus w\u00e4re hier wesentlicher bequemer gewesen und h\u00e4tte vor allem auch das Zielen erleichtert. Immerhin unterst\u00fctzt der Mech hier allerdings mit einer automatischen Zielerfassung, wodurch man auch beim schnellen Ausweichen recht gut den Gegner einseifen kann. Im Gro\u00dfen und Ganzen ist die Steuerung ziemlich gelungen und macht Spa\u00df, w\u00e4re da nicht die allgemeine Langeweile.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/79762.jpg\" alt=\"Bild 79762\" style=\"float: left;\">Die entsteht eigentlich haupts\u00e4chlich durch die stets sehr \u00e4hnlichen Missionsdesigns. Hier muss man wahrscheinlich einfach Fan von Mechs und der Postapokalypse sein, um hier nicht einzuschlafen. Ich als alter <i>Monster Hunter<\/i>-Hase wei\u00df durchaus, was \u201eGrind\u201c bedeutet und wie es sich anf\u00fchlt, immer wieder dieselben Abl\u00e4ufe zu wiederholen. <i>Daemon X Machina<\/i> konnte mich also trotz meiner stark ausgepr\u00e4gten Grind-Resistenz nicht abholen und l\u00e4nger als eine halbe Stunde motivieren. Immer wieder hei\u00dft es: \u201eSchalte alle feindlichen KIs aus!\u201c, \u201eBesch\u00fctze Gebiet X\u201c und so weiter und so fort. Die Gegner und das eigentliche Gameplay laufen dabei jedoch stets gleich ab, was sich extrem schnell abnutzen kann. Die wenigen Highlights sind dann eher die K\u00e4mpfe gegen gigantische Riesen-Roboter, wobei sich auch die immer im selben Schema bewegen und reine Kugelschw\u00e4mme sind. Taktisches Geschick oder gar ein Strategiewechsel ist hier in den allermeisten F\u00e4llen nicht vonn\u00f6ten.<\/p>\n<p><b>Das Grundger\u00fcst passt<\/b><br \/>\nAuch wenn es so klingen mag, ein Totalausfall ist <i>Daemon X Machina<\/i> keinesfalls. Wie bereits erw\u00e4hnt ist der markante Grafikstil durchaus sehr ansprechend und h\u00fcbsch. Das Geschehen bleibt dabei trotz der rasanten Action \u00fcberwiegend stabil, was in der Demo noch ein Problem war. Auch die musikalische Untermalung und das allgemeine Design des Spiels haben mich \u00fcberzeugt. Einzig die Gesichter der Reclaimer genannten S\u00f6ldner k\u00f6nnten hier und da etwas aus dem Uncanny Valley herauskriechen. Da man jedoch eh meistens in einer Maschine steckt, ist das wohl kaum ein gro\u00dfes Problem. Auch einen Online-Modus bietet das Spiel, in dem man online kooperativ mit Fremden oder Freunden Missionen angehen darf. Aufgrund der allgemein eher geringen Beliebtheit und der granularen Missionsaufteilung, war es mir jedoch selbst Wochen nach dem Release unm\u00f6glich eine Spielgruppe zu finden. Hat man jedoch Freunde, die nicht gerade um die Ecke wohnen, dann kann man hier immer recht bequem ein paar Missionen zusammen absolvieren. \u00dcber die Stabilit\u00e4t und Abbr\u00fcche kann ich mangels Mitspieler aber wie gesagt keine fundierten Aussagen treffen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mech-Spiele sind eine Nische, die heutzutage nicht mehr allzu h\u00e4ufig anzutreffen ist. 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