{"id":359,"date":"2019-08-27T14:00:38","date_gmt":"2019-08-27T14:00:38","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=359","title":{"rendered":"Fell Seal: Arbiter&#8217;s Mark"},"content":{"rendered":"<p>Wenn Square Enix schon kein richtiges, neues <i>Final Fantasy Tactics<\/i> macht, dann m\u00fcssen eben andere diese L\u00fccke f\u00fcllen! Beispielsweise <b>Fell Seal: Arbiter&#8217;s Mark<\/b>, das seine offensichtliche Inspiration so ziemlich gar nicht verbergen kann. Vom Job-System \u00fcber den Kampfverlauf bis hin zu kleineren Details \u00fcbernahmen die Macher vieles von Squares Vorzeige-Taktikrollenspiel. Doch wenn das Endergebnis schlussendlich derma\u00dfen unterhaltsam ist, dass es ganz wie das Vorbild \u00fcber Stunden hinweg an den Bildschirm fesselt und zudem f\u00fcr Taktiker so ziemlich aller Kenntnisstufen die passende Herausforderung bietet, will man sich auch kaum beschweren.<\/p>\n<p><b>Adel vergiftet<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/82459.jpg\" alt=\"Bild 82459\" style=\"float: right;\">Alles beginnt mit einem Mordfall. Ihr begleitet die H\u00fcterin Kyrie dabei, wie sie einen auf frischer Tat ertappten Adeligen vor Gericht zerren m\u00f6chte. Eigentlich eine simple Sache, wenn der Rat der Unsterblichen, welcher das Fantasy-Land regiert, nicht gerade auf der Suche nach Nachfolgern w\u00e4re. Die von ihnen mit einem Symbol gezeichneten Hoffnungstr\u00e4ger stehen n\u00e4mlich unter besonderem Schutz und m\u00fcssen sich an so gut wie keine Gesetze halten \u2013 und genau zu diesen geh\u00f6rt nun auch der mordende Adelige, was die gesetzestreue Kyrie aber so \u00fcberhaupt nicht guthei\u00dfen kann. Es folgt eine eingangs einfache Reise im Namen der Gerechtigkeit, die sich jedoch genretypisch schnell zu etwas gr\u00f6\u00dferem entwickelt. Dies schlichtweg auch deswegen, weil den wachsenden Heldentrupp unerwartete Schicksale ereignen, welche die Angelegenheit geh\u00f6rig verkomplizieren.<\/p>\n<p>Der Fortschritt des Abenteuers wird auf einer \u00dcbersichtskarte festgehalten, deren Knotenpunkte ihr nach einmaliger Freischaltung ohne gro\u00dfe Unterbrechungen ansteuern k\u00f6nnt. Zufallsbegegnungen gibt es keine, stattdessen d\u00fcrft ihr in Kampfgebieten auf Wunsch patrouillieren und so kleine Gefechte zur St\u00e4rkung eurer Truppe provozieren. Ideal, um beispielsweise mit den zahlreichen Charakterklassen zu experimentieren, beziehungsweise diese und eventuelle Ersatz-K\u00e4mpfer f\u00fcr den Notfall auszubilden. Unter Normalbedingungen kann es nicht schaden, in den st\u00e4dtischen Gildenh\u00e4usern mehr Streitkr\u00e4fte anzuheuern, als das Einheitenlimit pro Schlacht genehmigt. Gefallene K\u00e4mpfer werden n\u00e4mlich mit einem Werte-Malus belegt, der sich bei wiederholten Niederlagen noch verschlimmert und nur durch einmaliges Aussetzen eines Gefechts aufgehoben werden kann. Klingt streng, l\u00e4sst sich in der Praxis jedoch eigentlich recht locker durch ein kurzes K\u00e4mpfchen in einem der Startgebiete aufheben \u2013 von daher ist es gar nicht verkehrt, dass sich dieses in meinen Augen eher nervige Feature optional abschalten l\u00e4sst. Oder alternativ versch\u00e4rft ihr es und sorgt daf\u00fcr, dass derartige Verletzungen dauerhaft bleiben oder gar irgendwann zum endg\u00fcltigen Charaktertod f\u00fchren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><b>Wie hart darf&#8217;s denn sein?<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/82460.jpg\" alt=\"Bild 82460\" style=\"float: left;\">Der eigentliche Schlachtverlauf funktioniert genau so, wie man es von <i>Final Fantasy Tactics<\/i> kennt: Der Geschwindigkeitswert aller Figuren auf der Karte gibt die Zugreihenfolge an, nach der jeder dann separat zieht. Neben Bewegungsman\u00f6vern und normalen Angriffen stehen euch dabei bis zu zwei Sets an Jobklassen-F\u00e4higkeiten zur Verf\u00fcgung, die vorher im Ausr\u00fcstungsmen\u00fc festgelegt werden m\u00fcssen. So lassen sich beispielsweise die Schw\u00e4chungszauber und Vergiftungstricks des Pestarztes mit dem vernichtenden Elementarmagie-Arsenal des Magiers kombinieren. Das sorgt f\u00fcr Flexibilit\u00e4t, ohne die Men\u00fcs wirklich un\u00fcbersichtlich zu machen \u2013 jede F\u00e4higkeit hat ihren angestammten, logischen Platz. Ausf\u00fchrliche Erkl\u00e4rtexte rufen euch dabei zudem stets in Erinnerung, wie genau die F\u00e4higkeiten wirken, also welche eurer Charakterwerte hineinspielen und welche Zusatzeffekte das Man\u00f6ver birgt. Ebenfalls nicht unwichtig: Die Blickrichtung eurer Mitstreiter, die am Ende eines jeden Zuges festgelegt wird und dar\u00fcber bestimmt, ob sie f\u00fcr Angriffe von der Seite oder gar von hinten offen stehen.<\/p>\n<p>Die ersten Stunden gew\u00f6hnen euch dabei recht schnell an die zugrundeliegenden Spielsysteme, was jedoch auch bitter n\u00f6tig ist. Der Schwierigkeitsgrad von <i>Fell Seal<\/i> zieht n\u00e4mlich recht schnell an und Leute mit eher m\u00e4\u00dfigem taktischem Geschick sehen auf der Standard-Schwierigkeitsstufe bald kein Land mehr \u2013 ein Umstand, den das Spiel sogar kleinlaut beim Start eingesteht. Das w\u00e4re \u00fcbel, wenn ihr den H\u00e4rtegrad nicht in vielerlei Punkten konfigurieren k\u00f6nntet. Die oben genannten Konsequenzen des Einheitenverlusts sind dabei nur die Spitze des Eisbergs: Von der allgemeinen Gegnerst\u00e4rke \u00fcber die feindlichen Levelobergrenzen und den Einsatz von Wiederbelebungszaubern bis hin zur leichten Manipulation der Trefferchancen d\u00fcrft ihr eure Partie so einstellen, wie ihr sie am unterhaltsamsten glaubt. Das ist gleicherma\u00dfen klasse f\u00fcr Leute, die einfach nur die Story erleben m\u00f6chten, als auch f\u00fcr solche, die nach der ultimativen Herausforderung streben \u2013 zumal ihr an den Reglern au\u00dferhalb von K\u00e4mpfen jederzeit auf Wunsch drehen d\u00fcrft.<\/p>\n<p><b>Comic-Look mit Portr\u00e4t-Charakter<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/82461.jpg\" alt=\"Bild 82461\" style=\"float: right;\">Die technische Seite gibt sich gr\u00f6\u00dftenteils ebenfalls lobenswert. Klar wirken die simplen Animationen zun\u00e4chst angesichts der stilisierten Charaktere etwas befremdlich und auch die detaillierten Figurenportr\u00e4ts wollen sich nicht so recht in die restliche Optik einf\u00fcgen, doch daran gew\u00f6hnt man sich schnell und speziell die eher spartanischen Animationen kommen stark dem Tempo zugute. Nichtsdestotrotz dauert es eine Weile, bis man die entsprechenden Bilder der Zugreihenfolge auch sicher seiner Truppe zuordnen kann \u2013 erst recht, wenn man sich bei der Erstellung der generischen Begleiter gewisse Freiheiten erlaubt hat. Was gleicherma\u00dfen etwas unsch\u00f6n ist: Die Schrift einiger Men\u00fcs f\u00e4llt etwas sehr klein aus. Speziell die F\u00e4higkeitsbeschreibungen und diverse k\u00fcrzere Begleittexte in der Benutzeroberfl\u00e4che h\u00e4tten gerne etwas gr\u00f6\u00dfer sein d\u00fcrfen, auch in Hinsicht auf die kommende Switch Lite mit ihrem noch kleineren Screen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn Square Enix schon kein richtiges, neues Final Fantasy Tactics macht, dann m\u00fcssen eben andere diese L\u00fccke f\u00fcllen! Beispielsweise Fell Seal: Arbiter&#8217;s Mark, das seine offensichtliche Inspiration so ziemlich gar nicht verbergen kann. 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