{"id":358,"date":"2019-08-26T15:00:00","date_gmt":"2019-08-26T15:00:00","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=358","title":{"rendered":"Astral Chain"},"content":{"rendered":"<p>Obwohl sie inzwischen schon recht bekannt geworden sind, kommt es komischerweise immer wieder vor, dass die Spiele dieser Entwickler hin und wieder gerne \u00fcbersehen werden. Die Rede ist von PlatinumGames, die sich mit Titeln wie <I>Bayonetta<\/I> und <i>Nier: Automata<\/I> bereits einen Namen gemacht haben. Und da erstere Reihe bereits auf der Switch gelandet ist und der dritte Teil ebenfalls in den Startl\u00f6chern steht, soll davor lieber nochmal etwas ganz Neues kommen: <B>Astral Chain<\/B>. Nachdem ein f\u00e4lschlich \u00fcbersetzter Tweet, der behauptet habe, das Spiel sei als Trilogie ausgelegt, f\u00fcr ein wenig Unmut gesorgt hat, ist inzwischen wieder alles im Reinen. Trotzdem bleibt noch die Frage: H\u00e4tte der Titel es verdient, weitere Teile zu erhalten oder sollte es bei diesem einem, kurzen Versuch bleiben? Ich habe mir die virtuelle Polizeiuniform angezogen, um genau dem nachzugehen.<\/p>\n<p><B>Wir schreiben das Jahr 2078<\/B><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/82454.jpg\" alt=\"Bild 82454\" style=\"float: right;\">In <I>Astral Chain<\/I> \u00fcbernimmt man die Kontrolle eines Zwillings, wobei man sich vor Spielbeginn aussuchen kann, ob man die Rolle des m\u00e4nnlichen oder weiblichen Geschwisterteils \u00fcbernehmen m\u00f6chte. Ungeachtet dessen treten jedoch trotzdem beide in der Story auf, denn bei ihnen handelt es sich um Polizisten auf der Arche, einer k\u00fcnstlichen Insel, die die letzte Bastion im Jahre 2078 darstellt. Der Rest der Welt ist durch Angriffe der so genannten Chim\u00e4ren verw\u00fcstet, welche die Bev\u00f6lkerung gnadenlos angreifen und sie mittels des Rotschubes selbst in grauenvolle Monster, Aberrationen genannt, verwandelt. Dass man auf der Arche auf eine Chim\u00e4re trifft, ist allerdings recht selten und eigentlich herrscht gr\u00f6\u00dftenteils Frieden, sodass auch die Zwillingspolizisten eher regul\u00e4rer Arbeit nachgehen \u2013 bis sie jedoch in ein Einsatzgebiet gerufen werden, in der genau ein solches Monster Chaos anrichtet. Allerdings wird schnell festgestellt, dass sie absolut machtlos gegen die Kreatur sind. Sie k\u00f6nnen sie nicht einmal sehen.<\/p>\n<p>Hier treffen die beiden auf die Spezialeinsatzkr\u00e4fte von Neuron, die daf\u00fcr ausgebildet worden sind, mit den unnat\u00fcrlichen Kreaturen fertig zu werden. Zu diesem Zweck bedienen sie sich ihrerseits an Legionen \u2013 geb\u00e4ndigte Chim\u00e4ren, die ihren Herrscher folgen und schlagkr\u00e4ftig unterst\u00fctzen. Und wie es der Zufall so will, hatten die Oberh\u00e4upter von Neuron schon l\u00e4nger ein Auge auf die Zwillinge geworfen, sodass sie in diesem Einsatz extra selbst mit dieser \u00fcbernat\u00fcrlichen Kraft in Form einer eigenen Legion ausgestattet werden. Von hier aus beginnt das Abenteuer der zwei Helden, die daraufhin in immer schrecklichere F\u00e4lle verwickelt werden. Die gesamte Story ist sehr gut geschrieben und leicht zu verfolgen. Sie h\u00e4lt auch die eine oder andere \u00dcberraschung bereit, wobei ich zugeben muss, dass sie teilweise schon sehr leicht vorhersehbar waren. Wie man es von PlatinumGames kennt, sind auch teilweise witzige Momente in den Spielverlauf eingebaut, wobei der Titel insgesamt gesehen definitiv einer ihrer ernsteren ist. Der Text wurde dabei vollst\u00e4ndig auf Deutsch \u00fcbersetzt, die Sprachausgabe erfolgt ausschlie\u00dflich auf Englisch.<\/p>\n<p><B>Man ist und bleibt doch Ermittler<\/B><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/82452.jpg\" alt=\"Bild 82452\" style=\"float: left;\">Dabei ist das Gameplay mehr oder weniger in zwei Teile geteilt, die nahtlos ineinander \u00fcbergehen. Zum Einen gibt es die Ermittler-Phase, in der man durch unterschiedliche Orte wandert, mit Leuten spricht und in vielen F\u00e4llen auch mehr oder weniger Detektiv-Arbeit leistet. Hierbei handelt es sich h\u00e4ufig um kleinere Nebenaufgaben, die alle recht simpel gehalten sind. Hier und da muss man jedoch auch Hinweise sammeln um schlussendlich herauszufinden, warum eine Person einfach verschwunden ist. Am Ende eines solchen Abschnittes werden alle Indizien auch nochmal vorgelegt und je nachdem, ob man die richtigen passend zum Dialog w\u00e4hlt, wird man entsprechend bewertet. Auch diese Teile fallen \u00e4u\u00dferst simpel aus und wenn man in den Gespr\u00e4chen ein wenig aufpasst, stellen sie absolut kein Problem dar. Au\u00dferdem bekommt man ein so genanntes IRIS zu Verf\u00fcgung, was grunds\u00e4tzlich eine Erweiterte Realit\u00e4t darstellt und mit dem man im Spiel unter anderem auch durch W\u00e4nde sehen, aber auch alle Aufgabenmarker finden kann. In vielen F\u00e4llen kommt es dann allerdings auch dazu, dass der T\u00e4ter eine Chim\u00e4re war und mit dem Opfer geflohen ist \u2013 in die Astralebene. Zwar ist es nicht immer so, h\u00e4ufig begibt man sich aber genau dort hin, um den zweiten Teil des Spiels zu beginnen.<\/p>\n<p><B>Lasst es krachen!<\/B><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/82449.jpg\" alt=\"Bild 82449\" style=\"float: right;\">Im Gegensatz zur normalen Welt ist die Astralebene n\u00e4mlich nicht ganz so friedlich \u2013 schlie\u00dflich ist es die Welt der Chim\u00e4ren. Dementsprechend kommt hier auch am meisten der eigentliche Hauptaspekt des Spiels zum Vorschein: Die K\u00e4mpfe. Diese sind n\u00e4mlich, wie man es von den Entwicklern gewohnt ist, \u00e4u\u00dferst abwechslungsreich gestaltet und auch au\u00dferordentlich gut in Szene gesetzt. Um sich vor den Monstern, die in etlichen Variationen auftreten k\u00f6nnen, zu sch\u00fctzen, hat der Spielercharakter selbst dank des von ihm gef\u00fchrten Schlagstocks bereits einige Angriffsm\u00f6glichkeiten. Dieser kann n\u00e4mlich von Anfang an drei Formen annehmen: Eine kurze, schnelle Variante, eine Art Breitschwert-Form sowie die Transformation zu einer Schusswaffe. Jede dieser Formen verf\u00fcgt bereits \u00fcber eine eigene Kombo und wird im Verlaufe des Spiels um ein paar weitere M\u00f6glichkeiten erg\u00e4nzt, um sich die K\u00e4mpfe interessanter zu gestalten.<\/p>\n<p>Erst richtig spannend wird es allerdings beim Einsatz der Legionen. Im Verlauf des Spiels erh\u00e4lt man f\u00fcnf unterschiedliche Legionen, mit denen sich die Standard-Kombos noch erweitern oder ver\u00e4ndern lassen. Mit ihnen lassen sich unterem Anderem m\u00e4chtige Abschluss-Angriffe ausf\u00fchren, aber auch diverse Spezialman\u00f6ver: Da die Legion n\u00e4mlich st\u00e4ndig an einer Kette mit dem Spieler verbunden ist, kann diese ohne Probleme einmal um einen Feind herum gef\u00fchrt werden, um diesen mit dieser Kette zu binden und damit f\u00fcr kurze Zeit regungslos zu machen. Des Weiteren k\u00f6nnen auf einen zust\u00fcrmende Chim\u00e4ren mit der Kette abgefangen und zur\u00fcckgeschleudert werden. Zudem besitzt jede der f\u00fcnf Legionen noch eigene Spezialfertigkeiten, die sie alleine ausf\u00fchren kann. Wenn man die Legion nicht gerade manuell steuert, greift diese au\u00dferdem einfach von sich aus an. Man muss jedoch aufpassen: Der eigene Helfer kann nicht unbegrenzt auf dem Feld bleiben. Die so genannte Limiter-Anzeige zeigt einem an, wie lange die Legion noch drau\u00dfen bleiben kann, bevor sie f\u00fcr kurze Zeit mal wieder zur\u00fcckgerufen werden muss. Und unbesiegbar ist der monstr\u00f6se Helfer auch nicht: Erleidet dieser Schaden, nimmt die Limiter-Anzeige rapide ab und sollte diese durch einen Angriff auf Null sinken, kann f\u00fcr eine bestimmte Zeit erstmal keine Legion mehr gerufen werden. Auch man selbst muss sich vor Angriffen vorsehen und man besitzt keinen Block \u2013 lediglich eine Ausweichtaste, wobei eine Ausweichrolle zur richtigen Zeit wiederum die M\u00f6glichkeit f\u00fcr einen Konter, ob von einem selbst oder der Legion, er\u00f6ffnet. Letztlich gibt es noch eine weitere Option, im Kampf ordentlich auf den Putz zu hauen, allerdings beinhaltet diese Story-Spoiler, die ihr doch lieber selbst in Erfahrung bringen solltet.<\/p>\n<p><B>1+ mit Sternchen<\/B><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/82447.jpg\" alt=\"Bild 82447\" style=\"float: left;\">Nach Abschluss bestimmter K\u00e4mpfe erh\u00e4lt man eine Punktzahl und dementsprechend einen Rang, Geld und auch eine Art Job-Punkte. Der Rang dient lediglich zum Abschluss jedes Kapitels um zu sehen, wie gut man sich geschlagen hat. Dabei gibt es aber kein gro\u00df auf Kombos aufgebautes Punktesystem, wie es bei <i>Devil May Cry<\/I> oder <i>Bayonetta<\/I> der Fall war, sondern eher eines, das Effizienz und Cleverness belohnt. So kann man versuchen, alle Feinde schlichtweg so schnell wie m\u00f6glich zu erledigen, um einen ordentlichen Zeitbonus einzuheimsen \u2013 oder man geht methodisch vor, w\u00e4hlt diverse Kombos und unterschiedliche Legionen, um am Ende Boni f\u00fcr die eingesetzten Techniken zu kassieren. In beiden F\u00e4llen ist es m\u00f6glich, die h\u00f6chste Bewertung zu erhalten, sodass man sich aussuchen kann, wie man daf\u00fcr vorgehen m\u00f6chte. Auf das Geld brauche ich vermutlich nicht weiter eingehen, die Job-Punkte hingegen dienen zum Aufstieg des Ranges bei Neuron, was grunds\u00e4tzlich wie eine Art Level f\u00fcr den Spieler zu verstehen ist. Jeder weitere Rang f\u00fchrt dabei zu mehr Lebensenergie und einer Rang-Belohnung, h\u00e4ufig in Form eines kosmetischen Gegenstandes.<\/p>\n<p><B>Kraft\u2026 Ich brauche mehr Kraft<\/B><br \/>\nSollte man mal Problem mit den Gegnern haben, lohnt es sich ein Upgrade durchzuf\u00fchren. Die eigene Ausr\u00fcstung l\u00e4sst sich dabei lediglich im Hauptquartier verbessern, daf\u00fcr kann man dadurch neue Techniken erlernen oder die Limiter-Anzeige erh\u00f6hen \u2013 und hierf\u00fcr werden Geld sowie Materialien gebracht. Bei den Legionen sieht es etwas anders aus: Um diese zu verbessern, braucht man Gencodes, die man ausschlie\u00dflich durch das Besiegen von Feinden erh\u00e4lt. Mit denen kann man dann, \u00e4hnlich wie an einem F\u00e4higkeiten-Baum, neue Status-Boni und eben auch F\u00e4higkeiten freischalten. Allerdings gibt es hier keine gro\u00dfen, sich unterscheidenen B\u00e4ume f\u00fcr die verschiedenen Legionen. Jede verfolgt lediglich einen Weg, bei dem man Priorit\u00e4ten setzten kann, was man zuerst freischaltet.<\/p>\n<p><B>Abseits der Action<\/B><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/82451.jpg\" alt=\"Bild 82451\" style=\"float: right;\">Alleine um die Story von <i>Astral Chain<\/I> durchzuspielen wird man ein wenig Zeit investieren m\u00fcssen. Ich selbst habe 25 Stunden gebraucht, wobei ich mich auch darauf konzentriert habe, m\u00f6glichst viel zu entdecken. Wie es f\u00fcr Spiele dieser Art n\u00e4mlich \u00fcblich ist, gibt es einige versteckte K\u00e4mpfe, Aufgaben und auch diverse Gegenst\u00e4nde und Gegner zu finden \u2013 was teilweise echt nicht einfach ist. Au\u00dferdem lassen sich Charakter- sowie Gegnerdaten f\u00fcr die eigene Datenbank sammeln, indem man sie in Schnappsch\u00fcssen ablichtet \u2013 bei denen man im \u00dcbrigen auch Selfies aufnehmen kann. Weiterhin lassen alle Legionen sowie der Charakter selbst in bestimmten Ma\u00dfe anpassen (im Falle der Legionen allerdings beschr\u00e4nkt auf die Farbe) und es gibt \u00fcber 180 In-Game-Achievements, bei deren Erf\u00fcllung weitere Items, Accessoires und andere kleine Boni winken. Wem das noch nicht gen\u00fcgt, kann auch versuchen \u00fcberall den besten Rang einzuheimsen, was hier wirklich einfach gemacht worden ist: Es ist zu jeder Zeit m\u00f6glich in die Kapitelauswahl und von dort aus in bestimmte Abschnitte eines Kapitels zu springen, sodass man immer sehr schnellen Zugang zu allen m\u00f6glichen Rangk\u00e4mpfen hat. Zudem bietet der Titel im \u00dcbrigen drei Schwierigkeitsgrade, wobei auf dem es auf dem leichtesten sogar m\u00f6glich ist, das Spiel komplett f\u00fcr sich selbst spielen zu lassen \u2013 sodass man sich komplett auf die Story konzentrieren kann. F\u00fcr den ganz besonderen Spa\u00dfzu zweit ist es sogar m\u00f6glich, das gesamte Spiel im Koop hinter sich zu bringen, wobei ein Spieler den menschlichen Charakter \u00fcbernimmt, wohingegen der zweite die Legion spielt. Insgesamt bietet das Spiel ein wirklich rundes Paket an Inhalt, dessen Gameplay fl\u00fcssig von der Hand geht und an dem man auch \u00fcber l\u00e4ngere Zeit Spa\u00df finden wird.<\/p>\n<p><B>Explosionen! Wir brauchen mehr Explosionen!<\/B><br \/>\nDamit das saubere Gameplay aber auch gut abgerundet werden kann, bedarf es einer genau so sch\u00f6nen Pr\u00e4sentation und auch die bietet der Titel mehr als genug. Visuell bekommt man selten mehr Explosionen geschenkt und die Cel-Shading-Optik passt perfekt zu den harten Kontrasten der f\u00fclligen Farben im Vergleich zu so mancher dunkler Gasse, durch die man streift. Auch bei den Kombo-Angriffen geht es hoch her und sobald man ein Gef\u00fchl f\u00fcr diese entwickelt hat, fliegen die Funken, ohne dass die Framerate in die Knie geht. Ein einziges Problem sehe ich allerdings, und dass ist die Tatsache, dass viele Areale immer wieder aufgesucht werden \u2013 sei es in der Astralebene oder in der echten Welt. Zwar werden auch neue Abschnitte er\u00f6ffnet um dann zu ganz anderen Orten zu gelangen, leider muss man aber h\u00e4ufiger auch mal durch das gleiche Areal wandern. In Sachen Musik bekommt man hier jedoch ordentlich etwas geboten. Neben melodischen Titelmelodien passt der Sound in jedem Abschnitt sehr gut zum Geschehen und wird auch auf Dauer nicht langweilig. Einziges Manko in Sachen Sound sehe ich bei der Stimme des Spielercharakters. Dieser bleibt n\u00e4mlich, obwohl f\u00fcr beide Geschlechter Stimmen existieren, gr\u00f6\u00dftenteils stumm. Einzige Ausnahme sind Kampfschreie und die k\u00f6nnen auf Dauer doch etwas nerven.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"100%\" height=\"428\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/26nKiE6WQIo\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Obwohl sie inzwischen schon recht bekannt geworden sind, kommt es komischerweise immer wieder vor, dass die Spiele dieser Entwickler hin und wieder gerne \u00fcbersehen werden. Die Rede ist von PlatinumGames, die sich mit Titeln wie Bayonetta und Nier: Automata bereits einen Namen gemacht haben. 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