{"id":342,"date":"2019-08-13T20:15:15","date_gmt":"2019-08-13T20:15:15","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=342","title":{"rendered":"Omega Labyrinth Life"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/82310.jpg\" alt=\"Bild 82310\" style=\"float: left;\">Wie hebt man sich von der gro\u00dfen Masse der Dungeon Crawler ab? Im Falle von <b>Omega Labyrinth Life<\/b> verl\u00e4sst man sich auf eine gute, alte Marketing-Weisheit: Sex sells! Dessen Vorg\u00e4ngerspiel <i>Omega Labyrinth Z<\/i> war sogar augenscheinlich derma\u00dfen hei\u00df, dass mehrere Kennzeichnungsinstanzen die Altersfreigabe verweigerten, Sony den West-Release sang- und klanglos abschoss und so vermutlich auch zu den neuen Richtlinien beigetragen hat, die nun f\u00fcr Inhaltsanpassungen bei gewissen anz\u00fcglicheren PlayStation-Titeln sorgen. Aber so interessant Kontroversen auch zu verfolgen sind, macht ein derartiger Rummel noch lange kein gutes Spiel. Ob der mittlerweile dritte Teil (Jepp, es gibt wirklich schon drei!) der Roguelike-Reihe im <i>Mystery Dungeon<\/i>-Stil auch langfristig bindet, verrate ich euch in diesem Testbericht.<\/p>\n<p><b>Blumen-Notstand<\/b><br \/>\nZun\u00e4chst sollte ich jedoch die Ausgangslage etablieren, wegen derer man \u00fcberhaupt den ganzen Nonsens mitmacht. Ihr steuert Hinata Akatsuki, ihres Zeichens die neue Sch\u00fclerin an der prestigetr\u00e4chtigen Belles Fleurs Academy. Besagtes Institut ist ma\u00dfgeblich f\u00fcr dessen pr\u00e4chtigen Blumengarten bekannt \u2013 und genau deswegen sorgt das pl\u00f6tzliche Eingehen s\u00e4mtlicher Pflanzen f\u00fcr reichlich Wirbel. Ist es Zufall, dass dies ausgerechnet mit Hinatas Ankunft geschieht? Um der Sache auf den Grund zu gehen, muss sie jedenfalls gemeinsam mit anderen Sch\u00fclerinnen in die verborgenen H\u00f6hlen unter der Akademie hinabsteigen und dabei noch magisches Wasser sammeln, mit dem sich der Geist des Blumengartens wieder st\u00e4rken l\u00e4sst. Wirklich komplex wird die Handlung dabei nie und je nach Zielstrebigkeit seid ihr bereits nach guten 15 Stunden mit der Story fertig, doch gegen einen vergleichsweise lockeren Trip ist an und f\u00fcr sich nichts einzuwenden. Anders steht es jedoch um die englische \u00dcbersetzung. Zwar lesen sich die meisten Dialoge relativ gut, unsch\u00f6ne Satzkonstruktionen finden sich aber dennoch reichlich. Und speziell in die spieltechnischen Texte haben sich reichlich schiefe Formulierungen sowie eine Hand voll waschechter Fehler reingemogelt \u2013 schade um die teils eigentlich am\u00fcsanten Gespr\u00e4che und Gegenstandsbeschreibungen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/82312.jpg\" alt=\"Bild 82312\" style=\"float: right;\">In den H\u00f6hlen selbst l\u00e4uft alles nach gewohntem <i>Mystery Dungeon<\/i>-Muster. Ihr schlagt euch also durch mehrere prozedural generierte Ebenen, die aus R\u00e4umen und verbindenden Korridoren bestehen. Damit der Weg zur n\u00e4chsten Treppe weder langweilig noch einfach wird, sind die R\u00e4umlichkeiten nicht selten mit Monstern ges\u00e4umt. Die bewegen sich immerhin nur dann, wenn ihr agiert \u2013 im Prinzip ist das Spiel also komplett rundenbasiert. W\u00e4hrend die meisten Monster in der Anfangsphase mehr als Kanonenfutter dienen und nur selten eine wirkliche Gefahr darstellen, trieben mich gerade im fortschreitenden Spielverlauf die erschreckend zahlreichen, nervigen Fallenfelder in den Wahnsinn. Dann nimmt man aus heiterem Himmel Schaden, landet durch Ausrutschen an der n\u00e4chsten Wand, muss eine Weile lang mit verringerter Genauigkeit sowie Sichtweite leben oder erleidet den kompletten Vorbau- und damit auch Statuswerteverlust. Es gibt zwar auch diverse Hilfsmittel wie besondere Ausr\u00fcstungseigenschaften oder Fallenentferner-Zauberb\u00fccher, doch die schiere Menge an hinterlistigen Trickfeldern kann nichtsdestotrotz nerven. Und wenn sie gegen Ende des Spiels und in den Extra-Herausforderungen dar\u00fcber hinaus auch noch mit nicht minder gef\u00e4hrlichen Gegnern gepaart werden, wird es gerne mal richtig frustrierend.<\/p>\n<p><b>\u2026Habe ich mich gerade verlesen?<\/b><br \/>\nWer beim vorherigen Absatz gut aufgepasst hat, ist vielleicht \u00fcber \u201eden kompletten Vorbau[verlust]\u201c gestolpert. Ganz gem\u00e4\u00df des alten Klischees ist die Busengr\u00f6\u00dfe eurer sieben spielbaren Heldinnen von entscheidender Bedeutung \u2013 und dabei gilt nat\u00fcrlich: Je gr\u00f6\u00dfer, desto besser. Mit jedem erlegten Gegner sammelt ihr nicht nur Erfahrungspunkte, sondern auch Omega-Power. Diese dient einerseits als Zahlungsmittel in Shops auf dem Campus oder im Dungeon, vergr\u00f6\u00dfert ab bestimmten Schwellenwerten aber auch den Vorbau eurer gesteuerten Figur. Dann winkt ein sp\u00fcrbarer Werteschub sowie eine zus\u00e4tzliche Ladung eurer Skills \u2013 umgekehrt schw\u00e4cht euch die oben erw\u00e4hnte Sonderfalle nat\u00fcrlich vor\u00fcbergehend enorm. Ganz wie der Erfahrungslevel wird nach Abschluss des Dungeons oder der niederlagenbedingten Flucht die K\u00f6rbchengr\u00f6\u00dfe wieder auf das Standardniveau zur\u00fcckgesetzt \u2013 da bleibt <i>Omega Labyrinth<\/i> seinen Roguelike-Elementen treu und erlaubt es euch nicht, einfach so ohne gro\u00dfen Mehraufwand durch die verwinkelten Korridore zu rasen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/82313.jpg\" alt=\"Bild 82313\" style=\"float: left;\">\u00dcbernehmbare und permanente Upgrades gibt es dennoch. Zum einen d\u00fcrft ihr bei erfolgreichem Dungeon-Durchlauf nat\u00fcrlich alle Ausr\u00fcstung und andere Gegenst\u00e4nde aus eurem auf 30 magere Slots limitierten Inventar mitnehmen. Umgekehrt verliert ihr alles Mitgeschleppte, wenn ihr denn unterwegs zu Fall gehen solltet. Die zweite Aufr\u00fcstungsoption schlie\u00dft eine errege-, \u00e4h, ANregende Massage ein. Nach einem kurzen (und gl\u00fccklicherweise auch \u00fcberspringbaren) Minispiel k\u00f6nnt ihr so die Startwerte eurer Heldinnen aufmotzen oder zus\u00e4tzliche Aufladungen f\u00fcr die ebenfalls so freigeschalteten Kampffertigkeiten verdienen. So bekommt man zumindest ein Gef\u00fchl des Fortschritts, auch wenn die f\u00fcr die Massage notwendige Ressource Nektar nur sehr m\u00fchsam \u00fcber die G\u00e4rtnerei beschaffbar ist. Wollt ihr eure Truppe geh\u00f6rig st\u00e4rken, m\u00fcsst ihr gesammelte Saatkerne regelm\u00e4\u00dfig im gro\u00dfen Schulgarten pflanzen und ernten \u2013 und das ist leider selbst mit dem erst freizuschaltenden Schnellmen\u00fc f\u00fcr das Botanik-Management eher unkomfortabel umsetzbar. Gef\u00fchlt braucht es f\u00fcr alle Aktionen in den verschachtelten Men\u00fcs zu viele Klicks, was sich leider nicht nur darauf beschr\u00e4nkt. Auch f\u00fcr den Umgang mit dem Inventar bedarf es einiges an Eingew\u00f6hnungszeit. Ein \u00fcber die R-Taste aufrufbares Schnellmen\u00fc sorgt zumindest daf\u00fcr, dass ihr im Kampf relativ z\u00fcgig an benutzbare Zauber, Fertigkeiten und Wurfobjekte herankommt.<\/p>\n<p><b>Kennt man einen Busen\u2026<\/b><br \/>\nStichwort \u201e\u00fcberspringbar\u201c: Mitunter wohl weil das PS4-Gegenst\u00fcck um die anz\u00fcglichen Minispiele erleichtert wurde, l\u00e4sst sich jedes von ihnen gepflegt ignorieren. Das ist meiner Meinung nach auch gut so, denn die Witze nutzen sich sehr schnell ab. Klar ist es beim ersten Mal am\u00fcsant, dass man zur Identifikation unbekannter Gegenst\u00e4nde ebendiese in einen phallischen Kristall gibt und diesen dann wahlweise per Touchscreen oder mit den Analogsticks zwischen den Br\u00fcsten der Charaktere rubbelt, doch sp\u00e4testens bei der zehnten Runde im selben Dungeon will man dieses eindeutig zweideutige Prozedere nicht mehr sehen. Von den Statusboni bringenden Badeszenen, die nicht einmal ein eigenes Minispiel mitbringen, ganz zu schweigen. Auf diese Weise gewinnt man nur leider auch das Gef\u00fchl, dass die ganze Erotik gewisserma\u00dfen \u00fcberfl\u00fcssig f\u00fcr das Spiel ist \u2013 vielleicht ist das ein Grund daf\u00fcr, dass D3 Publisher und Entwickler Matrix Software trotz der heftigen Schnitte \u00fcberhaupt eine PS4-Version produziert haben.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/82317.jpg\" alt=\"Bild 82317\" style=\"float: right;\">In technischer Hinsicht rei\u00dft <i>Omega Labyrinth Life<\/i> definitiv keine B\u00e4ume aus. Der Schulhof ist recht simpel aufgebaut, l\u00e4sst sich daf\u00fcr immerhin mit diversen Deko-Objekten und sogar diversen Designs umgestalten. Die Dungeons wirken wiederum sehr schmucklos und fallen mehr durch ihre sehr gleichf\u00f6rmigen Farbmuster auf. Der einf\u00fchrende Blumendungeon erstrahlt in diversen Gelbt\u00f6nen, die Eis-H\u00f6hle ist blau, die Feuer-Grotte rot \u2013 gro\u00dfe Details in der Umgebungsgestaltung, die den Ortschaften zumindest etwas Pers\u00f6nlichkeit verleihen, werden schmerzlich vermisst. Und selbst die simplen Charakter-Modelle wirken in vielen F\u00e4llen wie von der Stange. Auf der anderen Seite bedeutet dies zumindest, dass das Rollenspiel angenehm fl\u00fcssig l\u00e4uft. In musikalischer Hinsicht gibt es \u00fcbrigens leider ebenso wenig Abwechslung zu berichten wie bei der Optik. Bei der Sprachausgabe hat man es beim japanischen O-Ton belassen und gar nicht erst versucht, eine neue Tonspur einzuspielen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie hebt man sich von der gro\u00dfen Masse der Dungeon Crawler ab? Im Falle von Omega Labyrinth Life verl\u00e4sst man sich auf eine gute, alte Marketing-Weisheit: Sex sells! 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