{"id":330,"date":"2019-06-19T20:00:10","date_gmt":"2019-06-19T20:00:10","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=330","title":{"rendered":"Kotodama: The 7 Mysteries of Fujisawa"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/81999.jpg\" alt=\"Bild 81999\" style=\"float: right;\">\u201eKotodama (w\u00f6rtlich: Wortseele) bezeichnet in der japanischen Sprache W\u00f6rter, denen eine sprachmagische Wirkung zugeschrieben wird\u201c &#8211; so die Definition von Wikipedia (<a href=https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kotodama>Link<\/a>). Seit einigen Wochen steht der Begriff aber auch f\u00fcr eine Visual Novel von PQube, die sich um Ger\u00fcchte und Geheimnisse dreht. <b>Kotodama: The 7 Mysteries of Fujisawa<\/b> verspricht laut eShop-Werbetext eine absichtlich klischeebeladene Geschichte, die man als Grundlage zur \u00dcberraschung des Spielers nutzen wolle. Dass dies jedoch bestensfalls im Ansatz gelingt und insgesamt nicht so recht z\u00fcnden m\u00f6chte, habe ich in meinem vielleicht sieben bis acht Stunden tragenden Spieldurchlauf erfahren d\u00fcrfen.<\/p>\n<p><b>Welt der Wunder<\/b><br \/>\nIhr verk\u00f6rpert einen Austauschsch\u00fcler, der nun in der Fujisawa-Schule dem Lern-Alltag nachgehen soll. Ganz normal seid ihr jedoch nicht, denn ihr habt zuvor mit dem als possierliches K\u00e4tzchen auftretenden D\u00e4monen Mon einen Vertrag abgeschlossen und k\u00f6nnt mit euren Kr\u00e4ften Leute dazu bringen, ihre Geheimnisse zu offenbaren. Und das wird \u00e4u\u00dferst schnell praktisch, denn schnell verwickelt euch das stets gut gelaunte Energieb\u00fcndel Nanami Kagura in die sieben gro\u00dfen Mysterien des Instituts \u2013 sie ist n\u00e4mlich Teil eines Clubs, der genau diese und andere Mythen erforscht. Entsprechend dreht sich jedes der Kapitel der Visual Novel ebendiesen Geheimnissen, denen ihr erstaunlich schnell auf die Spur kommt. F\u00fcr moderat schnelle Leser tr\u00e4gt kaum ein Kapitel l\u00e4nger als 40 Minuten, wodurch das Ende recht schnell erreicht ist.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/81998.jpg\" alt=\"Bild 81998\" style=\"float: left;\">So k\u00f6nnte man jedenfalls denken. Tats\u00e4chlich verl\u00e4uft die erste Runde streng linear, bevor euch <i>Kotodama<\/i> im zweiten Anlauf dann nach bester Genre-Manier auch ein paar Entscheidungen treffen l\u00e4sst. Je nach gew\u00e4hlten Optionen winken andere Dialoge und ganz neue Facetten der Geschichte er\u00f6ffnen sich \u2013 manche Ereignisse nimmt man mit den neuen Erkenntnissen aus einem v\u00f6llig anderen Blickwinkel wahr. Allzu viele alternative Enden gibt es dennoch nicht. Ignoriert man die vielen M\u00f6glichkeiten, sich in eine Sackgasse zu bugsieren, bleiben genau zwei Spielausg\u00e4nge \u00fcbrig und das wahre Ende ist dank Hinweismarkierungen bei wiederholten Anl\u00e4ufen sogar ganz ohne wilde Herumprobiererei erreichbar. Viel schwerer wiegt hierbei jedoch, dass selbst die Aufl\u00f6sung der Mysterien sich irgendwie alles andere als zufriedenstellend anf\u00fchlt. Klar ist das zu gewissen Teilen gewollt, doch abseits eines gro\u00dfen Schockmoments, der vermutlich nur bei \u00e4hnlichen Angsthasen wie mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen d\u00fcrfte, doch gro\u00dfartig auf den Kopf gestellt, wie es die eShop-Beschreibung versprach, wurde hier im Prinzip nichts. Selbst das wahre Ende entlockte mir kaum mehr als ein entt\u00e4uschtes \u201eDas war&#8217;s?\u201c<\/p>\n<p><b>Juwelen der Wahrheit<\/b><br \/>\nWomit sich <i>Kotodama<\/i> von \u00e4hnlich gearteten Spielen abzuheben versucht, ist der titelgebende Eingriff in die Gedankenwelten eurer Mitmenschen. An vorgegebenen Stellen werdet ihr in ein kleines Match-3-Minispiel verwickelt, bei dem ihr euren Kontrahenten durch reichlich Juwelenkombinationen zufriedenstellen m\u00fcsst. Daf\u00fcr steht euch nur eine begrenzte Anzahl von Z\u00fcgen zur Verf\u00fcgung, von denen ein paar beim Erreichen bestimmter Fortschrittsmeilensteine in der Partie oder durch Einsatz von Hilfsobjekten regeneriert werden k\u00f6nnen. Leider ist die Spielmechanik dahinter ziemlich spa\u00dfbefreit: Statt taktischer Steinchenverschieberei schubst ihr einfach das ausgew\u00e4hlte Juwel an die Spitze der Spalte und lasst alle dar\u00fcber befindlichen Elemente nachrutschen. Dabei gebildete Dreierketten werden dann aufgel\u00f6st. Klingt simpel und ist es trotz angeblich unterschiedlicher Wirkungskraft der farbigen Steinchen auch. Nicht zuletzt ist das Minispiel in der Regel \u00e4u\u00dferst einfach bew\u00e4ltigt, was ganz gut so ist, da man bei einem Game Over kommentarlos zum Titelbildschirm zur\u00fcckbef\u00f6rdert wird. H\u00e4ufiges manuelles Speichern ist also Pflicht und gl\u00fccklicherweise jederzeit m\u00f6glich, auf der Suche nach dem richtigen Ende kann man dennoch schon mal beim Schnelldurchlauf durch bereits gelesene Passagen versehentlich Mist bauen, nur um dann alles noch einmal durchklicken zu m\u00fcssen. \u00c4rgerlich!<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/82000.jpg\" alt=\"Bild 82000\" style=\"float: right;\">In optischer Hinsicht hebt sich die Erz\u00e4hlung leider auch nicht gro\u00dfartig von der Konkurrenz ab. Der Stil mag in Ordnung sein, doch das 08\/15-Schulsetting bietet schlichtweg nichts, was man nicht schon mal irgendwo anders gesehen h\u00e4tte. Selbst ein Kernpunkt des Match-3-Spielchens ist nichts besonderes: Hier wird euer Gespr\u00e4chspartner n\u00e4mlich im Laufe der Partie bis auf die Unterw\u00e4sche ausgezogen. Warum? Weil eure Spielfigur pervers ist. Ohne Witz, das ist die Erkl\u00e4rung des Spiels. Laut D\u00e4monenbegleiter Mon gibt es keine Regel daf\u00fcr, dass der Prozess so visualisiert werden m\u00fcsse \u2013 sie entstamme lediglich der perversen Gedankenwelt eures Charakters. Und man w\u00fcrde nichts von Wert verlieren, wenn das Feature fehlte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eKotodama (w\u00f6rtlich: Wortseele) bezeichnet in der japanischen Sprache W\u00f6rter, denen eine sprachmagische Wirkung zugeschrieben wird\u201c &#8211; so die Definition von Wikipedia (Link). Seit einigen Wochen steht der Begriff aber auch f\u00fcr eine Visual Novel von PQube, die sich um Ger\u00fcchte und Geheimnisse dreht. Kotodama: The 7 Mysteries of Fujisawa verspricht laut eShop-Werbetext eine absichtlich klischeebeladene [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":7969,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[],"class_list":["post-330","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ps.501-legion.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/330","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ps.501-legion.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ps.501-legion.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ps.501-legion.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/7969"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ps.501-legion.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=330"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/ps.501-legion.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/330\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ps.501-legion.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=330"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ps.501-legion.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=330"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ps.501-legion.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=330"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}