{"id":329,"date":"2019-06-18T10:00:00","date_gmt":"2019-06-18T10:00:00","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=329","title":{"rendered":"Thief Simulator"},"content":{"rendered":"<p>Simulatoren k\u00f6nnen ganze Heerscharen von Spielern und Spielerinnen begeistern, daf\u00fcr gibt es mehr als gen\u00fcgend Beispiele. Legenden wie der <i>Euro Truck Simulator 2<\/i> und der <i>Landwirtschafs-Simulator<\/i> von Giants Software k\u00f6nnen eingefleischte \u2013 und nicht gerade kleine \u2013 Communitys vorzeigen. Nicht zuletzt sorgte erst Software-Gigant Microsoft auf der E3 f\u00fcr ordentlich Furore, als die R\u00fcckkehr des legend\u00e4ren <i>Flight Simulator<\/i>s angek\u00fcndigt wurde \u2013 mitsamt durch KI fotorealistisch erstellte Landschaften. Nun, mit Realismus nimmt unser heutiger Testkandidat <b>Thief Simulator<\/b> leider nicht so genau. Zur Verteidigung: Hinter diesem kleinen Titel steckt auch nur ein kleineres Team und mit ziemlicher Sicherheit auch keine satellitenbilderauswertenden Serverfarmen. Bl\u00f6d nur, dass die Pr\u00e4misse des Spiels ziemlich viel Potenzial hergibt. Ob der Langfinger-Simulator dieses Potenzial ausf\u00fcllt, das erfahrt ihr im folgenden Kurztest.<\/p>\n<p><b>Wer bin, wo bin ich? Sei ruhig Vinny!<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/81976.jpg\" alt=\"Bild 81976\" style=\"float: right;\">Es ist schon komisch, dass so viele Videospiele Klau-Mechaniken bieten, aber kein Studio sich je so richtig an das Tagesgesch\u00e4ft eines herk\u00f6mmlichen Diebes herangetraut hat. Ja, ich wei\u00df, da gibt es ja die gro\u00dfartigen <i>Payday<\/i>-Spiele, doch bilden diese eher den hochgradig durchorganisierten und millionenschweren Bank- und Juwelenraub ab, gepaart mit actionreichen Ballereien. Die \u201eHeists\u201c im <i>Thief Simulator<\/i> fallen doch eher gem\u00e4chlicher aus. Dabei bilden sie aber auch so ziemlich das ab was ein \u201eKleindieb\u201c halt so macht: Beobachten, Klauen, und anschlie\u00dfend die Ware verh\u00f6kern. Diese drei Vorg\u00e4nge beschreiben auch grob den Gro\u00dfteil des Gameplays.<\/p>\n<p>Als namenloser Amateur-Langfinger findet man sich in einer recht ger\u00e4umigen Garage als Dreh- und Angelpunkt wieder. Geleitet wird man durch eine \u2013 immerhin mit einem Namen versehene \u2013 Stimme im Telefon. Besagter Vinny erkl\u00e4rt uns zun\u00e4chst die Steuerung und elementare Abl\u00e4ufe im Diebesalltag, kann aber auch beizeiten echt zur Plage werden. Dabei ist unser weiser Anf\u00fchrer doch so ziemlich die einzige halbwegs menschliche Interaktion in diesem Spiel. Der Rest wirkt n\u00e4mlich leider sehr, sehr seelenlos und kalt. Zur Erledigung angenommener Auftr\u00e4ge muss man sich zun\u00e4chst in sein Auto begeben \u2013 und hier f\u00e4ngt der Trott an. T\u00fcr \u00f6ffnen, hinsetzen, starten, Ladezeit, durch die Siedlung fahren und beim richtigen Haus parken. Das mag die ersten paar Male noch interessant sein, wird aber mit der Zeit ordentlich repetitiv.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/81978.jpg\" alt=\"Bild 81978\" style=\"float: left;\">Dort angekommen hat man nun allerlei M\u00f6glichkeiten vorzugehen. Durch das Fenster einsteigen, oder doch lieber zur Vordert\u00fcr rein? Der Spieler hat die Wahl. Je nach Vorgehen sollte man aber auch immer die Umgebung im Blick haben, da findige Nachbarn auch gerne Mal auf Streifzug gehen und bei jeder Kleinigkeit Alarm schlagen. Irgendein Trottel hat seinen Wagen r\u00fccksichtlos auf dem Gehweg abgestellt? Ruft die Polizei, das muss ein Dieb sein. Jemand betritt durch das Gartentor ein Grundst\u00fcck? Alarm! Sinnvoller ist es dann schon, wenn man ein Fenster einschl\u00e4gt oder mit einem Gem\u00e4lde zur Vordert\u00fcr herausspaziert und daf\u00fcr die Sirene abbekommt. Ihr merkt schon, das Spiel hat Ambitionen, m\u00f6glichst viel Tiefe in die Sache zu bringen, geht bei dem Versuch in der Umsetzung aber leider kl\u00e4glich zu Boden.<\/p>\n<p><b>Vom Kleingauner zum Hightech-Dieb<\/b><br \/>\nImmerhin motiviert es zumindest etwas, dass einem im Laufe des Spiels immer mehr coole Gadgets zug\u00e4nglich gemacht werden. Zerdeppert man zu Beginn noch mit dem Kuhfu\u00df die Glasscheibe, kann man das sp\u00e4ter schon wesentlich dezenter mit einem Saugnapf samt Glasschneider erledigen. Auch die Werkzeuge zum Schlossknacken werden immer ausgefeilter und kommen sogar mit eigenen, netten Minispielen daher. Bis man sich diese vielversprechenden Helferleine jedoch ergrindet hat, k\u00f6nnen schon mal ein paar mehr oder minder \u00f6de Stunden ins Land gehen. Immer wieder raubt man sterile, mit h\u00f6lzernd animierten NPCs versehene Vorstadth\u00e4user aus und steckt dabei alles ein was nicht bei drei auf den B\u00e4umen ist. Wir reden hier aber keineswegs von Schmuck, Geldkassetten oder gar Fahrzeugbriefen, nein, nein! Stattdessen greifen wir zu Beginn lieber zum Toaster, zum Essgeschirr oder der feinen Mikrowelle. Viel zum Leben brauchen die Menschen der Siedlung scheinbar nicht. Dieses \u201eDiebesgut\u201c verkloppen wir anschlie\u00dfend bei lokalen Pfandleihhaus oder nehmen es bei Bedarf mit Hause, um es dort zu lagern und bei Gelegenheit online an Interessenten f\u00fcr mehr Geld zu verkaufen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/81977.jpg\" alt=\"Bild 81977\" style=\"float: right;\">Immerhin wird der sonst so triste Diebesalltag schnell schwerer. R\u00e4umt man anfangs noch menschenleere H\u00e4user aus, tummeln sich dort sp\u00e4ter schon ganze Familien, die ihren Gewohnheiten nachgehen. Hier kommt dann neben dem Planen des Einstiegs, auch noch das Beobachten der Routinen und das Abpassen des richtigen Zeitpunkts. So kann man beispielsweise \u2013 entsprechende Werkzeuge vorausgesetzt \u2013 ganz einfach nachts einsteigen, sollte dabei aber L\u00e4rm m\u00f6glichst vermeiden. Kurioserweise schlich ich einmal extrem vorsichtig am offenen Schlafzimmerfenster vorbei und wurde aber sofort erwischt, da der Bewohner scheinbar mit offenen Augenschl\u00e4ft und bei jedem Rascheln die Polizei ruft. Kein Problem, denkt man sich als erfahrener Langfinger. Ein Sprung in die M\u00fclltonne und schon l\u00e4uft die herbeigerufene Polizei ins Leere. Das kann man sogar so weit treiben, dass man direkt vor dem in die Stra\u00dfe einbiegenden Cop-KFZ in die M\u00fclltonne steigen kann. Es kommt sogar teils ein Amtstr\u00e4ger bis vor die Luke gelaufen! Dort bleibt er jedoch in den meisten F\u00e4llen nur kurz stehen (genie\u00dft den Geruch oder so) und sucht dann wieder das Weite. Selten musste ich beim Test eines Videospiels so lachen, das es nicht auf einen Witz angelegt hat.<\/p>\n<p>Nun k\u00f6nnte ich noch weiter beschreiben, was im weiteren Spielverlauf noch alles auf die Spielerschaft zukommt, doch \u00e4ndert das am eigentlichen Problem nichts. Es kommt einfach kein Feeling auf. Dazu gesellt sich die oft sehr ruckelige, obwohl sehr simple Darstellung, sowie die ordentlich sperrige Steuerung. Nicht selten muss man in merkw\u00fcrdigen Winkeln an ein interaktives Objekt herantreten, oder punktgenau darauf zielen, um etwas bet\u00e4tigen zu k\u00f6nnen. Da kommt mit einem Analogstick nicht unbedingt Freude auf. Auch klanglich hat man hier nichts zu erwarten, klar, der Dieb h\u00f6rt auch nicht Disturbed oder Backstreet Boys w\u00e4hrend er H\u00e4user leermacht. Dennoch w\u00e4ren ein paar authentische Umgebungskl\u00e4nge oder eine halbwegs realistisch anmutende Fahrphysik im Auto sicher ein Gewinn gewesen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Simulatoren k\u00f6nnen ganze Heerscharen von Spielern und Spielerinnen begeistern, daf\u00fcr gibt es mehr als gen\u00fcgend Beispiele. Legenden wie der Euro Truck Simulator 2 und der Landwirtschafs-Simulator von Giants Software k\u00f6nnen eingefleischte \u2013 und nicht gerade kleine \u2013 Communitys vorzeigen. 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