{"id":326,"date":"2019-06-08T15:00:11","date_gmt":"2019-06-08T15:00:11","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=326","title":{"rendered":"Asterix &#038; Obelix XXL 2"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/81904.jpg\" alt=\"Bild 81904\" style=\"float: right;\">Panik! Was macht man, wenn ein gro\u00dfer neuer Kinofilm zu einer bekannten Comic-Marke ansteht, f\u00fcr ein passendes Videospiel jedoch schlichtweg keine Zeit ist? Richtig: Man legt einfach Altware neu auf. Das Remastern von gef\u00fchlt willk\u00fcrlich herausgepickten Titeln liegt momentan schlie\u00dflich voll im Trend und ist auch alles andere als unwillkommen \u2013 schlie\u00dflich gibt es so einige verborgene Sch\u00e4tze, die eine weitere Runde im Rampenlicht verdienen. <b>Asterix &#038; Obelix XXL 2<\/b> w\u00e4re mit Sicherheit gerne ein solcher und hat auch durchaus seine Fans. Das unkomplizierte Vertrimmen von Comic-R\u00f6mern gepaart mit tonnenweise Anspielungen auf diverse Videospiele hat n\u00e4mlich seinen Reiz. Doch in der vom franz\u00f6sischen Publisher Microids ver\u00f6ffentlichten Neuauflage machen sich einige alte Schw\u00e4chen bemerkbar, zu denen sich sogar ein paar wenige neue hinzugesellen.<\/p>\n<p><b>Verrat im Park<\/b><br \/>\nWas st\u00f6rt also dieses Mal den Frieden im vom R\u00f6mer-Haupt Julius C\u00e4sar belagerten gallischen Dorf? Hochverrat! Zum einen hat n\u00e4mlich der sonst so gewissenhafte Druide Miraculix drei seiner Arbeitskollegen an Rom verkauft, zum anderen steht nun der r\u00f6mische Spion Sam Schiffer im Hause des Gallier-Chefs Majestix und berichtet \u00fcber den merkw\u00fcrdigen Vorfall. Weder der kleine K\u00e4mpfer Asterix noch sein runder Kumpel Obelix trauen dem Braten und brechen gemeinsam mit dem an einen gewissen <i>Splinter Cell<\/i>-Agenten erinnernden R\u00f6mer nach Lasvegum auf, wo Miraculix zuletzt gesichtet worden sei. Und von da an geht es innerhalb der kaum sechs bis acht Stunden langen Hauptgeschichte durch das Vergn\u00fcgungsresort, welches mit einer Vielzahl zu vertrimmender Soldaten und kleinen Puzzles aufwartet. Leider erweist sich die Erz\u00e4hlung insgesamt als ziemlich flach und selbst gro\u00dfe Lacher bleiben weitestgehend aus. Dies d\u00fcrfte jedoch auch zum Teil an der deutschen Sprachausgabe liegen, die mehr durch ihre eher m\u00e4\u00dfige Regie auff\u00e4llt. Ein Comedy-Feuerwerk solltet ihr hier nicht erwarten.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/81909.jpg\" alt=\"Bild 81909\" style=\"float: left;\">Vielmehr d\u00fcrft ihr euch auf ausgiebige Kloppereien in den sechs Arealen des Spiels einstellen. Euer Weg ist dabei weitestgehend linear, auch wenn euch <i>Asterix &#038; Obelix XXL 2<\/i> zumindest eingangs noch eine breit gef\u00e4cherte Spielwelt mit reichlich R\u00fcckmarschzwang und einer Art Hub-Areal vorgaukelt. Das H\u00f6chste der Gef\u00fchle sind R\u00e4umlichkeiten, in denen ihr mehrere Schalter in ausschweifenden Nebenrouten ausfindig machen m\u00fcsst und diese in beliebiger Reihenfolge angehen k\u00f6nnt. Das ist jedoch auch nicht sonderlich tragisch, denn auf diese Weise h\u00e4lt das Spiel wenigstens ein konstantes Tempo, ohne unn\u00f6tig gestreckt zu wirken. Den Job \u00fcbernehmen stattdessen die ausgiebigen Kloppereien mit Horden von R\u00f6mern. Nur zu gerne schlie\u00dft euch der Brawler gerade zu Beginn in eine kleine Kammer ein, bis ihr eine gewisse, schnell bedrohlich nah an den dreistelligen Bereich kommende Zahl der Sandalentr\u00e4ger vom Bild geputzt habt. Haut ihr dabei zu Beginn noch fast ausschlie\u00dflich auf die Y-Taste, bringen euch Tutorials und Kombo-Aufgaben schnell die Finessen des \u00fcberraschend fordernden Kampfsystems bei. F\u00fchrt ihr beispielsweise bestimmte Man\u00f6ver an mit Geschenkanzeigen markierten Gegnern aus, winken Multiplikatoren auf erbeutete R\u00f6merhelme (die W\u00e4hrung in Lasvegum), Lebensenergie-Booster und in extrem seltenen F\u00e4llen auch mal ein Zaubertrank.<\/p>\n<p><b>Ich habe doch schon geduscht\u2026<\/b><br \/>\nDie Umsetzung dieser Kombos ist jedoch nicht immer einfach: Zu gerne \u00fcberrennen euch die r\u00f6mischen Legion\u00e4re, von denen gewisse Gattungen als besonders nervig auffallen. Die an Super Marios <i>Sunshine<\/i>-Auftritt erinnernden Wasserwerfer schubsen euch st\u00e4ndig mit ihrer Fernwaffe herum, Zenturios blocken alle eure regul\u00e4ren Angriffe und m\u00fcssen mit Konterman\u00f6vern erlegt werden, <i>Street Fighter<\/i>-R\u00f6mer nehmen euch mit Feuerb\u00e4llen und Nahkampfkombos aufs Korn\u2026 Da verliert man im Gewimmel schnell mal den \u00dcberblick und bei\u00dft selbst auf normaler Schwierigkeitsstufe gerne ins Gras, bis man die Kunst des Handgemenges intus hat. Dank fair gesetzter, regelm\u00e4\u00dfiger Checkpoints kommt immerhin selten Frust auf. Anders sieht es da bei den Bossen aus, die insgesamt ziemlich einfallslos und teils unn\u00f6tig gestreckt wirken. Immerhin wird durch die Gegnervielfalt sowie diverse Sonderziele wie das Abwerfen bestimmter Zielscheiben mit als Projektil missbrauchten R\u00f6mern selbst in den sonst recht gleichstr\u00f6migen Gefechten f\u00fcr Abwechslung gesorgt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/81905.jpg\" alt=\"Bild 81905\" style=\"float: right;\">Doch auch beim Plattformer-Teil hinterl\u00e4sst <i>Asterix &#038; Obelix XXL 2<\/i> eher gemischte Gef\u00fchle. Auf der einen Seite bietet Lasvegum durchweg solide gestaltete Stufen, deren Bew\u00e4ltigung Laune macht. Sei es nun die Suche nach Geheimg\u00e4ngen, um versteckte Fackelschalter zu finden, oder auch nur der simple Marsch auf ein an den Arcade-Klassiker <i>Donkey Kong<\/i> erinnerndes Ger\u00fcst mit herunterrollenden F\u00e4ssern \u2013 man bekommt einiges zu sehen. Leider machen Details wie fehlende Schatten der Spielfiguren pr\u00e4zise Spr\u00fcnge schwer und das langwierige Verschieben von Kessel-Bomben mit <i>Bomberman<\/i>-Gesicht, welches gerne mal in gr\u00f6\u00dferen, verwinkelten Arealen geschieht, zieht den Spielfluss sp\u00fcrbar runter. Wenn man dann auch noch mit der Kamera ringt, die sich eher beh\u00e4big lenkt und aus irgendwelchen Gr\u00fcnden \u00fcber eine extrem empfindliche Zoom-Funktion auf die Y-Achse des rechten Sticks verf\u00fcgt, kommt gerne mal Frust auf.<\/p>\n<p><b>Alter Stoff in neuen T\u00fcchern<\/b><br \/>\nImmerhin sind Microids mit der Neuauflage von <i>Asterix &#038; Obelix XXL 2<\/i> weiter gegangen, als es f\u00fcr derartige Projekte \u00fcblich ist. So gibt es nun drei jederzeit w\u00e4hlbare Schwierigkeitsstufen, die sich in der Praxis jedoch kaum unterschiedlich anf\u00fchlen, und einige der Umgebungstexturen hat man geh\u00f6rig \u00fcberarbeitet. Beispielsweise wurden Atari-Logos (fast) komplett durch Microids-\u00c4quivalente ausgetauscht und der zweite Boss k\u00e4mpft nun mit rotem Teppich statt schmuckloser Kisten unter den F\u00fc\u00dfen. Die aus dem Original bekannten Postkarten \u2013 reine Sammelobjekte zum Spa\u00df an der Freude \u2013 sind zudem nun in den Leveln versteckt, mit den R\u00f6merhelmen kauft man sich stattdessen diverse Upgrades f\u00fcr das Gallier-Duo. Nicht zuletzt bietet jede Stage zwei Herausforderungsmissionen, bei denen ihr innerhalb eines Zeitlimits drei Gegnerwellen auf die Matte zu schicken habt. Bl\u00f6derweise sind mir jedoch genau diese als nervig im Ged\u00e4chtnis geblieben, da man sie w\u00e4hrend der Abschlusssequenz versehentlich erneut aktivieren kann. Und dann muss man eine komplette weitere Runde durchstehen, weil sie sich nicht abbrechen lassen \u2013 \u00e4rgerlich! \u00c4hnliches gilt \u00fcbrigens auch f\u00fcr die Technik, die zwar gr\u00f6\u00dftenteils einen ordentlichen Eindruck macht, im von mir ma\u00dfgeblich gespielten Handheld-Modus gerne jedoch zu kleineren Framerate-Einbr\u00fcchen tendiert. Im TV-Modus l\u00e4uft alles gr\u00f6\u00dftenteils stabiler, aber immer noch nicht perfekt. Zudem sind die vorgerenderten Zwischensequenzen qualitativ grausig in die Neuauflage gerettet worden und sehen zum Teil extrem verwaschen aus &#8211; im TV-Betrieb gibt es sie nicht einmal in Vollbild! Nicht zuletzt wurden gewisse Grafikeffekte beim Aufh\u00fcbschen \u00fcber Bord geworfen. Farbcodierte Flammen f\u00fcr eine Reihe von Schaltert\u00fcren zu Beginn fehlen komplett und auch die eigentlich animierte <i>Lemmings<\/i>-Wand in einem bestimmten Areal bleibt regungslos.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"100%\" height=\"428\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/SZOMBc1sLqg\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Panik! Was macht man, wenn ein gro\u00dfer neuer Kinofilm zu einer bekannten Comic-Marke ansteht, f\u00fcr ein passendes Videospiel jedoch schlichtweg keine Zeit ist? Richtig: Man legt einfach Altware neu auf. 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