{"id":325,"date":"2019-06-06T10:15:34","date_gmt":"2019-06-06T10:15:34","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=325","title":{"rendered":"Blades of Time"},"content":{"rendered":"<p>Es gibt Spiele, die sehen eigentlich recht vielversprechend aus, fallen dann aber doch bei vielen durchs Raster und tristen ein kl\u00e4gliches Dasein. So ging es zumindest mir pers\u00f6nlich damals mit dem Action-Adventure <i>X-Blades<\/i> und dessen Nachfolger <b>Blades of Time<\/b>. Um Letzteren soll es heute gehen, da Entwickler Gaijin Entertainment (nur echt mit der Schnecke) den Titel auf die Switch portiert hat. Erneut schl\u00fcpft man in die Haut der Schatzj\u00e4gerin Ayumi, die allerlei Tricks im Repertoire hat und sich ihren Weg durch das sagenumwobene Dragonland bahnen muss. Ob sich der Trip lohnt oder man besser einen Bogen um das Spiel machen sollte, das erfahrt ihr im nachfolgenden Kurztest.<\/p>\n<p><b>Eine Heldin ohne R\u00fcstung<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/81899.jpg\" alt=\"Bild 81899\" style=\"float: right;\">Hach ja, Klischees\u2026 Wer kennt es nicht: Man wirft ein Rollenspiel ein, oder wie in diesem Fall ein Action-Adventure mit leichten Rollenspielanleihen, und die weibliche Protagonistin steht da wie frisch aus dem Ei gepellt. So ergeht es auch der h\u00fcbschen Heldin Ayumi, die mit allen ihren weiblichen Attributen nicht geizt und trotzdem ordentlich einstecken kann \u2013 ja sogar eine gewisse \u201eK\u00f6rperteil-Physik\u201c bietet das Spiel an. Wer braucht schon funktionale, sch\u00fctzende R\u00fcstungen, richtig? Ayumi jedenfalls nicht, und das obwohl sie aus irgendwelchen Gr\u00fcnden auf einmal im Dragonland landet und von ihrem Kollegen Zero getrennt wurde. Nur eine mysteri\u00f6se Pr\u00e4senz und ein magischer Kompass weisen ihr den Weg.<\/p>\n<p>Auf diesem Pfad begegnet man nat\u00fcrlich allerlei gef\u00e4hrlicher Fauna und anderen Widersachern wie anderen gestrandete Menschen oder gepanzerte Einheimische. Bewaffnet ist de Reckin stets mit einer Feuerwaffe f\u00fcr den Fernkampf, sowie ein Paar Schwerter f\u00fcr den Nahbereich. Beides l\u00e4sst sich im Laufe des Spiels durch in Schatztruhen gefundene Beute austauschen. Das gilt auch f\u00fcr die Amulette, die nochmal ein wenig passive Unterst\u00fctzung mit ins Gefecht bringen. So kann man durch spezielles Loot etwa eher einen Fokus auf Feuermagie setzen, auf rohe Gewalt, oder sogar auf den reinen Fernkampf. So wirklich gro\u00dfe Auswirkungen scheint das aber nicht zu haben, da die Waffen keinen St\u00e4rkewert mitbringen. Man kann sich erwiesenerma\u00dfen also auch ganz einfach mit dem Startequipment durchschlagen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/81897.jpg\" alt=\"Bild 81897\" style=\"float: left;\">Man verbringt also schon mal eher wenig Zeit mit dem Management der Ausr\u00fcstung. Mehr Zeit f\u00fcr die Story, heh? Nun, diese f\u00e4llt leider denkbar linear aus. Zwar gibt es am Wegesrand hier und da mal eine versteckte, oder gar unsichtbare, nur mit Magie sichtbar zu machende Truhe, doch sind diese nicht wirklich gut versteckt. Der bereits erw\u00e4hnte Kompass zeigt n\u00e4mlich nahezu un\u00fcbersehbar an, wenn sich etwas frisches Loot in der N\u00e4he verbirgt und weist sogar noch den Weg. Und wieder eine Ablenkung weniger. Was bleibt ist eine Story voller Schlauchlevel, mit R\u00e4tseln die selbst f\u00fcr ABC-Sch\u00fctzen kein Problem darstellen d\u00fcrften. Wirklich spannend wurde es in den ersten paar Kapiteln jedenfalls nicht, bis etwas Erschreckendes geschah\u2026<\/p>\n<p><b>Technisch nicht das Gelbe vom Ei<\/b><br \/>\nGerade mal f\u00fcnf Stunden im Spiel gelangte ich an einen Punkt, der eine ziemlich frustrierende Begegnung mit \u00fcblen Schergen bereithielt. Nach etlichen Toden war es dann endlich geschafft, doch dann st\u00fcrzte das Spiel kurzerhand ab. Ein zweites Mal versucht den Spielstand zu laden: Crash. Ein drittes Mal: Crash. Damit ist dann nicht nur Ayumi einmal den digitalen Tod gestorben, sondern wurde direkt mein ganzer Fortschritt von \u00fcblen Code-M\u00e4chten zerst\u00f6rt. Traurigerweise war dieser Gamebreaker nicht das erste Erlebnis dieser Art, denn schon im Vorfeld st\u00fcrzte das Spiel gerne mal ab, einmal sogar beim Beenden der Software! Das letzte Backup aus der Nintendo Switch Online-Cloud lag aus irgendwelchen genialen Gr\u00fcnden ganze zwei Tage zur\u00fcck, war also weitaus weniger fortgeschritten \u2013 welch ein Dilemma. L\u00e4uft das etwas betagte Spiel denn auf moderner Hardware wenigsten fl\u00fcssig? Leider nein. Von der Performance im Dock fange ich besser gar nicht an. Im Handheld-Modus war es aber zumindest einigerma\u00dfen spielbar. Doch auch hier hat man \u00fcber weite Strecken mit Rucklern, sowie regelrechten Slowdowns zu tun, die auch einen sp\u00fcrbaren Inputlag hinzuf\u00fcgen \u2013 so macht K\u00e4mpfen Spa\u00df.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/81900.jpg\" alt=\"Bild 81900\" style=\"float: right;\">Immerhin ist das Kampfsystem an sich zumindest ein Lichtblick. Hier metzelt man sich n\u00e4mlich \u00e4hnlich wie in einem klassischen <i>God of War<\/i> oder wie bei <i>Bayonetta<\/i> ziemlich beh\u00e4nde durch die Gegnerscharen. Die k\u00f6nnen aber auch ordentlich austeilen, weshalb man sich durch \u00fcber Zeit oder durch Kombos generierte Heilungspunkte wieder st\u00e4rken muss. Das Zielen mit der Fernkampfwaffe stellt sich mangels Gyro-Steuerung als Herausforderung dar, immerhin kann man die Gegner ab Anvisieren. Einer der wichtigsten F\u00e4higkeiten von Ayumi ist au\u00dferdem, die Zeit zu manipulieren. Per Druck auf die L-Taste spult man die Zeit etwa um ein paar Sekunden zur\u00fcck. Statt sich selbst \u2013 Ayumi beh\u00e4lt ihre aktuelle Position bei \u2013 wird allerdings ein Doppelg\u00e4nger erstellt. Das ist anfangs noch etwas verwirrend, wird im Verlauf des Spiels aber geschickt in K\u00e4mpfen und R\u00e4tseln eingesetzt. Weiterhin bekommt die tatkr\u00e4ftige Abenteurerin am Wegesrand auch oft neue Skills aus magischen Schreinen. So kann man sich ganz nach eigenen Vorlieben sein eigenes Skill-Set aufbauen und so den Gegnermassen Einhalt gebieten.<\/p>\n<p>Wo wir zum n\u00e4chsten und letzten Kritikpunkt kommen: Weder Ausr\u00fcstung noch Skills sind vom Multiplayer-Modus getrennt. Dieser macht daf\u00fcr aber (zumindest eine Zeit lang) ziemlich Spa\u00df. In einer MOBA-artigen Arena schl\u00e4gt man sich 1-Gegen-1 von seinem eigenen Spawnpunkt zu dem des Gegners durch. Auf den Weg dahin wird man allerdings von T\u00fcrmen und computergesteuerten Minions aufgehalten. Das macht Laune und funktionierte erstaunlicherweise oder Disconnects, Abst\u00fcrze oder gro\u00dfartige Ruckler. Zudem gibt es Levelsystem und einen Shop, in dem man sich mit durch Matches und Fortschritt in der Geschichte erspielte Diamanten mit neuem Equipment ausstatten kann. Wie bereits angeschnitten, w\u00e4re jedoch eine Trennung vom Inventar des Story-Modus aus meiner Sicht die kl\u00fcgere Wahl gewesen, da man sich so durch exzessives Konsumieren des Online-Modus halbwegs die Herausforderung im Hauptteil zunichtemachen kann. Eine Funktion, mit Freunden Matches bestreiten zu k\u00f6nnen, ist mir nicht aufgefallen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt Spiele, die sehen eigentlich recht vielversprechend aus, fallen dann aber doch bei vielen durchs Raster und tristen ein kl\u00e4gliches Dasein. So ging es zumindest mir pers\u00f6nlich damals mit dem Action-Adventure X-Blades und dessen Nachfolger Blades of Time. 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