{"id":311,"date":"2019-03-28T18:00:43","date_gmt":"2019-03-28T18:00:43","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=311","title":{"rendered":"Claybook"},"content":{"rendered":"<p>Simulationen sind schon was Tolles. Sei es realistisch dargestelltes Wasser oder Schlamm beziehungsweise Schnee, der sich unter den F\u00fc\u00dfen verformt, halbwegs korrekt umgesetzte Physik in Videospielen begeistert. Aber jetzt mal Butter bei die Fische: Wer braucht denn bitte Wasser und Schnee, wenn man Knete haben kann? Das dachte sich wohl auch Damen und Herren von Second Order, die mit <b>Claybook<\/b> mal eben einen anst\u00e4ndigen Knete-Simulator zusammengebaut haben. Wer als Kind gern mit Knete gespielt hat oder es heute noch tut, darf nun also aufhorchen. Was man von dem kleinen bunten Spielchen zu erwarten hat, das erkl\u00e4re ich euch im folgenden Kurztest. Auf die Knete, fertig, los!<\/p>\n<p><b>Ein Buch voller Knete<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/81699.jpg\" alt=\"Bild 81699\" style=\"float: right;\">Liest man sich die Produktseite auf Nintendos Website oder im eShop mal so durch, k\u00f6nnte man erstmal denken, dass hier ziemlich viel Spa\u00df aufkommt. In der Realit\u00e4t geht es dann aber doch etwas gem\u00e4chlicher zu. Grob gesagt teilt sich die Software in zwei Teile. Zum einen hat man da den Abenteuermodus, der den Spielern und Spielerinnen 20 von den Entwicklern gebaute Levels verteilt auf f\u00fcnf \u201eB\u00fccher\u201c pr\u00e4sentiert. Zum anderen w\u00e4ren da der Editor und die damit einhergehenden Community-Features. Den Editor schauen wir uns im n\u00e4chsten Abschnitt mal an, zun\u00e4chst aber erstmal ein paar Worte zu den mitgelieferten Levels. Jedes der bereits angesprochenen B\u00fccher stellt vier verschiedene Abschnitte mit stets wechselnden Zielen zur Verf\u00fcgung. Thematische Abwechslung kommt hier leider so gut wie nie auf, da man sich stets auf einem Tisch voller Knete befindet. Prinzipbedingt ver\u00e4ndert sich also nur die Aufbauten und die Formen, \u00fcber die man letztlich als kleines Kind im Hintergrund die Kontrolle \u00fcbernimmt. Ferngesteuerte Knete ist echt mal was Neues!<\/p>\n<p>Um zumindest ein wenig Abwechslung in die Sache zu bringen, hat man mit jedem geschafften Abschnitt immerhin neue stets durchwechselnde Ziele. So muss man beispielsweise an einer Stelle mit seinem Knetkorpus alle in der Welt verteilten Schokost\u00fcckchen \u201eaufessen\u201c, \u00fcber diverse Checkpoints m\u00f6glichst schnell in Ziel rollen oder etwa eine Fl\u00fcssigkeit in bestimmte Beh\u00e4lter umlenken. Davon abgesehen gibt es noch ein wenig mehr Variationen, wirklich Spannung kommt aber nie auf. Der Reiz entsteht eher dadurch, dass sich die Welt unter seinem Knetkorpus dynamisch verformt. Brettert man so etwa zu unvorsichtig \u00fcber eine schmale Planke, ist diese beim n\u00e4chsten Versuch komplett ruiniert und damit unpassierbar. Da kommt dann das Zur\u00fcckspulen und Stempeln ins Spiel, was durchaus eine nette Idee ist. Per Knopfdruck kann man nach einem Fehler so etwa zur\u00fcckspulen und etwas erneut versuchen. Die Welt bleibt dabei allerdings unver\u00e4ndert, es handelt sich also nicht um eine Zeitreise-Funktion. Wenn man es denn so m\u00f6chte, kann man auch einen \u201eAbdruck\u201c seiner aktuellen Form hinterlassen, und so durch gezieltes Abst\u00fcrzen etwa einen Weg zu einem h\u00f6hergelegten Ziel bauen. Durch diese Features lassen sich allerlei Dinge ausprobieren, man hat aber auch die Wahl, einfach geschickt und bedacht vorzugehen und mit den Eigenheiten des Levels auszukommen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/81698.jpg\" alt=\"Bild 81698\" style=\"float: left;\">Wie man es auch h\u00e4lt, die Ziele sind allesamt recht anspruchslos. Knifflig wird es jedoch, wenn man die Welten mit einer 3-Sterne-Wertung perfektionieren m\u00f6chte. Hier muss man den Denkapparat dann doch mal anwerfen oder einfach kreativ vor sich hin stempeln. Wer auf solche Dinge steht, kann dies auch gegen die Uhr tun und seine Bestzeiten mit anderen Spielern \u2013 sogar anderer Plattformen \u2013 vergleichen. Leider versucht das Spiel dadurch auch jederzeit eine Online-Verbindung zu halten, was kombiniert mit der recht detaillierten Optik den Akku der Switch geradezu leersaugt. Versetzt man die Konsole ins Standby und weckt sie danach wieder auf, wird man zudem jedes Mal mit einer Fehlermeldung begr\u00fc\u00dft, was schon echt nerven kann.<\/p>\n<p><b>Hat schon jemand Knete erw\u00e4hnt?<\/b><br \/>\nNeben den spa\u00dfigen Hauptlevels gibt es zudem noch einen waschechten Editor, mit dem man (zumindest theoretisch) solch Abschnitte wie die der Entwickler zaubern kann. In der Praxis ist die Bedienung aber derma\u00dfen fummelig und uneindeutig, dass man fixe Ideen schnell wieder verwirft und sich eher bei den bereits von der Community erstellen Inhalten bedient. Doch auch dort tritt schnell Ern\u00fcchterung auf, da es praktisch kaum kreative Kreationen gibt. Vieles wird einfach komplett unfertig hochgeladen und funktioniert oft sogar nicht mal. Kurioserweise enthielt selbst das am besten bewertete User-Level nur ein paar wenige Strukturen und ein denkbar simples Ziel. Hier ist definitiv noch Luft nach oben, denn in der Theorie k\u00f6nnte man mit den M\u00f6glichkeiten des Editors unz\u00e4hlige spannende und vor allem fordernde Welten erschaffen und mit anderen teilen. Andere Titel wie das von Pewdiepie bis zum Erbrechen beworbene <i>Animal Super Squad<\/i> (kurz A.S.S.) zeigen hingegen, wie es richtig geht.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/81697.jpg\" alt=\"Bild 81697\" style=\"float: right;\">Loben muss man aber immerhin das technische Grundger\u00fcst. Zwar l\u00e4uft <i>Claybook<\/i> meist mit nur knapp 30 Bildern pro Sekunde, daf\u00fcr kann man sich diese aber sogar anzeigen lassen. Auch die St\u00e4rke der Bewegungsunsch\u00e4rfe l\u00e4sst sich ganz nach dem eigenen Geschmack anpassen. Der Soundtrack dudelt so vor sich hin und tr\u00e4gt zur Entspannung bei, ist aber auch nicht sonderlich au\u00dfergew\u00f6hnlich. Auch die Aufl\u00f6sung ist ganz anst\u00e4ndig ausgefallen. Zwar muss man bei der Geometrie oft sehr zackige Kantenverl\u00e4ufe in Kauf nehmen &#8211; vor allem bei bewegten Objekten -, daf\u00fcr verformt sich die Welt aber in Echtzeit, Fl\u00fcssigkeit wird halbwegs realistisch dargestellt, und es sind auf der Knete sogar klare Rillen von Fingern (!) erkennbar \u2013 nettes Detail.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Simulationen sind schon was Tolles. Sei es realistisch dargestelltes Wasser oder Schlamm beziehungsweise Schnee, der sich unter den F\u00fc\u00dfen verformt, halbwegs korrekt umgesetzte Physik in Videospielen begeistert. Aber jetzt mal Butter bei die Fische: Wer braucht denn bitte Wasser und Schnee, wenn man Knete haben kann? 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