{"id":309,"date":"2019-03-20T16:00:25","date_gmt":"2019-03-20T16:00:25","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=309","title":{"rendered":"Fate\/Extella Link"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/81655.jpg\" alt=\"Bild 81655\" style=\"float: right;\">Man sollte doch glauben, der Sieger eines gro\u00dfen Krieges um ein magisches Artefakt und Herrscher einer weitreichenden, digitalen Welt sollte sich irgendwann mal eine Auszeit g\u00f6nnen k\u00f6nnen. Doch Pustekuchen, St\u00f6renfriede gibt es immer wieder und bei <B>Fate\/Extella Link<\/b> muss dementsprechend wieder einmal zur Klinge gegriffen werden. Die direkte Fortsetzung des von <i>Dynasty Warriors<\/i> inspirierten Action-Geschnetzels <i>Fate\/Extella: The Umbral Star<\/i> (<a href=http:\/\/www.planetswitch.de\/test\/69-review-fate-extella-the-umbral-star.html>zum Test<\/a>) dreht dabei ein wenig an der im Vorg\u00e4nger etablierten Formel und sorgt f\u00fcr ein insgesamt geschmeidigeres Spielerlebnis \u2013 wenn auch auf Kosten einiger anderer Qualit\u00e4ten. Ob das Endresultat trotzdem noch unterhaltsam ausf\u00e4llt, verrate ich euch im folgenden Testbericht.<\/p>\n<p><b>Auf der Suche nach Altera<\/b><br \/>\nZur Erinnerung: <i>Fate\/Extella<\/i> spielt im SE.RA.PH-System des als Moon Cell bekannten Supercomputers, in welchem vor nicht allzu langer Zeit ein gro\u00dfer Krieg um den Heiligen Gral \u2013 das Herrschaftsrecht dieser Welt \u2013 ausgefochten wurde. Dabei haben digitalisierte Menschen Seite an Seite mit als Servants bekannten Geistern legend\u00e4rer Personen gek\u00e4mpft, um den Gral f\u00fcr sich zu beanspruchen. Ihr seid nun der letzte verbleibende Master des Systems und lebt eigentlich ruhig zusammen mit dem Haupt-Trio von <i>The Umbral Star<\/I> &#8211; der r\u00f6mischen Kaiserin Nero, der Fuchs-Schreinmaid Tamamo no Mae und der Hunnenk\u00f6nigin Altera. Das \u00e4ndert sich jedoch mit eines Tages einfallenden Angriffs-Programmen, nach deren Auftauchen dann auch pl\u00f6tzlich Altera verschwindet. Im selben Zug erscheint der aufgeweckte Schwertk\u00e4mpfer Charlemagne auf der Bildfl\u00e4che. Eigentlich ist er als freier Servant unterwegs, doch da er genau wie ihr daran interessiert ist, den Drahtzieher der mysteri\u00f6sen Angriffe in SE.RA.PH zu stellen, schlie\u00dft er sich direkt eurer Bande an. Es folgt eine vergleichsweise kurze Erz\u00e4hlung, die mitsamt ihrer alternativen Pfade keine zehn Stunden in Anspruch nimmt \u2013 ausschweifende Textschw\u00e4lle wie in <i>The Umbral Star<\/i> bietet <i>Link<\/i> nie. Ohne Englischkenntnisse habt ihr trotzdem nichts von der Story, denn eine deutsche \u00dcbersetzung gibt es abermals nicht.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/81647.jpg\" alt=\"Bild 81647\" style=\"float: left;\">Leider bleibt die Geschichte insgesamt auch ziemlich flach und l\u00e4sst an wirklich gro\u00dfen \u00dcberraschungen vermissen. Sie hat eher den Charakter einer kurzen Nebenhandlung. Das macht sich gewisserma\u00dfen auch in der Art des Storyverlaufs bemerkbar: Anders als im Vorg\u00e4nger, wo noch drei lineare Routen abgeklappert wurden, d\u00fcrft ihr hier an bestimmten Stellen der Handlung zwischen verschiedenen Schlachten w\u00e4hlen und an wenigen Knotenpunkten so auf andere Pfade wandern. Dies wird eigentlich stilecht nach Schema <i>Fate<\/i> in Visual-Novel-Manier getan, praktisch bef\u00f6rdert euch das Spiel danach direkt zu einer \u00dcbersicht, von der aus ihr jede freigeschaltete Schlacht unabh\u00e4ngig von euren vorherigen Entscheidungen frei ausw\u00e4hlen d\u00fcrft. Da fragt man sich glatt, warum es die Dialog-Variante \u00fcberhaupt gibt. Immerhin entfallen dadurch erneute Komplettdurchm\u00e4rsche, wenn man beispielsweise einige der vorher verpassten Gefechte nachholen oder eben die \u00fcbrigen Geschichtsstr\u00e4nge erkunden m\u00f6chte.<\/p>\n<p><b>Putzkolonne der virtuellen Welt<\/b><br \/>\nBei den Schlachten selbst haben die Macher einiges ge\u00e4ndert. Die klassischen Eroberungswettstreits fallen aus, stattdessen pr\u00fcgelt ihr euch durch vorgeschriebene Szenarien, in denen ihr auf jeder Karte bestimmte Ziele zu erf\u00fcllen habt. So wollen etwa gewisse Einheiten zu Zielpunkten eskortiert werden oder ihr habt das Sperrfeuer vom feindlichen Obermacker zu unterbinden. W\u00e4hrenddessen befindet sich nicht selten euer Hauptcharakter auf dem Feld, der ebenfalls verteidigt werden m\u00f6chte. Das sorgt f\u00fcr etwas mehr Abwechslung als das ewige Tauziehen um Territorial-Punkte, auch wenn ihr schlussendlich immer noch von Sektor zur Sektor huscht, um alle gro\u00dfen, roten Punkte auf der Karte zu vertreiben. Sogar die Areal-\u00dcbernahme wurde vereinfacht: In vielen F\u00e4llen sind die daf\u00fcr zu schlagenden Aggressoren direkt sichtbar und m\u00fcssen nicht erst durch das Erledigen der zahlreichen Fu\u00dfsoldaten herausgelockt werden. Au\u00dferdem sorgen Servant-Kopien unter den Feinden daf\u00fcr, dass ihr mit vielf\u00e4ltigeren Gener\u00e4len zu streiten habt. Dadurch verlieren die generischen Basistruppen umgekehrt einiges an Bedeutung und dienen tats\u00e4chlich nur, um eure Spezial-Leisten aufzuf\u00fcllen \u2013 im Prinzip also genau so, wie es bei <i>Warriors<\/i>-Spielen \u00fcblich ist, nur ohne irgendwelche Kaschierungsversuche.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/81654.jpg\" alt=\"Bild 81654\" style=\"float: right;\">Um der Verschiebung im Gefechtsfokus gerecht zu werden, wurden auch eure Angriffsmuster geh\u00f6rig angepasst. So k\u00f6nnen alle Servants nun bis zu vier Sonderangriffe ausr\u00fcsten, die sich innerhalb gewisser Abklingzeiten \u00fcber schnelle Tastenkombinationen ausl\u00f6sen lassen. Besagte Wartepausen zwischen den Nutzungen sind h\u00e4ufig sogar so kurz, dass ihr die Skills praktisch in einer Dauerrotation abfeuern k\u00f6nnt. Normale Angriffe dienen dann h\u00f6chstens noch zur Einleitung eines Rush-Man\u00f6vers, bei dem ihr feindliche Streitkr\u00e4fte mit Rang und Namen in einer Tastenh\u00e4mmer-Einlage maltr\u00e4tiert. Mit jedem erledigten Fu\u00dfsoldaten wird zudem die Moon-Drive-Anzeige gef\u00fcllt, die euch im gef\u00fcllten Zustand auf Knopfdruck geh\u00f6rig st\u00e4rkt. Und als w\u00e4re das noch nicht genug, speisen im Drive-Modus erledigte Kontrahenten die Noble-Phantasm-Leiste, \u00fcber die sich ein sektorr\u00e4umender Gro\u00dfangriff entfesseln l\u00e4sst. Jepp, vorbei sind die Zeiten, in denen man nach den drei einzigen Phantasm-Schaltkreisen des Gefechts suchen musste, damit man die gro\u00dfen Markenzeichen-Attacken der Charaktere vom Stapel lassen kann! Stattdessen sch\u00fcttelt man die Tr\u00fcmpfe nun in gesunder Regelm\u00e4\u00dfigkeit aus dem \u00c4rmel.<\/p>\n<p>Klingt so nat\u00fcrlich super und spielt sich auch klasse, die Anpassungen ziehen jedoch den allgemeinen Schwierigkeitsgrad geh\u00f6rig herunter. Man erwischt sich dabei, wie man schnell die immerselben Einweg-Angriffe um sich feuert, nur um dann kurz im Drive-Modus den Aufr\u00e4um-Schlag zu laden und sich dann eine Eroberungsrunde in einem Sektor zu ersparen. Es wurde auf der Gegenseite leider auch nichts erg\u00e4nzt, was diese \u00dcbermacht eurerseits kontert. Wirklich knifflige Situationen oder gar stressige Momente, wie sie durch den st\u00e4ndigen Einheitennachschub auf den weitfl\u00e4chigen Schlachtfeldern von <I>The Umbral Star<\/I> zustande kamen, gibt es hier praktisch keine. Und auch wenn es sich nat\u00fcrlich nach wie vor grandios anf\u00fchlt, wenn man effektvoll durch Horden von Feinden m\u00e4ht, w\u00fcnschte ich mir beizeiten doch ein wenig mehr Anspruch.<\/p>\n<p><b>Beziehungskisten und Auftragsarbeiten<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/81656.jpg\" alt=\"Bild 81656\" style=\"float: left;\">Diese Verschlimmbesserungen \u00fcbertragen sich auch auf die Servant-Anpassungen und Extra-Missionen. So k\u00f6nnt ihr abermals durch das Erf\u00fcllen von Sonderzielen die Bindung zu euren zahlreichen K\u00e4mpfern erh\u00f6hen und auf diese Weise sogar diverse Gefechtsboni freischalten, sofern ihr die betreffenden Charaktere als Helfer in die Schlacht mitnehmt. Bei bestimmten Meilensteinen gibt es zudem spezielle Dialoge f\u00fcr euren Beziehungsfortschritt, diese beschr\u00e4nken sich jedoch auf wenige, ziemlich belanglose Texte und m\u00fcssen unkomfortabel aus dem Servant-Unterkuntfsmen\u00fc herausgepickt werden. Wesentlich bedeutsamer k\u00f6nnten da schon die abermals verf\u00fcgbaren Install Skills sein, also passive St\u00e4rkungen, von denen ihr mit h\u00f6herem Bindungs-Level mehr ausr\u00fcsten k\u00f6nnt. Praktisch verweise ich euch hier jedoch auf den vorherigen Absatz, denn aufgrund des allgemein eher niedrigen Schwierigkeitsgrades sind wirklich tiefgreifende Anpassungen so gut wie nie notwendig.<\/p>\n<p>Doch halt, da k\u00f6nnten doch die Zusatz-Gefechte Abhilfe schaffen! Diese haben teilsweise sogar regelrecht absurd wirkende Stufen-Empfehlungen. Leider schlagt ihr euch dabei h\u00e4ufig durch minimal abgewandelte Schlachten aus der Hauptkampagne und die wenigen tats\u00e4chlichen Bonus-Missionen bieten lediglich interessante Pr\u00e4missen, die in typische Gefechte nach Schema F m\u00fcnden. Da hat man sich leider sehr schnell dran sattgespielt. Und selbst der Multiplayer-Modus holt an dieser Stelle nicht viel heraus. Online oder im lokalen Drahtlosmodus k\u00f6nnen hier bis zu acht menschliche Teilnehmer in zwei Vierer-Teams um den Sieg wetteifern \u2013 fehlende Spieler werden dabei schlichtweg durch KI-Recken aufgef\u00fcllt. Klingt prinzipiell nicht verkehrt, praktisch ist momentan nur eine simple King-of-the-Hill-Abwandlung verf\u00fcgbar, bei der ihr versucht, m\u00f6glichst viele Fu\u00dfsoldaten innerhalb eines Herrschaftsgebiets auszuschalten und so Punkte f\u00fcr euer Team zu verbuchen. Theoretisch bietet die Modus-Auswahl drei ganze Slots, doch davon ist in meiner Spielphase nur einer anw\u00e4hlbar und betitelt gewesen. Wie es mit der Online-Stabilit\u00e4t aussieht, konnte ich zudem selbstredend mangels Spieler auf den Servern nicht herausfinden. Ich bezweifle jedoch, dass sich selbst im Falle einer runden Online-Erfahrung auf Dauer ausreichend Gegner auf den Servern tummeln werden.<\/p>\n<p><b>Viel Feindvolk f\u00fcrs Geld<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/81650.jpg\" alt=\"Bild 81650\" style=\"float: right;\">Womit wir zur technischen Seite von <I>Fate\/Extella Link<\/i> kommen. Das Geschnetzel sieht tats\u00e4chlich \u00e4u\u00dferst gut aus und l\u00e4uft praktisch jederzeit fl\u00fcssig \u2013 egal ob nun im Handheld-Modus oder am heimischen Fernsehbildschirm. Lediglich das vorgerenderte Er\u00f6ffnungsvideo beim Spielstart ruckelt aus irgendwelchen Gr\u00fcnden stellenweise enorm. Unterwegs m\u00fcsst ihr zudem mit einem teilweise ziemlich unscharfen Bild leben, wenn dann mal ein paar hunderte Gegner mehr auf dem Schlachtfeld zu rendern sind. Un\u00fcbersichtlich wird die Action dadurch aber trotzdem nie. Wirklich kurios ist hingegen, dass die Musik sehr leise abgemischt wurde. So m\u00fcsst ihr die Lautst\u00e4rke eures Fernsehers oder die der Konsole ziemlich weit hochdrehen, um die musikalische Untermalung wirklich wahrzunehmen \u2013 und dann pusten euch sowohl die Soundeffekte als die japanische Sprachausgabe die Ohren weg. Klar k\u00f6nnt ihr in den Sound-Einstellungen letztere Elemente etwas leiser stellen, doch die Hintergrundmusik lauter zu machen ist nicht drin. \u00c4rgerlich, denn der Soundtrack bietet einige wirklich gute, treibende Melodien, die euch den geregelten Schlachten-Alltag vers\u00fc\u00dfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man sollte doch glauben, der Sieger eines gro\u00dfen Krieges um ein magisches Artefakt und Herrscher einer weitreichenden, digitalen Welt sollte sich irgendwann mal eine Auszeit g\u00f6nnen k\u00f6nnen. Doch Pustekuchen, St\u00f6renfriede gibt es immer wieder und bei Fate\/Extella Link muss dementsprechend wieder einmal zur Klinge gegriffen werden. 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