{"id":305,"date":"2019-02-23T12:00:00","date_gmt":"2019-02-23T12:00:00","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=305","title":{"rendered":"Observer"},"content":{"rendered":"<p>Schon heute gibt es unz\u00e4hlige kritische Stimmen, die sich besorgt \u00fcber den technologischen Fortschritt unserer Gesellschaft aussprechen. Da die meisten Menschen beispielsweise nicht mehr von ihren Smartphones wegzukriegen sind, wurden sogar schon Worte wie \u201eSmombie\u201c erfunden. Titel wie die der <i>Deus Ex<\/i>-Reihe von Square Enix treiben das ganze etwas weiter. Dort haben die Menschen nicht nur technisch an sich, sondern sogar in sich. Der heutige Testkandidat <b>Observer<\/b> aus dem Hause Bloober Team kommt mit einer ganz \u00e4hnlichen Pr\u00e4misse daher, wagt jedoch auch den Schritt in eine dystopische, sehr d\u00fcstere Zukunft. Ob das funktioniert und wie sich die Portierung auf die Nintendo Switch schl\u00e4gt, das erfahrt ihr im Folgenden. Viel Spa\u00df!<\/p>\n<p><b>42 ist eben doch nicht die Antwort auf alles<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/81500.jpg\" alt=\"Bild 81500\" style=\"float: right;\">Eigentlich ist zu Beginn der Story noch alles recht gem\u00e4chlich. Man schl\u00fcpft als Spieler\/in in die Haut des Ermittlers Daniel Lazarski, der gerade auf Streife im verregneten Krakau im Polen des Jahres 2084 ist. Als er gerade mit der Zentrale schnackt, karpert jedoch eine unbekannte Person die Verbindung und wirft noch dazu einige Fragen auf. Um Spoiler bestm\u00f6glich zu vermeiden, erspare ich euch an dieser Stelle mal die Details. Als neugieriger Aufkl\u00e4rer macht sich Daniel nat\u00fcrlich flugs auf den Weg zur Quelle des Signal, das freundlicherweise von der \u201eMatriarchin\u201c \u2013 seiner Begleiter-KI &#8211; trianguliert wird. Kurz darauf findet man sich in einem heruntergekommenen Wohnkomplex wieder, wo sich scheinbar \u00fcberwiegend die untere Gesellschaftsschicht niedergelassen hat. W\u00e4hrend der ersten Schritte der Ermittlungen wird dummerweise ein totaler Einschluss des Komplexes ausgel\u00f6st, und von dort an gilt es die verwobenen Hintergr\u00fcnde und vor allem einen Ausweg aus der Cyberh\u00f6lle zu finden.<\/p>\n<p>Schnell wird klar, in <i>Observer<\/i> geht es nicht um Wischiwaschi-F\u00e4lle wie es in anderen Spielen mit Beamten in der Hauptrolle Brauch ist. Auch wird durch die dichte Atmosph\u00e4re der Umgebung mehr als deutlich, dass das Spielerlebnis zwar nicht im Horror-Genre angesiedelt ist, schon aber sehr, sehr beklemmend ist. Hinzu kommt, dass man als Kn\u00f6pfchendr\u00fccker anfangs recht viele Fragezeichen \u00fcber dem Kopf schwirren hat. Nach und nach werden die Mysterien jedoch aufgekl\u00e4rt, der Weg dorthin f\u00fcr Herrn Lazarski allerdings durch reichlich Labyrinthe aus virtuellen W\u00e4nden, schmutzigen Kellergew\u00f6lben und auch die ein oder andere Blutspur.<\/p>\n<p>Gerade das Ergr\u00fcnden, warum die Welt in diesem Spiel so ist wie sie ist, macht einen gro\u00dfen Reiz aus. In <i>Observer<\/i> ist der Ort des Geschehens in Osteuropa n\u00e4mlich scheinbar einer der letzten zivilisierten Fleckchen auf der Erde, nachdem ein Krieg gepaart mit einem verheerenden Cyber-Virus der Menschheit ordentlich zugesetzt hat. Die verbliebenen Erdbewohner haben zu diesem Zeitpunkt fast alle technische Modifikationen in ihren K\u00f6rpern, was scheinbar nicht gerade zu 100 Prozent zum Wohl der Menschen beigetragen hat. So auch unser Herr Ermittler. Der kann sich Kraft seiner T\u00e4tigkeit beispielsweise in den Ged\u00e4chtnisspeicher von Personen einklinken, um so ein paar unverf\u00e4lschte Informationen zu bekommen. Auch der Sehapparat kann zwischen biologischen und technologischen Objekten unterscheiden und diese auf Informationen scannen. Doch wie bereits erw\u00e4hnt, tragen diese Cyber-Spielereien auch den einen oder anderen Nachteil in sich. Setzt sich der Protagonist n\u00e4mlich etwa zu gro\u00dfen psychischen Stress aus, spielen die Ger\u00e4tschaften immer mehr verr\u00fcckt und der taffe Beamte muss sich \u00fcber eine Vorrichtung im Arm ein starkes Beruhigungsmittel reinpfeifen. Kurioses Detail: Im Men\u00fc hat man die Option zum \u201eSchlucken\u201c einer Pille. Wie gesagt werden die kleinen Syncrozine-Ampullen aber \u00fcber den Unterarm injiziert.<\/p>\n<p><b>Technik macht\u2018s m\u00f6glich<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/81501.jpg\" alt=\"Bild 81501\" style=\"float: left;\">Nutzen wir diese Drogen doch mal als \u00dcberleitung zum Thema Gameplay. In diesem Thriller kommt es logischerweise sehr oft zu stressreichen Situationen, da kann einem auch schnell mal der Pillenvorrat ausgehen. Um das zu vermeiden und nicht komplett in den digitalen Wahnsinn abzudriften, lassen sich die kleinen blauen Helferleine \u00fcberall in der Spielwelt stibitzen. Wirklich Knappheit kommt dabei jedoch so gut wie nie auf. Hier h\u00e4tte eine sparsamere Platzierung dieser Hilfsitems definitiv zu einem beklemmenderen Spielerlebnis beigetragen. Das ist aber gut verschmerzbar, da das Spiel auch so mit akustischen und visuellen Reizen nicht geizig ist.<\/p>\n<p>Die Umgebungen in <i>Observer<\/I> sind im Grund recht realistisch gehalten, jedoch verschwimmt die Welt quasi \u00fcberall mit der virtuellen Welt, was das Geschehen irgendwie sehr surreal erscheinen l\u00e4sst und einen Gro\u00dfteil der starken Atmosph\u00e4re erzeugt. Die dichte Soundkulisse aus unheimlichen Robo-Ger\u00e4uschen und allerlei Geknarze und Witterungseinfl\u00fcssen treibt einen dann endg\u00fcltig den Schalk in den Nacken. Besonders lobend hervorheben muss ich an dieser Stelle auch die grandiosen Sprecher, die allesamt extrem authentisch und gelungen r\u00fcberkommen. Als Person, die auf solche Merkmale in der Regel nicht viel gibt, ist mir gerade dieser Aspekt bei <i>Observer<\/i> sehr positiv im Ged\u00e4chtnis geblieben. <\/p>\n<p>Grafisch kann sich die Portierung dabei durchaus sehen lassen, allerdings muss man mit den \u00fcblichen Abstrichen bez\u00fcglich der Leistung der Switch rechnen. So ist die Aufl\u00f6sung im Vergleich zu anderen Versionen nat\u00fcrlich etwas reduziert und die Framerate auch nicht immer verl\u00e4sslich. Nach R\u00fccksprache mit dem Entwickler sei das jedoch in bisherigen Tests nicht kritisiert worden und daher kein Performance-Patch in Arbeit. Selbst wenn man das gewohnte 144Hz-PC-Erlebnis mal ausklammert, sind doch in gewissen Gebieten des Thriller-Trips einige harte Ruckler nicht zu \u00fcbersehen. Das Absurde ist, das <i>Observer<\/i> an sich f\u00fcr Switch-Verh\u00e4ltnisse optisch recht imposant daherkommt und eigentlich auch fl\u00fcssig abgespielt wird. Allerdings hat man alle paar Sekunde, vor allem bei schnelleren Bewegungen, nervige H\u00e4nger, die wirklich ein wenig den d\u00fcsteren Spa\u00df tr\u00fcben. Auch trat w\u00e4hrend des Tests nach etwa vier Stunden Spielzeit sogar ein Absturz auf. Dank regelm\u00e4\u00dfig und fair gesetzter Autosaves ist aber immerhin kein Fortschritt verloren gegangen.<\/p>\n<p>Dazu gesellt sich die ab Werk sehr beh\u00e4bige Steuerung, die in Kombination mit dem davor Genannten durchaus f\u00fcr ein beh\u00e4bigeres Erforschen sorgt. Immerhin l\u00e4sst sich die Blicksensitivit\u00e4t in den Einstellungen hochschrauben, sodass beispielsweise enge Treppenh\u00e4user keine Geduldsprobe mehr darstellen. Der Rest des Steuerungsschemas ist hingegen sehr simpel gestrickt und funktioniert rund. So kann man etwa per Tastendruck die eingangs erw\u00e4hnten visuellen Modi des Ermittlers durchschalten, oder Rennen und mit Objekten interagieren. Ganz im Stile von <i>Amnesia<\/i> muss man n\u00e4mlich T\u00fcren noch per Hand \u00f6ffnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon heute gibt es unz\u00e4hlige kritische Stimmen, die sich besorgt \u00fcber den technologischen Fortschritt unserer Gesellschaft aussprechen. Da die meisten Menschen beispielsweise nicht mehr von ihren Smartphones wegzukriegen sind, wurden sogar schon Worte wie \u201eSmombie\u201c erfunden. Titel wie die der Deus Ex-Reihe von Square Enix treiben das ganze etwas weiter. 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