{"id":301,"date":"2019-02-05T18:30:01","date_gmt":"2019-02-05T18:30:01","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=301","title":{"rendered":"Fishing Universe Simulator"},"content":{"rendered":"<p>Nischen sind wichtig, denn sie stellen nicht nur Inhalte mit Thematiken au\u00dferhalb des Mainstreams dar, sondern bedienen auch gewisse Randgruppen und f\u00fcllen so eine Marktl\u00fccke. Im Falle vom bereits einige Zeit zur\u00fcck erschienenen <i>Landwirtschafts-Simultator: Nintendo Switch Edition<\/i> ist die Marktl\u00fccke sogar schon ziemlich gut ausgef\u00fcllt und hat eine ziemlich eingeschworene Community im R\u00fccken. Doch gibt es da drau\u00dfen noch zahlreiche andere Simulatoren, etwa von Ziegen, die Unsinn machen, oder dem etwas realit\u00e4tsn\u00e4heren Angelsport. Letzteren widmet sich mein heutiger Kurztest zu <b>Fishing Universe Simulator<\/b>. Nun ist das Angeln bei weitem nicht so beliebt in der Gamesbranche wie das beackern von Feldern. Motiviert die an sich recht ruhige T\u00e4tigkeit des Angelns in Videospiel trotzdem? Dieser Frage m\u00f6chte ich im Folgenden etwas auf den Zahn f\u00fchlen. Petri heil!<\/p>\n<p><b>Simulatoren sind komplex, oder?<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/81337.jpg\" alt=\"Bild 81337\" style=\"float: right;\">Sollte man denken, ja. Doch wie weit die Entwickler es letztlich mit der Komplexit\u00e4t und dem Realismus treiben, geht von Spiel zu Spiel ziemlich weit auseinander. Das heutige Testexemplar tr\u00e4gt zwar den \u201eSimulator\u201c im Titel, macht aber in Sachen Tiefgang (Wortspiel beabsichtigt!) einen auf zur\u00fcckhaltend. Laut Beschreibung im eShop ist das dem spa\u00dfigeren Gameplay und damit verbundenen Erfolgserlebnissen geschuldet. In <i>Fishing Universe Simulator<\/i> bei\u00dfen die Fische n\u00e4mlich laut Werbetext wie am laufenden Band. Das stellte sich auch als wahr heraus, allerdings ist diese Designentscheidung auch ein zweischneidiges Schwert. Einerseits f\u00fcllt man so recht schnell sein anfangs noch recht kleines Netz mit lebendigem Fisch, doch stumpft man auch ziemlich rasch gegen diese kleinen Erfolge ab.<\/p>\n<p>Schuld daran ist das Missionsdesign. Man angelt sich von Gebiet zu Gebiet und muss dort jeweils eine Serie von Vorgaben erf\u00fcllen. Die folgen jedoch immer demselben Schema \u201eFange f\u00fcnf Hechte\u201c oder \u201eFange 5kg Barsche\u201c. Variation gibt es hier fast nur in Form der Fischnamen. Immerhin sind die Schaupl\u00e4tze ganz nett geraten. Geht man anfangs noch alles recht ruhig in deutschen oder polnischen Gew\u00e4ssern an, findet man sich sp\u00e4ter auch in Flie\u00dfgew\u00e4ssern in Kanada oder anderen Angelsporthochburgen wieder. Je nach Aufgabe und Fischart sollte man au\u00dferdem sein Equipment anpassen, dass man durch Erl\u00f6se vom Fischverkauf finanziert. Dort hat man die Wahl zwischen unz\u00e4hligen verschiedenen K\u00f6dern, Angelruten, Rollen, Haken und anderen Gadgets wie Schleudern f\u00fcr K\u00f6derb\u00e4lle oder Sonar zum Aufsp\u00fcren bestimmter Arten.<\/p>\n<p>So weit, so gut, doch bringt einem alles tolle Equipment der Welt recht wenig, wenn man sprichw\u00f6rtlich ins kalte Wasser gesto\u00dfen wird. Anfangs gibt es zwar ein kleines Tutorial, dieses bringt einem aber nur die Steuerung n\u00e4her und gibt kaum nennenswerte Infos zum Angeln selbst an. Als Spieler hat man die Wahl zwischen einer vollst\u00e4ndigen Touch-Steuerung oder der herk\u00f6mmlichen Eingabe per Tasten, welche letztlich etwas bequemer von der Hand ging. Die Implementation der Toucheingaben kann aber hier und da als Zusatz sogar ganz praktisch sein. Dummerweise werden die virtuellen Buttons st\u00e4ndig eingeblendet und lassen sich zugunsten der Immersion nicht deaktivieren. Schade.<\/p>\n<p><b>Meisterfischer wird man nur durch Flei\u00df<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/81336.jpg\" alt=\"Bild 81336\" style=\"float: left;\">Mit steigender Spielzeit tastet man sich aber dann doch irgendwie automatisch an die feinen Unterschiede der Ausr\u00fcstungsgegenst\u00e4nde heran und bekommt heraus, wie diese einzusetzen sind. So effektiv wie sie laut Itembeschreibung sein k\u00f6nnten, sind sie aber leider oft nicht. Benutzt man beispielsweise einen K\u00f6derbatzen zum Anf\u00fcttern gr\u00f6\u00dferer Fischarten, kommt man meist nicht drum herum, bis zum Zielfang etliches anderes Kleinvieh zu fangen. Nicht selten verstopfen diese dann das Netz, was wiederum dazu f\u00fchrt, dass man ausmisten muss \u2013 da geht wertvolle Zeit fl\u00f6ten. Zeit, davon hat man doch aber beim Angeln mehr als genug? Immerhin gilt der Angelsport (zumindest was Fischen in Binnengew\u00e4ssern angeht) doch als Aktivit\u00e4t f\u00fcr geduldige Naturen. Nicht so in diesem Spiel, denn hier befindet man sich abseits des freien Modus&#8216; stets im Wettkampf mit sich selbst. Die oben bereits erw\u00e4hnten Fangvorgaben werden n\u00e4mlich noch durch einen Timer versch\u00e4rft. Das mag zwar ganz nett gedacht sein, funktioniert aber nicht sonderlich gut. Aus dem sonst so entspannenden Angeln wird so n\u00e4mlich eine einzige Hetzerei, zumindest in fortgeschrittenen Missionen. <\/p>\n<p>Hat man nicht das perfekte Equipment f\u00fcr die jeweilige Aufgabe, kommt man nicht daran vorbei zum Gro\u00dfteil einfach nur Beiwerk aus dem Teich zu ziehen, bis sich dann doch irgendwann mal der richtige Kiemenatmer die Ehre gibt \u2013 das frustriert ungemein. Im Grunde wiederholt man also dieselben Bewegungsabl\u00e4ufe immer und immer wieder und hofft darauf, dass einem das Gl\u00fcck mal gewogen ist. Da blieben selbst nicht allzu ernst gemeinte Angeleinlagen wie etwa in <i>The Legend of Zelda: Majora\u2019s Mask<\/i> oder beim Angel-Minispiel des <i>Labo Multi-Sets<\/i> spa\u00dfiger im Ged\u00e4chtnis. Das k\u00f6nnte vor allem daran liegen, dass man dort eine Sammlung seiner besten F\u00e4nge erstellt und so einen gewissen Komplettierungsdrang erf\u00fcllen will. Dieses Feature fehlt hier leider komplett, obwohl im eShop noch posaunt wird, man k\u00f6nne Fische entweder freilassen oder an die Wand h\u00e4ngen. In der Realit\u00e4t l\u00e4sst man aber nur frei was wertvollen Inventarplatz blockiert, der Rest wird gnadenlos verh\u00f6kert. <\/p>\n<p>Etwas Gutes gibt es dann zum Schluss aber doch noch anzumerken. Wie bereits angeschnitten sind die Schaupl\u00e4tze ziemlich einladen. Bestehend aus einem begehbaren Uferabschnitt und dem sehr relevanten Gew\u00e4sser, kann man in der Ferne immerhin fotorealistische Panoramen echter Schaupl\u00e4tze bestaunen. Das sind zwar wohlgemerkt nur 2D-Tapeten, es macht aber trotzdem was her. Zieht dann noch ein Gewitter mit prasselndem Regen und schepperndem Donner auf, kann sich die Atmosph\u00e4re durchaus sehen lassen und lenkt etwas vom schn\u00f6den Fischen gegen die Uhr ab.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nischen sind wichtig, denn sie stellen nicht nur Inhalte mit Thematiken au\u00dferhalb des Mainstreams dar, sondern bedienen auch gewisse Randgruppen und f\u00fcllen so eine Marktl\u00fccke. Im Falle vom bereits einige Zeit zur\u00fcck erschienenen Landwirtschafts-Simultator: Nintendo Switch Edition ist die Marktl\u00fccke sogar schon ziemlich gut ausgef\u00fcllt und hat eine ziemlich eingeschworene Community im R\u00fccken. 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