{"id":299,"date":"2019-01-16T15:00:10","date_gmt":"2019-01-16T15:00:10","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=299","title":{"rendered":"Travis Strikes Again: No More Heroes"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/81245.jpg\" alt=\"Bild 81245\" style=\"float: right;\">Man kann vor seiner Vergangenheit nicht fliehen. Das muss auch Travis Touchdown, Gelegenheits-Killer und Hauptcharakter der <i>No More Heroes<\/I>-Reihe, immer wieder feststellen. In diesem Fall trifft das gewisserma\u00dfen auch auf <b>Travis Strikes Again: No More Heroes<\/b> an sich zu, denn das bedeutend kleiner aufgezogene Action-Spiel muss sich irgendwo mit seinen als Kultklassiker gefeierten Vorg\u00e4ngern messen. Soviel sei vorweggenommen: An die kommt der neueste Streich von Seriensch\u00f6pfer Suda51 nicht heran. Ob sich aber zumindest noch ein paar rettende Eigenschaften finden lassen oder die Wiederbelebung der eingeschlafenen Marke grandios gescheitert ist, das soll dieser Testbericht behandeln.<\/p>\n<p><b>Ein immersives Spielerlebnis<\/b><br \/>\nImmerhin verspr\u00fcht die Geschichte den gewohnten Wahnwitz: Nach den Ereignissen von <i>No More Heroes 2<\/i> lebt Travis in einem Wohnwagen irgendwo in der Wildnis, wird dabei jedoch eines Tages von einem Killer namens Bad Man aufgesp\u00fcrt. Der will sich einerseits f\u00fcr den Mord an seiner Tochter Bad Girl (Kenner des ersten <i>No More Heroes<\/I> erinnern sich) r\u00e4chen, hat andererseits jedoch auch andere Ziele, die mit der VR-Konsole Death Drive Mk. II zusammenh\u00e4ngen, in welche die beiden flugs hineingesogen werden. Nun m\u00fcssen sich die unfreiwilligen Gef\u00e4hrten gemeinsam durch die Spielwelten der Prototyp-Konsole schlagen und hin und wieder nat\u00fcrlich auch Game-Nachschub heranschaffen. Letztere Momente werden dabei \u00fcbrigens ganz unterhaltsam im Stile alter Text-Adventures erz\u00e4hlt, bei denen nicht selten \u00fcber Spielkonventionen \u2013 sowohl im allgemeinen Sinne als auch von <i>Travis Strikes Again<\/i> im Speziellen \u2013 und den bizarren Alltag von Travis hergezogen wird. Wer zudem mit dem Spielekatalog von Suda51 beziehungsweise Grasshopper Manufacture allgemein vertraut ist, wird massenweise Anspielungen auf vergangene Titel finden. Das empfand ich anfangs noch unterhaltsam, gerade weil eine fr\u00fche von ihnen tats\u00e4chlich irgendwo Sinn ergibt und indirekt vorangek\u00fcndigt wurde, im zunehmenden Spielverlauf kam mir dies jedoch wie eine billige Parade an Gastauftritten vor, die schlichtweg ihren Reiz verliert.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/81255.jpg\" alt=\"Bild 81255\" style=\"float: left;\">\u00c4hnlich sieht es leider auch beim Gameplay an sich aus. Aufs Gr\u00f6bste heruntergebrochen handelt es sich bei <i>Travis Strikes Again<\/i> um ein simples Hack &#8217;n&#8216; Slay, bei dem ihr wahlweise Travis, Bad Man oder im lokalen Koop-Modus gar beide zugleich durch die Death Drive-Spielwelten jagt und scharenweise als Gegner auftretende Bugs zers\u00e4belt. Ganz so anspruchslos, wie das hier klingt, ist die Sache dann aber doch nicht. So wollen die verschiedenen Gegnertypen unterschiedlich angegangen werden und gerade sp\u00e4tere Stufen stellen euch nur zu gerne Sonderfeinde in den Weg, die auf speziellem Wege beseitigt werden m\u00fcssen. Seien es Bugs mit Sprengs\u00e4tzen, stabil gebaute Schildtr\u00e4ger oder flinke Schwertschwinger, nicht selten verlangt euch das Spiel schon auf mittlerer Schwierigkeitsstufe einiges ab. Um die Chancen etwas auszugleichen, k\u00f6nnt ihr in den Leveln Skill-Chips finden, die sich dann ausr\u00fcsten und \u00fcber einfache Tastenkombinationen aktivieren lassen. Dann verschie\u00dfen die beiden Hauptakteure Blitze aus ihren H\u00e4nden, errichten Mauern oder ordern einen satellitengest\u00fctzen Laserschlag \u2013 alles, um das Feindvolk noch effektiver vom Bild zu fegen. Wer gut spielt, l\u00e4dt zudem eine Spezialanzeige auf, mit der sich dann \u00fcber die R-Taste verheerende Sturmangriffe entfesseln lassen. Diese werden sogar effektiver, sofern man sich zwischen den Eins\u00e4tzen nicht treffen l\u00e4sst. Kurzum: Es gibt einige M\u00f6glichkeiten, seine Spielweise zu verbessern und tats\u00e4chlich so etwas wie Skill einzubringen. Oh, und nat\u00fcrlich muss bei allem auf den Ladestand der Prim\u00e4rwaffe geachtet werden, die entweder mit dem rechten Analogstick oder stilecht \u00fcber Gesch\u00fcttel des rechten Joy-Cons aufgeladen wird. Es ist schlie\u00dflich immer noch <i>No More Heroes<\/i>.<\/p>\n<p><b>Wann h\u00f6rt der Kram denn endlich auf?!<\/b><br \/>\nDa die einfache Metzelei auf Dauer dennoch etwas \u00f6de werden k\u00f6nnte, bringt so ziemlich jede Spielwelt etwas Abwechslung in die Formel. Die erste Stufe ist dabei noch die normalste und \u00fcberrascht h\u00f6chstens mit fiesen Elektroschock-Plattformen. Allzu viel m\u00f6chte ich an dieser Stelle nat\u00fcrlich nicht vorwegnehmen, doch seid auf jeden Fall auf ungew\u00f6hnliche Puzzles und gelegentliches Hin- und Hergerenne vorbereitet. Und da liegt leider auch das Hauptproblem von <i>Travis Strikes Again<\/i>: Viele der Level ziehen sich wie Kaugummi. W\u00e4hrend das Spiel mit etwa sieben bis neun Stunden Spielzeit nicht sonderlich lang ist, f\u00fchlen sich beinahe alle Kapitel schlichtweg unn\u00f6tig gestreckt an. Allein die erste Stufe gleicht einem regelrechten Marathon, obwohl man sie nach \u201enur\u201c etwa einer Stunde bew\u00e4ltigen kann. Wenn dann noch nervige Eigenheiten wie R\u00e4tsel-Segmente mit einem t\u00f6dlichen Verfolger im Nacken oder eint\u00f6nige Sidescroller-Abschnitte dazukommen, dann m\u00f6chte man beizeiten einfach, dass der aktuelle Abschnitt unzeremoniell endet. Dass die jeweiligen Endbosse auch nicht gerade einfallsreich aufgezogen oder strategisch zu schlagen sind, hilft ebensowenig wie die aufsammelbaren Fundgegenst\u00e4nde, zu denen nach einmaligem Stufenabschluss auch Travis&#8216; Hauskatze Jeanne geh\u00f6rt, die sich gerne mal im Death Drive verl\u00e4uft. Immerhin: F\u00fcr Wiederholungsanl\u00e4ufe kann man aus der Levelauswahl direkt zu jedem Speicherpunkt springen, den man im Verlauf des Abenteuers passiert hat, und so massig unn\u00f6tige Latscherei eind\u00e4mmen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/81251.jpg\" alt=\"Bild 81251\" style=\"float: right;\">In technischer Hinsicht gibt das Spiel stolz mit seinem Unreal-Engine-Ger\u00fcst an und pr\u00e4sentiert zuminest recht ordentliche Welten mit unterschiedlichen Designs. Manche von ihnen stechen regelrecht aus der Masse heraus, doch selbst bei diesen hat man sich im Zuge der viel zu langen Stages irgendwann sattgesehen. Immerhin l\u00e4uft die Action sowohl im Handheld-Modus als auch auf dem TV-Bildschirm weitestgehend fl\u00fcssig, auch wenn die Optik auf dem Switch-Display leicht verwaschener wirkt. Der Soundtrack hingegen? Der ist erstaunlich eint\u00f6nig. Schon in der ersten Welt werdet ihr \u00fcber lange Strecken mit einer f\u00fcnfsek\u00fcndigen Musikschleife gequ\u00e4lt, die man entweder wohlwollend ignoriert oder genervt im Optionsmen\u00fc abschaltet. Ferner wurde leider an Sprachausgabe gespart: So gibt es wenige vertonte Zwischensequenzen und Kampfschreie, ein Gro\u00dfteil der Text-Dialoge wird jedoch nur mit Soundeffekt-Gebrabbel unterlegt. Schade, zumal die deutschen Texte sich zum Teil auch sehr holprig lesen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man kann vor seiner Vergangenheit nicht fliehen. Das muss auch Travis Touchdown, Gelegenheits-Killer und Hauptcharakter der No More Heroes-Reihe, immer wieder feststellen. In diesem Fall trifft das gewisserma\u00dfen auch auf Travis Strikes Again: No More Heroes an sich zu, denn das bedeutend kleiner aufgezogene Action-Spiel muss sich irgendwo mit seinen als Kultklassiker gefeierten Vorg\u00e4ngern messen. 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