{"id":279,"date":"2018-12-14T15:00:00","date_gmt":"2018-12-14T15:00:00","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=279","title":{"rendered":"Party Hard"},"content":{"rendered":"<p>Einst mussten Videospiele sich ungemein vor dem Zorn aufgeregter Elternteile f\u00fcrchten, wenn diese einen gewissen Gewaltgrad festellten. Heute ist die Lage in dieser Hinsicht zum Gl\u00fcck etwas entspannter und selbst ein <i>Counter-Strike<\/i> mit Bomben und Terroristen ist l\u00e4ngst im Mainstream angekommen. Doch gibt es hier und da auch mal wieder Titel, die als zu gewaltverherrlichend gelten und zwar erlaubt und ungeschnitten, aber gesellschaftlich verp\u00f6nt sind. Unser heutiges Testopfer <b>Party Hard<\/b> aus dem Hause tinyBuild ist zum Gl\u00fcck keines dieser Spiele, geht dennoch aber mit der Thematik Gewalt und Mord ziemlich locker um. Ob das gut gegangen ist und auch noch spielerisch \u00fcberzeugen kann? Das versuche ich f\u00fcr im Folgenden aufzukl\u00e4ren.<\/p>\n<p><b>Feiern bis zum Umfallen (kein Witz)<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/78416.jpg\" alt=\"Bild 78416\" style=\"float: right;\">Der Plot von <i>Party Hard<\/i> ist denkbar flach, aber doch irgendwie interessant. Man schl\u00fcpft statt in die Rolle des Helden oder des Opfers dieses Mal doch tats\u00e4chlich direkt in die Haut des T\u00e4ters: Ein massenmordender Bilderbuch-Soziopath. Oder wie es im Spiel verharmlost beschrieben wird: Ein Typ, der einfach mal in Ruhe schlafen will. Scheinbar wird nahe der Wohnung des Antihelden n\u00e4mlich nicht selten ausgiebig bis in die Morgenstunden gefeiert. Die einfachste L\u00f6sung ist aus der Sicht der Spielfigur, mal eben alle abzumurksen, die ihn um seinen kostbaren Sch\u00f6nheitsschlaf bringen.<\/p>\n<p>Total unauff\u00e4llig maskiert, platzt man in \u00fcber zehn verschiedenen Szenarien in eine riesige Party, auf der sich allerlei verschiedene Menschen herumtreiben und gehen lassen. Die Aufgabe: Ausnahmslos jedes Leben vor Ort ausknipsen. So makaber und schrecklich das auch klingen mag, spielerisch ist es daf\u00fcr umso interessanter. Einfach so durchrennen und alle mit dem Messer bekannt machen ist n\u00e4mlich nicht drin, aber das ist auch gut so. Oft gerieten Spiele dieser Art n\u00e4mlich ins Kreuzfeuer, weil sie den Akt des T\u00f6tens zu einfach realisiert und damit glorifiziert haben. In <i>Party Hard<\/i> ist das Erreichen des Ziels, also das Eliminieren aller G\u00e4ste, aber alles andere als leicht. Das Spiel geht sogar so weit, den Kn\u00f6pfchendr\u00fccker nach einer kurzen sch\u00f6n erz\u00e4hlten Story-Sequenz ohne jegliches Tutorial vor der Feier abzusetzen. Wie alles funktioniert, muss man sich also durch ausprobieren und kleine als Zeitungen getarnte Tipps aneignen.<\/p>\n<p><b>Die dunkle Seite stark in dir ist<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/78421.jpg\" alt=\"Bild 78421\" style=\"float: left;\">Der Schwierigkeitsgrad ist dabei aber so \u201ehard\u201c, dass ich beispielsweise schon im ersten Level an meinen F\u00e4higkeiten zweifelte und nach unz\u00e4hligen Festnahmen entnervt das Spiel zur Seite legte. Nach einer gewissen Eingew\u00f6hnung kommt man jedoch in den Flow und lernt immer mehr Kniffe kennen, die sich in sp\u00e4teren Szenarien auch gern mal wiederholen. So kann man neben dem \u00fcblichen Messerstich auch Pixelmenschen vom Dach oder in einen Ventilator sto\u00dfen, die Bowle oder Drinks vergiften, elektrische Ger\u00e4te oder Fahrzeuge zum Explodieren bringen oder vor Trunkenheit schlafende Subjekte einfach auf die Stra\u00dfe legen. Den Rest erledigt die auch nicht ganz vorbildliche Ingame-Polizei und \u00fcberrollt beim n\u00e4chsten Einsatz die nichtahnenden Schnarchnasen.<\/p>\n<p>Beherrscht man die Kniffe dann, hangelt man sich auch irgendwann recht fix von Level zu Level, muss sich dabei jedoch auch trotz wiederholender Elemente immer wieder auf neue Situationen gefasst machen. So wird das Ganze entgegen anf\u00e4nglicher Vermutungen doch recht unterhaltsam und ist gar nicht mal so eint\u00f6nig. Im Laufe vieler gecrashter Partys wird die Geschichte in einer Art R\u00fcckblende im Verh\u00f6r des zur Zeit der Morde ermittelnden Detectives erz\u00e4hlt, was durchaus mitzurei\u00dfen vermag. Wem das nicht reicht, der kann sogar ein paar Taler in die Hand nehmen und noch einige (etwas realit\u00e4tsfernere) Abschnitte im eShop dazukaufen. Ob diese Szenarien allerdings gameplaytechnisch nur recycelt sind oder auch wieder eigene Elemente mitbringen, konnte ich mangels DLC-Code leider nicht pr\u00fcfen. Ein vorab im Hauptspiel freigeschaltetes Bonus-Level l\u00e4sst aber vermuten, dass es auch im DLC reichlich rund geht.<\/p>\n<p>Technisch ist das Spiel auch voll auf der H\u00f6he. Pr\u00e4sentiert wird die Gr\u00e4ueltat in einem <i>Hotline-Miami<\/i> nicht ganz un\u00e4hnlichen, groben Pixel-Look, der durchaus zur Geltung kommt und die Gewaltdarstellung zwar sp\u00fcrbar macht, aber es auch nicht \u00fcbertrieben detailliert abzeichnet. Trotzdem ist der Titel angemessener Weise nur f\u00fcr Spieler ab 18 Jahren freigegeben. Auch der Soundtrack geht absolut ins Ohr und passt zur Thematik des Spiels. Zum Steuerungsschema muss man hingegen keine gro\u00dfen Worte verlieren, au\u00dfer: Passt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einst mussten Videospiele sich ungemein vor dem Zorn aufgeregter Elternteile f\u00fcrchten, wenn diese einen gewissen Gewaltgrad festellten. Heute ist die Lage in dieser Hinsicht zum Gl\u00fcck etwas entspannter und selbst ein Counter-Strike mit Bomben und Terroristen ist l\u00e4ngst im Mainstream angekommen. Doch gibt es hier und da auch mal wieder Titel, die als zu gewaltverherrlichend [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":20435,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[],"class_list":["post-279","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ps.501-legion.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/279","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ps.501-legion.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ps.501-legion.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ps.501-legion.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/20435"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ps.501-legion.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=279"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/ps.501-legion.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/279\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ps.501-legion.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=279"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ps.501-legion.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=279"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ps.501-legion.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=279"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}