{"id":258,"date":"2018-10-31T10:30:59","date_gmt":"2018-10-31T10:30:59","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=258","title":{"rendered":"Windjammers"},"content":{"rendered":"<p>Was haben viele NES-Spiele des Nintendo Switch Online-Abos und viele Titel aus der <i>ACA NeoGeo<\/i>-Reihe gemeinsam? Sie sind einfach schlecht gealtert und heutzutage kaum noch genie\u00dfbar. Das liegt unter anderem daran, dass Videospiele heute viel komfortabler zu bedienen sind und (leider) den Spieler auch oft zu sehr an die Hand nehmen. \u201eSchlecht gealtert\u201c sind besagte Spiele also eigentlich nur in technischer Hinsicht. Die Pixel-Darstellung wird n\u00e4mlich selbst in aktuellen Ver\u00f6ffentlichungen extrem gern verwendet, aber eben \u00fcber eine moderne Programmierung gest\u00fclpt. <b>Windjammers<\/b> ist einer dieser Titel, die wie <i>Super Mario Bros. 3<\/i> trotz ihres hohen Alters auch heute noch perfekt funktionieren. Warum das so ist, das erfahrt ihr im folgenden Kurztest. Kurz ist hier \u00fcbrigens w\u00f6rtlich zu nehmen, denn im Grunde h\u00e4tte ich schon nach zehn Minuten alle Aspekte des Spiels erkundet. Die flotte Frisbee-Werferei hat n\u00e4mlich abseits der neuen Online-Komponente nicht wirklich viel zu bieten.<\/p>\n<p><b>Raketenwurf!<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/80178.jpg\" alt=\"Bild 80178\" style=\"float: right;\">Vorab zun\u00e4chst eine kleine Einf\u00fchrung f\u00fcr Unwissende, die wie ich zuvor noch nie von <i>Windjammers<\/i> geh\u00f6rt haben. In diesem Spiel handelt es sich im Grunde um einen wilden Mix aus Fu\u00dfball, Curling, Tennis oder Volleyball. Zwei Kontrahenten stehen sich auf einem recht kleinen Feld mit zwei H\u00e4lften gegen\u00fcber und werfen sich gegenseitig eine Frisbee-Scheibe um die Ohren. Wer zuerst \u00fcber elf Punkte kommt, entscheidet das Spiel f\u00fcr sich. Gespielt wird aber im Verfahren \u201eBest of three\u201c, weshalb man mindestens zwei Spiele gewinnen muss um als Sieger hervorzugehen. Punkte werden je nach Spielfeld immer ein wenig anders verteilt. Hinter den Spielern sind n\u00e4mlich eine Art \u201eTore\u201c mit verschiedenen Werten. Entweder wirft man am geschickt am Gegner vorbei und erh\u00e4lt f\u00fcnf Punkte, oder in der gr\u00f6\u00dferen Zone eben nur drei. Vermasselt es der Gegner einen langsame Scheibe zu fangen und landet diese auf dem Boden, erh\u00e4lt an immerhin zwei Punkte.<\/p>\n<p>Das Gameplay holt sich auch hier mal wieder die Klassifizierung: \u201eEinfach zu erlernen, schwer zu meistern\u201c. Im Grunde wirft man ja nur die Scheibe von links nach rechts oder umgekehrt. Ganz so simpel ist es dann aber doch nicht. Aufgrund der Gr\u00f6\u00dfe des Felds und der Wendigkeit einiger Athleten ist es n\u00e4mlich auch n\u00f6tig, den Gegner mit gezielten Bandenw\u00fcrfen oder Trickw\u00fcrfen auszustechen. Wirft man etwa direkt nach dem Fangen die Scheibe wieder los, wird diese enorm schnell, was sich vor allem bei Bandenw\u00fcrfen oder auf Karten mit Hindernissen in der Mitte als gro\u00dfer Vorteil erweist. Verrenkt man etwas den Analog-Stick, kann die Scheibe auch angeschnitten werden. Um dem ganzen noch etwas W\u00fcrze zu verleihen kann man auch wagemutig stehen bleiben und <s>den Ball<\/s> die Scheibe annehmen. Diese fliegt kurz darauf ein St\u00fcckchen nach oben, und der Athlet sammelt Kraft f\u00fcr einen Super-Move, der mit etwas Gl\u00fcck und \u00dcbung aber auch blockbar ist.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/80177.jpg\" alt=\"Bild 80177\" style=\"float: left;\">W\u00fcrfe wie die Power-W\u00fcrfe oder die Angeschnittenen unterscheiden sich \u00fcbrigens je nach Spieler nochmal. Wirft etwa der kr\u00e4ftige Muskelprotz aus Deutschland die Scheibe recht geradlinig, aber daf\u00fcr mit ordentlich Schmackes, so sieht Flugkurve bei anderen Figuren schon viel chaotischer aus. Besagter deutscher Sportler sagt \u00fcbrigens wirklich \u201eRaketenwurf\u201c und \u201eGewonnen\u201c, was auch f\u00fcr die Spieler anderer Nationen gilt. Das verleiht <i>Windjammers<\/i> zus\u00e4tzlich zum \u201e80er-Beach-Charme\u201c noch mal eine gewisse Note. Insgesamt bringen die sechs verschiedenen Sportler und die verschiedenen Arenen mit jeweils anderen Hindernissen ordentlich Schwung in die Sache, w\u00e4re da nicht\u2026<\/p>\n<p><b>\u2026der Online-Modus<\/b><br \/>\nDa w\u00e4ren wir wieder: Nintendo und online. Jetzt ist das gro\u00df angepriesene Bezahl-Modell da, aber wirklich Mehrwert versp\u00fcrt man als Zocker bisher noch nicht. Ein Aspekt, der sehr gest\u00f6rt hat, ist aber nicht mal durch Software zu beheben. Neu in dieser Wiederver\u00f6ffentlichung von <i>Windjammers<\/i> ist n\u00e4mlich die Online-Komponente mitsamt Versus-Matches und Ranglisten f\u00fcr den Offline-Inhalt \u201eArcade\u201c und die beiden Minispiele. Diese beinhalten \u00fcbrigens Bowling und Weitwurf, wobei man beim Weitwurf einen Hund steuert, der Strandg\u00e4sten und anderen Hindernissen ausweichen, und nat\u00fcrlich am Ende auch die Scheibe fangen muss. Die beiden Minispiele machen zwar kurz mal Laune, sind dann aber letztlich auch nicht weiter der Rede wert \u2013 es sei denn man greift nach dem Highscore.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/80176.jpg\" alt=\"Bild 80176\" style=\"float: right;\">Doch zur\u00fcck zum Online-Part. Man hat die Wahl zwischen unbewertete Runden zum Spa\u00df oder Ranglisten-Partien. Hier gibt es dann sogar ein Ranglisten-System. Der Anreiz, sich bis zum begehrten Gold hochzuspielen, war anfangs noch gro\u00df, doch leider verlor der an sich astreine Kompetititvgedanke wieder schnell an Wirkung. Schuld daran sind zwei gravierende Faktoren. Nummer Eins: Stabil ist anders. Zockt man gem\u00fctlich auf der Couch einige Matches, kann man sich trotz guter WLAN-Abdeckung und dank dem ac-Standard auch hoher Bandbreite auf ordentlich Freezes und Lags oder gar Spielabbr\u00fcche einstellten. Mit einer kabelgebundenen Verbindung via LAN-Adapter am Dock gingen Partien zwar meist lagfrei \u00fcber die B\u00fchne, jedoch traten noch andere Fehler auf, die sich teilweise sogar zum ungewollten Aufleveln missbrauchen lie\u00dfen. In einer Session war es mir etwa unm\u00f6glich, in ein Match mit einem gefundenen Gegner zu starten, da die \u201eVerbindung zum Peer unm\u00f6glich\u201c war. Darauf folgte der Matchabbruch und das Spiel teilt fairerweise trotz Verbindungsverlust Rangpunkte gut, zieht dem Gegner sogar angeblich welche ab. In Wirklichkeit war es aber dann so, dass beide Parteien Punkte erhalten haben, man verlor aber nie wirklich die Verbindung zur Gegner. So konnten beide immer sch\u00f6n auf \u201eRevenge\u201c dr\u00fccken und sich so heimlich die Rangliste hochgaunern. Spa\u00dfeshalber habe ich das dann mal eine Viertelstunde durchgezogen und konnte mich so ganz bequem und komplett schwei\u00dffrei von der Holz- bis hin zur Silberliga \u2013 theoretisch sogar bis Platz 1 der Weltrangliste \u2013 schummeln. Nicht die feine Art, aber ein trauriger Beweis daf\u00fcr, wie ein kompetitiver Online-Multiplayer nicht zu funktionieren hat.<\/p>\n<p>Punkt Zwei: Es gibt einfach so gut wie keine Spieler. Nun war es nicht mal so, dass ich vor Release die M\u00f6glichkeit erhielt das Spiel zu testen, sondern startete ganz normal wie jeder andere auch nach Erscheinen in die Frisbee-Welt. Scheinbar bekam das Spiel aber trotz Erw\u00e4hnung in der Nintendo Direct und trotz Ank\u00fcndigung eines neuen Nachfolgers quasi null Aufmerksamkeit. Das Resultat: Es tummeln sich nur eine Handvoll Spieler im Matchmaking. Da meistens nur man selber und die andere Person online waren, fand man nicht selten auch bei erneuter Suche nur diese eine Person. Klingt traurig, ist aber so. Eventuell h\u00e4tte der Publisher dem entgegenwirken k\u00f6nnen, h\u00e4tte man dem Titel zum Erscheinungstag einen saftigen Rabatt verpasst. Die eShop-Charts zeigen n\u00e4mlich immer wieder, wie schnell sich Titel durch solche Rabattierungen in nach oben schummeln k\u00f6nnen. So f\u00e4llt leider die einzige Komponente des Spiels mit wirklich Anreiz und Substanz auch so gut wie aus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was haben viele NES-Spiele des Nintendo Switch Online-Abos und viele Titel aus der ACA NeoGeo-Reihe gemeinsam? Sie sind einfach schlecht gealtert und heutzutage kaum noch genie\u00dfbar. 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