{"id":254,"date":"2018-10-25T16:00:19","date_gmt":"2018-10-25T16:00:19","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=254","title":{"rendered":"My Hero: One&#8217;s Justice"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/80782.jpg\" alt=\"Bild 80782\" style=\"float: left;\">Wenn ein Action-Anime Erfolge feiert, ist das dazugeh\u00f6rige Lizenzkampfspiel oft nicht weit entfernt. Diese Regel greift auch bei <i>My Hero Academia<\/i>, dem zurzeit \u00e4u\u00dferst popul\u00e4ren Manga und Anime rund um aufstrebende Superhelden auf ihrem schulischen Weg zur Speerspitze des Heldentums. Aus lizenzrechtlichen Gr\u00fcnden muss das dazugeh\u00f6rige Spiel nun zwar den Namen seiner Vorlage leicht verschleiern, doch lasst euch nicht t\u00e4uschen: <b>My Hero: One&#8217;s Justice<\/b> bietet trotz weggefallenem <i>Academia<\/i> im Titel noch immer alles, was die Vorlage zumindest vom Grundger\u00fcst her auszeichnet. Leider waren meine ersten Anspieleindr\u00fccke auf der gamescom (<a href=http:\/\/www.planetswitch.de\/test\/209-handson-my-hero-one-s-justice.html>zum Hands-On<\/a>) alles andere als positiv, was ich zugegebenerma\u00dfen aber auch auf die vergleichsweise kurze Probesession geschoben habe. Hat sich dies nun also mit dem ausf\u00fchrlichen Heldentraining an der heimischen Konsole ge\u00e4ndert? Soviel vorweg: Ja, das hat es tats\u00e4chlich, auch wenn <i>One&#8217;s Justice<\/i> noch immer alles andere als ein Oberhammer ist, der dem Motto der Akademie gerecht wird.<\/p>\n<p><b>Wer sind all diese Leute und was tue ich hier?<\/b><br \/>\nDas f\u00e4ngt schon beim Story-Modus an, der Neulinge in der Materie beinahe komplett im Regen stehen l\u00e4sst. Statt euch durch die gesamte Handlung bis zum ersten, gro\u00dfen H\u00f6hepunkt zu f\u00fchren, beschr\u00e4nkt sich <i>One&#8217;s Justice<\/I> auf die Geschehnisse zwischen Band 6 und 11 des Mangas beziehungsweise Mitte Staffel 2 bis Mitte Staffel 3 der Anime-Adaption \u2013 wer also noch nicht \u00fcber die Hintergrundinfos der Welt und der Hauptcharaktere verf\u00fcgt, wird hier von einem extrem knappen Alibi-Intro abgesehen keinerlei Hilfen finden. Von daher kurz und b\u00fcndig von mir: Bei <i>My Hero Academia<\/i> werden Menschen beinahe ausnahmslos mit als Macken bekannten, besonderen Kr\u00e4ften geboren, die sich unterschiedlich auspr\u00e4gen. Manche Leute sind superstark, andere Tierhybriden, wieder andere k\u00f6nnen Elemente oder Materie manipulieren \u2013 und viele von ihnen streben eine Heldenkarriere an, die an entsprechenden Schulen wie der prestigetr\u00e4chtigen Yuuei verfolgt werden kann. Hauptfigur Izuku \u201eDeku\u201c Midoriya z\u00e4hlte urspr\u00fcnglich zu den mackenlosen Ungl\u00fccksraben, traf eines gl\u00fccklichen Tages aber auf sein Idol und den Nummer-1-Profihelden All Might, der einen Nachfolger f\u00fcr seine vererbbare Macke suchte und von Dekus Heldenmut so sehr begeistert war, dass er ihn auserkor. Etwas Schulalltag mit Training, B\u00fcffeln und dem obligatorischen Sportturnier sp\u00e4ter steht f\u00fcr die Studenten der Klasse 1-A nun das Heldenpraktikum an und genau hier setzt <i>One&#8217;s Justice<\/I> an. Alle Klarheiten beseitigt? Gut. Jedenfalls wird diese Rahmenhandlung in an sich netten, aber leider arg komprimierten Comic-Szenen mit teils ruckelnden Animations-Sequenzen erz\u00e4hlt, was leider f\u00fcr kein zufriedenstellendes Erlebnis sorgt. Auch die an sich nette Idee, die Schurken-Seite rund um den Dinge verfaulen lassenden Vielhandmann Tomura Shigaraki nach Abschluss der ersten Geschichte in einer Zusatzsstory spielbar zu machen, verpufft leider dadurch, dass sie lediglich die entsprechenden Manga-Kapitel beziehungsweise Anime-Episodenteile zu einer durchgehenden Handlung verkettet und somit viele K\u00e4mpfe schlichtweg wiederholt. Wer sich hier irgendwelche interessanten Ideen und Erg\u00e4nzungen erhofft, wird bitter entt\u00e4uscht.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/80784.jpg\" alt=\"Bild 80784\" style=\"float: right;\">Aber gut, wer spielt denn schon Kampfspiele wegen ihrer Story? Zumal es gerade einmal einen einzigen Charakter gibt, den man durch Abschluss der Helden-Saga freizuschalten hat, und man f\u00fcr den reinen Durchmarsch durch die Kapitel nur vielleicht f\u00fcnf bis acht Stunden braucht. Abseits der leicht gek\u00fcrzten Erz\u00e4hlung bietet <i>One&#8217;s Justice<\/i> drei gro\u00dfe Spiel-Modi: Einen Missions-Modus, klassische Versus-Partien sowie den kurioserweise am Ende des Hauptmen\u00fcs untergebrachten Arcade-Modus. Das klingt nach eher \u00fcberschaubarem Stoff, doch gerade der Missions-Modus bringt ordentlich Inhalt mit. Hier k\u00f6nnt ihr euch n\u00e4mlich auf sechs Kursen zuz\u00fcglich Tutorial austoben und \u00fcber eine \u00dcbersichtskarte Schritt f\u00fcr Schritt K\u00e4mpfe durchgehen, die unter besonderen Bedingungen ausgetragen werden. Mal gilt es schlichtweg zu \u00fcberleben, eine andere Stufe verbietet euch den Einsatz von Sprint-Man\u00f6vern oder die Energieleiste des Gegner regeneriert sich stetig, wenn ihr ihn nicht weiter maltr\u00e4tiert. Nach altem Survival-Prinzip nehmt ihr \u00fcbrigens eure verbleibende Restenergie stets in den n\u00e4chsten Kampf mit, wobei euch jedoch Gegenst\u00e4nde zur Gesundheitsregeneration oder allgemeinen St\u00e4rkung zur Verf\u00fcgung stehen und ein K.O. nur mit einer Punktestrafe geahndet wird. Auch interessant ist hierbei, dass ihr mit jeder abgeschlossenen Stage Erfahrungspunkte f\u00fcr eure eingangs ausgew\u00e4hlten Charaktere sammelt und diese stetig hochlevelt \u2013 hin und wieder winken sogar EP-Multiplikatoren, die den Prozess beschleunigen. Die Auswirkungen eurer M\u00fchen sind bl\u00f6derweise nicht direkt einsehbar, doch es besteht allein bei der Ausdauer und Schlagkraft der Figuren durchaus ein Unterschied darin, ob sie nun auf Level 1 in den Kampf ziehen oder auf Level 30. Und wer seine Kampfk\u00fcnste im Missions-Modus beweisen m\u00f6chte, kann auf einem speziellen Extra-Kurs mit Level-1-Charakteren einsteigen und seine dort erzielten Punktzahlen auf Online-Ranglisten verewigen. Insgesamt eine \u00fcberraschend motivierende Besch\u00e4ftigung, wenngleich sie dank des manchmal merkw\u00fcrdigen KI-Verhaltens, das gerne zwischen kompetent und planlos hin- und herpendelt, auch schon mal leicht eint\u00f6nig werden kann.<\/p>\n<p><b>Wo in diesem Tr\u00fcmmerhaufen ist Deku?<\/b><br \/>\nImmerhin versucht <i>My Hero: One&#8217;s Justice<\/i>, bei den eigentlichen Fights etwas Tiefe reinzubringen. Oberfl\u00e4chlich betrachtet sieht alles nach einem klassischen 3D-Anime-Pr\u00fcgler aus. Zwei K\u00e4mpfer bewegen sich frei in einer kompakten Arena, Kombos werden ma\u00dfgeblich durch mehrfache Bet\u00e4tigung einer Taste entfesselt und \u00fcber die Schultertasten lassen sich die zwei vorher ausgew\u00e4hlten Sidekicks f\u00fcr kurze Attacken aufs Feld beordern. Bei den Attacken gibt es grundlegend drei Basis-Man\u00f6ver, die sich nach dem Stein-Schere-Papier-Prinzip gegenseitig aushebeln: So brauchen Konterschl\u00e4ge lange zum Ausholen und sch\u00fctzen euch w\u00e4hrenddessen nicht vor Schaden, k\u00f6nnen daf\u00fcr aber auch nicht von normalen Attacken unterbrochen werden. Unblockbare Angriffe \u2013 in der Regel als W\u00fcrfe umgesetzt \u2013 setzen wiederum Konter au\u00dfer Gefecht, w\u00e4hrend regul\u00e4re Attacken durch ihre schiere Schnelligkeit gegen die unblockbaren Moves Wirkung zeigen. F\u00fcr die Standard-Angriffe k\u00f6nnt ihr euch entweder auf automatisch ausgew\u00e4hlte Kombos verlassen oder im manuellen Modus die volle Kontrolle behalten. Auch wenn die vorgefertigten Angriffsketten durchaus Wirkung zeigen, kann man beim Kombo-Eigenbau deutlich eindrucksvollere Man\u00f6ver aufs Parkett legen, sofern man sich in die Charaktere eingespielt hat. Da kommt definitiv einiges an Taktik ins Spiel, auch wenn die Ausf\u00fchrung in der Regel immer noch in wildem Tastengeh\u00e4mmere enden kann und sich manchmal einfach nicht rund anf\u00fchlt. Da helfen leider auch die charakterspezifischen Macken nicht viel, die zwar jedem der spielbaren K\u00e4mpfer eine pers\u00f6nliche Note verleihen und daf\u00fcr sorgen, dass sich keiner gleich spielt, doch weniger chaotisch wird das Geschehen dadurch trotzdem nicht.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/80783.jpg\" alt=\"Bild 80783\" style=\"float: left;\">Im Gegenteil: Das teils recht wilde Effektgewittter kann der \u00dcbersicht schaden, die aufgrund der suboptimalen Kamera und den zerst\u00f6rbaren Elementen in den Arenen ohnehin schon leidet. So fallen Torb\u00f6gen bereits bei der kleinsten Ber\u00fchrung zusammen und Tische im Klassenraum fliegen nach nur wenigen Sekunden wild umher \u2013 dabei dann zwei K\u00e4mpfer stets im Blick zu behalten grenzt an ein Kunstst\u00fcck. Richtig schmerzhaft wird dieser Umstand bei den zwei Arenen, die \u00fcber Ring-Out-Regeln verf\u00fcgen. Wenn sich die Fights aufgrund der wuchtigen Moves in Luftk\u00e4mpfe wandeln, verliert man regelrecht den Boden aus den Augen und muss auf gut Gl\u00fcck hoffen, dass man hinterher mit beiden Beinen wieder im Ring landet. Da Luftsprints und andere, schnelle Bewegungen so geeicht sind, dass ihr stets auf den Gegner zust\u00fcrmt, entwickelt sich ein gemeinsames Luft-Gepl\u00e4nkel somit zum \u00e4u\u00dferst unsch\u00f6nen Gl\u00fccksspiel. Dank der wenigen Arenen mit diesem Regelwerk f\u00e4llt dieses Manko zum Gl\u00fcck nicht allzu stark ins Gewicht, nervig bleibt es trotzdem.<\/p>\n<p><b>Ein wahrer Held muss auch auf sein \u00c4u\u00dferes achten!<\/b><br \/>\nFreischaltbare Charaktere gibt es, wie bereits erw\u00e4hnt, gerade mal einen. Womit h\u00e4lt man sich also sonst bei Laune? Klarer Fall: Mit Accessoires und Profil-Deko! Jede der Story-Missionen sowie diverse Leistungen bringen euch anlegbare Gegenst\u00e4nde f\u00fcr alle Charaktere ein, die sich in Kost\u00fcmsets speichern lassen. Au\u00dferdem kann euer spielinternes Online-Profil mit diversen Mottos und Bildern ausgestattet werden. W\u00e4hrend letztere Elemente definitiv freigespielt werden m\u00fcssen, lassen sich Kleidungsst\u00fccke optional auch mit erk\u00e4mpften M\u00fcnzen erwerben \u2013 das mindert gerade bei den Story-Missionen deutlich den Frust, da deren Geheimbedingungen f\u00fcr das jeweils letzte Bonus-Objekt euch erst verraten werden, sobald ihr sie einmal abgeschlossen habt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/80781.jpg\" alt=\"Bild 80781\" style=\"float: right;\">Und wo ich schon bei \u00c4u\u00dferlichkeiten bin, kann ich auch auf die Optik zu sprechen kommen. Die ist an sich erstaunlich gut, wenn auch eher generisch. Klar sorgen schraffierte Schatten und gro\u00dfe Soundeffekt-W\u00f6rter f\u00fcr einen netten Comic-Stil, doch insgesamt heben sich weder die Umgebungen noch die Charakter-Modelle gro\u00dfartig vom Anime-Kampfspiel-Standard ab. Das f\u00e4llt gerade bei All Might etwas negativ auf, da seine \u00fcberzeichneten Schattierungen quasi mit zu seinem Auftreten geh\u00f6ren und hier weitestgehend fehlen. Weitaus schlimmer sind jedoch die Ruckler, die insbesondere im Handheld-Modus auftreten. Wenn die Kontrahenten ihre Mackeneffekte um sich schmei\u00dfen und vor allem der Schurke Dabi mit seinem blauen Feuer mitmischt, steht ein stotternder Bildlauf praktisch an der Tagesordnung. Aber auch bei reichlich Gew\u00fchl mit Umgebungsobjekten geht die Bildrate merklich in die Knie \u2013 oder bei einigen Zwischensequenzen, wie ich oben im Story-Abschnitt angemerkt habe. Man merkt, dass <i>One&#8217;s Justice<\/i> trotz der stilisierten Optik nicht ganz f\u00fcr die Switch optimiert werden konnte, was den Gesamteindruck deutlich tr\u00fcbt. Immerhin: Die Musik ist recht ordentlich, wenn auch nichts Besonderes und nur vom Anime-Soundtrack inspiriert anstatt ihm entnommen. Daf\u00fcr sind alle japanischen Sprecher der Vorlage dabei. Oh, und einen Online-Modus f\u00fcr Versus-Partien gibt es nat\u00fcrlich ebenfalls, nur war mir aufgrund eines verst\u00e4ndlichen Spielermangels vorab keine M\u00f6glichkeit gegeben, diesen und die dazugeh\u00f6rige Verbindungsqualit\u00e4t auf die Probe zu stellen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn ein Action-Anime Erfolge feiert, ist das dazugeh\u00f6rige Lizenzkampfspiel oft nicht weit entfernt. Diese Regel greift auch bei My Hero Academia, dem zurzeit \u00e4u\u00dferst popul\u00e4ren Manga und Anime rund um aufstrebende Superhelden auf ihrem schulischen Weg zur Speerspitze des Heldentums. 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