{"id":253,"date":"2018-10-23T12:00:47","date_gmt":"2018-10-23T12:00:47","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=253","title":{"rendered":"Little Dragons Caf\u00e9"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/80760.jpg\" alt=\"Bild 80760\" style=\"float: left;\">Die Drachenpflege ist nicht leicht \u2013 gerade wenn man nebenbei noch ein besch\u00e4ftigtes Caf\u00e9 zu leiten hat. In <b>Little Dragons Caf\u00e9<\/B> m\u00fcssen die beiden blutjungen Protagonisten jedoch leider da durch, denn anders k\u00f6nnen sie ihre Mutter nicht retten. Eine ungew\u00f6hnliche Startlage, die f\u00fcr ein interessantes Spiel sorgen k\u00f6nnte. Doch ich lege die Betonung hier auf das letzte Wort des vorherigen Satzes, denn leider versagt das niedliche Werk vom Sch\u00f6pfer der <i>Harvest Moon<\/i>-Reihe auf \u00e4hnlich vielen Ebenen wie der geistige Vorg\u00e4nger <i>Hometown Story<\/i> auf dem 3DS (<a href=http:\/\/www.planet3ds.de\/test\/318-review-hometown-story.html>zum Test<\/a>). Ob sich zumindest noch ein paar rettende Qualit\u00e4ten finden lassen? Dazu sp\u00e4ter mehr, ich rolle den Fall lieber erst einmal ganz von vorne aus.<\/p>\n<p><b>Drachen-Dornr\u00f6schen<\/b><br \/>\nDie beiden Protagonisten \u2013 ein Geschwisterp\u00e4rchen, von dem ihr ein Teil als spielbaren Charakter aussuchen d\u00fcrft \u2013 f\u00fchren ein ganz ruhiges Leben im beschaulichen Caf\u00e9 ihrer Mutter, bis diese eines Tages nicht mehr aus ihrem Schlaf aufwacht. Mit dem Tod hat dies gl\u00fccklicherweise nichts zu tun, denn die Dame des Hauses schl\u00e4ft tats\u00e4chlich nur. Wie ein seltsamer, alter Mann, der zuf\u00e4lligerweise in diesem Moment vorbeischneit, den Kindern mitteilt, wird zum Aufwecken jedoch deutlich mehr als das Kr\u00e4hen eines Hahns oder ein Eimer kaltes Wasser notwendig. Da die werte Mama ein Halbdrache ist, m\u00fcssen die Geschwister nun einen eigenen Drachen gro\u00dfziehen, um an ein geeignetes Heilmittel zu kommen. Und weil der Betrieb w\u00e4hrenddessen nicht ruhen kann, gilt es parallel das Caf\u00e9 zu leiten. Genau hier macht die Haupthandlung bis zum Ende des Spiels Pause, denn im Prinzip kann man bis zum Erwachsenenalter des Jungdrachen nichts machen. Stattdessen erz\u00e4hlt <i>Little Dragons Caf\u00e9<\/i> in der Zwischenzeit diverse kleinere Geschichten um die hereinstromernden G\u00e4ste, deren pers\u00f6nliche Probleme ihr zu l\u00f6sen habt. Also ja, auch Therapeut und Berater geh\u00f6rt mit zu eurem breit gef\u00e4cherten Berufsbild.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/80752.jpg\" alt=\"Bild 80752\" style=\"float: right;\">In der Theorie l\u00e4uft das Spiel im Folgenden so ab: Ihr k\u00f6nnt entweder im Caf\u00e9 mit anpacken und die im Laufe der Handlung wahrhaft haarstr\u00e4ubenden G\u00e4stefluten bew\u00e4ltigen oder euren anfangs aufgelesenen Mitarbeitern den ganzen Stress \u00fcberlassen und stattdessen die \u00fcberschaubare Heimatinsel der Kinder nach Zutaten und Rezeptteilen absuchen. Der gastronomische Teil ist dabei sehr simpel gestrickt. So m\u00fcssen stets in der selben Reihenfolge Bestellungen aufgenommen, Speisen serviert und leere Teller in den Abwasch gegeben werden \u2013 das sorgt f\u00fcr zufriedene Kunden. Dank des eher gem\u00e4chlichen Lauftempos beim Geschirr-Transport wird die immergleiche Strecke zwischen K\u00fcche und G\u00e4stebereich jedoch \u00e4u\u00dferst schnell sehr langweilig und die zeitige Bedienung aller G\u00e4ste nicht unbedingt einfach. Die drei helfenden NPCs geben sich auch nur bedingt n\u00fctzlich. Zwar sind sie h\u00e4ufig flei\u00dfig mit dabei, gef\u00fchlt in den schlimmsten Situationen neigen sie jedoch zum Faulenzen und m\u00fcssen erst angesprochen werden, bevor sie wieder an die Arbeit gehen \u2013 und daf\u00fcr darf man gerade nichts anderes tragen. Das nervt tierisch, zumal dieses Problem auch auftritt, wenn man gerade die Insel erkundet. Nicht selten ist man gerade dabei, einen entlegenden Winkel nach essbarem Material abzusuchen, nur damit einen das Spiel wegen der faulen Mitarbeiter anfunkt und die R\u00fcckkehr zum Caf\u00e9 empfiehlt. Ein Gehei\u00df, das man jedoch auf der anderen Seite getrost ignorieren kann. Auf den Grund daf\u00fcr komme ich sp\u00e4ter noch einmal zur\u00fcck.<\/p>\n<p><b>Von K\u00e4seb\u00fcschen und Ketchup-Steinen<\/b><br \/>\nNun l\u00e4sst sich so ein Bistro ohne Speisen schlecht leiten und an Lieferdiensten mangelt es leider. Also muss man sich selbst in die Wildnis begeben und an diversen Sammelstellen die notwendigen Gew\u00fcrze und Zutaten einsammeln. Manche davon sind recht logisch: An B\u00e4umen w\u00e4chst Obst, eingefangene Legev\u00f6gel versorgen euch mit Eiern und in Gew\u00e4ssern tummeln sich Fische. Dinge wie Ketchup, K\u00e4se, Reis und Sojaso\u00dfe werden jedoch abenteuerlicherweise an B\u00fcschen beziehungsweise Gesteinsformationen gesammelt. Besseres Material gibt es, wenn man den Fundort zudem vorher mit Drachendung eingeschmiert hat \u2013 das gilt f\u00fcr Pflanzen ebenso wie f\u00fcr Fischgr\u00fcnde. Logisch ist das nicht unbedingt, dann wiederum zieht man auch einen Drachen gro\u00df, um jemanden aufzuwecken. Die Fundorte der Zutaten werden \u00fcbrigens nirgendwo vermerkt, ihr solltet sie euch also f\u00fcr den Bedarfsfall idealerweise einpr\u00e4gen. Immerhin versorgen euch der selbstst\u00e4ndig gepflegte Garten sowie die Fischreuse am Caf\u00e9 in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden mit einer zuf\u00e4lligen Auswahl aller bereits gefundenen Gegenst\u00e4nde. Wer aber bestimmte Zutaten braucht, kommt um die pers\u00f6nliche Sammelei schlichtweg nicht herum. Gleiches gilt f\u00fcr die \u00fcberall auf der Insel verstreuten Rezeptteile, mit denen sich vielerlei Gerichte freischalten lassen. Einige wenige von ihnen sind sogar handlungsrelevant, werden euch jedoch h\u00e4ufig auch schlichtweg im Laufe der Story zugesteckt. Das hemmt so ein wenig die Erkundungslust.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/80759.jpg\" alt=\"Bild 80759\" style=\"float: left;\">Und das ist schade, denn der sich stetig vergr\u00f6\u00dfernde Aktionsradius motiviert schon gewisserma\u00dfen. Muss man zu Beginn etwa noch per Pedes durch die Lande marschieren und bleibt entsprechend an gr\u00f6\u00dferen Klippen h\u00e4ngen, darf man sp\u00e4ter auf seinem wachsenden Drachen reiten und so seine <s>Flugf\u00e4higkeit<\/s> Mehrfachsprung- und Gleitk\u00fcnste nutzen. Leider merkt man auf diese Weise dann auch, dass die Insel wirklich relativ klein ist und nur wenig wirklich bemerkenswerte Areale bietet. Deutlich schlimmer ist zudem, dass sich die Steuerung arg bockig verh\u00e4lt. Bei Spr\u00fcngen verzeichnete ich nicht selten leichte Eingabeverz\u00f6gerungen oder gar \u00fcberhaupt keine Reaktion vom Spielercharakter, egal ob jetzt im TV-Modus mit \u00fcber Funk verbundenen Joy-Cons oder im Handheld-Modus bei angeschlossenen Controllern. Au\u00dferdem bleibt man viel zu h\u00e4ufig bei Spr\u00fcngen irgendwo an dem Vorsprung h\u00e4ngen, den man eigentlich besteigen wollte. Zu guter letzt sorgt die kontextsensitive A-Taste in manchen Situationen f\u00fcr Kopfschmerzen. So bin ich nicht selten auf den R\u00fccken meines Drachen gestiegen, obwohl ich eigentlich einen von ihn herbeigetragenen Gegenstand aufsammeln wollte, oder habe erst das ganze Unkraut in der Umgebung von meinem Begleiter m\u00e4hen lassen m\u00fcssen, bis ich auf ihm reiten durfte. Eine ganze Spur \u00fcbler l\u00e4uft es in der K\u00fcche, wenn der Koch schlechte Laune hat und man ihn durch Ansprechen aufmuntern m\u00f6chte. Der kulinarisch begabte Ork steht n\u00e4mlich direkt zwischen der benutzbaren Kochstelle und dem Vorratslager, was das gezielte Anquatschen immens erschwert. Und hofft blo\u00df, dass ihr nicht versehentlich das Lager beim A-Tasten-H\u00e4mmern erwischt \u2013 dann schmei\u00dft ihr n\u00e4mlich ohne jegliche Warnhinweise mal eben so diverse Zutaten ersatzlos raus. Einfach nur frustrierend!<\/p>\n<p><b>Warum eigentlich der ganze Aufwand?<\/b><br \/>\nNun gibt es interessanterweise bei <I>Little Dragons Caf\u00e9<\/i> abseits der Zutatenversorgung und der Speisekartenf\u00fchrung keinerlei Management-Elemente. Es flie\u00dft kein Geld f\u00fcr eure M\u00fchen, stattdessen steigt durch gute Caf\u00e9-Leitung lediglich euer Ruf und der l\u00e4sst sich pro Story-Kapitel nur stark begrenzt verbessern. Das Ergebnis? Man kann sich die m\u00fchselige Kellnerei zu gro\u00dfen Teilen komplett schenken. Ohne Witz! Da die Handlung nur dann voranschreitet, wenn ihr nach dem Aufstehen zu bestimmten Tageszeiten (meist fr\u00fchmorgens) an einem gewissen Ort (in der Regel im Erdgeschoss des Caf\u00e9s) erscheint, klapperte ich nach den ersten paar Kapiteln lediglich die Zwischensequenzen ab und legte mich danach direkt schlafen, um den Vorgang zu wiederholen. Gegen Ende eines jeden Kapitels gilt es dann noch, ein bestimmtes Gericht zu kochen, doch das ist auch schon der H\u00f6hepunkt an Abwechslung. Das bisschen Ruf, das zwischen den Kapiteln zu erwirtschaften ist, holen die Mitarbeiter entweder zwischenzeitlich selbstst\u00e4ndig ein oder kann durch kurze Schichten schnell selbst erarbeitet werden. Es gibt keinerlei weitere Anreize f\u00fcr die Arbeit, was gerade nach Spielabschluss sp\u00fcrbar wird. Klar kann man dann noch die letzten Rezeptteile sammeln, doch f\u00fcr die Kontaktpflege mit den G\u00e4sten gibt es schlichtweg keinen Lohn. Das Caf\u00e9 ist somit praktisch \u00fcberfl\u00fcssig.<\/p>\n<p><b>Ein Bilderbuch zum Anstottern<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/80758.jpg\" alt=\"Bild 80758\" style=\"float: right;\">Bei all der heftigen Kritik muss ich dann aber auch mal wieder ein gutes Wort \u00fcber <i>Little Dragons Caf\u00e9<\/i> verlieren: Der Grafikstil ist klasse. Durch die schraffierten Texturen wirkt alles wie aus einem Bilderbuch und die Gesichtsausdr\u00fccke und Animationen hauchen den Zwischensequenzen gekonnt Leben ein. Super! Leider ist das auch schon wieder das Ende des Lobes, denn im Austausch daf\u00fcr muss man mit teils ziemlich langen Ladepausen beim \u00dcbergang zwischen Caf\u00e9 und Umgebung leben. Allein f\u00fcr den Startvorgang des Spiels \u2013 wohlgemerkt, nur um den Titelbildschirm zu erreichen \u2013 jongliert es bereits drei Ladebildschirme! Und so sch\u00f6n der Grafikstil auch ist, sorgt er leider auch f\u00fcr teils deutliche Ruckler. Gerade in den dichter bewachsenen Gefilden der Insel f\u00e4llt die Stotterei ziemlich auf. Als w\u00e4re das noch nicht genug, ploppen Details wie Umgebungsobjekte oder gar gro\u00dfe Schatten ins Bild, w\u00e4hrend ihr auf sie zulauft, und speziell die Schattierungen tendieren gerne mal zum unsch\u00f6nen Flackern. Kurzum: So sch\u00f6n dieser Titel auch in Standbildern aussehen mag, f\u00e4llt dieses optische Kartenhaus in Bewegung schlichtweg in sich zusammen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Drachenpflege ist nicht leicht \u2013 gerade wenn man nebenbei noch ein besch\u00e4ftigtes Caf\u00e9 zu leiten hat. In Little Dragons Caf\u00e9 m\u00fcssen die beiden blutjungen Protagonisten jedoch leider da durch, denn anders k\u00f6nnen sie ihre Mutter nicht retten. Eine ungew\u00f6hnliche Startlage, die f\u00fcr ein interessantes Spiel sorgen k\u00f6nnte. 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