{"id":252,"date":"2018-10-22T18:00:23","date_gmt":"2018-10-22T18:00:23","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=252","title":{"rendered":"Soulblight"},"content":{"rendered":"<p>Wer mit einem Roguelike heutzutage auffallen m\u00f6chte, muss Einfallsreichtum beweisen. Immerhin ist das Genre und sein mit anderen Gattungen gemischtes Roguelite-Pendant heutzutage \u00e4u\u00dferst prominent im Videospielkosmos. <b>Soulblight<\/b> hat sich zu diesem Zweck ein paar recht einfache Ziele gesetzt: Es will mit einer d\u00fcster-bedr\u00fcckenden Optik auffallen, ein ungew\u00f6hnliches St\u00e4rkungssystem bieten und vor allem hackeschwer sein. Soviel sei vorweggenommen: Besagte Ziele wurden allesamt erreicht! Ob das aber auch f\u00fcr ein spa\u00dfiges Spiel sorgt, verrate ich euch in diesem Test.<\/p>\n<p><b>Wo bin ich da nur wieder reingeraten?<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/80749.jpg\" alt=\"Bild 80749\" style=\"float: right;\">Nach einem kurzen Tutorial, dessen deutsche Texte dank der fragw\u00fcrdigen \u00dcbersetzung mehr f\u00fcr Lacher und Frustration sorgen, findet man sich am Ausgangspunkt einer jeden Reise wieder: Der\u2026 Zentralkammer? Bar? Kaserne? Was auch immer der Ort ist, hier treiben sich ein paar unheimliche Gestalten und zweifelhafte Helfer herum, die dem interessierten Leser mehr \u00fcber die d\u00fcstere Welt des Spiels erz\u00e4hlen. Im Grunde genommen spielt dies jedoch kaum eine Rolle, wenngleich manch NPC auch den ein oder anderen Tipp auf Lager hat. Mein pers\u00f6nlicher Rat: Vor dem ersten Abstieg ins Hauptspiel unbedingt die \u00dcbungspuppe aufsuchen und erst einmal das merkw\u00fcrdige Kampfsystem studieren \u2013 gerade wenn man sich immer noch von dem Lachanfall erholt, dass die Konfrontation mit einem Gegner als \u201eVerlobung\u201c \u00fcbersetzt wurde. Danach sollte auch klar sein, wie man \u00fcberhaupt sein Interface zu lesen hat. So ist die eigene Lebensenergie als um den Spielercharakter gelegten, wei\u00dfen Kreis einsehbar, w\u00e4hrend die f\u00fcr Waffenschw\u00fcnge notwendige Ausdauer in Gr\u00fcn erscheint. Gut, andere Spiele w\u00fcrden das andersherum machen, da man Gesundheit eher mit der Farbe saftiger Wiesen verbindet, doch <i>Soulblight<\/i> m\u00f6chte ja anders sein. Und nat\u00fcrlich steckt dahinter auch ein tieferer Gedanke, denn in den d\u00fcsteren Umgebungen f\u00e4llt der wei\u00dfe Ring selbstverst\u00e4ndlich eher auf als das gr\u00fcne Gegenst\u00fcck. Das Kampfsystem wird dadurch trotzdem nicht angenehmer, da ihr in einer Gefechtssituation stets einen der auf euch aufmerksam gewordenden Feinde im Auge behaltet und somit praktisch nicht fliehen k\u00f6nnt. Schlimmer wird es noch, wenn es mehrere H\u00e4scher auf euch abgesehen haben, denn die automatische Zielerfassung kann nur ziemlich ungelenk mit dem rechten Analogstick neu ausgerichtet werden. Das macht gerade einige der kn\u00fcppelharten, daf\u00fcr aber ziemlich einfallsreichen Bosse k\u00fcnstlich schwer. Hinzu kommt, dass diverse Gegnergattungen \u00fcber bestimmte Schw\u00e4chen verf\u00fcgen. Manche reagieren allergisch darauf, dass man sie mit ZL greift, andere wollen hingegen auf Abstand gehalten werden, da sie sonst euch packen und in Windeseile auseinandernehmen. Wirklich intuitiv erkennbar sind diese Schwachpunkte jedoch nicht, stattdessen muss man viel rumprobieren und sich alles einpr\u00e4gen.<\/p>\n<p>Hat man sich dann an der \u00dcbungspuppe ausgetobt, geht es umgehend in die prozedural generierte H\u00f6lle. Wer bei <i>Soulblight<\/i> Action am laufenden Band erwartet, wird hierbei \u00fcbrigens dezent entt\u00e4uscht. Stattdessen ermuntern die Macher hier zum bed\u00e4chtigen Vorgehen, denn sonderlich viel h\u00e4lt euer Charakter nicht aus \u2013 zumal ihr jeden Anlauf ohne Ausr\u00fcstung bedingt, sofern ihr nicht Beute aus einer vorherigen Runde in der selten auftauchenden Lagertruhe untergebracht habt. Ganz ohne Hilfe werdet ihr aber auch hier nicht ins Rennen geschickt, denn nach Auswahl eines Makels \u2013 dazu sp\u00e4ter mehr \u2013 bekommt ihr ein wenig Start-Equipment zugesteckt. Dennoch merkt man schnell, dass der gewiefte Schleicher l\u00e4nger lebt. Dank der eingeblendeten Sichtkegel marschiert man hierbei wenigstens nicht schnurstracks in sein Verderben, nur weil man die Blickweite der Gegner falsch eingesch\u00e4tzt hat. Hinterr\u00fccks umgelegte Feinde verschwinden auch sofort, es werden also keinerlei Alarme geschlagen. Was nicht bedeuten soll, dass die bei jedem Anlauf neu generierten Gegenden einfach zu bew\u00e4ltigen sind. Dichte Gegner-Konstellationen, verworrene Korridore, knarzende Br\u00fccken\u2026 Das Spiel versucht stets, euch Steine in den Weg zu legen. Sinn und Zweck einer jeden Ebene ist \u00fcbrigens das Aufsp\u00fcren eines verlorenen Zahnrads, das in irgendeiner der umliegenden Kisten gelagert ist. Da nicht wenige von ihnen verschlossen oder mit zu <s>entwaffnenden<\/s> entsch\u00e4rfenden Fallen versehen sind, kann die Suche beizeiten leider m\u00fchselig ausfallen. Immerhin: Potenziell gef\u00e4hrliche Truhen lassen euch vorher ihren Inhalt begutachten, sodass man immer abw\u00e4gen kann, ob die Sch\u00e4tze den Dietrich auch wert sind.<\/p>\n<p><b>Makellose Helden gibt es nicht<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/80750.jpg\" alt=\"Bild 80750\" style=\"float: left;\">Man kann nat\u00fcrlich auch im Spielverlauf st\u00e4rker werden, dies aber ohne klassische Erfahrunglevel. Stattdessen bestimmen Charakterz\u00fcge und die k\u00f6rperliche Verfassung eure St\u00e4rke. Nach jedem Abschnitt d\u00fcrft ihr eine von zwei Eigenschaften wie \u201eHypochonder\u201c oder \u201eUnstillbar\u201c ausw\u00e4hlen, die euch unter gewissen Bedingungen St\u00e4rkeboni verleihen. Letzteres Attribut macht euch beispielsweise st\u00e4rker, sofern ihr regelm\u00e4\u00dfig alkoholische Getr\u00e4nke konsumiert. Umgekehrt werdet ihr jedoch abgeschw\u00e4cht, wenn ihr ausn\u00fcchtert. Auch andere Zust\u00e4nde wie Hunger und Verletzungen wirken sich auf eure Kampfkraft aus \u2013 in der Regel negativ. Gerade die im Gefecht zugezogenen Kampfspuren sollten nicht ignoriert werden. Sie treten auf, wenn der Lebensenergiekreis komplett geleert wird und repr\u00e4sentieren quasi ein verlorenes Leben. Sind alle vier Verletzungs-Slots belegt, w\u00e4hrend man auf null HP gebracht wird, geht es umgehend zur\u00fcck zum Start-Areal. Verbandswerkzeug und andere Hilfsmittel k\u00f6nnen solche Probleme aber behandeln. Es gibt also f\u00fcr jedes Problem im Prinzip ein passendes Gegenmittel, sofern <i>Soulblight<\/I> es auch rausr\u00fcckt. Und das kann je nach virtuellem W\u00fcrfelgl\u00fcck leider erschreckend selten der Fall sein.<\/p>\n<p>Wenn ich schon bei Makeln bin: Die Technik ist einer der Switch-Umsetzung. So l\u00e4uft <i>Soulblight<\/i> weder am Fernseher noch auf dem konsoleneigenen Display wirklich fl\u00fcssig, was gerade in den ohnehin schon anstrengenden Gefechten nur f\u00fcr mehr unn\u00f6tigen Stress sorgt. Daf\u00fcr sieht die d\u00fcster-bedr\u00fcckende Welt \u00e4u\u00dferst gut aus, selbst wenn sich manche Elemente dank der bizarren Designs nicht immer eindeutig lesen lassen. Der optional abschaltbare Fischaugen-Effekt, der den Rand des Bildausschnitts verzerrt, sorgt ebenfalls f\u00fcr angenehmes Unbehagen. Doch genug des Lobs, denn ein wenig Kritik habe ich noch: Der Sound ist allgemein schlichtweg zu leise, sodass ich den Lautst\u00e4rkeregler meiner Switch komplett aufdrehen musste, um \u00fcberhaupt etwas wahrzunehmen. Au\u00dferdem sind die Texte schlichtweg zu klein, gerade im Handheld-Modus. Gr\u00f6\u00dftenteils m\u00f6gen sie sich gerade noch so lesen lassen, f\u00fcr manche Situationen habe ich mir aber schon eine Lupe gew\u00fcnscht. Und \u00fcber die fehlerhafte deutsche \u00dcbersetzung habe ich mich ja bereits ausgelassen \u2013 tut euch einen Gefallen und schaltet eure Switch vor dem Spielstart auf Englisch, wenn ihr euch der Herausforderung stellen m\u00f6chtet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer mit einem Roguelike heutzutage auffallen m\u00f6chte, muss Einfallsreichtum beweisen. Immerhin ist das Genre und sein mit anderen Gattungen gemischtes Roguelite-Pendant heutzutage \u00e4u\u00dferst prominent im Videospielkosmos. Soulblight hat sich zu diesem Zweck ein paar recht einfache Ziele gesetzt: Es will mit einer d\u00fcster-bedr\u00fcckenden Optik auffallen, ein ungew\u00f6hnliches St\u00e4rkungssystem bieten und vor allem hackeschwer sein. 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