{"id":240,"date":"2018-09-28T09:00:00","date_gmt":"2018-09-28T09:00:00","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=240","title":{"rendered":"Okami HD"},"content":{"rendered":"<p>Lang ist\u2019s her, da erschien <i>Okami<\/i> urspr\u00fcnglich f\u00fcr die gute, alte PlayStation 2 und bezauberte Spieler erstmals mit seinem einzigartigen Nippon-Charme. Leider ist bis zum Jahre 2018 diese Perle komplett an mir vorbeigerauscht, wenngleich ich den Titel auch immer auf dem Radar hatte. Umso besser, dass mit <b>Okami HD<\/b> nun auch eine optisch \u00fcberarbeitete Version f\u00fcr die Nintendo Switch erschienen. H\u00f6chste Zeit also, dieses Urgestein mal nachzuholen und gleich zu schauen, wie sich der Klassiker auf einer modernen Konsole schl\u00e4gt.<\/p>\n<p><b>Der mit dem Wolf tanzt<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/80613.jpg\" alt=\"Bild 80613\" style=\"float: right;\"><i>Okami<\/i> spielt im alten Japan, oder wie im Spiel Nippon genannt. Das wird einem schon im Hauptmen\u00fc auf sehr k\u00fcnstlerische Art und Weise klargemacht. Men\u00fc bestehen aus Schriftrollen, Tasteneingaben werden durch fern\u00f6stliche Musikinstrumente begleitet und auch sonst wirkt alles sehr asiatisch. Startet man ins Abenteuer, zieht sich diese Pr\u00e4misse auch weiterhin wie ein roter Faden durch das Spiel. Japan-Fans k\u00f6nnen also schon hier aufh\u00f6ren zu lesen und bedenkenlos zugreifen. Als Protagonist schl\u00fcpft man in die Haut einer wei\u00dfen W\u00f6lfin und wie sich schon zu Beginn herausstellt, handelt es sich dabei sogar um die Sonneng\u00f6ttin Amaterasu. Die W\u00f6lfin hat aber keineswegs einen leichten Start ins Abenteuer, denn eigentlich ruhte die G\u00f6ttin die letzten 100 Jahre in Form einer Steinstatue. Im Laufe dieser Zeit hat sich leider auch ein Gro\u00dfteil von Amaterasus Kr\u00e4ften verfl\u00fcchtigt. Dumm nur, dass die Geschichte auch damit beginnt, dass der \u00fcble achtk\u00f6pfige D\u00e4mon Orochi irgendwie aus seinem Bann befreit wurde.<\/p>\n<p>Manch einer mag an dieser Stelle wom\u00f6glich schon eine gewisse Parallele zur <i>The Legend of Zelda<\/i>-Reihe festgestellt haben \u2013 zumindest was den Plot angeht. Aber auch in Bezug auf das weitere Gameplay hat man es mit \u00e4hnlichen Dingen zu tun. Eine gro\u00dfe, genial designte Spielwelt, Dungeons, Echtzeitk\u00e4mpfe mit Gegnern und jede Menge Schatztruhen. Das ist nat\u00fcrlich eher als Kompliment gemeint. <i>Okami<\/i> ist jedoch keineswegs ein stumpfer Abklatsch mit einem Wolf statt eines jungen Reckens, sondern kann sich auch in vielen Belangen vom Genreprimus abheben. Darum wird es aber erst im n\u00e4chsten Absatz gehen, denn es gibt noch eine Parallele: Amaterasus Begleiter Issun, eine winzige, oft \u201eFloh\u201c geschimpfte Kreatur, die sich eher aufgedr\u00e4ngt hat. Der kleine Issun ist teilweise im Verlauf der Story furchtbar nervig, bringt aber auch eine geh\u00f6rige Prise Humor in das eigentlich eher ernste Geschehen. Zusammen geben die beiden fast schon ein ikonisches Duo ab, wie es schon Link und Navi oder Banjo und Kazooie taten.<\/p>\n<p><b>Malerisches Nippon, voller aggressiver D\u00e4monen<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/80615.jpg\" alt=\"Bild 80615\" style=\"float: left;\">Wie bereits etwas vorher erw\u00e4hnt, hebt sich unser Testkandidat trotz aller Gemeinsamkeiten hervorragend von der Konkurrenz ab. Zum einen liegt das an der Cel-Shading-Grafik, wie sie etwa auch in abgeschw\u00e4chter Form in <i>The Legend of Zelda: The Wind Waker<\/i> vorkommt. Hier hat man allerdings gewollt mit dem Effekt \u00fcbertrieben, weshalb so gut wie alles wie \u201egemalt\u201c aussieht. Alles wirkt wie mit dicken Pinselstrichen nachgezeichnet und entfaltet einen abnorm eigenen Charakter, der zu gefallen wei\u00df. Auch eine sehr prominente Spielmechanik leitet sich aus diesem Stil ab. Amaterasu \u2013 von Issun immer nur \u201eAmmy\u201c genannt \u2013 wirkt ihre g\u00f6ttlichen Kr\u00e4fte n\u00e4mlich, indem sie bestimmte Muster mit dem g\u00f6ttlichen Pinsel in die Luft malt. Das funktioniert mit dem Analogstick in den meisten Situationen und nach kurzer Eingew\u00f6hnung nahezu tadellos, aber durch die genaue Gyro-Steuerung der Joy-Cons bei getrenntem Controller-Setup sogar noch einen Tick besser. \u00dcbrigens l\u00e4sst sich auch der Rest des Spiels stressfrei bedienen, wenngleich das Platforming hier und da etwas pr\u00e4ziser sein k\u00f6nnte. Ebenfalls etwas frickelig, aber nicht weiter wild: Die Karte. Aus heutigen Spielen ist man es gewohnt, innerhalb der Karte navigieren zu k\u00f6nnen, was hier leider nicht m\u00f6glich ist. Stattdessen kann man nur rein- und rauszoomen, wodurch man teilweise Probleme beim Orientieren in der doch recht weitl\u00e4ufigen bekommt \u2013 da merkt man dem Spiel sein Alter dann doch mal an. Wo das allerdings \u00fcberhaupt nicht zutrifft ist die bereits hochgelobte Optik. In <i>Okami HD<\/i> wirkt der grandiose Artstyle sogar noch stimmiger und ist dementsprechend gut gealtert. In Sachen Performance gibt es \u00fcbrigens weder im Dock noch als Handheld etwas zu beanstanden, da das Geschehen stets fl\u00fcssig und in voller Pracht \u00fcber den Bildschirm l\u00e4uft.<\/p>\n<p>Das Gesamtpaket kann also durchaus als sehr stimmig bezeichnet werden. Noch interessanter wird es durch den perfekt zum Stil passenden, asiatisch angehauchten Soundtrack und die ansprechende, wenn auch nicht atemberaubende Geschichte um Amaterasu und Orochi. Auch abseits der Story gibt es zudem Besch\u00e4ftigung. So sind quasi an allen Ecken und Enden Schatztruhen versteckt, manche davon ben\u00f6tigen jedoch einen zweiten Besuch nach Erwerb einer bestimmten F\u00e4higkeit. Wer aufmerksam durch die Spielwelt schreitet st\u00f6\u00dft auch auf die eine oder andere Nebenquest. Rein vom Umfang kommt man so auf etwa 30 Stunden, was f\u00fcr den angesetzten Preis mehr als nur stattlich ist!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lang ist\u2019s her, da erschien Okami urspr\u00fcnglich f\u00fcr die gute, alte PlayStation 2 und bezauberte Spieler erstmals mit seinem einzigartigen Nippon-Charme. Leider ist bis zum Jahre 2018 diese Perle komplett an mir vorbeigerauscht, wenngleich ich den Titel auch immer auf dem Radar hatte. 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