{"id":228,"date":"2018-08-30T10:00:35","date_gmt":"2018-08-30T10:00:35","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=228","title":{"rendered":"God Wars: The Complete Legend"},"content":{"rendered":"<p>Seid ihr auf dem Gebiet der japanischen Mythen und Legenden bewandert? Und ihr steht auch noch auf Strategie-Rollenspiele der Machart <i>Final Fantasy Tactics<\/i>? Dann k\u00f6nnte <i>God Wars<\/i> ideal f\u00fcr euch sein. Das Werk aus dem Hause Kadokawa Games vermengt n\u00e4mlich das Gameplay-Ger\u00fcst von Squares Klassiker aus PS1-Tagen mit allem, was die japanische Sagenkiste hergibt \u2013 wobei letztere Elemente nat\u00fcrlich sehr, sehr frei ausgelegt werden. Nachdem der Titel bereits vor einigen Jahren auf der Vita und PS4 seine Premiere feierte, steht nun mit <b>God Wars: The Complete Legend<\/b> eine \u00fcberholte und erweiterte Neufassung f\u00fcr die Switch an. Und auch wenn sich spielmechanisch nicht so furchtbar viel anders anf\u00fchlt, ist das Fundament immer noch unterhaltsam genug, um den geneigten Zocker \u00fcber die \u00e4u\u00dferst lange Spieldauer bei Laune zu halten.<\/p>\n<p><b>Opferriten? Nicht mit uns!<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/80360.jpg\" alt=\"Bild 80360\" style=\"float: right;\">Wie es in Geschichten um G\u00f6tter und h\u00f6here Wesen nun mal so \u00fcblich ist, dreht sich auch diese um ein Opfer. Um den Zorn der Gottheiten Japans zu bes\u00e4nftigen, opfert eine namhafte Priesterin ihre Tochter und sorgt so f\u00fcr 13 Jahre Ruhe. Nun droht leider der n\u00e4chste Konflikt, der durch die Unruhen des Fujiyamas signalisiert wird \u2013 und wie sich \u201eschnell\u201c herausstellt, ist nun die n\u00e4chste Tochter namens Sakuya als Opfer an der Reihe. Nur m\u00f6chte die da nicht ganz mitspielen und b\u00fcxt mit der Hilfe des Vagabunden Kintaro sowie seines Begleiters Kuma aus, um ihre Mutter zu suchen und der Dame ein paar Fragen zu stellen. Eine Reise, die sich \u00fcber ganz Japan erstrecken soll und zahlreiche mythologische Gestalten auf den Plan ruft, von denen nicht alle freundlich gesinnt sind. Au\u00dferdem stellt sich im Laufe der Reise nat\u00fcrlich heraus, dass nicht alles so einfach ist, wie es eingangs scheint.<\/p>\n<p>Bis dahin m\u00fcsst ihr jedoch einiges an Zeit in <i>God Wars<\/I> stecken. Das \u201eschnell\u201c weiter oben habe ich nicht umsonst in Anf\u00fchrungszeichen gesetzt, denn die Geschichte kommt eher schleppend in Fahrt. Das liegt wohlgemerkt aber nicht unbedingt daran, dass es Unmengen von Schlachten pro Kapitel zu schlagen gibt, sondern dass diese schlichtweg viel Zeit in Anspruch nehmen. Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr erl\u00e4utere ich sp\u00e4ter noch einmal. Jedenfalls wird die Rahmenhandlung tats\u00e4chlich noch einmal spannender und Dranbleiben lohnt sich entsprechend, mangels deutscher \u00dcbersetzung haben jedoch nur Spieler mit guten Englischkenntnissen etwas davon. Und selbst dann sind die englischen Texte nicht wirklich gut, wobei ich mir nicht sicher bin, ob das schon im japanischen Original begr\u00fcndet liegt oder die \u00dcbersetzung schlichtweg m\u00e4\u00dfig ist. Ausbauf\u00e4hig ist das Gelieferte auf jeden Fall.<\/p>\n<p><b>M\u00fchsam ern\u00e4hrt sich der G\u00f6tterklopper<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/80362.jpg\" alt=\"Bild 80362\" style=\"float: left;\">Der Spielfortschritt an sich verl\u00e4uft recht linear, da man \u00fcber weite Strecken auf geraden Pfaden die Weltkarte Punkt f\u00fcr Punkt abklappert. Gelegentliche \u00dcberraschungen wie Reiseunterbrechungen durch nicht von vornherein sichtbare Gefechte bringen etwas W\u00fcrze hinein, sind aber nat\u00fcrlich auch fest vom Drehbuch vorgeschrieben. An den regelm\u00e4\u00dfig verteilten Schreinen gibt es zudem stets eine Hand voll wiederholbarer Nebenaufgaben, die sich ganz gut zum Aufleveln der rekrutierten Charaktere nutzen lassen. Immens praktisch, wo man doch deutlich mehr als die im normalen Spielverlauf bis zu sechs eigenh\u00e4ndig aussendbaren Einheiten ansammelt \u2013 das h\u00f6here Einheitenlimit der <i>Complete Legend<\/i>-Auflage in H\u00f6he von acht frei w\u00e4hlbaren Charakteren kommt leider erst sehr sp\u00e4t zum Tragen. Die Schlachten der Handlung lassen sich hingegen nicht wiederholen.<\/p>\n<p>Im Gefecht zeigt <i>God Wars<\/i> dann auch seine <i>Final Fantasy Tactics<\/i>-DNS \u2013 oder zumindest das Grundprinzip des klassischen Taktik-RPGs. Jeder Kampf ist in Runden aufgeteilt, innerhalb dieser die Figuren je nach Geschwindigkeitswert an die Reihe kommen. Dann k\u00f6nnen sie, durch ihre Bewegungspunktzahl beschr\u00e4nkt, \u00fcber das Feld beordert werden und Angriffe vom Stapel lassen oder sich sch\u00fctzen beziehungsweise schlichtweg warten. Wer seine Truppe trainieren m\u00f6chte, sollte gerade letztere Option jedoch nur nutzen, wenn er die langsam im Kampfverlauf regenerierenden MP f\u00fcr m\u00e4chtigere Moves aufsparen m\u00f6chte \u2013 andernfalls l\u00e4sst man sich n\u00e4mlich Erfahrungs- und Jobpunkte durch die Lappen gehen, die f\u00fcr die Charakterentwicklung wichtig sind. Hier weicht <i>God Wars<\/i> etwas vom offensichtlichen Vorbild ab, bei dem eine unterlassene Aktion zum schnelleren, erneuten Zug f\u00fchrten kann. Auf der anderen Seite levelt man auf diese Weise seine Gef\u00e4hrten erschreckend schnell auf. Insbesonders gilt dies dann, wenn man sich auch flei\u00dfig mit den Nebenquests besch\u00e4ftigt. Noch innerhalb des ersten Kapitels war ich dann mit einigen Einheiten \u2013 allen voran meine als Heilerin ausgebildete Sakuya \u2013 auf normalem Schwierigkeitsgrad glatt zehn Erfahrungsstufen \u00fcber dem Gegner-Durchschnitt. Immerhin zeugt dies auch davon, dass man selbst ohne gro\u00dfartige Nebenbesch\u00e4ftigungen mit etwas taktischem Geschick recht locker durch das Spiel kommen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/80363.jpg\" alt=\"Bild 80363\" style=\"float: right;\">Die Betonung liegt hier aber definitiv auf dem \u201ek\u00f6nnte\u201c, denn <i>God Wars<\/i> legt euch durchaus einige unsch\u00f6ne Steine in den Weg. So entwickeln sich die Feinde sehr schnell zu nervigen Schadensschw\u00e4mmen, die zudem auch noch selber m\u00e4chtig austeilen k\u00f6nnen. Es ist also einiges an Geduld und Ausdauer gefragt, um die Gefechte zu gewinnen. Das schl\u00e4gt sich entsprechend in der Zugzahl aus, die bei mir anfangs schon gerne gen 20 ging \u2013 bis ich eben meine Truppe ein wenig \u00fcberlevelt habe und so im 10er-Bereich landete. Wer sich entspannter durch die Story schlagen m\u00f6chte, sollte idealerweise direkt den niedrigeren Schwierigkeitsgrad w\u00e4hlen, der den Prozess beschleunigt. Oder es euch zumindest erlaubt, die Gegner schneller niederzuringen, denn trotz des angeblich erh\u00f6hten Kampftempos dauern die Schlachten dank der zahlreichen Einheiten auf dem Feld \u2013 es sind, Freund und Feind mit eingerechnet, gerne mal zwischen 15 und 20 unterwegs \u2013 immer noch recht lang. Standardm\u00e4\u00dfig ist die Vorspulfunktion f\u00fcr Bewegungsanimationen und andere Details bei <i>The Complete Legend<\/I> sogar schon aktiviert, im Direktvergleich mit der ungepatchten Vita-Version sind mir aber keine nennenswerten Unterschiede aufgefallen. Nun ja, bis auf die Tatsache, dass die Switch-Umsetzung die leichte Eingabeverz\u00f6gerung in den Men\u00fcs vermissen l\u00e4sst. Immerhin etwas.<\/p>\n<p><b>Besser als jede Jobb\u00f6rse<\/b><br \/>\nDie geschmeidigere Men\u00fc-Navigation ist auch bitter n\u00f6tig, denn wie es sich f\u00fcr ein Strategie-Rollenspiel alter Schule geh\u00f6rt, m\u00fcsst ihr reichlich Men\u00fcs w\u00e4lzen. Kurioserweise sendet euch die Fertigkeitenauswahl im Kampf zun\u00e4chst in ein Sammelbecken aller erlernten Tricks der aktuell ausgew\u00e4hlten Klassen, was je nach Berufung schon mal schnell un\u00fcbersichtlich werden kann \u2013 trotz einiger men\u00fcinterner Sortierfunktionen. Die Beschr\u00e4nkung auf klassenspezifische Moves hilft da schon ein wenig, noch praktischer w\u00e4re aber beinahe eine manuelle Sortier-Option, selbst wenn diese noch mehr Men\u00fcarbeit zur Folge h\u00e4tte, als man zwischen den Gefechten zum Teil eh schon hat.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/80364.jpg\" alt=\"Bild 80364\" style=\"float: left;\">Wollt ihr n\u00e4mlich eure stetig wachsende Mannschaft bestehend aus Neuinterpretationen japanischer Sagengestalten stets auf dem neuesten Stand halten, m\u00fcsst ihr einiges an Klickerei auf euch nehmen. So kann jede Figur \u00fcber insgesamt drei Jobklassen gleichzeitig verf\u00fcgen: Einen Hauptberuf, der die Werte und Ausr\u00fcstungsoptionen beeinflusst, einen Nebenjob, der nur die Spezialaktionen spendet, und eine nicht \u00e4nderbare, charakterspezifische Klasse. Durch das Hochleveln von Basis-Jobs werden in mehreren Stufen neue Professionen freigeschaltet, die entsprechend m\u00e4chtigere Tricks mit sich bringen. Diese m\u00fcssen jedoch zun\u00e4chst einmal mit gesammelten Jobpunkten freigeschaltet werden, was wiederum beinahe genau so funktioniert, wie man es etwa von <i>Final Fantasy Tactics<\/i> kennt \u2013 nur dass man hier erhaltene Skills durch weitere Punkte hochleveln kann und bestimmte F\u00e4higkeiten sich erst dann einsacken lassen, wenn Vorstufen im Talentbaum abgehakt worden sind. Immerhin: Ihr k\u00f6nnt bei der Teamzusammenstellung frei mit den Charakterklassen experimentieren, da bis auf eine geschlechtsspezifische Abwandlung desselben Jobs jede Berufung f\u00fcr alle Figuren zur Verf\u00fcgung steht. Falls ihr aus dem axtschwingenden Kintaro oder dem bulligen Kuma f\u00e4hige Magier machen m\u00f6chtet, ist das durch einen kleinen Berufswechsel problemlos m\u00f6glich. Da die Klassenwahl die Werteentwicklung beim Levelaufstieg bestimmt, w\u00e4chst theoretisch jede Einheit auch irgendwann in ihren neuen Job rein.<\/p>\n<p>Und in <i>The Complete Legend<\/i> habt ihr mehr als genug Zeit, um das ausgiebig auszuprobieren. Neben der erh\u00f6hten Levelobergrenze auf 199 von urspr\u00fcnglich 99 wurden n\u00e4mlich zahlreiche Post-Game-Inhalte hinzugef\u00fcgt, allem voran das 50 Stufen lange Labyrinth von Yomi \u2013 ein komplett neues Bonus-Szenario mit neuen Einheiten und mehreren Enden. Da die Action hier ab Stufe 70 losgeht, m\u00f6chte man nat\u00fcrlich f\u00fcr die teuflischen Herausforderungen bestens vorbereitet sein.<\/p>\n<p><b>Kein g\u00f6ttlicher Augenschmaus<\/b><br \/>\nDa <i>God Wars<\/i> urspr\u00fcnglich auch auf der mehr als betagten Vita laufen sollte, sind die 3D-Umgebungen nat\u00fcrlich jetzt nicht auf allerh\u00f6chstem Niveau \u2013 wobei auch Sonys kleine Maschine durchaus besseres auf dem Kasten hat. Die Kampfareale wirken alle extrem kantig und m\u00e4\u00dfig texturiert, was sich gerade in den Abschnitten am Meer bemerkbar macht. Das Wasser hat eher etwas aus PS2-Zeiten. Daf\u00fcr sehen die knuddeligen Charaktermodelle relativ ordentlich, wenn auch ebenfalls leicht kantig aus. Au\u00dferdem l\u00e4uft die Switch-Version durchg\u00e4ngig fl\u00fcssig, selbst wenn man sie im Handheld-Modus genie\u00dft. So sollte es sein!<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/80365.jpg\" alt=\"Bild 80365\" style=\"float: right;\">Auf akustischer Ebene bietet das Taktik-RPG zwar stimmige Tracks im altjapanischen Stil, davon aber leider viel zu wenige. Speziell das regul\u00e4re Kampfthema wird sich noch auf halbem Weg durch das erste Kapitel unrettbar in euren Geh\u00f6rweg brennen, besonders wenn ihr auch noch wahnsinnig genug seid, die Nebenaufgaben allesamt mitzunehmen. Etwas mehr musikalische Abwechslung w\u00e4re toll gewesen, denn so ging mir der eigentlich gelungene Soundtrack recht z\u00fcgig auf die Nerven. Hinzu kommen ein paar kleinere Bugs bei den Soundeffekten, wegen derer die Wildschwein-Gegner mit komplett unpassenden Kl\u00e4ngen angreifen. \u00dcbrigens sind alle Dialoge komplett in englischer Sprache vertont, wenngleich mit eher gemischter Qualit\u00e4t. Immer wieder stolpert man \u00fcber Momente, wo die Betonung der S\u00e4tze einfach nicht richtig sitzt, insgesamt wirkt das Werk aber zumindest noch passabel. Freunde des O-Tons k\u00f6nnen alternativ nat\u00fcrlich auch zur japanischen Tonspur wechseln, nur gibt es bei dieser das klitzekleine Problem, dass die \u2013 gl\u00fccklicherweise recht seltenen \u2013 Zwischensequenzen im Anime-Stil schlichtweg nicht untertitelt wurden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seid ihr auf dem Gebiet der japanischen Mythen und Legenden bewandert? 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