{"id":207,"date":"2018-08-13T18:00:00","date_gmt":"2018-08-13T18:00:00","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=207","title":{"rendered":"State of Mind"},"content":{"rendered":"<p>Wer kennt sie nicht, die charmanten und teils urkomischen, aber auch manchmal bierernsten Point and Click-Adventures aus der deutschen Spieleschmiede Daedalic. Nicht nur durch den deutschen Ur-Youtuber Gronkh wurden Spielereihen wie <i>Deponia<\/i> oder die Klassiker <i>Edna bricht aus<\/i> und das \u00e4hnliche <i>Harveys neue Augen<\/I> beliebt, sondern auch, weil sie einfach nur herausragend und einzigartig waren und noch sind. Allerdings zeigten die liebevoll gestalteten Titel irgendwann auch gewisse Abnutzungserscheinung, weshalb man sich scheinbar bei Daedalic mal an etwas Neuem versuchen wollte. Wobei, so neu ist der heutige Testkandidat <b>State of Mind<\/b> vom Konzept her gar nicht. Es handelt sich n\u00e4mlich immer noch um ein storybasiertes Adventure, allerdings spielt man dieses Mal in einer vollen dreidimensionalen Welt aus der Third-Person-Sicht. Um was es dabei aber genau geht und wie sich der \u201eNeustart\u201c des Hamburger Entwicklers und Publishers im Test schl\u00e4gt, das erfahrt ihr im Folgenden!<\/p>\n<p><b>Wenn die Technik zu sehr ins Leben eingreift<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/80034.jpg\" alt=\"Bild 80034\" style=\"float: right;\">Viele von uns, vor allem aus der ganz jungen Generation, kennen das sicher: Smartphones, \u00fcberall Smartphones. Nachdem quasi jeder normale Mensch ein solches Ger\u00e4t sein Eigen nennt, wurden sogar Begriffe wie \u201eSmombie\u201c, einer Mischung aus \u201eSmartphone\u201c und \u201eZombie\u201c kreiert, um subtile Kritik am Fortschreiten der Technik zu \u00fcben. Einen \u00e4hnlichen Ansatz greift der heutige Testkandidat auch auf, nur ist in dem fiktiven Plot das Ganze schon mehr oder weniger eskaliert. Unglaubliche Durchbr\u00fcche in der modernen Technik sorgten nicht nur f\u00fcr hilfreiche Technologien, sondern auch f\u00fcr endende Ressourcen, einen kaputten Planeten und jede Menge Krieg. Das \u201eDrumherum\u201c wird dabei in <i>State of Mind<\/i> allerdings nur beil\u00e4ufig erw\u00e4hnt. Viel eher geht es darum, dass vielerorts menschliche Roboter, oder Androiden, eingesetzt werden. Die Folgen: Arbeitslosigkeit, Armut und noch viel mehr Unmut in der Erdenbev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p>Das zeigt sich vor allem im Hauptschauplatz des Spiels, n\u00e4mlich unsere Hauptstadt Berlin im Jahre 2048. Dort schl\u00fcpft man in die Rolle des Journalisten, Ehemanns und Vaters Richard Nolan, der vor allem f\u00fcr seine \u201eBot-feindlichen\u201c Publikationen bekannt ist. Dieser wacht wie aus dem nichts nach einem Autounfall auf und kann sich an so gut wie nichts mehr erinnern. Wieder zuhause angekommen, ist auch keine Spur von seiner Frau oder seinem Sohn James, stattdessen wird der Bot-kritische Richard von einem neuen, hauseigenen Bot begr\u00fc\u00dft\u2026 Die beiden Liebsten aufzusp\u00fcren, stellt von dort an das Ziel dar. Dabei st\u00f6\u00dft man unter anderem auf eine anarchisch gepr\u00e4gte Gruppierung, macht Bekanntschaft mit der virtuellen Realit\u00e4t und l\u00f6st hier und da mal ein R\u00e4tsel. Allzu viel kann und will ich an der Stelle zur Geschichte nicht sagen, da quasi alles ein potenzieller Spoiler ist. Ich kann aber mit Gewissheit sagen, dass auch hier die Geschichte den Spieler fesselt und in eine Art Sog zieht. Zwar kommt der Plot etwas schwer in Gang und f\u00fchlt sich dann teils immer noch z\u00e4h und konfus an, doch im Grunde passt das Durcheinander ja auch irgendwie zur mysteri\u00f6sen Grundstimmung von <i>State of Mind<\/i>.<\/p>\n<p><b>Die Optik muss man m\u00f6gen<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/80037.jpg\" alt=\"Bild 80037\" style=\"float: left;\">Soviel zum groben Inhalt des Spiels. Da hier vor allem eine dichte und packende Geschichte erz\u00e4hlt werden soll, liegt der Fokus nat\u00fcrlich eher auf der Erz\u00e4hlung als auf Gameplay und R\u00e4tseleinlagen. Die wenigen Aufgaben, die einem das Spiel stellt, verlangen letztlich nur wenig kombinatorisches Geschick, sind aber zuweilen eine ganz nette Abwechslung. Das Gameplay an sich geht auch in Ordnung, f\u00fchlte sich aber leider immer etwas z\u00e4h und unpr\u00e4zise an. Da man hier mit den Hauptfiguren eigentlich nur von A nach B rennt, habe ich im Test auch nicht selten aufgrund der st\u00f6rrischen Steuerung die Wand gek\u00fcsst. Aber hey, immerhin kann man Sprinten, das kann ein Rollenspiel mit dem Titel <i>I am Setsuna<\/i> nicht von sich behaupten.<\/p>\n<p>Der auff\u00e4lligste, und damit nicht ganz unwichtige Punkt ist die eigenwillige Optik von <i>State of Mind<\/i>. Die Umgebung an sich ist relativ normal und detailliert gestaltet, doch die Charaktere und Statisten sind zwar realistisch, aber im \u201eLow-Poly-Look\u201c dargestellt. Anfangs wirkt das noch etwas befremdlich, jedoch gew\u00f6hnt man sich da recht schnell dran. Immer funktioniert das aber nicht. So sieht Richards Frau Tracy Nolan ein wenig so aus wie eine 80-j\u00e4hrige Dame, anstatt wie eine Frau von circa 30 Jahren. Auch wenn der Artstyle nicht jedem gefallen mag, abheben tut sich Daedalic damit auf jeden Fall \u2013 und frischer Wind ist ja bekanntlich nicht zu verachten. Besonderes Lob muss man den Designern der Spielwelt zusprechen. Zwar hat die futuristische Gro\u00dfstadt bis auf die U-Bahn und den Fernsehturm nichts mit dem heutigen Berlin gemeinsam, doch steht man nicht selten einfach nur kurz da, und schaut sich die Umgebung an. Gerade im sp\u00e4teren Spielverlauf findet man doch den einen oder anderen genial gestalteten Schauplatz. Irgendwo im Spiel wurde sogar ein gewisser blauer Hase versteckt. Das Sounddesign reiht sich \u00fcbrigens ganz gut ein. Zu keinem Zeitpunkt wirkte ein St\u00fcck zu aufdringlich oder zu lasch, stattdessen f\u00fcgt sich die Soundkulisse perfekt in das futuristisch-utopische (oder dystopische?) Setting ein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer kennt sie nicht, die charmanten und teils urkomischen, aber auch manchmal bierernsten Point and Click-Adventures aus der deutschen Spieleschmiede Daedalic. Nicht nur durch den deutschen Ur-Youtuber Gronkh wurden Spielereihen wie Deponia oder die Klassiker Edna bricht aus und das \u00e4hnliche Harveys neue Augen beliebt, sondern auch, weil sie einfach nur herausragend und einzigartig waren [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":20435,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[],"class_list":["post-207","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ps.501-legion.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/207","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ps.501-legion.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ps.501-legion.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ps.501-legion.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/20435"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ps.501-legion.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=207"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/ps.501-legion.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/207\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ps.501-legion.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=207"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ps.501-legion.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=207"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ps.501-legion.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=207"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}