{"id":157,"date":"2018-02-17T12:00:09","date_gmt":"2018-02-17T12:00:09","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=157","title":{"rendered":"Oxenfree"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcnf Teenager begeben sich auf eine weitestgehend verlassene Insel, die zudem auch noch einen schon seit langer Zeit ungenutzten Milit\u00e4rst\u00fctzpunkt beheimatet. Sie sind zum ausgelassenen Feiern hier. Was soll da schon gro\u00df schiefgehen? Tja, wer mit dem Horror-Medium vertraut ist, kann sich da direkt ein paar Dinge einfallen lassen. <b>Oxenfree<\/b> l\u00e4sst sich am ehesten ebenfalls in dieses Genre einordnen, setzt aber statt pl\u00f6tzlicher Schreckmomente und literweise Blut eher auf eine dichte Atmosph\u00e4re und ein Gef\u00fchl des allgemeinen Unbehagens. Und das, so weit m\u00f6chte ich schon mal vorgreifen, sogar sehr gut.<\/p>\n<p><b>Auf der Suche<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/78627.jpg\" alt=\"Bild 78627\" style=\"float: left;\">Nach einer kurzen Anreise mit ihrem Kindheitsfreund Ren und ihrem neuen Stiefbruder Jonas kommt die junge Alex auf Edwards Island an \u2013 der Schauplatz von <i>Oxenfree<\/i>. Hier wird das Trio auch sogleich von der schroffen Clarissa und der stillen Nona begr\u00fc\u00dft, mit denen die Party am hiesigen Strand steigen soll. Dabei bleibt es allerdings nicht, denn Ren hat andere Pl\u00e4ne. So sollen sich seltsame Ph\u00e4nomene bemerkbar machen, sobald man in einer der H\u00f6hlen der Insel mit einem Radio eine bestimmte Frequenz einschaltet. Leider hat diese jugendliche Neugierde zufolge, dass die f\u00fcnf voneinander getrennt an verschiedenen Ecken der Insel aufwachen und nun wieder zusammenkommen m\u00fcssen, um gemeinsam Fersengeld zu geben \u2013 wenn sie den Abend denn \u00fcberhaupt \u00fcberstehen.<\/p>\n<p>Spielerisch entfaltet sich eure Tour \u00fcber Edwards Island nicht un\u00e4hnlich einem Adventure, wobei ihr jedoch keine gro\u00dfen R\u00e4tsel erwarten solltet. Diese gibt es eigentlich nur, wenn es eine bestimmte Funkfrequenz mit dem jederzeit auspackbaren Radio einzustellen gilt, um mal eine T\u00fcr zu \u00f6ffnen oder ein Ph\u00e4nomen auszul\u00f6sen. In der Regel lauft ihr stattdessen mit einem ziemlich gem\u00e4chlichen Lauftempo auf reichlich langen Pfaden von Zielort zu Zielort und lauscht den fortw\u00e4hrenden Gespr\u00e4chen von Alex und ihren Freunden, die ihr immer mal wieder durch kleine Dialogzweige beeinflussen k\u00f6nnt. Wer mit Telltale-Spielen der Marke <i>The Walking Dead<\/i> oder <i>The Wolf Among Us<\/i> vertraut ist, wei\u00df ungef\u00e4hr, wie der Hase l\u00e4uft \u2013 nur bindet euch <i>Oxenfree<\/i> nicht st\u00e4ndig auf die Nase, dass eure Entscheidungen von Bedeutung seien und weitreichende Konsequenzen h\u00e4tten. Die meisten tun das tats\u00e4chlich n\u00e4mlich nicht, stattdessen geben sie eurem Spieldurchmarsch vielmehr einen pers\u00f6nlichen Touch. So k\u00f6nnt ihr Alex als allgemein freundliche und unterst\u00fctzende Person spielen, sie sich mit allen anderen anfeinden lassen oder auch einfach das gesamte Abenteuer \u00fcber die Klappe halten.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/78628.jpg\" alt=\"Bild 78628\" style=\"float: right;\">Dank der gut geschriebenen, wenn auch vielleicht etwas stark sarkastischen Charaktere, kommt dabei auf jeden Fall gut Stimmung auf. So wachsen euch wom\u00f6glich nicht alle Figuren tats\u00e4chlich ans Herz, doch sie alle verf\u00fcgen \u00fcber starke Pers\u00f6nlichkeiten mit teils tieferen Hintergr\u00fcnden. Manche davon lassen sich erst nach mehreren Spieldurchg\u00e4ngen erschlie\u00dfen, wenn ihr die entsprechenden Wahlm\u00f6glichkeiten trefft \u2013 eine interessante Art, um f\u00fcr Wiederspielwert zu sorgen. Mit unter f\u00fcnf Stunden Spielzeit ist <i>Oxenfree<\/i> auch insgesamt nicht sonderlich lang, verf\u00fcgt aber um so ziemlich die richtige L\u00e4nge, um bis zum Schluss zu fesseln und nicht an Spannung einzub\u00fc\u00dfen. Ebenfalls klasse: Wer eine zweite Runde mit einem durchgespielten Spielstand startet, erlebt einige Dinge etwas anders als zuvor. Zu viel soll an dieser Stelle nat\u00fcrlich nicht vorweggenommen werden.<\/p>\n<p><b>Bitte warten<\/b><br \/>\nDie technische Umsetzung f\u00fcr die Switch ist generell gesehen gut gelungen. So sind die gezeichneten Hintergr\u00fcnde wundersch\u00f6n anzuschauen und vermitteln ein herrlich unheimliches Bild von Edwards Island. Die 3D-Charaktermodelle stechen da leider ein wenig heraus, was prim\u00e4r an der runtergeschraubten Kantengl\u00e4ttung liegt \u2013 wirklich schlecht sieht das Endergebnis aber dennoch nicht aus und fl\u00fcssig l\u00e4uft das Spiel ebenso. Allerdings st\u00f6ren die ziemlich langen Ladepausen zwischen den Gebiets\u00fcberg\u00e4ngen stark. So seid ihr gut und gerne mal ein bis zwei Minuten zum tatenlosen Anstarren eines schwarzen Bildschirms verdammt, bis das n\u00e4chste Areal geladen ist. Abseits von ein paar freiwilligen Sammeltouren f\u00fcr kleinere Extras kommt ihr jedoch eher selten in die Lage, dass ihr diese Ladebildschirme in schneller Abfolge hintereinander erlebt. Normalerweise gibt es einiges in jedem neuen Gebiet zu tun.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"100%\" height=\"428\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/s_sU2AtHVbI\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcnf Teenager begeben sich auf eine weitestgehend verlassene Insel, die zudem auch noch einen schon seit langer Zeit ungenutzten Milit\u00e4rst\u00fctzpunkt beheimatet. Sie sind zum ausgelassenen Feiern hier. Was soll da schon gro\u00df schiefgehen? Tja, wer mit dem Horror-Medium vertraut ist, kann sich da direkt ein paar Dinge einfallen lassen. 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