{"id":155,"date":"2018-02-16T10:00:01","date_gmt":"2018-02-16T10:00:01","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=155","title":{"rendered":"Furi"},"content":{"rendered":"<p>Was brauchen Videospiele eigentlich um gut zu sein? Diese Frage habe ich mir beim Test des Switch-Ports von <b>Furi<\/b> ziemlich oft gestellt. Viele, mich eingeschlossen, w\u00fcrden wohl Folgendes nennen: Gutes Gameplay und eine spannende Geschichte. Manche Entwickler weichen aber bewusst von den Grundpfeilern eines \u201etraditionell guten\u201c Videospiels ab, was sich bei unserem heutigen Testkandidaten ziemlich gut abzeichnet. Obwohl <i>Furi<\/i> anders ist, ist es dennoch keineswegs schlecht. Was damit gemeint ist, und ob die Portierung auf Nintendos ARM-basierten Handheld gelungen ist, das zeigt der folgende Test.<\/p>\n<p><b>Vom einem Hasen aus dem Gef\u00e4ngnis befreit werden<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/77473.jpg\" alt=\"Bild 77473\" style=\"float: right;\">Das gibt es so auch nur in Videospielen oder maximal sehr abstrusen Filmen. Wie in der Einleitung schon angedeutet, geht der Hack-&#8217;n&#8216;-Slash-Titel ein wenig unkonventionelle Wege. Normalerweise, etwa in der beliebten <i>God of War<\/i>-Reihe, geht wie folgt vonstatten: Man spielt sich durch ein h\u00fcbsches Level, erledigt reihenweise kleinere Gegnerscharen, und irgendwann ist mal ein Bosskampf dran. Zu Beginn des Spiels findet sich ein mysteri\u00f6ser K\u00e4mpfer in einem merkw\u00fcrdigen Gef\u00e4ngnis wieder. Mit Informationen h\u00e4lt sich das Spiel zur\u00fcck, man wei\u00df also weder wer man ist, noch wo man ist, lediglich dass man nicht ganz ohne Grund festgehalten wird. Um die Verwirrung noch zu steigern wird man sogar urpl\u00f6tzlich von einem Hasen \u2013 oder eher einem menschlichen Wesen mit gruseliger Hasenmaske \u2013 von seinen Fesseln befreit. Dann setzt <i>Furi<\/i> auch schon knallhart mit dem \u201eetwas anderen\u201c Spielablauf ein.<\/p>\n<p>Direkt nach der kurzen Einf\u00fchrungssequenz folgt n\u00e4mlich direkt mal ein wenig Erkundung im Gef\u00e4ngnis. Falsch! Nat\u00fcrlich bekommt man gleich den ersten Bosskampf serviert. Der Kontrahent ist kein Geringerer als der Gef\u00e4ngnisw\u00e4rter h\u00f6chstpers\u00f6nlich. Um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, ist der Kampf sogar gleich in mehrere Phasen aufgeteilt. Der Fairness halber muss man den Entwicklern von The Game Bakers aber zugutehalten, dass sie es beim ersten Boss nicht direkt mit dem Schwierigkeitsgrad \u00fcbertrieben haben. So kann man zun\u00e4chst beherzt mit der an sich simplen Steuerung auf den Boss einschlagen, was durch dezente Hinweise f\u00fcr einen schnellen Einstieg sorgt. Nach und nach kommen dann immer mehr Elemente hinzu. So kann man etwa auch auf den Gegner schie\u00dfen, Sch\u00fcsse und Schl\u00e4ge aufladen, Ausweichen, sowie schnelle Dashes ausf\u00fchren. An sich f\u00fchlt sich die Steuerung auch auf der Switch sehr gut an, jedoch sollte man sich besser schnell daran gew\u00f6hnen, denn nach dem ersten Boss ist Schluss mit lustig.<\/p>\n<p><b>Bossrush mit Stil<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/77477.jpg\" alt=\"Bild 77477\" style=\"float: left;\">Kaum hat man den Gef\u00e4ngnisw\u00e4rter in seine Schranken verwiesen, geht es auch schon los mit dem eigentlichen Spiel \u2013 wobei der Spieler eigentlich fast nichts zu tun hat. Zwischen den stetig h\u00e4rter ausfallenden K\u00e4mpfen auf Leben und Tod rennt unser namenloser Protagonist n\u00e4mlich einfach nur von A nach B, also von einem Bosskampf zum N\u00e4chsten. Wirklich viel zu erkunden gibt es auf dem Weg nicht wirklich. Wer ganz faul ist, muss den im Schneckentempo laufenden \u201eHelden\u201c nicht mal selbst steuern. Hat man den Autopiloten eingestellt, kann man sich in Ruhe der trotzdem sehr stimmungsvollen Spielwelt und unglaublichen Ansichten hingeben. Auch designtechnisch gelten bei <I>Furi<\/i> andere Regeln. Fast schon wie beim unschuldigen <i>Super Mario Galaxy<\/i> bewegt man sich von einem Mini-Planeten zum anderen, nur halt komplett zu Fu\u00df. Was man dabei an mysteri\u00f6sen Dingen sieht, macht unter anderem den ganz speziellen Charme des Spiels aus. Die herrlich fragile Musikuntermalung und der langohrige Begleiter tragen ihr \u00fcbriges zur Stimmung bei.<\/p>\n<p>Der Fakt, dass man quasi nichts \u00fcber die Hintergr\u00fcnde wei\u00df, aber doch am Haken h\u00e4ngt, stellt sozusagen den roten Faden des Spiels dar, also den Grund, warum man sich diese teils bockschweren Bossk\u00e4mpfe \u00fcberhaupt antut. Schon beim zweiten Boss wird man eiskalt mit der (Sur-)Realit\u00e4t konfrontiert. Da hei\u00dft es sich flugs anzupassen und die T\u00fccken der Kontrahenten zu studieren. Aber auch von dieser herk\u00f6mmlichen Bosskampfanalyse kommt man schnell unfreiwillig weg. Wie schon erw\u00e4hnt laufen die Fights ja in Phasen ab, ergo \u00e4ndert auch der Widersacher seine Bewegungsmuster und Angriff, manchmal sogar seine Form, nahezu komplett. Das zwingt den Spieler dazu, auch mal forsch an die Sache ranzugehen und initiativ nach L\u00fccken in der Verteidigung zu suchen. Allerdings muss das auch sehr schnell passieren \u2013 und gerade das macht <i>Furi<\/i> auch auf normalem Schwierigkeitsgrad so anspruchsvoll.<\/p>\n<p><b>Frust f\u00fcr nichts?<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/77474.jpg\" alt=\"Bild 77474\" style=\"float: right;\">Keineswegs! Das Gl\u00fccksgef\u00fchl einen Boss endg\u00fcltig besiegt zu haben, ist n\u00e4mlich nur schwer zu ersetzen. Zur Belohnung gibt es sogar eine cineastische Verschnaufpause und ein paar weitere Brotkrumen aus der Geschichte von unserem Freund und Helfer, dem Stalker-Hasen. Sicherlich kommt in diesem Spiel auch hier und da Frust auf, doch alles in allem sind die K\u00e4mpfe recht fair gestaltet. Man selber hat n\u00e4mlich neben seiner Lebensleiste auch noch drei \u201eZusatzversuche\u201c. Verliert man einmal sein gesamtes Leben, geht ein Versuch verloren und die Phase des Gegners wird zur\u00fcckgesetzt. Geht man im zweiten Anlauf aber cleverer an die Sache heran und schafft die Phase, bekommt man seine \u201eExtraleben\u201c wieder aufgef\u00fcllt. Wenn man also nicht g\u00e4nzlich an einer H\u00fcrde festklemmt, lassen sich die K\u00e4mpfe mit etwas Feingef\u00fchl (oder harten Schl\u00e4gen) auch im ersten Anlauf schaffen. Falls nicht, setzt man direkt vor dem Kampf wieder ein.<\/p>\n<p>Das mag zwar alles interessant klingen, doch l\u00e4uft es auch auf der Switch gut? Nun, <i>Furi<\/i> gibt es schon seit einer ganzen Weile auch f\u00fcr andere Systeme wie Windows-PCs, Xbox und der PS4. Selbst auf diesen potenteren Plattformen kam es gelegentlich mal zu Stotterern in der Bildrate. Es hat also nicht den Ruf, ein Performancewunder zu sein. Doch seltsamerweise l\u00e4uft das Spektakel sowohl im Handheld-, als auch im TV-Mode angenehm fl\u00fcssig ab. Selbstverst\u00e4ndlich braucht man hier keine stabilen 60 FPS zu erwarten. Viel eher bewegt man sich bei H\u00e4lfte, aber ohne spielst\u00f6rende Ruckler. Hier und da gibt es zwar mal einen kleinen Schluckauf, wirklich beeintr\u00e4chtigt ist man als Spieler davon aber nicht. Auf dem Handheld muss man zus\u00e4tzlich noch eine Aufl\u00f6sung unterhalb von 720p in Kauf nehmen, was nun aber auch beileibe nicht als unansehnlich gewertet werden kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was brauchen Videospiele eigentlich um gut zu sein? 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