{"id":150,"date":"2018-02-07T15:00:04","date_gmt":"2018-02-07T15:00:04","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=150","title":{"rendered":"Dragon Quest Builders"},"content":{"rendered":"<p>Wie sagt man so sch\u00f6n: Was einmal kaputtgemacht wurde, kann auch wieder aufgebaut werden. Getreu dieses Mottos entsendet euch das Aufbau-Rollenspiel <b>Dragon Quest Builders<\/b> auf eine gro\u00dfe Mission zum Wiederaufbau der Welt. Richtig gelesen, die ganze Welt ist euer Sandkasten! Das erinnert zun\u00e4chst gerade aufgrund des blockigen Aufbaus der Umgebung stark an den Meilenstein <i>Minecraft<\/i>. Doch Square Enix belie\u00df es nicht bei der blo\u00dfen \u00dcbernahme des Kernkonzepts, sondern erg\u00e4nzte diverse eigene Ideen, um dem <i>Dragon Quest<\/i>-Spinoff seinen eigenen Charakter innerhalb des Genres zu verleihen. Und dass dieses Endergebnis nun auch auf der Switch zu unterhalten wei\u00df, das beweise ich euch in diesem Test.<\/p>\n<p><b>\u201eDu bist kein Held\u201c<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/78338.jpg\" alt=\"Bild 78338\" style=\"float: left;\">Warum ihr zum Aufbau der Welt verdonnert werdet? Nun, die ist vor eurem Erwachen in einem finsteren Grab schlichtweg untergegangen. Statt belebter St\u00e4dte und sicher begehbaren Handelsrouten finden sich nur noch Ruinen, monsterverseuchte Ebenen und kleinere Gruppen Menschen, die \u2013 ihrer sch\u00f6pferischen Kraft beraubt \u2013 ums nackte \u00dcberleben k\u00e4mpfen. Die G\u00f6ttin Rubiss, die euch gerufen hat, kann da nicht mehr tatenlos zusehen und entsendet euch mit einem Banner der Hoffnung ausgestattet, um neue Siedlungen zu Gr\u00fcnden und lokale Probleme zu l\u00f6sen, damit die Menschheit sich wieder in Sicherheit wiegen kann. Die Geschichte wird dabei kapitelweise vorangetrieben, wobei euch jeder Abschnitt mit dem Aufbau eines anderen Dorfes betraut. So steht zu Beginn etwa die Neugr\u00fcndung des St\u00e4dtchens Cantlin auf dem Plan, w\u00e4hrend ihr im zweiten Kapitel das verseuchte Land Rimuldar von einem schrecklichen Fluch befreien m\u00fcsst und dabei parallel einen sicheren Hafen f\u00fcr notleidende Seelen erbaut.<\/p>\n<p>In diesem Punkt macht sich direkt der erste, gro\u00dfe Unterschied zum Vorbild <i>Minecraft<\/i> bemerkbar: <i>Dragon Quest Builders<\/i> gibt euch deutliche Ziele vor und m\u00f6chte zudem eine Geschichte erz\u00e4hlen \u2013 auch wenn diese sich insgesamt auf einem seichten, wenngleich dank charmanter Dialoge unterhaltsamen Niveau h\u00e4lt. Die Aufgaben wiederum eignen sich wunderbar f\u00fcr Einsteiger im Aufbau-Metier, f\u00fchren sie diese doch schrittweise an die vielf\u00e4ltigen Baum\u00f6glichkeiten des Spiels heran. So m\u00f6chte unsere erste Anwohnerin von Neu-Cantlin beispielsweise zun\u00e4chst eine Unterkunft, die nach festen Regeln aufzubauen ist, damit sie vom Spiel auch als solche erkannt wird. Zwei Bl\u00f6cke hohe W\u00e4nde, ein Bett, eine Lichtquelle und eine T\u00fcr m\u00fcssen rein und schon ist ein einfaches Zimmer gebaut! D\u00e4cher sind in <i>Dragon Quest Builders<\/i> optional, das aber wohl auch aus gutem Grund: In Ermangelung einer richtigen Ego-Perspektive spielt die Kamera in engen R\u00e4umlichkeiten leider eher widerwillig mit. So gibt es zwar eine spezielle Zoomstufe, die sich in geschlossenen Kammern einschalten l\u00e4sst und der Sicht aus den Augen der Spielfigur sehr nahe kommt, die Charaktersteuerunge erfolgt jedoch weiterhin nach dem Muster der Verfolger-Perspektive. Das erschwert leider das Platzieren von Objekten in solchen Zimmern. Auch sollte man darauf achten, die Decke etwas h\u00f6her anzusetzen, als es f\u00fcr den Minimalraum notwendig ist, denn nur zu gerne bleiben NPCs zwischen benutzten Objekten und dem Dach h\u00e4ngen.<\/p>\n<p><b>Auf in die Wildnis!<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/78337.jpg\" alt=\"Bild 78337\" style=\"float: right;\">Der stetige Aufbau der Siedlungen motiviert jedoch ungemein. Die Auftr\u00e4ge f\u00fchren euch immer weiter in die Wildnis hinaus, wo neue Materialien auf Sammler warten und spontane Ideen f\u00fcr neue Baurezepte liefern. Frei zusammenmixen k\u00f6nnt ihr die Objekte jedoch leider nicht, ihr seid also stets auf das im Spielverlauf ziemlich umfassende Rezeptmen\u00fc angewiesen. Die neuen Objekte k\u00f6nnen dann genutzt werden, um spezielle Einrichtungen wie Schmiedezimmer und K\u00fcchen aufzubauen, die auch von euren Mitbewohnern genutzt werden k\u00f6nnen und euch so w\u00e4hrend eurer Ausfl\u00fcge mit neuem Stoff versorgen. Ebenfalls praktisch: Bereits recht fr\u00fch werdet ihr darum gebeten, eine spezielle Truhe zu bauen, auf die ihr jederzeit aus eurem Inventar heraus Zugriff habt. Das nimmt der Rohstoffsammelei merklich ihren Frust, da man dank dieser Kiste nichts liegen lassen muss, nur weil das am unteren Bildrand einsehbare Schnellinventar bereits bis zum Rand mit allerlei Kleinkram vollgestopft ist.<\/p>\n<p>Ein nicht zu untersch\u00e4tzender Aspekt in dieser von Monstern dominierten Welt ist nat\u00fcrlich auch der Kampf, der leider nicht zu den St\u00e4rken von <I>Dragon Quest Builders<\/i> geh\u00f6rt. Ein recht simples Action-Kampfsystem mit einfachen Hiebkombos und einer Hand voll erstellbaren Werkzeugen steht euch zur Verf\u00fcgung, die Auseinandersetzungen mit den bunten <I>Dragon Quest<\/i>-Kreaturen f\u00fchlen sich die meiste Zeit jedoch eher nach eint\u00f6niger Flei\u00dfarbeit an. Das ist bei umgehbaren Normalo-Monstern eher weniger das Problem, doch gr\u00f6\u00dfere Brocken und nat\u00fcrlich auch die gelegentlichen Bosse setzen voraus, dass ihr gut ger\u00fcstet an sie herangeht. Ein wenig aus dem Rahmen fallen hierbei die Kapitel-Endbosse, die mehr Puzzlecharakter haben, allerdings auch nicht wirklich beeindrucken. Dass die kleineren Unholde in unregelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden und auch an Geschichts-Wendepunkten mal eure Siedlung zu \u00fcberrennen versuchen, nervt leider ebenfalls ungemein, doch f\u00fcr diese Zwecke bietet euch <i>Dragon Quest Builders<\/i> immerhin reichhaltige Verteidigungsanlagen, mit denen ihr eure Sch\u00fctzlinge vor Schaden bewahren k\u00f6nnt \u2013 wenn sie nicht sogar selbst zur Waffe greifen und flei\u00dfig mithelfen<\/p>\n<p><b>Alles auf Anfang<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/78340.jpg\" alt=\"Bild 78340\" style=\"float: left;\">Was hingegen wohl deutlich mehr sauer aufsto\u00dfen w\u00fcrde: Die Kapitel des Spiels sind voneinander isoliert. Das hei\u00dft, ihr werdet mit jedem \u00dcbergang in die n\u00e4chste Ortschaft auf eure Startwerte zur\u00fcckgesetzt und m\u00fcsst euch beinahe von vorne hocharbeiten \u2013 nur etwas Basis-Ausr\u00fcstung bleibt euch. Das hat wohlgemerkt auch einen tieferen Sinn, immerhin findet ihr nicht alle Materialien des vorherigen Areals auch im neuen und k\u00f6nnt entsprechend mit den alten Rezepten nicht viel anfangen. Au\u00dferdem macht ihr nie erneut die gesamte, langsame Startphase erneut durch, sondern erlernt schnell \u00e4quivalente Anleitungen f\u00fcr die wichtigsten Objekte. Dennoch kann es erst einmal demotivierend wirken, wenn man nach dem Aufbau einer Traum-Stadt frohen Mutes in einem neuen Winkel der Welt ankommt, nur um sich dann noch einmal vom Dreck aus hocharbeiten zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Beginnend mit dem zweiten Kapitel wird jedoch auch ein Extra-Modus freigeschaltet, bei dem ihr euch frei austoben d\u00fcrft. Terra Incognita nennt sich dieser Spielplatz, der euch eine gro\u00dfe Baufl\u00e4che ohne jegliche Monster oder andere St\u00f6rfaktoren bietet \u2013 ideal zum Umsetzen allerlei Bauprojekte! Es lohnt sich aber weiterhin, der Story zu folgen, denn nur so werden spezielle Inseln mit zus\u00e4tzlichen Materialien und Kreaturen sowie die dazugeh\u00f6rigen Objektrezepte freigeschaltet. L\u00f6blich: Die entfernten Inseln lassen sich jederzeit in ihre Ausgangslage zur\u00fccksetzen, damit euch nie die Rohstoffe f\u00fcr den Bau im best\u00e4ndigen Hauptareal ausgehen. Das Pr\u00e4sentieren eurer Konstruktionen f\u00e4llt allerdings etwas schwerer aus. Einen richtigen Multiplayer-Modus bietet <i>Dragon Quest Builders<\/i> leider nicht, stattdessen k\u00f6nnt ihr ein \u00fcberschaubares, quadratisches Feld eingrenzen und alles darin befindliche auf den Spielserver hochladen. Andere Spieler k\u00f6nnen diese Bauten dann an Beschw\u00f6rungsfl\u00e4chen entweder zuf\u00e4llig oder gezielt per alphanumerischem Code in ihre Welt holen \u2013 dies jedoch ohne die Funktionen, die eingebaute Objekte haben w\u00fcrden. Wenn ihr also eine Traumk\u00fcche baut und diese in den \u00c4ther schickt, k\u00f6nnen andere Spieler zwar euer Kunstwerk bewundern, allerdings nichts an den Kochstellen zubereiten. Schade, denn auf diese Weise verkommt das an sich ganz nett gemeinte Feature mehr zu einem schm\u00fcckenden Beiwerk.<\/p>\n<p><b>Sch\u00f6ner Blockbauen<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/78339.jpg\" alt=\"Bild 78339\" style=\"float: right;\">In technischer Hinsicht gibt sich <I>Dragon Quest Builders<\/i> charmant, aber nicht sonderlich aufwendig. Die blockigen Umgebungen wirken in sich stimmig und sind definitiv detaillierter, als es etwa bei Vorbild <i>Minecraft<\/i> der Fall ist, allerdings wuchert und sprie\u00dft es auch nicht so wie bei Kollege <i>Portal Knights<\/i>. Auch wirkt die Optik nicht ganz so sauber wie auf der PS4, doch das f\u00e4llt haupts\u00e4chlich im direkten Vergleich auf \u2013 die Switch-Umsetzung muss sich auf jeden Fall nicht verstecken. In musikalischer Hinsicht werden euch klassische <i>Dragon Quest<\/i>-Melodien geboten, die ihr in Dauerbeschallung auf die Ohren kriegt. Und das kann, so sch\u00f6n die Musikst\u00fccke auch sein m\u00f6gen, schon mal etwas nervig werden, wenn man stundenlang an einem Bauprojekt sitzt und stets dieselben Kl\u00e4nge zu h\u00f6ren kriegt. Das ist dann doch zu viel des Guten! Immerhin l\u00e4sst sich der Soundtrack separat vom restlichen Sound runterdrehen. Sprachausgabe gibt es \u00fcbrigens keine, die \u00e4u\u00dferst unterhaltsam geschriebenen deutschen Texte m\u00fcssen also allesamt in Eigenregie gelesen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie sagt man so sch\u00f6n: Was einmal kaputtgemacht wurde, kann auch wieder aufgebaut werden. 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