{"id":145,"date":"2018-01-24T10:00:01","date_gmt":"2018-01-24T10:00:01","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=145","title":{"rendered":"ChromaGun"},"content":{"rendered":"<p>Kennt ihr noch die Geschichte vom Kuchen, der am Ende eine L\u00fcge war (aber irgendwie auch nicht)? Die Rede ist nat\u00fcrlich von Valves Klassiker <i>Portal<\/i>. Als <b>ChromaGun<\/b> aus der Feder des deutschen Indiestudios Pixel Maniacs im eShop gelistet wurde, erinnerte mich die Optik sofort an das 3D-Physikger\u00e4tsel mit den bunten Portalen. Bunt wird es in <i>ChromaGun<\/i> gewiss auch. Dass das Indie-Spiel nur schwer an das Niveau des genannten Vorbilds herankommen wird, ist wohl kein Geheimnis. Trotzdem k\u00f6nnte sich Pixel Maniacs Werk durchaus als ein kleines Meisterwerk entpuppen. Ob dem so ist und was <i>ChromaGun<\/i> nun eigentlich mit <i>Portal<\/i> am Hut hat, das zeigt der nachfolgende Kurztest. Viel Spa\u00df beim Lesen!<\/p>\n<p><b>Grundkurs: Farbenlehre<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/77351.jpg\" alt=\"Bild 77351\" style=\"float: right;\">Bevor wir ans Eingemachte gehen, noch ein paar Randinfos vorweg: So neu ist unser Testsubjekt eigentlich gar nicht. Schon im September 2013 erschien <i>Chromagun<\/i> f\u00fcr Apples iOS. Es handelt sich also streng genommen eher um ein Handyspiel. Da es sich aber wie jedes andere Spiel aus der Ego-Perspektive auch steuert, f\u00e4llt das zum Gl\u00fcck nicht zu sehr auf. Nach der Reise auf andere Plattformen wie PCs und die g\u00e4ngigen Konsolen, portierten die Pixel Maniacs ihren 3D-Puzzler nun auch f\u00fcr Nintendos neuen Power-Handheld.<\/p>\n<p>Nun aber zum eigentlichen Spielinhalt. Wie schon angeschnitten ist <i>ChromaGun<\/i> ein R\u00e4tselspiel in der Egoperspektive. Wer nach Action und riesigen Welten sucht, ist also schon mal prinzipiell an der falschen Adresse. Geduldige Spieler und R\u00e4tselfreunde k\u00f6nnten an dem Konzept aber durchaus Gefallen finden. Wie auch im Valve Klassiker <i>Portal<\/i> tr\u00e4gt man hier eine Kanone. Nur feuert diese dieses Mal keine Portale ab, sondern gro\u00dfe Kleckse radioaktiver Farbe. Zum Anlernen dr\u00fcckt die Software dem Spieler aber zun\u00e4chst nur eine einfarbige Waffe in die Hand. Diese findet man quasi direkt nach dem Betreten des riesigen Komplexes von Chromatec, einer Technologiefirma in der fiktiven Spielwelt.<\/p>\n<p><b>Die Kunst der Farbmischung (und der Ver\u00e4ppelung)<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/77348.jpg\" alt=\"Bild 77348\" style=\"float: left;\">Begleitet wird man von dort an von einem ziemlich genial vertonten Erz\u00e4hler. Dieser erkl\u00e4rt, dass der Protagonist des Spiels sich aus Geldmangel &#8211; und nat\u00fcrlich f\u00fcr die Wissenschaft \u2013 freiwillig f\u00fcr einen Testparcours von Chromatec meldet. Schon direkt zu Beginn wird aber klar, dass unser virtueller Begleiter einen Clown gefr\u00fchst\u00fcckt hat. Die Witzeleien m\u00f6chte ich hier nicht zitieren, da sie euch den Effekt beim Selberspielen dann gegebenenfalls rauben w\u00fcrden. Fakt ist aber schon mal, dass man selten so nett begleitet wurde. Auch das habe ich positiv aus <i>Portal<\/i> und <i>Portal 2<\/i> in Erinnerung. Leider meldet sich der gut gelungene Erz\u00e4hler nur an bestimmten Schl\u00fcsselstellen der etwa vier Stunden langen Kampagne zu Wort. Da h\u00e4tte man ruhig etwas mehr einbringen k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Etwas mehr h\u00e4tte es auch an Abwechslung geben k\u00f6nnen. Warum das so ist, werde ich nun endlich erkl\u00e4ren. Im Grunde ist das Spielprinzip n\u00e4mlich ganz simpel. Mit der (nach dem Tutorial) dreifarbigen ChromaGun kann man wahlweise mit den Schulter- oder Aktionstasten zwischen den Farben Rot, Blau und Gelb umschalten. Damit beschie\u00dft man dann W\u00e4nde und sogenannte Workerdroids. Sind eine Wand und einer der kugelf\u00f6rmigen Roboter gleich gef\u00e4rbt, so ziehen diese sich magnetisch an. So kann man dann beispielsweise auch mehrere W\u00e4nde einf\u00e4rben und die Kugel so quasi im Raum \u201eaufh\u00e4ngen\u201c um so einen Schalter zu aktivieren, der den Weg zur n\u00e4chsten Testkammer freigibt. Das ist zu Beginn noch ziemlich einfach, wird aber gegen Ende des Spiels immer komplexer. Man kann hier also durchaus von einer guten Schwierigkeit und einer stetigen Lernkurve sprechen. Das liegt vor allem daran, dass nach und nach immer neue Elemente eingef\u00fchrt werden. So lassen sich W\u00e4nde und Droids irgendwann nicht mehr einf\u00e4rben oder greifen euch sogar an, wenn ihr auf sie schie\u00dft (nat\u00fcrlich attackieren euch die W\u00e4nde nicht). Um die Farbpalette zu erweitern und die R\u00e4tsel noch etwas flexibler zu gestalten, kann man die drei Grundfarben sogar mischen. So wird aus Geld und Rot etwa Orange, aus Gelb und Blau wird Gr\u00fcn, und aus Rot und Blau wird Lila. Wer wie ich mit Farbenlehre nichts am Hut hat, wird das unter Umst\u00e4nden etwas verwirrend finden, jedoch fuchst man sich recht schnell ein. Irgendwann denkt man dann gar nicht mehr \u00fcber das Farbenmischen an sich nach, sondern eher \u00fcber die genialen R\u00e4tsel.<\/p>\n<p><b>Technik und leichte Monotonie<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/77353.jpg\" alt=\"Bild 77353\" style=\"float: right;\">W\u00e4hrend man sich mit diesem tollen Gameplaykonzept von Raum zu Raum r\u00e4tselt, kann es zwischenzeitlich aber auch schon mal etwas fade werden. Von demselben Effekt werden aber so gut wie alle R\u00e4tselspiele geplagt. Spiele wie <i>ChromaGun<\/i> haben aber das Privileg, die Monotonie mit gutem Storytelling zu durchbrechen, was den Jungs und M\u00e4dels von Pixel Maniacs leider nicht so gut gelungen ist, wie etwa in den <i>Portal<\/i>-Spielen. Hin und wieder hat man eine paar actionreiche Sequenzen, wirklich erf\u00fcllend sind diese aufgrund ihrer Seltenheit dann aber nicht wirklich.<\/p>\n<p>Auch auf technischer Seite leidet das Spiel etwas unter der recht begrenzten Rechenpower der Nintendo Switch. Auch ohne komplizierte Messungen kann man gut festmachen, dass man sich hier mit sehr wackeligen 30 Bildern pro Sekunde begn\u00fcgen muss. Auf einem 120 Hz-f\u00e4higen Ultra HD-Fernseher wirkte das nicht allzu fluffig. Auf dem Switch-Bildschirm selbst fiel das Ganze aber l\u00e4ngst nicht so sehr ins Auge, wenngleich man ein paar Ruckler in effektreichen Situationen schon in Kauf nehmen muss. Daf\u00fcr sieht das Spiel auch in der geringen Aufl\u00f6sung mit seinen simplen 3D-Grafiken sehr schick aus. Der Soundtrack macht zwar in den ersten H\u00e4lfte von <i>ChromaGun<\/i> noch Spa\u00df, doch h\u00e4ngt diese sich immer wiederholende Melodie dem Spieler dann doch recht schnell zum Hals raus.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"100%\" height=\"428\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/jJBMmadix40\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kennt ihr noch die Geschichte vom Kuchen, der am Ende eine L\u00fcge war (aber irgendwie auch nicht)? Die Rede ist nat\u00fcrlich von Valves Klassiker Portal. Als ChromaGun aus der Feder des deutschen Indiestudios Pixel Maniacs im eShop gelistet wurde, erinnerte mich die Optik sofort an das 3D-Physikger\u00e4tsel mit den bunten Portalen. 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