{"id":141,"date":"2018-01-19T10:27:29","date_gmt":"2018-01-19T10:27:29","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=141","title":{"rendered":"The Escapists 2"},"content":{"rendered":"<p>Liebes Tagebuch,<\/p>\n<p>wie um alles in der Welt haben mich die Polypen so schnell aufsp\u00fcren k\u00f6nnen? Den gro\u00dfen Robinson! Ich habe doch alles minuti\u00f6s durchgeplant. Den gesamten Ausbruch! Klar, es war nur das Tutorial von <b>The Escapists 2<\/b>, aber eigentlich verlief alles perfekt\u2026 Dieses Mal wurde ich in ein neues Gef\u00e4ngnis verlegt und ich habe nicht vor, lange dort zu bleiben.<\/p>\n<p><b>Tag 1: Auskundschaften<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/78037.jpg\" alt=\"Bild 78037\" style=\"float: right;\">Kaum im Knast angekommen, schmiede ich schon meinen ersten Ausbruchsplan. Doch neben Grips, den ich selbst beitragen kann, fehlen mir noch einige Dinge: Informationen \u00fcber diese Justizvollzugsanstalt, Geld und Material sowie Werkzeug und der Plan selbst. Doch bevor ich einen Ausbruch genauer in Betracht ziehen kann, muss ich mir die Gewohnheiten der W\u00e4rter einpr\u00e4gen, die R\u00e4umlichkeiten kennenlernen (auch die verborgenen) und Schwachstellen entdecken. Kein Gef\u00e4ngnis ist perfekt: Hier ist die Sicherheit mal zu lasch, dort die Mauer zu d\u00fcnn und dort dr\u00fcben kann ich mich ganz klassisch in die Freiheit abseilen. Scheinbar jedes Szenario scheint m\u00f6glich, selbst die gewaltsame \u00dcbernahme der Einrichtung durch einen Aufstand ist plausibel. Tipps bei der Entwicklung des Plans bieten Telefongespr\u00e4che, die aber alles andere als billig sind. Und da kommt auch schon das liebe Geld ins Spiel: Im Gef\u00e4ngnisalltag braucht man Geld und sei es nur f\u00fcr ein Telefonat. Aber auch Mith\u00e4ftlinge verlangen horrende Preise f\u00fcr Materialien und Werkzeuge, bieten daf\u00fcr aber auch regelm\u00e4\u00dfig Quests an, die sie bei Erf\u00fcllung gut entlohnen. So muss ich mal diesen Gegenstand beschaffen, dieser Person ein Veilchen verpassen oder zu einer bestimmten Zeit die Aufmerksamkeit der W\u00e4rter auf mich richten. Das Finden des jeweiligen Ortes funktioniert gl\u00fccklicherweise dank meiner Intuition, die sich durch gelbe Marker ausdr\u00fcckt, ganz einfach. Geld gibt es au\u00dferdem f\u00fcr harte, aber ehrliche Arbeit hinter den schwedischen Gardinen, die ich mir jedoch aktuell durch Gespr\u00e4che mit irgendwelchen Beamten erspare, welche mir, nachdem sie mir das halbe Ohr abgekaut haben, ein paar Cent zum \u00dcberleben da lassen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/77520.jpg\" alt=\"Bild 77520\" style=\"float: left;\"> Und da komme ich gleich zum n\u00e4chsten Punkt: Der Tag eines Gefangenen ist strikt durchorganisiert. Normalerweise wird gleich nach dem Aufstehen zum Morgenappell gerufen. Dann folgt das gemeinsame Fr\u00fchst\u00fcck, ein bisschen Freizeit, das Mittagessen, dann Sport, das ber\u00fchmte Duschen, die Arbeit, Abendessen, Freizeit, der Abendappell und die Nachtruhe. Wer beim Appell fehlt, l\u00f6st den Sicherheitsalarm aus, bei dem das gesamte Gef\u00e4ngnis abgeriegelt wird. \u00dcberhaupt: Wer sich einen freien Tag g\u00f6nnt und auch ein paar T\u00e4tigkeiten schweifen l\u00e4sst, bem\u00e4chtigt die W\u00e4rter zu schmerzhaften Erziehungsma\u00dfnahmen, die nicht selten im Krankenfl\u00fcgel enden. Doch w\u00e4hrend der Freizeit steht mir die T\u00fcre offen und ich habe sogar Freigang im Hof. Bis zu vier Mitgefangene k\u00f6nnen mir \u00fcbrigens beim Ausbruch helfen; wir suchen uns gemeinsam unseren Weg, wof\u00fcr es extra eigene M\u00f6glichkeiten gibt. Und habe ich schon vom Fitness- und Intelligenz-System erz\u00e4hlt? Sportlich kann ich mich in Sachen Schnelligkeit oder St\u00e4rke trainieren, was sich in l\u00e4ngere Sprints und mehr Gesundheit oder h\u00e4rtere Nahkampfangriffe niederschl\u00e4gt. Mehr Wissen kann ich mir durch Lesen und Arbeit am Computer aneignen, hilfreich ist es bei der Herstellung komplizierter Hilfs- und Baumittel, die erst ab bestimmten Grenzen freigeschaltet werden, und bei der Bewerbung auf Arbeit im Knast.<\/p>\n<p><b>Tag 2: Kumpanen im Geiste<\/b><br \/>\nHab ich schon erw\u00e4hnt wie genial ich bin? Hier und da erledige ich f\u00fcr meine Mitgefangenen noch Aufgaben, aber haupts\u00e4chlich hat sich eine Vorgehensweise bew\u00e4hrt: Ich schleiche mich in die Zellen der restlichen H\u00e4ftlinge und r\u00e4ume ihre Schubladen leer. Anschlie\u00dfend schenke ich jeweils anderen (auch den Polizisten) diese Gegenst\u00e4nde (je illegaler desto beliebter!), um ihre Meinung \u00fcber mich zu verbessern (tote Ratten kommen komischerweise nicht so gut an). Dadurch unterstehen unter den Knackis kleine Reibereien, bei denen die W\u00e4rter einschreiten m\u00fcssen. Sobald ein Insasse bewusstlos auf dem Boden liegt, sacke ich seine Inventargegenst\u00e4nde wieder ein und fahre mit meiner Strategie fort. Ein genialer Plan, um die komplette Belegschaft sowie die Gefangenen nach meiner Pfeife tanzen zu lassen! Und dieses Fernsehteam, das hier herumstreunt, kommt mir auch recht gelegen\u2026<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/72732.jpg\" alt=\"Bild 72732\" style=\"float: right;\">Tats\u00e4chlich habe ich auch hier schon eine Gelegenheit, die ich am Schopfe ergreifen werde: Der Tonmann hat ein ziemlich billiges Mikrofon, mit dem er herumfuchtelt. Das kann ich bestimmt problemlos mit einem simplen Besen, etwas Klebeband und einem Radio als Tontr\u00e4ger nachbauen! Und da mir die Insassen schon so gut wie ergeben sind, staube ich die passenden Baumaterialien zum Bestpreis ab. Jetzt fehlt nur noch die geeignete Kleidung und ich spaziere ganz entspannt aus dem Haupteingang hinaus, w\u00e4hrend sich meine Mitgefangenen um irgendeine Kleinigkeit kloppen. Doch zuvor habe ich eine freudige Ank\u00fcndigung zu machen: Ich muss mir nicht mehr die ollen Reden der Sozialarbeiter anh\u00f6ren, damit ich ein bisschen Taschengeld bekomme. Ich habe endlich einen richtigen Job! Post in farblich gekennzeichnete F\u00e4cher einzusortieren ist zwar nicht mein Traumberuf, aber f\u00fcr ordentlich Knete mache ich mich auch mal schmutzig und das ist dieses Mal sogar vollkommen legal!<\/p>\n<p><b>Tag 3: Der Ausbruch!<\/b><br \/>\nIch werde hier noch sentimental und will sogar ehrliche Arbeit machen. Ich muss hier raus bevor ich noch komplett verr\u00fcckt werde! Also Zeit f\u00fcr den Ausbruch. Was kann mir schon passieren? Wollen die mich etwa in den Knast stecken? Ha! W\u00e4hrend sich also meine Mitknackis brav beim Appell und beim Fr\u00fchst\u00fcck melden, melde ich dort kurz meine Anwesenheit an und marschiere sofort zur\u00fcck in die Zellen um Holz und Klebeband aufzutreiben. Daraus bastel ich mir dann einen handlichen Baseballschl\u00e4ger und ziehe mir gef\u00fctterte H\u00e4ftlingskleidung \u00fcber. Ausgestattet mit dieser Waffe und der R\u00fcstung stelle ich mir der ersten W\u00e4rterin und versetze ihr einen herben Schlag auf den Kopf. Schnell schnappe ich mir ihren Schl\u00fcssel und fl\u00fcchte durch die n\u00e4chstgelegene Sicherheitst\u00fcre in Richtung Ausgang. Doch der fehlende Schl\u00fcssel wird ziemlich schnell bemerkt: Die Hunde werden losgelassen, die Wachen sind auf h\u00f6chster Alarmstufe und die gesamte Einrichtung befindet sich im Lockdown, soll hei\u00dfen, alle Insassen m\u00fcssen zur\u00fcck in ihre Zellen und Spezialeinheiten r\u00fccken aus. Tja, und dann endet mein Ausbruchsversuch auch schon ziemlich schnell und unspektakul\u00e4r vor einer anderen Sicherheitst\u00fcre, f\u00fcr die ich einen anderen Schl\u00fcssel brauche. Und schon n\u00e4hern sich die W\u00e4rter und ziehen ihre Elektroschocker. Weniger sp\u00e4ter wache ich in Einzelhaft auf und hab endlich Zeit meine Kartoffelschneidekunst zu perfektionieren und mein Tagebuch zu schreiben! Hat also doch noch etwas gutes und beim n\u00e4chsten Mal wird es bestimmt was! Ach ja, hier \u00fcbrigens die Dokumentation \u00fcber meinen Ausbruch aus dem letzten Tutorialknast.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"100%\" height=\"428\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/bG0srEPrgMA\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebes Tagebuch, wie um alles in der Welt haben mich die Polypen so schnell aufsp\u00fcren k\u00f6nnen? Den gro\u00dfen Robinson! 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