{"id":121,"date":"2017-11-30T14:00:07","date_gmt":"2017-11-30T14:00:07","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=121","title":{"rendered":"Xenoblade Chronicles 2"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/76846.jpg\" alt=\"Bild 76846\" style=\"float: left;\">Mit liebensw\u00fcrdigen Helden, reichlich Spielstoff und nicht zuletzt einer riesigen, auf Nintendo-Plattform eher selten derma\u00dfen weitl\u00e4ufigen Welt \u00fcberraschte vor mittlerweile sechs Jahren das erste <i>Xenoblade Chronicles<\/i> auf der Wii. Es wurde als erfrischende Abwechslung vom allgemeinen Japano-Rollenspiel-Trott gefeiert und landete sogar als erstes, gro\u00dfes Zugpferd auf dem New 3DS (<a href=http:\/\/www.planet3ds.de\/test\/378-review-xenoblade-chronicles-3d.html>zum Test<\/a>). \u00dcber den gemischt aufgefassten Wii U-Nachfolger mit dem Anh\u00e4ngsel <I>X<\/i> h\u00fclle ich an dieser Stelle den Mantel des Schweigens und widme mich stattdessen eher dem, was wir nun auf der Switch willkommen hei\u00dfen d\u00fcrfen: Einen richtigen, zweiten Teil, der auf dem Fundament des Vorg\u00e4ngers aufbaut, sich aber doch wie ein v\u00f6llig eigenst\u00e4ndiges, neues Spiel im selben Stil anf\u00fchlt. Dass das trotz einiger alter wie neuer Schw\u00e4chen noch immer Stoff f\u00fcr ein hervorragendes Erlebnis bietet, das zeige ich euch in diesem Testbericht.<\/p>\n<p><b>Aller Anfang ist tr\u00e4ge<\/b><br \/>\nUnser Held stammt wieder einmal aus einfachen Verh\u00e4ltnissen: J\u00fcngling Rex verdingt sich als Bergungstaucher und geht diesem Beruf vom R\u00fccken seines Gro\u00dfvaters aus nach. Besagter (Zieh-)Opa ist n\u00e4mlich einer der langsam aussterbenden Titanen der Welt Alrest, auf denen die verschiedenen kleineren V\u00f6lker leben. Bei einem lukrativen Bergungsauftrag stolpert Rex jedoch \u00fcber einen besonderen Schatz, der sein ganzes Leben aus der Bahn wirft: Eine legend\u00e4re Klinge, die im Volksmund Aegis genannt wird und sich namentlich als Pyra vorstellt. Mit \u201eKlinge\u201c ist hier \u00fcbrigens nicht unbedingt eine Schneidwaffe gemeint \u2013 der Begriff bezeichnet besondere Lebewesen, die die Waffen ihrer so genannten Meister st\u00e4rken k\u00f6nnen. Pyra geh\u00f6rt dabei zu den wohl m\u00e4chtigsten Exemplaren von Alrest, weswegen nun gef\u00fchlt die ganze Welt hinter Rex her ist \u2013 inklusive seiner einstigen Auftragsgeber, denn der Held mit den luftigen Hosen hat nicht vor, die Klingen-Dame einfach so auszuh\u00e4ndigen. Unter anderem deswegen, weil sie ein gemeinsames Ziel haben: Das sagenumwobene Elysium, das hoch oben im Weltenbaum verborgen sein soll. Eine lange Verfolgungsjagd beginnt, bei der nicht nur diverse Titanen erkundet werden, sondern auch die Geheimnisse der Aegis sowie die Beweggr\u00fcnde aller an ihr interessierten Fraktionen ergr\u00fcndet werden. Und wie ihr euch genregem\u00e4\u00df denken k\u00f6nnt, seid ihr bis zum Abschluss dieser Reise eine ganze Weile besch\u00e4ftigt!<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/76849.jpg\" alt=\"Bild 76849\" style=\"float: right;\">Leider f\u00fchlt sich der Start des Abenteuers eher beh\u00e4big an, was mitunter auch am eingeschr\u00e4nkten Aktionsspielraum w\u00e4hrend der ersten f\u00fcnf bis sieben Spielstunden liegt. Die Gefechte gegen die frei in den Gebieten umherstreunenden Kreaturen und Kontrahenten laufen nach einem MMO-artigen Muster ab, bei dem euer gesteuerter Charakter in festen Intervallen Standardangriffe ausf\u00fchrt. Bis die ersten Levelaufstiege get\u00e4tigt sind, ist das alles, was Rex zu Beginn tun kann und da man f\u00fcr die Auto-Attacken auch noch mit beiden Beinen fest auf dem Boden stehen muss, f\u00fchlt sich das Kampfsystem so deutlich tr\u00e4ger an, als man es von den Vorg\u00e4ngern gewohnt ist. Gl\u00fccklicherweise wendet sich das Blatt, sobald Pyra den Bergungstaucher begleitet und schon bald folgende, weitere Gruppenmitglieder er\u00f6ffnen langsam das volle, wenngleich noch immer etwas beh\u00e4bige Potenzial der K\u00e4mpfe. Dann k\u00f6nnt ihr bis zu drei aktive F\u00e4higkeiten \u00fcber eure Schnelltasten aus\u00fcben, sofern sie durch vorherige Normalo-Attacken aufgeladen wurden. Die Skills sind dabei von der ausger\u00fcsteten Waffenkategorie abh\u00e4ngig \u2013 und hier kommt der Clou ins Spiel: Ihr seid n\u00e4mlich nicht nur an eine Klinge gebunden, sondern k\u00f6nnt im weiteren Spielverlauf bis zu drei gleichzeitig ausr\u00fcsten, zwischen denen sich mit dem Steuerkreuz wechseln l\u00e4sst. Da beim Einwechseln auch gleich alle Aktionen der Klinge ohne Abklingzeit zur Verf\u00fcgung stehen, lohnt sich ein regelm\u00e4\u00dfiger Wechsel.<\/p>\n<p>Das ist aber nicht der einzige Grund, weswegen sich der Tanz mit mehreren Partnern als vorteilhaft erweist. Elementar-Affinit\u00e4ten und die Klingenklasse spielen bei der Wahl ebenfalls eine Rolle \u2013 gerade wenn man mit m\u00e4chtigen Kettenangriffen f\u00fcr richtig Schmerzen sorgen m\u00f6chte. \u00dcberhaupt scheint <i>Xenoblade 2<\/i> im Kern viel auf Move-Synergien und Kombos setzen zu wollen, was sich auch an den ziemlich standhaften Otto-Normal-Gegnern zeigt. Wer diese mit einfachen Attacken umhauen m\u00f6chte, kloppt sich selbst an Monstern, die f\u00fcnf Level unter einem selbst liegen, gerne mal einen Wolf. Und das wohlgemerkt mit einer vollen Truppe bestehend aus drei Charakteren! Mit den richtigen Angriffskombos l\u00e4sst sich die Kampfzeit zwar drastisch verk\u00fcrzen, nur bietet sich da prim\u00e4r gerade mal eine Status-Kette an, f\u00fcr die eure KI-Kameraden auch noch mitspielen m\u00fcssen. Und da ihr euren Gef\u00e4hrten bis auf einen Fokus-Order und die Ausf\u00fchrung ihrer Superangriffe keinerlei Befehle erteilen k\u00f6nnt, f\u00e4llt dies beizeiten ziemlich frustig aus. Auch ein paar alte Schw\u00e4chen aus dem ersten <i>Xenoblade<\/i> wurden bei den Gruppenmitgliedern \u00fcbernommen: So stehen sie beispielsweise immer noch zu gerne in t\u00f6dlichen Substanzen, anstatt den Gegner davon wegzulocken. Diesen Job k\u00f6nnt ihr immerhin vor Kampfantritt selbst \u00fcbernehmen, indem ihr einen Kieselstein auf euer Opfer werft. Und wo wir schon bei Altlasten sind: Das Umschalten zwischen mehreren Zielen l\u00e4uft ebenfalls wieder eher mittelpr\u00e4chtig. Da dies dieses Mal auch noch \u00fcber eine nicht immer sofort reagierende Tastenkombination l\u00e4uft, kommt bei gr\u00f6\u00dferen Feindgruppen sogar noch ein St\u00fcck mehr Frust auf. Es ist mir mehr als einmal vorgekommen, dass ich meinen aufgesparten Spezialangriff an einem Gegner verschwendet habe, den ich gar nicht damit aufs Korn nehmen wollte. \u00c4rgerlich!<\/p>\n<p><b>Sightseeing in Alrest<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/76850.jpg\" alt=\"Bild 76850\" style=\"float: left;\">Also nein, die K\u00e4mpfe von <i>Xenoblade 2<\/i> sind trotz einiger guter Ans\u00e4tze definitiv nicht das Highlight des Spiels. Ganz anders sieht es bei der Spielwelt an sich aus. Zwar f\u00fchlt sich keiner der Titanen von Alrest wirklich so weitl\u00e4ufig an, wie es der Bionis im ersten Spiel der Reihe tat, doch es gibt immer noch m\u00e4chtig viel zu bestaunen. Allein schon die Ebenen von Gormott bieten so viele versteckte Winkel und Kreaturen von beiden Enden des Level-Spektrums, um euch gleicherma\u00dfen Bewunderung zu entlocken sowie Respekt einzufl\u00f6\u00dfen. Wer sich den zahlreichen Nebenaufgaben des Spiels widmet, kommt hier auch definitiv ganz gro\u00df herum und lernt die Gegenden mit der Zeit \u00e4u\u00dferst gut kennen. Dank zahlreicher Orientierungspunkte kann man sich sogar ziemlich gut ohne Karte zurechtfinden \u2013 was auch ganz gut so ist, denn eine schnell aufrufbare Komplettkarte gibt es hier leider nicht. Stattdessen muss sie umst\u00e4ndlich \u00fcber das Schnellreise-Men\u00fc aufgerufen werden, das gef\u00fchlt zu viele Klicks ben\u00f6tigt. Die Sidequests selbst geben sich dabei vom Gameplay her eher klassisch und verlassen sich prim\u00e4r auf einfache Liefer- oder Monstert\u00f6tungsaufgaben. Es ist jedoch die Aufmachung, die den Unterschied ausmacht: Vermeintlich kleine Missionen k\u00f6nnen sich schnell als gr\u00f6\u00dferes Vorhaben herausstellen. Da wird aus einer simplen Liefer-Bitte schon mal ein Mordfall. Die an sich nett gemeinten, atmosph\u00e4rischen Kommentare eurer Gruppenmitglieder h\u00e4tte sich Monolith Soft jedoch sparen k\u00f6nnen. Denn wenn die Klingenpartnerin vom Nopon-T\u00fcftler Tora sich zum zwanzigsten Mal \u00fcber einen stillen Moment wundert, nur um dar\u00fcber aufgekl\u00e4rt zu werden, dass da noch etwas kommt, wird das einfach nur noch m\u00fchselig.<\/p>\n<p>Erfolge bei Nebenaufgaben und die Unterst\u00fctzung des lokalen Handels sorgen daf\u00fcr, dass eure Verbundenheit mit den Bewohnern der Titanen erh\u00f6ht wird \u2013 und das bringt als Lohn neue Gegenst\u00e4nde in den Sortimenten der H\u00e4ndler. Damit einher gehen aber auch lukrative S\u00f6ldnerauftr\u00e4ge, die speziell f\u00fcr eure Klingenpartner sind. Ihr k\u00f6nnt n\u00e4mlich theoretisch beliebig viele Klingen an eure Charaktere binden, nur warten eben alle bis auf drei auf der Ersatzbank. Statt sie da den lieben langen Tag Tr\u00fcbsal blasen zu lassen, k\u00f6nnt ihr sie im Laufe des Spiels auf S\u00f6ldnermissionen schicken, die allesamt eine gewisse Zeitspanne beanspruchen und mit Gegenst\u00e4nden, Erfahrungspunkten sowie Gold locken. Auf diese Weise werden eure inaktiven Klingen auch direkt trainiert, sodass ihr euch ein gut ausgebildetes Team warmhalten k\u00f6nnt. Das ist ideal f\u00fcr Situationen, bei denen ihr mal bestimmte Erkundungsf\u00e4higkeiten auf einem relativ hohen Level ben\u00f6tigt. Dummerweise ist der Klingenerhalt eine vom Zufall abh\u00e4ngige Angelegenheit. Im Spielverlauf erbeutete Kernkristalle, von denen ihr mehr als genug zugesteckt bekommt, dienen dabei quasi als Lottoticket und spucken entweder eine generische Klinge mit simplem Roboter-Design oder im seltenen Fall eine einzigartige, seltene Klinge mit besonderem Design aus. An sich eine nette Idee, nur wird auch dies \u00e4rgerlich, wenn ihr partout nicht die Art Klinge erhaltet, die ihr gerade ben\u00f6tigt. Immerhin sind zumindest die Hauptquests und auch einige Nebenaufgaben so gestaltet, dass ihr selbst mit mangelhaftem W\u00fcrfelgl\u00fcck noch irgendwie weiterkommt. Wenn ihr beispielsweise an einer Stelle bestimmte Klingen-F\u00e4higkeiten ben\u00f6tigt, \u00fcber diese jedoch nicht verf\u00fcgt, gibt es nicht selten eine Option, um diesen direkten Weg zu umgehen. Ein l\u00f6blicher Kompromiss, der den Spielfluss f\u00f6rdert!<\/p>\n<p><b>Filmreife Action mit E-Klasse-Vertonung<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/76848.jpg\" alt=\"Bild 76848\" style=\"float: right;\">Und das ist auch gut so, denn neben der Erkundung sind es eben die Fortschrittsmomente, die einen durch <i>Xenoblade 2<\/i> treiben. Das verdankt das Spiel den wunderbar in Szene gesetzten Zwischensequenzen, die gerade in actionreichen Momenten so richtig aufdrehen. Speziell die Kapitelenden haben es mir besonders angetan und mich stets direkt zum Weiterspielen angestachelt. Visuell ist das Rollenspiel ohnehin ziemlich beeindrucken \u2013 wenn auch eventuell mehr auf einer stilistischen Ebene als auf der technischen. \u00dcber das Charakterdesign kann man nat\u00fcrlich streiten, doch die Umgebungen sind bildh\u00fcbsch modelliert und die Figuren zumindest \u00e4u\u00dferst detailliert. Je nachdem, wo ihr euch gerade befindet und wie ihr <i>Xenoblade 2<\/i> spielt, kann das Bild aber auch schon mal etwas verwaschen werden. Gerade im Handheld-Modus m\u00fcsst ihr euch auf die, um es freundlich auszudr\u00fccken, \u00e4u\u00dferst flexible Bildsch\u00e4rfe einstellen. Immerhin bleibt die Bildrate weitestgehend stabil, wenn nicht gerade gr\u00f6\u00dfte Effektgewitter in weitl\u00e4ufigen, detaillierten Bereichen abgefeuert werden. Was hingegen definitiv auf keine Kuhhaut geht, ist die englische Vertonung des Spiels. Nun bin ich eigentlich ziemlich schmerzbefreit, wenn es um lokalisierte Tonspuren geht, doch was hier geboten wird, ist teilweise unterste Schublade. Immer wieder finden sich Szenen, bei denen das Gesprochene vom Ton her \u00fcberhaupt nicht zu den Geschehnissen passt. Etwa wenn Protagonist Rex ziemlich locker und normal plaudert, obwohl er gerade im Schwei\u00dfe seines Angesichts reichlich harte Schl\u00e4ge pariert. So sch\u00f6n es auch ist, wieder eine breite Auswahl britischer Akzente zu h\u00f6ren, ist hier wohl bei der Regie irgendwas schiefgelaufen. Immerhin soll zum Launch der japanische O-Ton als kostenloser Download zur Verf\u00fcgung stehen, in meinem Test konnte ich darauf jedoch nicht zugreifen. Doch selbst dann glaube ich, dass die st\u00e4ndigen Kampfschreie von Freund und gelegentlich auch Feind kein St\u00fcck ertr\u00e4glicher werden. Die Kakophonie aus \u201eTHINK YOU CAN TAKE ME?!\u201c hat sich jedenfalls unrettbar in meinen Geh\u00f6rgang gebrannt. Zum Gl\u00fcck l\u00e4sst sich das Kampfgeplapper separat abschalten, denn die Sprachsamples ertr\u00e4nken auch den wirklich famosen Soundtrack des Spiels, der sich ohne jeden Zweifel h\u00f6ren lassen kann und das Abenteuer-Feeling gekonnt unterstreicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit liebensw\u00fcrdigen Helden, reichlich Spielstoff und nicht zuletzt einer riesigen, auf Nintendo-Plattform eher selten derma\u00dfen weitl\u00e4ufigen Welt \u00fcberraschte vor mittlerweile sechs Jahren das erste Xenoblade Chronicles auf der Wii. 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