{"id":111,"date":"2017-11-16T12:00:08","date_gmt":"2017-11-16T12:00:08","guid":{"rendered":""},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-30T00:00:00","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ps.501-legion.de\/?p=111","title":{"rendered":"Perception"},"content":{"rendered":"<p>Auch hier ein Aufruf an die Entwicklerstudios dieser Welt: Wir brauchen mehr Horror f\u00fcr die Switch! So langsam bessert sich die Situation aber. Nach dem technischen K.O. von <i>Don\u2019t Knock Twice<\/i> (<a href=http:\/\/www.planetswitch.de\/test\/104-kurztest-don-t-knock-twice.html>zum Test<\/a>) ist nun auch <i>Doom<\/i> auf der Switch gelandet, wobei das wiederum die Wenigsten als gruselig empfinden w\u00fcrden. Ein waschechter Horrortitel verbirgt sich aber hinter dem j\u00fcngst erschienenen <b>Perception<\/b> aus dem Hause The Deep End Games. Auch wenn das amerikanische Studio das Spiel eher als Thriller beschreibt, k\u00f6nnen Gruselfans hier auch auf ihre Kosten kommen. Warum das so ist, das erfahrt ihr im folgenden Kurztest.<\/p>\n<p><b>Blind sein bedeutet nicht, nicht sehen zu k\u00f6nnen<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/76221.jpg\" alt=\"Bild 76221\" style=\"float: right;\">Normalerweise wird man ja in Videospielen zu Beginn immer mit einem ganz eigenen Artstyle und jeder Menge optischen Eindr\u00fccken erschlagen. In <i>Perception<\/i> ist das etwas anders, denn die Hauptfigur Cassie ist schon seit ihrer Kindheit blind. Ergo sieht man erstmal gar nichts au\u00dfer ein tiefes, verhei\u00dfungsvolles Schwarz. Die mutige und selbstbewusste Protagonistin ist aber sehr darauf erpicht, trotz ihrer Behinderung so unabh\u00e4ngig wie m\u00f6glich zu sein. Darum lernte sie schon fr\u00fch, mit ihren Ohren zu \u201esehen\u201c. Anhand von Ger\u00e4uschen und deren Echos kann sie trotzdem im nahen Umfeld Objekte ersp\u00e4hen. Dies ist \u00fcbrigens keine Fiktion und im echten Leben in abgeschw\u00e4chter Form auch durchaus m\u00f6glich. Statt mit einem Blindenstock vor sich Hindernisse zu ertasten, st\u00f6\u00dft Cassie diesen lieber auf verschiedene Oberfl\u00e4chen wie einen Holzboden oder ein Metallgel\u00e4nder einer Treppe. Die Klangeigenschaften der verschiedenen Baumaterialien kommen dabei durchaus glaubhaft r\u00fcber. Einmal aufgestampft, visualisiert sich Cassies nahes Umfeld dann f\u00fcr ein paar Sekunden in schemenhaften, blauen Konturen.<\/p>\n<p>Diese unverbrauchte Spielidee ist derma\u00dfen genial und funktioniert so spitze, dass man selbst irgendwann anf\u00e4ngt sich die Umgebungen genauestens einzupr\u00e4gen, eben wie es blinde Personen tun m\u00fcssen. Ort des Geschehens ist \u00fcbrigens ein gro\u00dfes Anwesen abseits der Zivilisation. Wie es der Zufall so will, gehen und gingen in diesem Haus allerlei seltsame Dinge vor sich. Hier bedient man sich eines f\u00fcr das Genre typischen Klischees. Das Spektrum der Vorf\u00e4lle reicht aber von Medikamentenmissbrauch \u00fcber Beziehungsprobleme bis hin zu Psychosen. Cassie selbst ist scheinbar klar bei Verstand und geht eher den Spuren ihrer Vergangenheit nach. Genau diese scheint auch mit den ehemaligen Bewohnern des Hauses verwoben zu sein.<\/p>\n<p>Wie genau, muss der Spieler mithilfe von Erinnerungen in Form von Schriftst\u00fccken oder anderen behafteten Gegenst\u00e4nden herausfinde. Da Cassie aber nicht lesen kann, hilft die Software Delphi auf ihrem Smartphone aus. Per Text-to-Speech wird die Schrift dann als Sprache ausgegeben, was teilweise auch f\u00fcr einen ordentlichen Spannungsbogen \u201emissbraucht\u201c wird. Zur Story an sich kann man allerdings nur sagen, dass sie eher schlecht als recht funktioniert. Die etwa drei bis vier Stunden lange Wanderung durch das alte Gem\u00e4uer teilt sich n\u00e4mlich in mehrere kleine Schicksale bestimmter Personen auf. Da fehlt leider jeglicher Zusammenhang, es sei denn man ist gewillt, wirklich jeden Winkel nach Erinnerungen abzusuchen. Doch selbst dann w\u00e4re hier wesentlich mehr Potenzial vorhanden. So zieht die Geschichte das an sich astreine Erlebnis leider nur in die Dunkelheit.<\/p>\n<p><b>Auch das Haus h\u00f6rt mit<\/b><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ps.501-legion.de\/files\/image_db\/76224.jpg\" alt=\"Bild 76224\" style=\"float: left;\">Man sagt, dass sich Geister gern an Orten versammeln, an denen schreckliches passiert ist. So wird auch der Schauplatz von <i>Perception<\/i> von einer umheimlichen \u201ePr\u00e4senz\u201c heimgesucht. Je nach Spielsituation h\u00f6rt dieses Wesen mit. Bewegt sich Cassie dann zu polterhaft durch die R\u00e4umlichkeiten, oder macht \u00fcberm\u00e4\u00dfig Gebrauch von ihrem Stock, dann wird die Anspannung praktisch immer greifbarer. \u00dcbertreibt man es dann mal, sollte man dringend die Beine in die Hand nehmen und Zuflucht in Kisten oder Schr\u00e4nken suchen, denn die Pr\u00e4senz macht f\u00fcr einen Moment Jagd auf die unschuldige junge Frau. Diese Art von Horror kennt man in \u00e4hnlicher Form aus <i>Amnesia<\/i>. H\u00e4lt man die F\u00fc\u00dfe kurz still, darf es auch schon weitergehen. Wer f\u00fcr solche Dinge empf\u00e4nglich ist, wird hier eine G\u00e4nsehaut erster Klasse erleben, auch wenn man sich relativ schnell an die nicht gerade gef\u00e4hrliche Omnipotenz des Geistes gew\u00f6hnt.<\/p>\n<p>Wer sich einfach nur auf die Geschichte des Spiels konzentrieren m\u00f6chte, kann den Gruselfaktor auch einfach komplett abschalten. Dann kommt die Pr\u00e4senz nur in wenigen gescripteten Abschnitten zum Vorschein und man kann quasi herumpoltern so viel man m\u00f6chte. Doch selbst dann sorgen das klasse Sounddesign und der Fakt, dass man im Prinzip zu 50 Prozent durch tiefe Finsternis stapft, f\u00fcr reichlich Anspannung. Nun mag das meiste im bisher Geschriebenen sicher eher positiv wirken, und das Spiel ist an sich auch ganz hervorragend und spannend. Leider stolperte ich gegen Ende des Spiels immer \u00f6fter auf Bugs.<\/p>\n<p>Einmal fror das Geschehen komplett ein und erforderte einen Neustart, ein anderes Mal wollte ein gewisses Event nicht ausgel\u00f6st werden und erforderte ebenfalls einen Neustart des Spiels. Zu guter Letzt wurde der Fortschritt durch einen unsch\u00f6nen Gamebreaker aber leider komplett blockiert. Eine T\u00fcr, die sich nachweislich \u00f6ffnen sollte und den einzigen Weg darstellt, will sich auch nach einem Neustart des Spiels, der Switch, oder gar nach einer Neuinstallation der Daten partout nicht \u00f6ffnen. Mehrere schriftliche Walktroughs oder Playthroughs in Videoform best\u00e4tigten, dass die T\u00fcr durchschreitbar sein soll. Scheinbar ist auch die Switch-Version von <i>Perception<\/i> nicht vor defekten Speicherdateien gefeit, wie sie auch schon auf Plattformen wie Steam Probleme machte. Doof nur, dass man hier nicht die Freiheit besitzt, ein funktionierendes Savegame aus dem Netz zu installieren. So bleibt mir letztlich der Rest des Spiels verwehrt, was durchaus sehr schade ist und sich wohl oder \u00fcbel auch in der Wertung niederschl\u00e4gt\u2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch hier ein Aufruf an die Entwicklerstudios dieser Welt: Wir brauchen mehr Horror f\u00fcr die Switch! So langsam bessert sich die Situation aber. Nach dem technischen K.O. von Don\u2019t Knock Twice (zum Test) ist nun auch Doom auf der Switch gelandet, wobei das wiederum die Wenigsten als gruselig empfinden w\u00fcrden. Ein waschechter Horrortitel verbirgt sich [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":20435,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[],"class_list":["post-111","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ps.501-legion.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/111","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ps.501-legion.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ps.501-legion.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ps.501-legion.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/20435"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ps.501-legion.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=111"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/ps.501-legion.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/111\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ps.501-legion.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=111"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ps.501-legion.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=111"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ps.501-legion.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=111"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}